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Hier beginnt die online - Ausgabe des
gesamten Alpengroupie - Buches, Alle Berichte und Texte, mit allen Fotos in sehr hoher Auflösung und farbig! Ideale Qualität auch zum ausdrucken der Bilder. In monatelanger Arbeit habe ich hier das ganze Buch ins Internet gestellt. Die riesige Seite ladet alle Bilder in etwa 40 Sekunden.
1 Teil und 2 Teil etwa 1,1 Millionen
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VIEL SPASS!!
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Gesamter Umschlag
GEORG GROLIMUND - SCHMIDLIN
UNSERE JAHRE IN DEN BERGEN
DIE GESCHICHTE DER ALPENGROUPIES
Die Vorwörter:
Liebe Freunde der Alpengroupies, Literatur über die Alpengroupies suchte man bisher vergebens: "Gago" - wie wir ihn nennen - schliesst nun diese Lücke mit einer einmaligen Jubiläumsausgabe. Als aktives Mitglied der Alpengroupies bin ich sehr gespannt, in welcher Art und Weise uns Georg - so nennen ihn nur noch seine Eltern Heidy und Leo - die schönsten Erlebnisse in seinen Erzählungen wider gibt. Seit den Anfängen vor 20 Jahren begeistern uns bis heute einfache Wanderungen, Klettertouren sowie der Hüttenzauber, und dies hoffentlich noch über mehrere Jahrzehnte hinaus. Die Kameradschaft, Unterhaltsamkeit und das aktive Beisammensein tragen dazu bei, dass wir Alpengroupies auch in Zukunft noch viele gemütliche Stunden zusammen verbringen dürfen. Herzlichst, Iwan Borer
Es war einmal vor ungefähr 20 Jahren, als ein Jüngling aus Erschwil die Idee hatte, Gruppensynergien zu erzeugen, in dem er seinesgleichen in die schöne Schweizer Alpenwelt mitnahm. Er tat dies mit so viel Elan, dass die Erfolgsquote der Anmeldungen - die er dazumal noch von Hand schrieb - stetig zunahm. Seine damalige Freundin und heutige Frau Iris, im Volksmund "die Blume" genannt, half ihm ganz besorgt die Briefmarken auf die handgeschriebenen Couverts zu kleben. Es war die Zeit, als der Game Boy noch keine Bedeutung hatte und man sich die Zeit in freier Natur vertrieb. Dann war noch die Frage nach dem Namen des Clubs! Alpengroupies war das Prädikat langer Nächte voller Entschlossenheit und Selbstvertrauen! Schon damals hatte er sich vorgenommen, alles niederzuschreiben, was los war, auch ergänzte er dies mit seinen Bildern. Der Georg - alias "Gago", wie er von Insidern genannt wird, tat im Unterbewusstsein eine ganze Menge für die näheren Bekannten, für die Gesellschaft und seiner selbst mit einem Angebot, welches stetig wuchs. Er brachte viele Leute auf neue Gedanken und zeigte wahrliches Interesse an Personen, die er bis zum heutigen Tag noch nie gesehen hatte. Ich selbst kenne Gago und seine Geschichte fast von Beginn weg und bestaune diese jeden Tag neu. Wir haben zusammen schon viele tolle Touren gemacht. Klar waren da auch von beiden Seiten kritische Situationen, die nach einem Gläschen Wein wieder gebügelt waren. Die Leute waren und sind bis heute aus verschiedenen Schichten dabei und lassen sich immer wieder neu von Gago`s Ideen berieseln. Was mich persönlich schwer beeindruckte, war die Planung seines Buches und dessen Sponsoring. Man muss sich vorstellen, dass ein Mann wie Georg erst an der Planung dieses Buches war und dieses schon zu diesem Zeitpunkt x-mal verkauft war! Und so etwas in der Schweiz, wo die Leute sehr zurückhaltend sind. Klar, dass er viele Leute kennt, aber auch Firmen und Vereine unterstützen ihn. Wenn man in die Statuten von Dorfvereinen schaut und dessen Statistiken studiert, bekommt man die Mitgliederzahlen und dessen Aktivitäten zu sehen. Meistens sind diese rückläufig oder schlecht besucht! Nicht so diejenigen vom Club der Alpengroupies! Wenn es knapp wird oder eine Tour eine Mindestzahl verlangt, lässt Gago die Werbekampagne vollends laufen, bis er genügend Leute beisammen hat. Soweit ich mich besinnen kann, gab es noch nie eine Tour, die mangels Teilnehmer abgesagt werden musste, ausser, das Wetter war ungewiss oder gar schlecht. Über Gago wurde schon viel in diversen Zeitschriften und Zeitungen geschrieben. Wahrscheinlich wird er nie so bekannt wie Friederich Dürrenmatt, aber für eine regionale Legende im Schwarzbubenland sollte es längst reichen. Der für mich passende Spruch ist folgender: "Der mit dem ledergegerbten Gesicht". Gago ist und bleibt ein Naturmensch. Klar gibt es nicht nur Gutes von einem Menschen zu berichten oder besser gesagt, es gibt auch kritische Gemüter auf dieser Erde. Im Falle von Georg sind dies Leute, die Ihn mehrheitlich beneiden und selber nicht in der Lage sind, etwas Sinnvolles auf die Beine zu stellen. Es ist immer für alle etwas dabei - von einer geselligen und weindurchzogenen Winterwanderung um den Jurahügel "Hohe Winde" bis hin zur Gletschertour oder einem Familienausflug der Superlative. Ich denke mir, dass dieses Buch einigen Leuten einen Anstoss geben wird, sich mehr mit der Natur auseinanderzusetzen oder sich gar den Alpengroupies anzuschliessen. Gerade in der jetzigen Zeit, die mit Umweltproblemen und diversen Kriegen gezeichnet ist. Es ist wichtig, dass es Leute wie Gago gibt, die immer mit Herzblut das Leben geniessen und auch anderen das Erlebte weiter geben. Alpengroupie / Christoph Wehrli
Die Alpengroupies Das Vorwort zum Buch, für noch nicht "Groupies" Als Georg mich bat, ein Vorwort für sein Buch zu schreiben, habe ich ohne lange zu zögern ja gesagt und nun sitze ich hier am PC und stelle fest, so einfach ist das gar nicht. Was die Groupies machen, brauche ich nicht zu erklären. Das wird Georg in den nachfolgenden Seiten bis ins Detail selber tun. Eine Buchzusammenfassung, ich werde mich hüten. Und überhaupt, wie kann man ein über so manches Jahr gewachsenes Gebilde wie die Alpengroupies in Worte fassen? Also habe ich mir überlegt, vielleicht kann ich Ihnen beschreiben, was es braucht, um ein Alpengroupie zu sein, oder, noch besser, einer zu werden. Lieben Sie die Berge, "unser geliebtes Schwarzbubenland", ein Gläschen Wein und das gesellige Beisammensein, eventuell den Drang, etwas für die Gesundheit zu tun. ( Nicht bei allen Touren! ) Dann erfüllen Sie schon die Grundvoraussetzungen. Wobei, damit wir uns richtig verstehen, dass das mit dem Wein natürlich keine Grundvoraussetzung ist. Wäre da im Verborgenen noch der Wunsch, etwas zu tun, was Sie schon lange machen wollten, sich aber noch nie dazu überwinden konnten. ( Beispiele finden sich sicher genügend im Buch ) Gar en bisschen Abenteuerlust? Dann sind Sie genau richtig bei Georg und seinen Alpengroupies. So, und jetzt viel Spass beim Lesen und vielleicht bis bald Ein begeisterter Alpengroupie
Im Aufstieg zum Wildhorn, 1977, mit meinen Eltern Heidy und Leo, Alois Flühler, meiner Schwester Ursula und Bekannten.
Von Ändel Burkhalter, the Niesenman, Mittelhäusern BE Vor 20 Jahren in Jeansjacke und am Hanfseil gesichert, wagten die Alpengroupies ihre ersten wagemutigen Schritte in die Berge. Voller Idealismus und Entdeckerdrang wollten wir gleich ganz hoch hinaus. Blüemlisalp, Dom, Aletschgletscher. Ganz nach dem Motto: "Gott vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun". Heute ist aus dieser Handvoll Alpengroupies eine grosse Schar wander- und abenteuerlustiger Leute geworden, die sich aus einem gut vorbereiteten Angebot das Passende auslesen können. Längst sind nicht nur die Berge Thema. Es werden auch Löcher, Rebberge und andere topografische und kulturelle Attraktionen erkundet. Wer dabei sein will, zückt auf dem Gipfel den Groupie-Zinnbecher, hüllt sich in ein entsprechendes Groupie-Shirt, oder schmückt sich mit einem Groupie - Pin. Die Alpengroupies sind mittlerweile zu einem veritablen Unternehmen geworden, mit einer Zentrale, einem Jahresprogramm und einer eigenen Homepage. Hinter all dem stecken aber immer noch die gleiche Freude und derselbe Elan wie ganz am Anfang. Hier kommen Menschen zusammen, die etwas gemeinsam tun wollen und bereit sind, für ein Hochgefühl ihren Hintern ab und zu aus dem Sessel zu hieven. Solange dies so ist, werden die Alpengroupies noch viele Gipfelweine entkorken und all die Abenteuer werden mit der Zeit zu Legenden. Gago, zum 50. Groupie - Geburtstag wirst du sicher ein weiteres Buch schreiben - die Alpengroupie - Saga. Keep on moving! Ändel aus dem Niesengrunde
Gago, Dank Dir hatte ich das grosse Glück, zu meinem 50sten Geburtstag einen 4000er zu besteigen. ( Allalinhorn 4027m ) Das war ein Erlebnis!!! Anstrengend, aber traumhaft schön. Es hat sich gelohnt!!! Nochmals herzlichen Dank, Véro. Crissier, 19.07.1998
Vieles haben wir schon gesehen, Berge, Schluchten und auch Seen.
In Neuseeland erstmals getroffen Für Action und Abenteuer ist stets gesorgt Besteigen von Gletschern und Viertausendern Ein Picknick an der Feuerstelle Alpengroupie-Touren sind der Hit Thomas und Maya Harder
Es ist kaum zu glauben, dass es die Alpengroupies schon 20 Jahre gibt.
Jetzt, im Mai dieses Jahres - der Höhepunkt - das Buch, das die vielen Geschichten auf Papier bringen wird, um weitere Menschen von den Aktivitäten der Alpengroupies anstecken zu lassen. Gago, mach weiter so, und viel Erfolg bei der Vernissage. Viel Glück, Dein Bruder Martin
Mit dir, Gago und den Alpengroupies ist es immer eine grosse Freude unterwegs zu sein. Die Stimmung ist immer grossartig und es ist immer ein spezielles Erlebnis, egal wohin man geht. Bei den Alpengroupies muss man den Gipfelwein auch nie missen - eben immer eine runde Sache! ;-) Gago, du hast mit deinem Engagement eine wunderbare Sache ins Leben von vielen Leuten gebracht und uns gezeigt, wie schön die Schweiz und vor allem die Berge sind. Merci viu mau! Liebi Grüess us Bärn, Franziska
Im Jahre 1992 kam es am Jones Creek in Neuseeland zu einer denkwürdigen Begegnung: Ich lernte Iris und Gago kennen! Im Goldfieber vereint standen wir tagelang gemeinsam knietief im Bachbett,
in der Hoffnung auf einen faustgroßen Nugget. Tagsüber ließen
wir unsere geliehenen Goldpfannen kreisen, und abends die Bierflaschen
am Lagerfeuer in unserem Camp. Fasziniert lauschte ich ihren Erzählungen
von Groupie-Hochtouren über wilde Gletscher und die Besteigung von
Gipfeln, die damals weit jenseits meiner Möglichkeiten lagen. Reich
an Gold sind wir am Jones Creek nicht geworden - die Leihgebühr für
die Ausrüstung war höher als der Wert des gefundenen Goldstaubs.
Jedoch war dies der Beginn einer langjährigen tollen Freundschaft-
wir hatten dieselben Ansichten und Einsichten! Und eine neue Leidenschaft
war für mich geboren: Das Bergsteigen. Jedoch bleibt bei aller Euphorie eine noch offene Rechnung: Nachdem ich im Jahre 1996 die Jubiläumsbesteigung des Wildhorns wegen einer Verletzung nicht angehen konnte, wurde der zweite Versuch 2006 wegen schlechten Wetters vereitelt. Aber ich bin zuversichtlich, dass 20 Jahre Alpengroupies nicht genug sind und ich 2016 eine dritte Chance bekomme. In diesem Sinne: Macht weiter so, Ulrich Inderbinen als Leitbild vor Augen! Enno Burghard, wohl nördlichster Alpengroupie
Es kommt mir vor, als sei es gestern gewesen, als ich Georg Grolimund alias Gago kennen lernte, so gut kann ich mich noch daran erinnern. Ich war gerade mal 15 Jahre alt. Er rief bei uns an und natürlich wollte er mit meinem Bruder Christoph sprechen. Es ging wieder einmal um eine Bergtour. Zu diesem Zeitpunkt hatten Worte wie Alpengroupies und Bergsteigen für mich keinerlei Bedeutung. Dann, Jahre später, nahm mich Christoph zum 14. Pfingstfest mit. Ich war begeistert! Es war ein Fest, nein, ein kleines Festival mit guter Musik, Getränken und etwas zum Knabbern. Auch die Leute waren richtig toll. So kam es, dass ich am kommenden Pfingstfest wieder mit von der Partie war. Gago stellte mir am selben Abend den Alpengroupie - Club vor und meinte nur so: "Komm doch einmal mit!" Schließlich folgte ich seiner Einladung und war dann das erste Mal 1997 bei der Weintour im Lavaux dabei. Ich liebte es, mit guten Freunden die Natur gemeinsam zu erleben. Die Aktivitäten waren unglaublich breit gefächert. Von Sky - Diving bis Bergsteigen, Klettern, Weintouren bis zum Tourenausklang, was immer ein unvergesslicher Abend war. Es war sozusagen für jedermann etwas mit dabei. Die Jahre vergingen und obwohl meine Familie und ich im Jahre 2006 für ein paar Jahre nach Amerika gezogen sind, blieb ich den Groupies treu. An dieser Stelle wünsche ich alle viel Spass beim Lesen unserer Abenteuer. Kilian
Dr Georg Was er organisiert und disponiert, was er vollbringt ob dies oder das: Und wir wünschen Dir und Deiner Familie das Allerbeste - weil du
es verdienst!
Mit all den kleinen und grösseren Gipfelerlebnissen haben wir uns
einen
Wir erinnern uns lebhaft, als wäre es gestern gewesen, an unsere
Groupietour ins Appenzell. Gemütlich fuhren wir damals mit dem Zug
nach Appenzell und degustierten in der Brauerei des Appenzeller-Schnapses
die verschiedenen Tropfen. Schon dort amüsierten wir uns über
den eigentümlichen Dialekt der "Appenzöller". Im Verlauf
von diesem Wochenende entstanden Ausdrücke wie "Gögö"
oder "z' hönderscht höndere", was soviel bedeutet
wie ganz nach hinten gehen.
Alpengroupies, das Pseudonym von Georg. Damals wie auch heute versprechen die Touren viel Abenteuer, Sport, Spannung, Spass und Geselligkeit. Was den Club auch so faszinierend macht, ist das grosse Spektrum an verschiedenen Ausflugsmöglichkeiten. Dadurch kann sich keine Alters - oder Interessengruppe seinem Bann entziehen. Die Alpengroupies bieten ein unbeschwertes Zusammensein ohne jegliche Verpflichtungen. Durch die Mitgliedschaft konnten wir auch zusätzliche Impulse für die in unserer Familie organisierten Aktivitäten gewinnen. Unsere Kinder Rahel und Robin sind auch dadurch begeisterte Berggänger und Alpengroupies geworden. Heutzutage ist dies nicht mehr selbstverständlich, dass sich Kinder aktiv bewegen. Bei den Alpengroupies wird jedoch darauf geachtet, auch Kindern die Bewegung in der Natur und die Freude an den Bergen weiterzugeben. Einen grossen Dank auch an Iris, ohne ihr Engagement wären die Alpengroupies auch nicht das, was sie heute sind. Danke Georg und mach weiter so. Eric und Daniela
Liebe Alpengroupies Mitglieder: Mit Freude haben wir Eure Mitteilungen der 20 - Jahrfeier mitbekommen. Wir wünschen Euch alles Beste für die nächsten 20 Jahre und freuen uns auf das nächste Wiedersehen. Für Diejenigen, welche schon; oder noch keine Weinreserven für die bevorstehenden Festtage bestellt haben, fahre ich nächste Woche ins Laufental. Bis dahin, mit den besten Wünschen für ein glückliches 2007 mit bester Gesundheit. Herzliche Grüsse Familie Joseph Hug-Guion
Lieber Georg, liebe Iris Wir danken Euch für den riesigen Aufwand, der immer wieder überraschend unterhaltsamen und sportlichen Anlässe in den Bergen. Stets klappt alles wunderbar; wir wissen Euren Einsatz sehr zu schätzen und sind froh und stolz, zu den Alpengroupies zu gehören. Als Krönung Deiner Leistungen ist das Buch ein wunderbares Erinnerungsstück an viele schöne Momente und Gipfelerlebnisse. Gerne werden wir regelmässig darin blättern, um die Erinnerungen aufleben zu lassen und uns wieder Mut zu machen, neue Touren mit den Alpengroupies durchzuführen. Euch gilt unser grosser Dank für diese hervorragenden Leistungen.
Dr Schorrsch ( vom dim altä Kumpel Jack ) Dr Schorrsch, nit dä vom Hafebeggi zweii,
"Unsere Jahre in den Bergen" heisst der Titel dieses Buches.
Schon seit jeher war es ein Grundbedürfnis unserer Vorfahren, sich
fortzubewegen, um neue Kontakte und Länder zu entdecken. Aber seit
150 Jahren gilt es auch die Berge zu erobern. Denken wir doch nur an die
Erstbesteigung des Matterhorns. Einen Gipfel zu erklimmen ist die Devise
der Alpengroupies. Ich habe mich schon oft gefragt, was treibt denn diese
Gilde immer wieder dazu, einen Berg zu erklimmen? Die Besteigung ist doch
zuerst mit vielen Vorbereitungsarbeiten verbunden. Der Aufstieg selbst
verlangt körperlichen Einsatz, dazu kommen die manchmal bedrohlichen
Wetterumschläge und andere Naturgewalten wie Steinschlag. Trotz all
diesen Widerwärtigkeiten streben die Alpengroupies beharrlich dem
Ziel entgegen. Die Mühe lohnt sich alleweil: Man geniesst wie abgehoben
in den Lüften, dem Himmel ein Stück näher, die grandiose
Aussicht. Dann gibt es den Gipfeltrunk. Schlägt das Wetter um, ist
der Aufenthalt auf dem Gipfel aber kurz. Der Mensch fühlt sich ungeschützt
und eilt dem Tal entgegen. Herrscht aber schönes Wetter, wird auch
der Abstieg zu einem eindrücklichen Erlebnis. Unten angekommen, herrscht
grosse Freude und Genugtuung. Und schon wieder werden neue Pläne
geschmiedet für die nächste Alpengroupie-Tour.
D`Alpegroupies, das isch en Huffe, mit dene cha me nit numme suffe. E härzliche Dank an unsere George
EDITORIAL:
Dann die Schulreisen und diverse Jungwachtlager, verschiedene Pässefahrten, Rigi, Belalp, Zermatt, Fahrt mit dem Glacier - Express, Locarno, Tenero, Saas Grund, Saas Fee, Titlis, Öschinensee, Weissenstein, Urnerboden, Les Rangiers, Gornergrat, Gemmi, eine Alp oberhalb Gurtnellen, Rigi, Mattmark, Bettmeralp, Schönried, Rütli, Fringeli, Käsel, Rothlachen und unsere vielen Wanderungen in der Heimat, im schönen Schwarzbubenland. Das blendende Weiss der Drei - und Viertausender hat mich schon immer fasziniert. Ich sammelte Postkarten von diesen Gebieten. Mit 13 Jahren bestieg ich meinen ersten Dreitausender, das Wildhorn bei Lenk ( 3246 m. ) mit meinen Eltern und meiner Schwester, das war im August 1976. Es war ein unbeschreibliches Erlebnis. Überall nur Berge, Zacken, Spitzen und Hörner ringsherum. Man erlebt Geographie hautnah, lernt. Hüttenleben, Menschen, Felsen, Wege, Gipfel, Gletscher, Flora, Fauna und Steinwüsten beeindruckten mich sehr. Daraus wuchs eine Leidenschaft, die immer grösser wurde. Schon ein Jahr später, also 1977, standen wir nochmals auf dem Wildhorn mit ein paar Bekannten. Als ich 1979 bei den SBB eine Lehre begann, konnte ich ein Jahr später mit der Freikarte des Personals der Schweizerischen Bundesbahnen so manche Reisen unternehmen, die mich in viele Ecken der Schweiz brachten. So fuhr ich aufs Jungfraujoch, nur um den strahlend weissen Aletschgletscher im gleissenden Sonnenlicht zu sehen, Spaghetti zu essen und meinen Kumpels gegen 45 Postkarten zu schreiben. Mit 17 hat man noch Träume!!! Meinen Eltern Heidy und Leo habe ich es zu verdanken, dass ich Bergsteiger geworden bin, ich werde diese Erlebnisse nie vergessen. Danke! 16. 11. 2000. Es begann 1986 am Wildhorn.......
Auf dem Wildhorn - Gipfel, 1977
In den ersten Jahren waren es nur 1-2 Touren pro Jahr, ich lernte André
Burkhalter via SBB in Zwingen kennen, er stammt aus dem Berner Oberland.
Aus seinem Zimmer in Mülenen hatte er freie Sicht auf die Blüemlisalp.
Was für ein Anblick. Viele gemeinsame Touren folgten in der Zukunft.
Es war die Zeit der Gletschertouren auf dem Aletschgletscher. 3 Monate später, zum 5 - jährigen Bestehen, organisierten wir im alten Schützenhaus in Erschwil den ersten Tourenausklang. An diesem Abend spielten erstmals Pink Fröyd, ein Musik - Duo, bestehend aus Fips ( Philipp Borer ) und meiner Wenigkeit. Fips textete den Groupie - Song "Leg's Gschtältli a" im Sommer 1991. Das Lied brachte die Hütte damals zum Kochen. Im Jahre 1996 feierten wir das 10 Jahr - Jubiläum in der Skihütte Beinwil beim Lift. Wochen vorher gab es mit der BaZ ( Basler Zeitung ) ein erstes Interview über die Entstehung unseres Clubs. Die erste Dekade ist nun Geschichte. 2 Jahre später, 1998, kam mir die Idee, die ganzen Erlebnisse in einem Buch zu vereinigen. Mittlerweile bin ich am 10. Tourenbuch angelangt, habe viel von Hand geschrieben, ging viel ins Detail. Das kann vielleicht noch mehr bringen als tolle Fotos und Videos. In dieser langen Zeit liegt auch meine Weltreise mit Iris, die uns im Herbst und Winter 1992 während 100 Tagen nach Nepal, Thailand und Neuseeland führte. Seither haben über 160 verschiedene " Groupies" auf unseren Touren mitgemacht, so etwa 45 - 50 Leute gehören zum engeren Kreis. In den letzten Jahren waren auf 7- 8 Touren inklusiv dem Tourenausklang jeweils bis zu 130 Personen pro Jahr mit dabei. Darauf bin ich schon ein wenig stolz. Ich habe dieses Buch geschrieben, um bei mir und bei meinen Freunden Erinnerungen zu wecken, um von Erlebnissen zu träumen, zurück zu denken oder ganz einfach zu schmunzeln. Vielleicht ist es eine Bettlektüre oder auch mehr. Auf jeden Fall gibt das Buch viel Arbeit und ich freue mich darauf. Geschrieben ist es ja eigentlich schon, über all die Jahre hinweg, von Hand natürlich. Nun kann ich die Highlights "abtippen". Blicken wir nun zurück auf 15 Jahre ALPENGROUPIES, die 100.ste Tour fand im März 2001 statt. Alle paar Jahre wurde die wachsende Mitgliederliste eingefügt, die Zinnbecherehrungen für 15 mitgemachte Touren, dazu gewisse Anekdoten, Gags und einiges mehr. Dazu kommt der Tourenausklang der Alpengroupies, unser Schlussfest, seit 1991 nicht mehr vom normalen Jahresablauf wegzudenken. Es beinhaltet auch eine Liste mit allen offiziellen ALPENGROUPIE - Touren, das heisst ausgeschrieben nach Programm. Die Touren sind zu Beginn des Berichtes mit einem * gekennzeichnet, diese sind die offiziellen Touren. Darüber hinaus sind auch die schönsten privaten Touren im Buch vorhanden. Irgendwann in den nächsten Monaten werden wir auch eine Homepage über die Alpengroupies ins Internet stellen! Die Homepage www.alpengroupies.ch: 14. August 2001: Nach 3 Monaten harter Arbeit von meinem Webmaster Fips 14. August 2002: 1500 Besucher haben bei uns schon reingeschaut. Über 14. August 2003: 3288 Besucher. 600 Fotos im Netz. Die Homepage ist fast völlig gefüllt, kein Speicherplatz steht mehr zur Verfügung. 18. Oktober 2003: Upgrade durch Tiscali auf 100 MB Speicherplatz erhöht. Neue Touren ( 6 Fotogallerien ) von Digitalfotos hochladen. Speicherplatz neu = 102400 kb. 5. Dezember 2003: Der 4000ste Besucher, 1000 Bilder im Netz. 7. Januar 2004: Ich habe kürzlich einen Scanner gekauft, bin tagelang am einscannen und am Digitalbilder hochladen. 15 neue Fotogallerien sind neu im Aquasoftware - Programm erstellt worden, die gesamte Homepage hat nun 1500 Fotos, in der Fotogallerie deren 1460 Fotos. 65 Einträge stehen im Gästebuch der Alpengroupies. Es sind jetzt 6107 Dateien, soviel zum Technischen. Die Auswahl im Gesamten ist jetzt riesig. Wir hatten nun 4216 Besucher. Vielleicht gibt es in Zukunft noch mehr Speicherplatz von privater Seite. Ende 2004 war der 6300ste Besucher auf der Homepage. Per Ende Oktober 2006 hatte unsere Homepage nach über 5 Jahren 10 `000 Besucher! 20 Jahre ALPENGROUPIES wurden nun Wirklichkeit! Das ist irgendwie mein Leben, doch ich mache nebenbei auch noch anderes! Ab Januar 2006 wurde das Groupie - Buch folgendermassen bearbeitet: Von Januar 2006 bis Mai 2006 alles ausgedruckt, gegen 450 Seiten, auf Schreibfehler korrigiert. Berichte 1989 - Sommer 2001 eingefügt, was noch fehlte. Ab Juni 2006 gegen 40 Scan - Bilder in der Mitte eingefügt von 1986 - 1996. Ab Oktober 2006 40 Scan - und Jpeg - Bilder eingefügt von 1997 - 2006. Im Herbst wurde der Bericht Tourenwoche extrem 1992, von meiner Schreibhilfe Maya Harder aus Fehren SO eingefügt und bearbeitet. Iris und Biene korrigierten das ganze Buch noch einmal. Der 16. Tourenausklang am 25. November 2006 wird der letzte Bericht in diesem Buch sein. Die Seite Zinnbecher - Ehrungen wird eingefügt, Stand Dezember 2006. Am Schluss fehlt nur noch die aktuelle Mitgliederliste, Stand 1. Dezember 2006. Daneben existiert noch eine grosse Infotafel, die seit 2005 auf "Tournee" ist, um Werbung für das Buch zu machen. Zum Beispiel im Pick - Pay in Erschwil, an der Gewerbeausstellung GIGA in Meltingen ( beim Stand der Firma HARDER AG, Fehren ) im April 2005, bei Meibo - Sport, Breitenbach, am Tourenausklang 2006 des SAC Hohe Winde, am 16. Tourenausklang 20 Jahre Alpengroupies 2006 und an anderen Orten. Im September 2004 kreierte ich auf der Homepage eine neue Seite, wo man bequem ein Buch vorreservieren kann. Diese Seiten habe ich an den verschiedensten Orten, Läden, Banken und Restaurants aufgelegt, es wurden immer mehr Bestellungen, die den Weg in meinen Briefkasten fanden. Ab Herbst 2004 habe ich nebenbei damit begonnen, Sponsoren für dieses Buchprojekt zu finden, es war echt eine harte Arbeit. Über 100 Briefe wurden verschickt, doch es hat sich gelohnt. Was nun im Buch noch fehlt, sind meine Sponsoren, sie werden zu Beginn eingefügt, Privatpersonen, Gönner und Firmen, entweder mit Logo oder dem Namen, im Januar 2007. Seit dem Jahr 1999 besitze ich einen Computer. Alle 11 meist von Hand geschriebenen Tourenbücher wurden in einer WORD - Datei geschrieben, das ganze immer wieder gespeichert, Fotos eingefügt, gebrannt, korrigiert, ausgedruckt. Auf diese Weise suchte ich während 9 Jahren die schönsten Touren aus der ganzen Geschichte heraus, aus zwei Dekaden. Wie ein Puzzle wurde es zusammengefügt. Das Buch ist nun fast fertig gestellt, wir schreiben den 31. Dezember 2006. Dieses Buch beinhaltet nun fast 150 Geschichten / Abenteuer. Es sind unsere schönsten Erlebnisse. Alles hier unterzubringen, hätte den Umfang des Buches gesprengt. Ich denke, das Buch wird schlussendlich einen Inhalt von 450 bis 500 Seiten haben. Dazu gesellen sich, statt 40 - 80 Bilder, wie 2001 geplant, nun gegen 280 Fotos im Buch. Etwa 80 % dieser Bilder sind farbig. 270 Vorbestellungen sind da und nun geht's auf zum Druck, ungefähr Ende März 2007. Mittlerweile ist das Thema "Alpengroupies" auch ein Teil meines Lebens geworden. Ansporn, Kameradschaft, Gemütlichkeit, Freude an der Natur, Glück, Organisation, Spass, sportliche Leistungen, Hobby, Selbstbestätigung und nicht zuletzt Herausforderung, immer wieder. Die Buch - Vernissage wird am 12. Mai 2007 in Erschwil, zusammen mit der Raiffeisenbank Lüsseltal, meinem Hauptsponsor, durchgeführt!
Auf die ALPENGROUPIES !!! Erschwil, im Dezember 2006 Georg "Gago" Grolimund MEINE SPONSOREN UND GOENNER:
Weiterer Dank gebührt meiner Familie, meiner Frau Iris für die vielen einsamen Stunden und ihrer Arbeit, das Schreiben und Korrigieren, sowie Sabine Hänggi, Wahlen, für Korrekturen, Maya Harder, Fehren, für diverse Tourenberichte, Christoph Wehrli, Büsserach und Philipp Borer, Breitenbach, für technische Highlights, Unterstützung, Tipps und Problemfälle, Stephan Lais, Copy 2000, Büsserach, Werbung, Infotafel usw. und allen Alpengroupies, Schulkameraden, Kollegen und Freunden, die mich in dieser Zeit unterstützt haben! Sei es auf unseren vielen Touren oder als Unterstützung für mein Buch! Merci villmoll!
Darüber hinaus danke ich auch folgenden Sponsoren und Gönnern, ohne die es nicht möglich gewesen wäre, dieses Buch zu realisieren! Herzlichen Dank Ihnen allen! Namensliste der weiteren Sponsoren und Gönner: Bäckerei Anklin, Zwingen, Zürich Versicherung, Georg Meier, Laufen / Bärschwil, Bäckerei Schmid, Rainer Schmid, Büsserach, Kurt Borer AG, Erschwil, Remo und Antoinette Grolimund, Restaurant Kreuz, Brislach, Meibo - Sport AG, Heiner Borer, Breitenbach, Schw. Isola-Werke, Rolf Zbinden, BM Plan GMBH, Jean Moser, Architekturbüro, Wahlen, Dr. Stephan Jeker, Zahnarzt, Laufen, Restaurant Oberbergli, Marga und Miggeli Schär, Erschwil, Roman Saner, Kirsh AG, Büsserach, EBM Trirhena AG, Max Vogt, Münchenstein / Erschwil, Alex Zuber, Aushub, Zwingen, Metzgerei Studer, Laufen und Breitenbach, Dr. med. Roland Stäuble, Wahlen, Max Scherrer, Bauunternehmung, Hugo Schmidlin Zwingen, Garage Fredy Borer, Büsserach, Lutz Electronics, René Lutz, Grindel, Bischag AG, Marcel Iff, Erschwil, Daniel Henz, Sägerei Saner, Büsserach, Wälchli Mechanik, Werner Wälchli, Erschwil, Urban Schmidlin, Cafe Brüggli, Büsserach, Blumen Hochuli AG, Andreas Leutwyler, Breitenbach, Beat Flury, Schlachttechnik, Erschwil, Thomas Gerber, Café Post, Breitenbach, Georg Borer, Malergeschäft, Erschwil, Jacky und Bea Camenzind, Rest. Bahnhof, Zwingen, Guido Halbeisen AG, Tankrevisionen, Wahlen, Thomas Steiner, Natursteingestaltung, Erschwil, Hans und Marianne Borer - Grolimund, Bergrestaurant Meltingerberg, Sportshop F. Karrer, Laufen, Schwarzbuebe Apotheke, Regula Studer, Breitenbach, Eduard Pflugi, Erschwil, Agnes Flühler, Roderis / Nunningen, Christoph Altermatt, Ofenbau, Erschwil, Copy 2000, Stefan Lais, Büsserach, Bergrestaurant Rothlachen, Familie Celine und Hans Spahni, Schelten, Georg Ankli, Metallbau, Erschwil, Schweizerische Mobiliar Versicherung, Christian Borer, Erschwil / Balsthal, Online Treuhand AG, Jonas Hänggi, Reinach, Kaspar und Mary Sutter, Bäckerei Sutter, Breitenbach, Restaurant Traube, Vreni und Ueli Zürcher - Anklin, Büsserach, Martin Gasser, Mess - und Ortungstechnik, Erschwil, Restaurant Wydehof, Beni Maurer, Breitenbach, Hanspeter Karrer, Architekt, Erschwil, Astrid Schmid, Metzgerei, Büsserach, Werner Hänggi, Malergeschäft, Meltingen, Landgasthof Weisses Kreuz, Breitenbach, Paul Neuenschwander, Aluminium Laufen AG, Fredy Flück, Transporte, Liesberg, Bruno Hauri, Transporte, Seengen, Guido Hänggi, Treuhand, Büsserach, mein Bruder Martin Grolimund, Erschwil, Christoph Wehrli, Büsserach, Kamber Transporte, Bruno Kamber, Meltingen, Bernard und Véronique Blondel, Crissier VD, Oswald Jeker, Gravuren, Büsserach, Restaurant Chez Heini, Urs Biner alias Dan Daniell, Zermatt VS, D - D Automation GmbH, Adrian Schmidlin, Aesch / Wahlen, Walser AG, Hannes Walser, Möbelschreinerei, Erschwil, Bäckerei - Konditorei Restaurant Birseck, Frau Schmidiger, Münchenstein, Stebler Gyr Ad. AG, Erich Stebler, Nunningen, Familie Maurice et Liliane Demierre, Weinbau, Riex VD, Herrenmode zum Rathaus AG, Laufen, Giovanni und Marlène, Alpin Raft GmbH, Heinz Loosli, Interlaken, Switzerland, Urs Allemann - Ionescu, Weinbau, Kap Vino Estate, Stellenbosch, Südafrika, Dani Erzer, Metallbau, Erschwil, Joseph Hug-Guion et Fils, Vignerons-Encaveurs indépendants, Weinbau, Aran - Villette, Rolf Jeker, Bäckerei und Shop, Büsserach, Dr. med. Alfred Rappo, Breitenbach, Hotel Mistral, Heidi Supersaxo, Saas Fee, Restaurant Weisses Rössli, Petra Spaar, Erschwil, Walter Studer, Künstler, Breitenbach, Saner Transporte, Christoph Saner, Büsserach, Emowell GmbH, Jacques Jermann, Laufen / Röschenz, Raphael Wellig, Bergsport - Treffpunkt, Bern, Skydive X Dream, Stefan & Alexis Heuser, Goldswil bei Interlaken.
Der hier folgende Link verweist auf die Seite Meine Sponsoren des Alpengroupie - Buches auf unserer Webseite und zeigt die Logo`s meiner Sponsoren verlinkt und farbig an. Jeweils wurde auf die Firma direkt weiter verlinkt! Bitte hinunter scrollen! http://www.alpengroupies.ch/meinesponsorenneu2007.htm
1986
4. - Tour: Hochtour Doldenhorn bis 2965 m. 5. - Tour: Hochtour Mönch 4099 m. und Gletschertour
7. - Tour: Hochtour Mönch 4099 m. 8. - Tour: Grosser Aletschgletscher ( Märjelen -
Moosfluh )
1990
10. - Tour: Wanderung Schilthorn - Kiental 11. - Tour: Grosser Aletschgletscher ( Märjelen -
Moosfluh )
13. - Tour: Niesen - Fromberghorn 14. - Tour: Klettern Egerkinger Platte 15. - Tour: Grindelwald - First - Faulhorn - Schynige
Platte 16. - Tour: Gornergletscher - Monte Rosa - Hütte 17. - Tour: Lötschberg Südrampe / Visperterminen 18. - Tour: Kleiner Eiskurs Grindelwald 19. - Tour: Jubiläumstreffen 5 Jahre Alpengroupies
21. - Tour: Klettern im Pelzli 22. - Tour: Sportklettern Rümlang / ZH und Aerodium 23. - Tour: Höhlenwandern im Nidleloch ( Weissenstein
) 24. - Tour: River - Rafting Simme ( Berner Oberland ) 25. - Tour: Diavolezza / GR Ohne Gletschertour 26. - Tour: Hochtour Allalinhorn 4027 m. 27. - Tour: Alpengroupies extrem: Tourenwoche '92 28. - Tour: Petersgrat - Kanderfirn 3207 m. ( Mutthornhütte
) 29. - Tour: 2. Tourenausklang Restaurant Ober Fringeli
30. - Tour: Klettern im Pelzli 31. - Tour: Skitour Grosser Aletschgletscher ( Lötschenlücke
) 32. - Tour: Bungee - Jumping Gerschnialp, Engelberg 33. - Tour: River - Rafting Simme + Kander ( Alpin Raft
) 34. - Tour: Hochtour Weissmies 4023 m. 35. - Tour: Goldwaschen im Napfgebiet 36. - Tour: Kletterwand Laufen ( SAC Hohe Winde ) 37. - Tour: 3. Tourenausklang Rest. Kreuz, Brislach
39. - Tour: Skitour Gemmi - Roter Totz 40. - Tour: Klettergarten Bellinzona 41. - Tour: Wanderung Stockhorn - Wimmis 42. - Tour: Bergfrühling im Gasterental 43. - Tour: River - Rafting Lütschine ( Alpin Raft
) 44. - Tour: Hochtour Mönch 4099 m. 45. - Tour: Klettersteig Tälli ( Sustenpass ) 46. - Tour: Canyoning extrem Rotache - Schlucht ( Alpin
Raft ) 47. - Tour: 4. Tourenausklang auf dem Grindler Stierenberg
49. - Tour: Höhlentour ins Hölloch, Muotatal 50. - Tour: Skitour Wildstrubel 3243 m. 51. - Tour: Käse - Tour im Greyerzerland 52. - Tour: Wanderung Öschinensee / Klettern Pelzli,
am Daumen 53. - Tour: Massa - Schlucht 1. Teil 54. - Tour: Klettern im Pelzli ( Daumen ) 55. - Tour: Canyoning Grimsel ( Alpin Raft ) 56. - Tour: 5. Tourenausklang im Rest. Kreuz, Brislach
58. - Tour: Höhlentour Schemelloch Erschwil - Le
Greierlet 59. - Tour: Höhlenwandern im Nidleloch 60. - Tour: Trainingsmarsch Passwang - Hohe Winde - Ober
Bärgli 61. - Tour: Jubiläumshochtour auf das 62. - Tour: Gletschertour Diavolezza - Pers - und Morteratschgletscher 63. - Tour: Klettern im Pelzli ( Programm Sidelhorn ) 64. - Tour: Jubiläums - Tourenausklang, 10 Jahre Alpengroupies, 1986 - 1996, 30. November 1996, Schlussfest in der Skihütte Beinwil, Talstation Skilift Hohe Winde, ( Video 5 Jahre Groupies,Spezial - Wein, Unterlagen über 10 Jahre, Mitgliederliste, Zinnkrug, Zinnbecherehrung, Geschenke fürs O. K., Dieter Lang alias HD Läppli und Pink Fröyd. )
Die erste Dekade ist nun beendet!!!
Wo alles begann............
Hochtour Wildhorn 3250 m. ü. M. 30. / 31. August 1986 * Dies ist meine erste selbst geführte Bergtour. Nach meinen 2 Besteigungen am Wildhorn 1976 und 1977 mit meinen Eltern kannte ich den Berg und die Route von früher her recht gut. Mit dabei: René Hänggi ( Glasi ), Franz Spaar, Markus Spaar ( Mex ), Andrea Bloch, Marianne Müller, meine Freundin Iris und ich. Für dieses Wochenende schrieb ich auch erstmals ein Tourenprogramm. Mit mehreren Autos fahren wir über Bern - Spiez nach Lenk und weiter auf die Iffigenalp. Es herrscht schönes Wetter, am Himmel einige Blumenkohlwolken. Wir wandern den Krachen hinauf und schwitzen gehörig. Am Iffigensee angelangt, verdichten sich die Wolken. Wir erkennen die Hütte weit oben im Geröll, sind müde. Nach steilem Aufstieg wird der Weg flach, wir kommen in eine Ebene. Iris fragt mich immer, wie lange es noch geht. Dann erreichen wir die Wildhornhütte auf 2303 m. ü. M. Wir brauchten für den Aufstieg 3 ½ h mit kleinen Pausen. Dann können wir unsere Schläge beziehen und haben Zeit, uns am Brunnen vor der Hütte mit Gletscherwasser zu waschen. Neun Jahre war ich nicht mehr hier, 1977 war ich noch ein Teeny. Nun kommen wir erstmals mit Freunden wieder. Ein gutes Abendessen folgt, wir trinken roten Dole dazu und jassen, diskutieren. Mex zeigt tolle Fotos von Kanada, das er zusammen mit seinem Bruder Franz bereiste. Um 22 00 h herrscht Nachtruhe, wir ziehen uns ins Massenlager zurück. Marianne hat eine Fuer mit Welschen im Schlag, wir können fast nicht einschlafen. Ich bin sonst schon aufgeregt. Frühmorgens um 04 30 h ist Tagwache, bald gibt's ein kräftiges Morgenessen. Dazu auch heissen Tee. 1 Stunde später marschieren wir los. Es geht aufwärts durch Geröll und weiter oben am Ende des Gletschers seilen wir uns an. Nur noch einzelne Wolken hängen zwischen den Bergen. Die ersten Spalten gilt es zu umgehen, es steigt unentwegt an. Zwei Gruppen wandern vor uns, der Himmel ist jetzt stahlblau. Nach diesem Aufstieg wird es ebener, vor uns liegt ein riesiges Schneefeld, eine weite Fläche, dahinter dominiert unser Ziel, das Wildhorn. Die Sonne wärmt uns, die umliegenden Gipfel kommen immer mehr zum Vorschein. An einer riesigen Spalte vorbei geht's Richtung Felsen, zum Frühstücksplatz, wo wir das Morgenessen einnehmen. ( Dieser Platz nennt sich "Chilchli".) Wir haben jetzt etwa 3000 m. ü. M. erreicht. Dann der Gipfelaufstieg: Sanft den Schneerücken hinauf zum höchsten Punkt, den wir nach 3 ½ h. endlich erreichen. Die Frauen sind erschöpft, Franz und Glasi rennen die letzten Meter zum Gipfel hinauf. Dann stehen wir auf dem Wildhorn auf 3250 m. ü. M. Bei strahlendem Wetter, ein herrliches Gefühl. Erinnerungen kommen in mir auf. Geschafft, wir sind oben. Wir setzen uns zum Gipfelkreuz. Die Rundsicht ist fantastisch, wir geniessen es in vollen Zügen. Dazu ein Glas Gipfelwein zum anstossen, wie es sich gehört. Dann schreiben wir einen Eintrag ins Gipfelbuch, das in den Felsen in einer Eisenschatulle versteckt ist. Üeberall nur Berge, Gipfel und Zacken, die Wolken hängen tief in den Tälern. Nach einem langen Aufenthalt machen wir noch ein paar Fotos, packen zusammen und sind bereit für den Rückweg. Nach 2 ½ - 3 Stunden sind wir wieder bei der Wildhornhütte angelangt. Wir bezahlen Essen und Übernachtung, ruhen uns ein bisschen aus. Am Iffigsee entlang wandern wir wieder ins Tal zurück. Auf der Iffigenalp genehmigen wir uns noch einen feinen Kafi fertig. Danach folgt eine gemütliche Heimfahrt über Bern Richtung Passwang und zurück ins Schwarzbubenland. Als ich mit Iris nach Hause komme, haben meine Eltern ein Strahlen in ihren Augen seit unserem Gipfelsieg, gratulieren uns herzlich und wir haben beide rote Grinde von der heissen Sonne. Damals wussten wir alle noch nichts davon, dass wir von nun an richtige Bergfreaks werden. 15 Jahre später staunten wir nicht schlecht über unsere Aktivitäten!!
2. Mai 1987 Dabei: Mex, Andrea, Ueli Hänggi, Marianne, Roland Jeger ( Böllä ), Sabine Spaar, noch eine Schwester von Mex, Iris und ich. Von Meltingen aus marschieren wir auf den Lingenberg hinauf, dann zur Krete, die bis zum Schloss Thierstein führt. Beim Gittermast kommen wir auf den Grat, bald sind wir da. Bei der ersten senkrechten Höhle steigt Mex mit einem Seil hinab. Herauf kommt ein 10er Karton Feldschlösschen. Wir sehen beim Loch einen Feuersalamander. Verschiedene Höhlen werden erkundet. Beim schlimmsten Loch seilen wir uns alle einmal ab. Es ist recht lehmig. Die wilden Löcher sind eigentlich ständig in Bewegung, ein Jahr später kommen andere Eingänge zum Vorschein. Weiter unten bricht ein dicker Ast, der in den Felsen verkeilt ist und ich rutsche fast hinunter. Später fällt mir fast Marianne auf den Kopf. Nach verschiedenen Versuchen und weiteren Höhlen machen wir ein Feuer. Seltsame Pflanzen wachsen hier an gewissen Stellen, es ist fast tropisch warm. Danach kommt auch die Botanik von Mex nicht zu kurz, er ist ein guter Pflanzenkenner. Wir begutachten einen Felssturz, braten später Würste. Gegen 18 00 h sind wir wieder in Meltingen.
Gipfel Wildhorn 3246 m. ü. M. 1986, erste Alpengroupie - Tour
Gipfelkreuz Wildhorn 1986
21. August 1987 Dabei: André Burkhalter ( Ändel ) und ich. Es ist Freitag, ich habe Frühdienst und es herrscht super Wetter. Äendel kann bei Otti Jermann in der Güterexpedition am Bahnhof Zwingen frei nehmen, er arbeitet nun ein knappes Jahr bei uns. Meine Überredungskünste kommen gut an. Ich telefoniere meinem Vater Leo, er fährt uns bis zum Bauernhof an der Talstation des Skiliftes Hohe Winde AG. Ich bin daran, Ändel die Geographie des Juras näher zu bringen. Vom Lift wandern wir zur Hütte hinauf, auf den Bänken davor trinken wir in der Sonne ein kaltes Bier. Leider ist die Sicht auf die Alpen an diesem Sommertag sehr trüb. Üeber den Gipfel der Winde marschieren wir zur Mittleren Rotmatt, weiter über Trogberg - Wälschgätterli zur Bergwirtschaft Oberbergli. Dauer: Hohe Winde - Oberbergli = gemütliche 5 Stunden. Hier erwartet uns frischer Bärgli - Speck, so gut, wie er nur hier sein kann. Es war ein prächtiger Tag.
Tierberglihütte 1987, Hochtour Sustenhorn 3504 m. ü. M.
Hochtour Sustenhorn 3504 m. ü. M. 29. / 30. August 1987 * Diese Tour wurde von Mex und Franz Spaar organisiert. Dabei: Ändel, Marianne, Mex, Andrea, Ueli, Anita Marti, Böllä und ich. Wir fahren mit den Autos über Bern - Interlaken - Meiringen Richtung Sustenpass. Zum ersten Mal sehe ich die Fünffingerstöcke, so sehr, dass ich in einer Kurve am Sustenpass nicht sehr gut auf den Verkehr achte. Wir hören im Auto Focus, es ist eine gefährliche Passfahrt. Das Wetter ist wunderbar. Beim Steingletscher biegen wir ab, es kommt eine Militärstrasse. Mex bezahlt an der Barriere Fr.5.- und als die Stange hochgeht, preschen wir mit beiden Autos unten durch. Wir machen uns bereit, die Gegend ist einzigartig, vor uns leuchten das Sustenhorn und das Gwächtenhorn. Hoch oben auf den Felsen trohnt die Tierberglihütte, links hängt der Steingletscher an den Felsen: Und los geht's, in steilem Aufstieg durch die Felsen, nach 3 Stunden erreichen wir die Tierberglihütte. Der Gletscher mit mächtigen Spalten liegt gleich nebenan. Dann geniessen wir das Abendessen und die Hüttenromantik. Es gibt Bratwürste mit Rösti und Zwiebelsauce. Für lange Jahre wird dieser Schmaus auf einer Hütte zum besten gehören. Dann sitzen wir draussen vor der Hütte. Zusammen geniessen wir den Abend, das Licht, die nahen Gipfel, es dämmert. In diesem Augenblick können wir wunderbare Fotos schiessen. Der Himmel wird gelb und rot, die verschiedensten Farben verzaubern den Himmel. Dann wird die morgige Route diskutiert. Lichter löschen wie immer um 22 00 h. Ich kann kaum schlafen. Tagwache um 05 30 h, sofort sind alle aus den Federn raus. Das tolle Wetter motiviert uns, so schnell wie möglich vorwärts zu kommen. Frühstück. Um 06 30 h seilen wir uns neben der Hütte an und marschieren 1 Stunde lang bis zur ersten Rast. Sanft ansteigend den Firn hinauf, rechts thront das Gwächtenhorn. Mex stapft voran. Es ist frisch, der Himmel wolkenlos. Nun streift die Sonne über die Schneefelder. Weiter oben sind die Kufenspuren eines Gletscherflugzeuges zu sehen. Es steigt stetig. Die Sonne wärmt nun auch uns. Dann der Gipfelanstieg, die Krete im Firn zieht nach rechts, herrlich. Bald sind wir oben. Wir sehen andere Gruppen am Ziel ankommen. Dann sind wir an der Reihe. Vorfreude, ein letztes Stück noch, geschafft! Wir stehen auf dem Sustenhorn, Gratulationen auf 3504 m. ü. M. 3 Stunden schönstes Firnwandern liegen hinter uns. Es gibt Küsschen, Gipfelwein, gleich mehrere Sorten. Wir essen ein Picnic, dazu einen feinen Zopf. Für uns alle ist es die höchste Höhe bisher. Ich ritze mit dem Pickel meines Vaters das heutige Datum in den Firnschnee ein. Der Tag könnte nicht schöner sein, aber es wird eisig kalt. Wir sehen das Matterhorn, den Dammastock, Titlis, unzählige weisse Gipfel und Felsen, gegenüber das Gwächtenhorn. Es ist in 2 Stunden sicher zu machen. Man könnte wirklich meinen, die Schweiz bestehe nur aus Bergen. Vor uns liegt das Göschenental, im Westen glitzert der Brienzersee. Andere Bergsteiger nehmen uns hoch wegen meinem Hanfseil oder was auch immer, unserer "Wöschhänki", wie sie sagen. Nach 25 Minuten verlassen wir den Gipfel, weil es so zieht. 200 Meter weiter unten ist es herrlich windstill, wir relaxen hier längere Zeit. Ein wunderbarer Abstieg, dann nochmals ein Halt bei der Hütte, packen, zahlen und Tschüss. Es war super hier. Weiter hinunter zum Steingletscher, einige rutschen die Lawinenkegel runter, welche neben dem Höhenweg im Geröll liegen. Bald beim Auto angelangt, blicken wir nochmals zurück. Irgendwann werden wir sicher wiederkommen. Danke, Mex, es war genial. Den Sustenpass runter, via Meiringen und Mülenen am Niesen vorbei auf die Autobahn, erreichen wir dann den Passwang. Zufriedene Gesichter während der Heimfahrt. Wir treffen uns auf dem Oberbergli ob Erschwil wieder. Es ist wieder mal Cordon bleu - Time. Man hat Zeit, wir feiern unseren Tag. Man sieht es uns auch an, die Köpfe leuchten in der ganzen Beiz!!
Als ich am 28. September mit dem Zug einen Ausflug auf den Niesen machte, war Ändel gerade 22 Jahre alt geworden. Er arbeitet jetzt leider den ganzen Tag im Büro am Bahnhof Zwingen, ich hatte Frühdienst. Um 12 25 h raste ich nach Hause, um zu duschen, um 12 44 h in vollem Stress bestieg ich den Schnellzug in Laufen. Die Fahrt ging über Biel - Bern - Spiez nach Mülenen, von da aus mit der Niesenbahn auf den Berg. Ändel ist hier aufgewachsen. Es herrscht im Moment kühles, trübes Wetter, die Berge sind verhangen. Ich bin in einem riesigen, schweizweiten Nebelmeer, wie wir alle. Mit meinem Bahnausweis bezahle ich für die Fahrt Fr.6.- und bei schlechtem Wetter gibt's dafür noch einen feinen Kafi Fertig. Umsteigen auf der Mittelstation. 300 Meter vor der Bergstation wird's plötzlich heller. Nun klappt es vielleicht doch noch. Bei mir und den anderen, wenigen Fahrgästen kommt Freude auf. Die Sonne scheint durch die kleinen Fenster in der Tunnelgalerie. Oben angekommen, präsentiert sich mir ein prächtiger Ausblick. Strahlend leuchtet die Alpenkette, die Jungfrau und die Blüemlisalp haben es mir besonders angetan. Dazu ein riesiges Nebelmeer vor mir, 360° um den Niesengipfel herum. Die Niesenkette zieht sich durch die Wolken hindurch Richtung Adelboden, zum Wildstrubel. Hier tanke ich viel Sonne und neue Kraft, lasse die Seele baumeln. Man meint, ins Nebelmeer hechten zu können. Statt in die Beiz zu hocken, trinke ich ein Bierchen an der Sonne. Es ist warm. Ich kann mich nicht sattsehen, eine Spitzenaussicht, hier vom Niesen oben. Bin heute auch das erste Mal hier. Schade, kann Äendel nicht hier sein, heute, an seinem Geburtstag. Nach wunderbaren Fotos fahre ich wieder ins Tal nach Mülenen zurück, in den Nebel. Nach 2 1/2 h auf dem Niesen nun Richtung Jura, um 20 00 h bin ich wieder daheim.
10. Oktober 1987 Dabei: Ändel, Marianne, Paul Stadler und Christine Winkelmann, Eveline,
Ueli,
25. Oktober 1987 Freitagabend, 24. Oktober: Mit dem nächsten Zug ins Oberland nach
Mülenen zu Ändel. Nach einem lustigen Abend im Gasthof Bären
mit der Familie Burkhalter schliefen wir im alten Zimmer von Äendel
im Bahnhofgebäude Mülenen. Um 07 00 h gehen wir auf den Zug
bis zur Kleinen Scheidegg, die Kafi Bären von letzter Nacht noch
spürbar im Kopf. Es regnet, trotzdem fahren wir aufs Jungfraujoch,
die Japaner fahren ja auch. Es ist recht kalt, wir besuchen den Eispalast,
fahren mit dem höchsten Lift auf die Sphinx. Das Wetter bleibt miserabel,
bald geht's zurück. Wir möchten einfach den Bergen näher
sein. An der Station Eigergletscher steigen wir aus. Am Rande der Spalten
verlockt es uns, den Gletscher zu betreten. Er ist schneebedeckt, wir
gehen vorsichtig kurz über ein Schneebrücklein und zurück,
wir sind nicht gesichert. Unten am Gletscher machen wir einen längeren
Halt, wir teilen einen Frizzante und sinnieren auf gutes Wetter und tolle
Touren. Als es zu regnen anfängt, runter auf die Kleine Scheidegg.
Gegen Abend zu Hause.
Der Niesen - Trip, 28. September 1987
13. Dezember 1987 ( Grundidee der Suurchrutt - Tour ) Ändel und ich wollen vorwärtsmachen. Wir möchten dem Schweizerischen Alpenclub beitreten, mitmachen und Kurse besuchen. Die regionale Sektion hier im Schwarzbubenland / Laufental ist die jüngste des SAC, die Sektion Hohe Winde. Wir beide sollten, um aufgenommen zu werden, bei einem Anlass dabei sein und müssen dann 2 Götti finden. Ich höre von Toni Jeger aus Meltingen, er organisiert eine Wanderung auf die Rothlachen. Ändel, Marianne und ich fahren um 09 00 h ins Bachmättli, dann zur Mittleren Rotmatt den Wald hinauf, dann abwärts ins Scheltental zur Scheltenmühle. Zum gegenüberliegenden Hang südlich und nach 1 Stunde treten wir auf Rothlachen in die Gaststube ein, durch die Küche. Von früher kenne ich diese super Bergbeiz, mit meinen Eltern war ich schon oft hier. An der Wand hängt eine Fotografie meines Vaters, die Rothlachen mit herrlichem Abendrot am Himmel. Das Bild hatte er 1976 geknipst. Bald gibt es eine riesige Bernerplatte. Hier am Tisch lernen wir unsere Göttis kennen. Die Gruppe besteht aus etwa 15 Personen. Nach dem
Trainingsmarsch Passwang - Hohe Winde - Oberbergli, 12. Mai 1988
Essen wandern wir den Hang hinauf zur Krete und weiter zum Matzendörfer Stierenberg und zum Erzberg. Die Sonne scheint, das ganze Mittelland ist überdeckt von einem riesigen Nebelmeer. Zwischen Stierenberg und der Scheltenpasshöhe fängt im Wäldchen der Nebel an, wir tauchen hinein. Es wird schnell kühler, die Sonne scheint ganz leicht durch die Bäume hindurch. Das sind fantastische Bilder, ich mache Fotos. Nun auf die Passhöhe im tiefsten Nebel. Auf kleinem Waldweg ins Gebüsch, dann auf den Grat. Der Grasrücken der Hohen Winde liegt vor uns, darunter steht die Hütte. Als wir über die Wiese aufsteigen, sehen wir das Nebelmeer über die Passwangkette hinüber schwappen ins Lüsseltal. Ein unglaublicher Eindruck. Jetzt sollte man die Bewegungen des Nebels mit einer Videokamera filmen können. Wahnsinn! Nun der Aufstieg zur Clubhütte der Büsseracher. Vor 10 Jahren in Fronarbeit erbaut, ist sie ein sehr lohnendes Ziel und am Wochenende bewartet. Unsere SAC - Sektion hat leider noch keine eigene Hütte und diese hier wird man wohl auch nie kaufen können. Nun gut, wir sind fast oben, das Meer zeigt seine wahre Grösse und man sieht die Dampffahne des Atomkraftwerkes bei Gösgen. Das ist das einzige, was mich hier stört. Der Nebel schwappt weiter über die Hügel, dahinter liegen die sonnenbeschienenen Hänge des Passwangs. Gemütlich plaudern wir in der urchigen Stube. Die prächtige Alpenkette strahlt zu uns herüber, die Sicht ist superklar. Als beim Aufstieg hierher die Alpen immer mehr hervorkamen, hat zuerst niemand zurück geschaut. Ein super Anblick. Heute sah Ändel die Berge zum ersten Mal von der Winde aus. Ein feines, rötliches Licht legt sich langsam auf die Drei - und Viertausender. Wir sehen recht gut die Spitze des Matterhorns über der Gemmi, neben Balmhorn und Altels. Schon in der 5. Klasse habe ich dies behauptet und wurde von allen Schülern und dem Lehrer ausgelacht. Niemand glaubte es. In der Hütte hängt ein tolles Poster vom Horu, herangezoomt. Es dämmert. Bald verlassen wir die Clubhütte und eilen auf den Gipfel 1204 m. ü. M. Hier oben steht neben dem Dreieck ( Signal ) der Gründungsstein der Sektion Hohe Winde. Das ist nun 5 Jahre her, also 1982. Bald werden auch wir zum SAC gehören. Später Abstieg zum Bachmättli in 1 1/2 h, gegen 20 00 h zu Hause.
Wilde Löcher bei Büsserach 19. April 1988 Äendel und ich suchen wieder mal die wilden Löcher auf, wir
sichern uns immer noch mit dem Seil von meinem Vater, das ein wenig dünner
ist als heutige Bergseile. Es wird uns immer noch halten. Wir klettern
in den gleichen Höhlen herum wie letztes Mal, nur werden wir diesmal
noch dreckiger und lehmiger, weil jetzt die senkrechten Höhlen im
Frühling recht feucht sind. Draussen ist das Wetter gut, wir suchen
Holz. Dann legen wir ein Poulet
1. Mai 1988 Dabei sind: Marianne, Ändel, Sandra und Mario Dobler, Iris und ich. Nach der Idee von Mario fahren wir bei schönstem Wetter in den Klettergarten "Pelzli", zwischen Grellingen und Seewen gelegen. Für uns ist es der erste Klettergarten, den wir betreten und auch sofort kennen lernen. Hier werden wir ins Sportklettern eingeweiht, Mario hat "Gschtältli" mitgebracht. Erstmals wird am Seil geklettert, wir wollen einen Riss hinauf. Mario sichert uns von unten her. Das erste Mal seilen Ändel und ich von einer 25 Meter hohen Wand ab, die erst noch ein wenig überhängend ist, ein sehr luftiges Gefühl. Kleiner Kurs der verschiedenen Knoten. Bei einem grossen Riss wird's für uns beide schwierig, man sucht mit den Fingern kleinste Risse und Löcher im Fels, manchmal geht's fast mit den Knien voran. Schlussendlich schaffen wir es. Dann üben unsere Frauen an kleineren Wänden. Beim Rastplatz unter einer Felsplatte sprudelt eine Quelle aus dem Fels hervor. Hier kühlen wir unsere Getränke. Ein super schöner Platz ist das hier, Danke, Mario. Via Eigenhof dann nach Hause zurück, wir kommen wieder.
6. Mai 1988 Am heutigen Tag werden wir hier im Alpenblick / Passwang offiziell in den Schweizerischen Alpenclub ( SAC ) Sektion Hohe Winde, aufgenommen. Es ist eine Sektionsversammlung, unsere beiden Göttis Toni Jeger aus Meltingen und Peter Gasser aus Nunningen sind auch hier. Wir bekommen die Schriften und Statuten, dazu die SAC - Plakette, den Ausweis bekamen wir schon zugeschickt. Der Präsident, Othmar Thüring aus Ettingen, begrüsst uns vor dem Verein. Nun sind wir drin, machen wir was draus.
12. Mai 1988 * Heute mit dabei: Böllä, Eveline, Paul, Christine, Anita, erstmals Markus Häner und Patrizia Bumbacher, Philipp Borer ( Fips ), Denise mit Sina (2 Jahre alt), Ueli, Marianne, Iris und ich. Unser Treffpunkt ist Erschwil. Dort besteigen wir das Postauto und fahren zum Passwang - Tunnel hoch. Es ist Donnerstag, Auffahrt, wir haben frei. Das Wetter ist schön, die Matten leuchten grün. Es ist so richtig Frühling. Fröhlich wandern wir Richtung Vogelberg, oberhalb des Waldes biegen wir beim Parkplatz rechts ab. Ueberall blüht der Löwenzahn. Wir marschieren bei einer Herde Geissen vorbei auf dem Pfad Richtung Erzberg. Dort kommen wir an nach gemütlichen 1 ½ h wandern. Als der Hofhund abhaut und wir dann wieder unsere Ruhe haben, hocken wir uns hin und verpflegen uns erst mal mit kalten Getränken. Es ist recht warm. Denise schlug sich die Zehe an der Stufe beim Hauseingang recht unglücklich an und hat jetzt ziemlich Mühe. Nun nehmen wir den Aufstieg zur Clubhütte Hohe Winde in Angriff, nach 25 Minuten sind wir oben, nehmen unser Zvieri ein an den unteren Bänken und braten am hauseigenen, zweiten Cheminée Würste und Koteletts. Die Familie Dobler ist dieses Wochenende Hüttenwart, also die Eltern von Mario und Leo, namentlich Karli und Rosmarie. Mario und Sandra bringen uns Bier, es ist sehr gemütlich. Später kommt er nochmals mit einem Tablett zu uns, gefüllt mit Kafi Fertig in Gläsern. Vielen Dank. Nach gediegenem zusammen packen geht's noch zum Gipfel hoch, wo wir ein Gruppenbild machen. Dann den Hügel runter zur Mittleren Rotmatt. Weiter übers RICOLA - Kräutergärtli, am Hof Trogberg vorbei, am Weg entlang zur Wiese, unter uns der Hof Le Greierlet. Ein kurzer Gang ins Gebüsch und schon hole ich eine kühle Kiste Feldschlösschen aus den Sträuchern hervor, die ich heute Morgen in der Früh hier versteckt habe. Ein grosses Hallo, wir geniessen das Bier. Denise leidet am Fuss. Mario und Sandra tauchen plötzlich mit dem Töff auf. Einige blochen mit dem 125er von ihm die Strasse rauf und runter. Während unserer Wanderung fuhren sie über den Passwang hierher. Jetzt können sie auch vom kühlen Bier laben. Dann weiter über Le Greierlet - La Chevre - Wälschgätterli zum Restaurant Oberbergli, die ganze Marschzeit betrug etwa 6 ½ Stunden, war ja schliesslich ein Trainingsmarsch. Sowas möchte ich jeden Frühling mal organisieren. Denise wird wegen ihrer geschwollenen Zehe bald vom Vater von Fips abgeholt. Der Rest der Gruppe wandert den Wald hinab, wo wir uns dann zufrieden trennten. War ein schöner Tag mit Freunden. P.S. Am 20. Mai 1988 kaufen Ändel und ich den Bergschuh Mont Blanc von Raichle bei Meibo Sport, Breitenbach, am 31. Mai die Steigeisen. Jetzt gilt es ernst.
2. Juni 1988 Heute fahre ich mit Ändel aufs Jungfraujoch hoch, wir interessieren uns immer mehr für den Mönch, der unser erster Viertausender werden soll. Es war uns wichtig, den Berg vorher etwas besser kennen zu lernen. Vom Jungfraujoch aus marschieren wir direkt über das grosse Schneefeld an Japanern vorbei hoch zur Mönchsjochhütte in einer Stunde. Es ist leider neblig, zwischendurch ein paar Fetzen blauen Himmels, vor allem über dem Grossen Aletschgletscher. Zu den neu gekauften Bergschuhen und Steigeisen hinzu, postete sich Ändel noch einen Stubai - Pickel, ich habe immer noch den alten Bhend aus Grindelwald von meinem Vater, natürlich mit Holzgriff. In der Hütte angekommen, staunten wir beide zuerst einmal nicht schlecht. Wahnsinn, wir hocken hier in der Gaststube auf 3600 m. ü. M. Dann gingen wir unerfahren los, ohne genau nach der Route und dem Aufstieg zu fragen. Es hatte auch keine Alpinisten am Berg bei diesem Wetter. Rechts der Hütte ging es voll steil bergauf über Firn, das war nicht die Aufstiegsroute. Aber das wussten wir zu dieser Zeit noch nicht. Zum ersten Mal zogen wir beide unsere Steigeisen an, dann das Seil umbinden, Gschtältli anziehen. Ich ging voraus im 45° - Winkel eine steile Schneewand hoch, wir suchten den besten Weg. Nun konnten wir erstmals so richtig die Vorderzacken der Steigeisen in die Firnwand rammen, dazwischen kamen immer wieder Felsen. Das Wetter verschlechtert sich, wir bereiten uns zur Umkehr vor. Ändel kann nicht viel gegen seine halb gefrorenen Finger unternehmen, ich gebe ihm meine Lammfellhandschuhe und halte mich mit den Fingern am Eis fest. Wir haben genug. Etwas weiter oben machen wir eine kleine Rast. Als ich ihm seine Brille aus dem Rucksack nehmen will, rutscht sie mir wegen einem Apfel samt Etui aus der Hand. Seine Brille verschwindet auf Nimmerwiedersehen tief unten im Schneefeld. Scheisse! Noch ein Stück, dann wird es uns wirklich zu steil. Plötzlich löst sich vor unseren Füssen mit einem leisen Zischen blitzschnell ein dünnes, kleineres Schneebrett, wir erschrecken. Das ist uns etwa auf knapp 3800 m. ü. M. erfahren. Die grösste Höhe bisher, wir kehren um. Der Normalaufstieg ist der Südostgrat links der Hütte, das wäre der richtige gewesen. 2 Monate später lernen wir ihn kennen. An der Mönchsjochhütte vorbei wandern wir zum Jungfraujoch hinunter und fahren ins Tal. Später, an einer Raststätte am Thunersee, haben wir näheren Kontakt mit einem Schwan und sitzen noch eine Weile am See. Gegen Abend erreichen wir via Passwang das Laufental.
11. / 12. Juni 1988 * Dabei: Ändel, Marianne, erstmals Priska, Böllä, Anita, erstmals Judith Hockenjos, Ueli, Iris und ich. Zum ersten Mal habe ich in den Bergen eine Videokamera dabei, ausgeliehen von Leo Dobler ( Sony ). Nach der Tourenbesprechung am Donnerstagabend machen wir uns bereit für diese Tour. Am Samstagvormittag treffen wir uns um 11 00 h am Bahnhof Laufen, es ist leicht bewölkt. Ab auf die Autobahn, bei Thun kommen wir nach einem Tunnel in einen heftigen Platzregen. Die Berge sind leider verhangen. Um 13 00 h treffen wir in Mülenen ein. Nun stärken wir uns erstmals im Bären, draussen regnet es noch. Auch in Kandersteg regnet es, schade. Trotzdem wollen wir es versuchen, wir marschieren los, das Wetter bessert sich langsam. Weiter oben im Wald schwitzen wir beim Aufstieg wie die Tiere. Zwischendurch überqueren wir einen Lawinenkegel, der bis in den Wald hinein reicht. Nach einem langen Aufstieg treffen wir auf der Doldenhornhütte ein. Sie befindet sich immer noch unterhalb der Waldgrenze. Ich habe leider schon Blasen gefasst, weil wir ja neue Schuhe haben und ich die Fersen nicht pflasterte. Später gibt es ein feines Abendessen, Bratwurst mit Kartoffelstock und Walzer Ändel und Marianne vor dem Doldenhorn, Foto vom Fernsehschirm
ein Dessert. Dann sprechen wir mit dem Hüttenwart über die morgige Route. Die Kleider müssen dann auch noch getrocknet werden. Nun erkunden wir die Gegend rund um die Hütte herum. Dahinter, beim WC - Häuschen, geht's steil die Felswand hinab. Tief unten liegt der Öeschinensee, gegen links ein Blick auf Kandersteg. Lichterlöschen um 22 00 h. Um 04 00 h in der Früh sehe ich Sterne durch das Fenster glitzern und bin sofort hellwach. Um 04 30 h ist Tagwache und gleich darauf setzen wir uns hin zum Morgenessen. Draussen machen wir uns bereit. Die ersten Videoszenen habe ich gestern gedreht, nun kann ich mit dem Filmchen richtig beginnen. Abmarsch um 05 30 h. Nach 20 Minuten leuchtet über der Blüemlisalp das Morgenrot, leider kein gutes Zeichen. Es wird angeseilt, wir gewinnen rasch an Höhe. Die ersten Schneefelder liegen im Geröll. Teepause, kleine Verpflegung. Jetzt kommt das grosse Schneefeld, der Aufstieg zum Couloir. Ändel führt unsere Gruppe an, er hat recht Mühe beim stampfen, es liegt noch viel Schnee. Der Hüttenwart hatte recht, mit Skis wäre es jetzt toll. Bald erreichen wir das Couloir. Vor uns befinden sich 5 Tourenskifahrer, der blaue Himmel zeigt sich. Nun kommt auch die Sonne hervor. Beginn des Couloirs, die Sonne scheint jetzt auch im Tal unten. Mühsam geht es voran, Schritt für Schritt. Die Steilheit ist langsam extrem, es gibt viele Pausen. Wir sind schon seit 4 Stunden unterwegs, die Zeit wird knapp. Nun sehe ich das kleine Doldenhorn, man weiss nicht, was uns nach dem Couloir erwartet. Oben auf einem Schneerücken wird es eben, vor uns leuchtet das Doldenhorn mit 3643 m. ü. M. Es fehlen noch 700 Höhenmeter. Nun wird uns klar, dass wir hier auf etwa 2965 Meter die Tour beenden müssen. Seit 5 Stunden sind wir schon unterwegs, es reicht nicht mehr zum Gipfel. Wir riskieren nichts mehr. Es wären noch sicher 2 Stunden bis zum Gipfel. Prächtig weiss liegt der letzte Aufstieg vor uns in der Sonne. Etwas reumütig machen wir es uns bequem. Äendel hält eine Vorgipfelrede, ( Hie obä ischs viul schöner aus im Büro hockä u schaffä! ) es gibt einen Gipfeltrunk. Man gratuliert einander, Gipfelwein auf 2965 m. ü. M. Wir geniessen es so. Verschiedene Leute halten auch einen kurzen Schwatz vor der Videokamera. Das Wetter ist noch gut, es türmen sich aber langsam Wolken auf, sagt Ändel in seinem schönen Berndeutsch. Gaumenfreude: Böllä degustiert einen Rotwein, ohne vorher seinen Kaugummi aus dem Mund zu nehmen. Mittagessen in der Sonne. Nach 50 Minuten brechen wir langsam auf. Anseilen, vorwärts ins Couloir, es sieht von oben noch steiler aus. Böllä seilt im Steilhang Marianne ab, man hört sie immer wieder schreien. Ueli macht den Schluss, davor Iris und Anita. Ich selber befinde mich mitten in der Gruppe und fange plötzlich an zu rutschen, während ich filme. Schon donnere ich mit meiner Ausrüstung abwärts, in der rechten Hand die Videokamera, in der linken Hand den Fotoapparat. Äendel probiert mich zu halten und ich reisse ihn auch noch ein Stück mit. Mir dreht sich alles, dann stoppen wir. Vor uns ein riesiges Schneefeld. Im unteren Teil, im weichen Schnee, macht sich Böllä bereit zum herunter sausen. Unter Gebrüll rollt er den Abhang hinunter, was für ein Bild. Wahnsinn! Judith sofort hinterher. Ein Riesengelächter, ich filme die beiden. Wir rutschen und stampfen durch den hohen Schnee. Ueberall im Schneefeld hat es ein paar Leute von uns. Weiter unten auf ein paar Felsen machen wir eine Rast. Dann stellt Ändel Walkman und 2 Boxen auf die Steine. Nun die Ueberraschung: Marianne zieht ein weinrotes, langes Kleid aus dem Rucksack. Wir hatten vorher abgemacht, dass die beiden auf dem Gletscher tanzen werden zur Musik. Aber dann noch dieses Kleid, super. Es ertönt "Also sprach Zarathustra" und der "Wienerwalzer" aus den Boxen. Sie tanzen, Äendel im Gschtältli und Marianne im roten Ballkleid, es ist schon jetzt legendär. Die Wolken werden nun dichter, wir schauen einem Gleitschirmflieger zu, dann geht es weiter. Es hat immer mehr Sulz, ich bin bald pflotschnass in meinen Schuhen, dafür spüre ich die Blasen nicht mehr, wenn ich im Schnee unterwegs bin. Bald erkennt man die Doldenhornhütte am Wäldchen. Kleine Pause. Bei der Hütte wird nochmals ausgeruht und fertig gepackt. Dann nehmen wir das letzte Stück unter die Füsse. Wieder durch den Wald, am Lawinenkegel vorbei. Nach dem Wasserfall ist es nicht mehr so weit. Am späten Nachmittag treffen wir bei unseren Autos ein. Zufrieden, auch ohne Gipfelsieg. Es war trotzdem sehr schön. Das nächste Mal kommt bestimmt. Danach folgt die Heimfahrt in 2 ½ Stunden.
12. / 13. / 14. August 1988 * Dabei: Äendel, Marianne, Böllä, erstmals André Borer ( Kräuter ), Eveline, Iris und ich. Zum ersten Mal wollen wir den Aletschgletscher überqueren. In den letzten Monaten seit dem Doldenhorn suchten wir für unsere BergfreundInnen und Bergfreunde einen Namen, eine Bezeichnung für unsere Gruppe. Ändel und ich erfanden einen Ausdruck für unsere Wanderclique, die jetzt doch schon seit 2 Jahren besteht. Von heute an nennen wir uns "ALPENGROUPIES." Also Bergfreaks und eben die "Groupies." Man nennt das die Mädchen, die willigen, die den Rockstars nachrennen. Weil wir auch die Rockmusik lieben. Trotzdem sind wir keine "Berghuren." Das versteht halt kein Engländer. Ist ja auch egal. Die ganze Woche war ich wegen dem Wetter nervös, schliesslich ist das die erste Gletschertraversierung. Dann stehen alle Zeichen positiv. Wir alle nehmen schon am Freitag frei, damit wir eine dreitägige Tour machen können. Erstmals haben wir ein Programm mit Schreibmaschine, später mit dem Computer geschrieben. Nun denn, wir starten zu siebt. Wir bezeichnen heute Marianne, Ändel, Böllä, Iris und mich als die eigentlichen " Ur" Groupies. Von diesen Kumpels waren bei meiner ersten Tour auf das Wildhorn 1986 aber nur drei mit dabei: Iris, Marianne und ich. Das Wetter verspricht Gutes, es geht los. Am Freitag frühmorgens fahren wir in Breitenbach ab. Wir haben vom Vater von Böllä einen blau - weissen, neunplätzigen Bus bekommen für dieses Wochenende. Es ist der 12. August 1988, um 07 50 h erreichen wir den Bahnhof Spiez, der Niesen leuchtet schon in der Morgensonne. Wiederum habe ich die Videokamera von Leo Dobler bekommen, ich fange hier in Spiez an zu filmen. Mit der BLS geht's nun nach Interlaken Ost, wo wir mit der BOB weiter auf die Kleine Scheidegg hinauf fahren. Nun mit der Jungfraubahn zum Eigergletscher, zur Station Eigerwand, dann zur Station Eismeer. In diesen Stationen ist jeweils 5 Minuten Halt, um sich an den grossen Glasfenstern zu ergötzen, an der Schönheit und Wildheit des Eises und der Eigernordwand. Um 11 00 h treffen wir auf dem Jungfraujoch ein auf 3500 m. ü. M. Wir verpflegen uns, besichtigen den Eispalast und geniessen mit noch etwas mulmigen Gefühlen die Sicht auf den grossen Aletschgletscher. Wir sind noch früh dran. Ich sehe den Mönch wieder, der heute unser erster Viertausender werden sollte. Wir gehen durch den Stollenausgang raus, marschieren Richtung Mönchsjochhütte, um 12 30 h stehen wir vor der Südseite des Mönch und begutachten seinen leichtesten Grat. Ich glaube, es ist der Südostgrat. Um 13 00 h Ankunft in der Mönchsjochhütte auf 3650 m. ü. M. Diese Hütte wurde vor 10 Jahren gebaut, als auf dem Jungfraujoch das Massenlager und das alte Bergrestaurant niederbrannte. Hier oben werden wir also die erste Nacht verbringen. Nach dem Bezug des Massenlagers treffen wir uns in der Beiz. Nun können wir den Mönch zu dritt "erobern", Ändel, Marianne und ich. Alle drei haben selbstverständlich Steigeisen mit dabei. 10 Minuten links der Hütte befindet sich der Einstieg. Es ist jetzt 13 30 h. Ich schaue den Berg hinauf, fluche flüchtig und denke, dass wir es schon schaffen werden. Die Kletterei beginnt, ich gehe voraus. Es windet, die Wolken werden langsam dichter. Wir seilen uns an. Nach einer Stunde schöner Felskletterei, wir finden den Weg recht gut, nach einigen Angstjauchzern von Marianne, erreichen wir das erste Schneefeld. Dann wieder Fels, später wieder Firn, der Grat wird enger, zugleich wird's auch immer steiler. Dann kommt der Gipfelgrat, es geht uns gut. 2 Stunden sind vorbei. Nun links rüber zum Schneegipfel. Rechts am schmalen Pfad ( Nordseite ) hat es gefährliche Wächten. Die Wolken stören uns, wir sind doch so schön in froher Erwartung des Gipfelsturms. Ändel denkt ans umkehren. In wenigen Minuten wären wir oben, wir riskieren es. Zum ersten Mal überschreiten wir die Viertausendergrenze. Noch weiter, nun auf der Gipfelwächte flach hinauf zum höchsten Punkt. Noch ein kleines Stück, geschafft. Wir drei stehen auf dem Mönch, 4099 m. ü. M. Unser erster Viertausender. Toll, wir gratulieren einander, Küsschen für Marianne. Schnell eine Videosequenz, die Kamera ist auch mit dabei, ein paar Fotos noch. Es ist 16 00 h. Eigentlich viel zu spät. Der Eiger steht nebenan im Nebel. Wir blicken rüber zum Finsteraarhorn, sehen den Trugberg unter uns, den Aletschgletscher, das dominante Aletschhorn, tief unten die Sphinx vom Jungfraujoch, dahinter mächtig die Jungfrau. Tief vor uns, mit Blick in die Nordwand hinunter, liegt die Kleine Scheidegg im Grünen mit den winzigen Häusern. Jetzt drückt auch noch die Sonne durch. Nun filmt kurz Marianne, ich halte eine kleine Gipfelrede vor der Videokamera. Meine Batterien in der Fotokamera sind zu schwach, die Reservebatterie ist unten in der Hütte. Ausgerechnet jetzt. Dennoch gelingen mir mit der Zeit sieben Fotos, ich wärme die Kamera in der Jacke. Ändel raucht seine erste Zigarette auf dem Gipfel. Der Wind wird nun stärker, Marianne muss kurz austreten, aber bitte nicht zu weit in den Ausgang. Wir drei sind nun ganz allein. Später noch ein Schlusswort von Äendel. Abmarsch vom Gipfel um 16 38 h. Es geht den engen, steilen Grat hinunter, nach dem ersten Drittel ziehen vom Jungfraujoch Gewitterwolken und Nebel heran. Weg hier! Bald sehe ich Blitze, es wird unheimlich. Man spürt den Strom in der Luft schon richtig, vor allem an der Mütze und in den Haaren. Wir machen, dass wir runter kommen. Dann beginnt es auch noch zu schneien. Nach den zwei Felsbändern erreichen wir den unteren Felsaufbau, sehen wieder den Pfad. Gegen 18 00 h dann auf sicherem Boden, wir sind froh darüber und nass. Es stürmt nun richtig. Was denken wohl unsere Freunde? Man sieht gerade noch ein paar Meter weit. Gegen 18 15 h betreten wir die Mönchsjochhütte. Die Kumpels hatten Angst um uns. Wir erzählen unser tolles Erlebnis, der erste Viertausender. Der Tag ist erfüllt. Selbstverständlich kamen wir auch zu spät zurück, man sollte um 14 00 h wieder in der Hütte sein. Nun folgt das Abendessen und ein gediegener Abend mit Freunden. Nachtruhe ist um 22 00 h. André Borer steht auf den Glühwein aus der Küche. Es gibt diese Nacht wirklich genug Schlaf. Am nächsten Morgen machen wir nicht allzu früh Tagwache. Draussen herrscht super Wetter. Jetzt geht's erst richtig los. André stellt seinen Walkman an. Nun geniessen wir das Morgenessen, packen und starten um 10 00 h. Die Rockmusik vorhin passte gar nicht in diese wunderbare hochalpine Landschaft draussen vor der Hütte. Nach einem stolzen Blick zum Mönch hinauf, wir denken an das Erlebte gestern zurück, wandern wir zum Jungfraujoch hinunter. Ändel hat seinen Pickel vergessen, muss nochmals zurück zur Mönchsjochhütte. Ich bleibe wegen dem Video hinter der Gruppe und schaue noch schnell bei den Schlittenhunden, den Huskys, vorbei. Vor uns liegt der riesige Aletschgletscher, hinter uns das Joch mit seinen vielen Touristen an diesem schönen Tag. Wir seilen uns an, es geht abwärts, wir befinden uns immer noch auf 3300 m. ü. M., es ist heiss, die Sonne brennt. 2 Stunden lang wandern wir gemütlich Richtung Konkordiaplatz, immer wieder trifft man auf kleinere und auch recht grosse Spalten, die es zu umgehen oder zu überspringen gilt. Alles läuft vorsichtig ab, denn jeder Schritt ist für uns alle völliges Neuland. Unter dem Schnee, der nun zu Sulz wird, kann sich immer eine Spalte verbergen. Dann betreten wir den aperen Gletscher, das ewige Eis. Er ist völlig nackt, toll, um darauf zu gehen und gar nicht rutschig. Man nennt diesen Zustand "aper". Das Eis ist nun immer blank. Nach 3 Stunden wandern geniessen wir ein Picnic auf der Moräne vor dem Abbruch des Ewigschneefeldes. Um 14 00 h Überquerung eines Baches inmitten des Eises. Jetzt erkennen wir auf den Felsen vor uns, 80 Meter über dem Gletscher, die berühmten Konkordiahütten. Das Gletscherwandern hier ist einmalig, ein Genuss. Wegen der vielen Steinchen und Körner im Eis rutschen wir eigentlich nie gross aus. Beim ersten Gletschertisch machen wir einen weiteren Halt. Wir sehen unter der Hütte eine riesige Eisentreppe, die im Zickzack nach oben führt. Viele Bergwanderer stehen an. Wir befinden uns nun mitten auf dem Konkordiaplatz, dem grössten Gletscherplatz in Europa. Wir selbst sind nur ein paar Punkte in dieser riesigen Traumkulisse. Die Hütte kommt näher. Nach 4 ½ Stunden seit dem Abmarsch auf dem Jungfraujoch verlassen wir den Gletscher und klettern übers Geröll zur Treppe. Es ist fantastisch! Früher, vor 100 Jahren, reichte das Eis bis vor die Türschwelle der Hütten. Im Umkreis von fast 10 Kilometern gibt es keine Strasse, keine Motoren, keine Abgase, kein Zivilisationslärm. Und dann: Oh Schreck, ein fürchterlicher Anblick, mitten im Geröll, zwischen Felsblöcken, liegen verstreut Hunderte von rostigen Konservendosen herum. Weg geschmissen aus dem Küchenfenster der Hütten. Eine Riesenschweinerei. Hier enttäuscht mich der SAC mit seinen Geboten, die Berge, die Natur und Umwelt sauber zu halten. Irgendwann wollen wir mit leerem Rucksack hierher trampen, um einen Teil davon zu entsorgen. Die Büchsen könnten doch auch runter mit dem Heli, er muss ja eh wieder zurück. Ich filme dieses störende Problem erst einmal. Dann machen wir uns an die Treppe. Zuerst über eine alte Holzleiter, dann auf die Eisentreppe. Ein ganz spezieller Trip ist das hier. Bald geht einem die Luft aus, nun etwas langsamer. Treppe um Treppe, nach 20 Minuten sind wir oben angelangt. Dann melden wir uns bei der Hüttenwartin Frau Kaufmann an und können sogleich unseren Schlag beziehen. Ab 19 00 h geniessen wir ein feines Nachtessen, es kommt Stimmung auf, relaxen. Später nach draussen auf die Felsen links der Hütte. Welch ein Anblick! Vor uns liegt der riesige Konkordiaplatz mit seinen drei Zungen, Aletschfirn, Jungfraufirn und dem Ewigschneefäld. Der Gletscher ist unter dem Konkordiaplatz etwa 800 Meter dick. Die Silhouette der Sphinx steht silbrig zwischen Mönch und Jungfrau. Es ist jetzt 20 00 h. Direkt vor uns das morgige Ziel, die Lötschenlücke, geradeaus. Ein weiter Weg. Wir erleben eine schöne Abenddämmerung. Gegen das Tal zieht der Eisstrom einen Bogen ins Wallis, in Richtung Belalp, Massa. Dann beenden wir alle pünktlich um 22 00 h den Hüttenabend und verziehen uns in das Masserlager und probieren zu pennen. Lichterlöschen. Wahrscheinlich haben wir einen Schwulen im Zimmer, der auf André ein Auge wirft. Kurz vor Mitternacht schlafe ich ein. Iris ist auch weg. Draussen leuchten die Sterne. Es ist der 14. August 1988, mein 25. Geburtstag. Tagwache um 05 30 h, das Morgenessen um 06 20 h. Ein herrlicher Morgen. Bald bescheint die Sonne die Gipfel von Jungfrau, Äbeni Flue und Aletschhorn. Wir sind bereit zum Abstieg. Nun die Treppe runter in der halben Zeit, an einen sicheren Platz im Geröll, wir seilen an, betreten das Eis. Um 07 25 h überqueren wir wiederum den grösseren Bach. Auf der zweiten Moräne dann gibt's eine Pause, wir haben die Mitte durchquert. Hier endet der Aletschfirn im Konkordiaplatz, die Lötschenlücke ist noch weit entfernt. Ich halte eine kleine Geburtstagsrede. Plötzlich erklingen schrille Töne, die 6 Alpengroupies bringen mir ein Geburtstagsständchen auf dem Konkordiaplatz. Das war sehr nett! Danke! Danach erkläre ich den Verlauf der Tour in den nächsten Stunden. Ich will meine Kumpels heute in der Hollandiahütte auf einen Kafi Fertig einladen. Nun weiter, der Himmel über uns könnte nicht blauer sein. Mit der Zeit wird der Weg immer endloser. Noch weiss niemand, was sich hinter der Lücke verbirgt. Zwischendurch gibt's ein paar kleinere Pausen. Die Konkordiafelsen sind klein geworden. Der letzte Aufstieg liegt vor uns, um 12 30 h, nach 5 ½ Stunden, erreichen wir die Lötschenlücke. Noch ein Stück darüber liegt die Hütte, sie klebt richtig am Berg. Nun an mächtigen Spalten vorbei aufsteigend zur Hollandiahütte, die auch Lötschenhütte genannt wird. Hier gebe ich einen zum Geburtstag aus, danach essen wir zu Mittag. Unter uns nun der Blick ins Lötschental, hier beginnt der Langgletscher, er macht seinem Namen alle Ehre. Hier möchte ich mal mit Ski`s durch fahren. Eine zerfetzte Schweizerfahne weht im Wind. Wir fühlen uns hier oben ein wenig wie Patrioten. Nach 90 Minuten Mittagspause ziehen wir weiter. Abwärts an den Spalten vorbei hinunter auf die eigentliche Lücke, wo wir anseilen. Die meisten von uns haben wieder kurze Hosen an. Es ist herrlich warm, immerhin befinden wir uns hier auf fast 3200 m. ü. M. Man kann erwarten, dass wir in etwa 4 - 5 Stunden unser Ziel, die Fafleralp erreichen werden. Böllä will mir seinen Frisbee zum Geburtstag geben, auf dass ich darauf das Schneefeld runter rutsche. Tolle Idee, aber viel zu gefährlich. Iris ist dagegen. Dafür filme ich wieder ein paar Szenen. Je weiter wir absteigen, desto mehr kommt der Gletscher zum Vorschein. Das Schneefeld liegt schon hinter uns, die Spalten werden nun immer riesiger. Der Hüttenwart hat uns gesagt, wir sollen immer in der Mitte des Langgletschers bleiben, auf der Moräne, das sei am sichersten. Ändel führt, das Eis wird immer schroffer. Es ist nun 15 30 h, es geht happig abwärts, das Gefälle wird immer steiler. Es kommt der Moment, da wissen wir nicht mehr weiter, stehen mittendrin im Inferno der Spalten. Plötzlich rufen drei SAC - Leute von der gegenüberliegenden Moräne zu uns hinüber. Wir sollen sofort den Gletscher verlassen, hier sei es lebensgefährlich. Genau diesen Weg hat uns der Hüttenwart empfohlen. Unsere Frauen fluchen. Auf der Seite drüben müssen wir regelrecht zum Hang hinüber hechten, dann klettern wir zwischen Gras, Steinen und Silberdisteln hoch auf den Höhenweg. Pause! Man diskutiert mehr oder weniger über die vergangenen 2 Stunden. Nun wird weiter marschiert Richtung Fafleralp. Linker Hand zieht sich der Langgletscher ins Tal. Hier auf dem Weg ist uns nun viel wohler. Die drei haben uns quasi gerettet. Die Frauen werden müde. Es reichte auch, wir waren nun während zweier Tage 12 Stunden auf dem Eis. Vor uns glitzern die Autos auf der Fafleralp in der Sonne, oben am Berg strahlt die schneeweisse Lötschenlücke. Nun die ersten Bäume, auf einer Indiana Jones - mässigen Hängebrücke überqueren wir den schäumenden Gletscherbach. Massig Geröll und viele Blumen. Es ist schon 18 30 h, seit dem verlassen der Hütte sind schon über 4 ½ Stunden vergangen. Da bekommt man doch langsam Schiss, das letzte Postauto ins Tal, das um 19 30 h fährt, zu verpassen. Die ersten Häuser werden erreicht, dann betreten wir den Wendeplatz und das Postauto. Geschafft! Marianne und Iris sind am Ende der Kräfte, alle sind recht geschlaucht. Doch es hat gereicht, wir sind am Ziel, der Fafleralp, müde, aber glücklich angekommen. Unterwegs seit fast 13 Sunden. Gestern wanderten wir 6 Stunden, am Freitag 5 Stunden, davon 4 für den Mönch. Alles zusammen also knapp 24 Stunden an diesem Wochenende. Wahrlich eine Zahl, fast übertrieben. Heute nahm ich mir einen Vorsatz: Eine gediegenere Zeiteinteilung für die nächsten Touren und Jahre. Das Postauto fährt ab, in Goppenstein besteigen wir den Zug, nun zurück nach Spiez. Ich fahre den Bus, hintendrin steigt eine richtige Fete, auf dem Passwang schlafen dann alle. Nun bin ich auch am Anschlag und Hauptsache, wir sind gesund zurück von unserem ersten Gletscherwochenende. Was für eine Tour, und was für ein 25. Geburtstag.
10. September 1988 Private Tour! Dabei: André Borer und ich. Vier Wochen nach der grossen Aletschgletschertour mit Mönchbesteigung hoffe ich auf ein weiteres Supererlebnis über der Viertausendergrenze. Ich möchte mit dem Breithorn dieses Jahr einen krönenden Abschluss finden. Zusammen mit dem Alphubel und dem Allalinhorn zählt das Breithorn meines Wissens zu den leichtesten Viertausendern der Schweiz. Zumal sie im Wallis alle drei nahe beieinander stehen. Darüber hinaus ist das Breithorn die kürzeste Tour, aber eine sehr lohnende. André zeigt Interesse, daran teilzunehmen. Er erhält von Ändel die Steigeisen. Wir planen nun eine Eintagestour ins Wallis und zurück. Iris wird uns nach Basel fahren, damit wir den 05 50 h Zug nach Brig erreichen. Als wir dann am Morgen nach Basel rasen, verpassen wir unseren Zug um 2 Minuten. Kaffee - Time, Iris bleibt noch eine Weile bei uns. Der nächste Zug fährt ab, nach 9 00 h sind wir in Brig. Hier steigen wir in die BVZ ein. Wenn man ins Mattertal hochfährt, sieht man zu hinterst im Tal als erstes das Breithorn und das Kleine Matterhorn. In Zermatt angekommen, marschieren wir sofort durchs Dorf, es ist 11 30 h. Mit der Luftseilbahn hoch, weiter zum Trockenen Steg, wir kommen dem Ziel rasch näher. Aus der Gondel heraus zeige ich André, welches das Breithorn ist. Er erschrickt vor der imposanten Nordwand. Keine Angst, wir nehmen natürlich den leichtesten Weg. Nach einer guten Stunde treffen wir auf dem Klein Matterhorn ein, dem höchstgelegenen Punkt in der Schweiz, der mit einer Bahn erreichbar ist, 3883 m. ü. M. Nun durch den Stollen hinaus in die hochalpine Landschaft, auf dem riesigen Schneefeld ziehen wir unsere Steigeisen an. Hier auf dem Gletscherplateau, wo man auch Sommerski fahren kann, dominiert das Matterhorn. Das "Horu" schaut schon sehr scharf und kantiger aus von hier, als von Norden, seiner berühmtesten Seite. Auf der rechten Seite zieht sich der Schneerücken zum Breithorn hinauf. Kleine schwarze Punkte bewegen sich zum Gipfel hinauf. Wir gehen nun ein Stück am Skilift entlang, biegen dann gegen den Berg ab, über das grosse Firnfeld. Nach 30 Minuten sind wir am Fusse des Berges angelangt. Ein riesiger Klotz aus Schnee und Eis: Das Breithorn. Unser Ziel ist der erste Gipfel, der Westgipfel. Hier beginnt die Normalroute, 1 ½ h Aufstieg. Anseilen und los. Voll in die Flanke hinein, ein gut gespurter Weg liegt vor uns. Es wird schnell steil, wir machen recht viel Höhenmeter. 1 bis 2 Spalten kurz nach dem Einstieg gilt es zu überschreiten, sichern. Der Pfad ist super, schöne Tritte und Stufen. Bald erreichen wir die magische Höhe von 4000 Meter. Es ist nun 13 15 h. Jetzt im zickzack den Firn hoch, wir spüren die Höhe in den Lungen. Man kommt schnell voran. Das Wetter ist prächtig, es ist sehr warm. Nun bald der Gipfelanstieg, noch ein paar Meter und schon stehen wir auf dem Gipfel des Breithorns 4165 m. ü. M. Super! Wir sind happy, war ja schnell gegangen, 1 ½ Stunden für den Aufstieg. Der erste Viertausender für André, mein Zweiter. So hoch war ich bisher noch nie. Wir gratulieren einander, ich öffne meinen Gipfelwein. Es ist jetzt 14 00 h. Das Breithorn hat eigentlich 5 Gipfel, wir stehen auf dem Westgipfel, dem höchsten mit 4165 Meter. Der Blick schweift über das Tal und nach Zermatt herab. Hinter uns im Süden liegt Italien, in den Wolken verborgen, wir befinden uns auf einem Grenzgipfel. Winzig klein erscheint uns das Gornergrat mit seinen Kuppeln und die Hörnlihütte am Matterhorn gegenüber. Weiter rechts reihen sich zwei weitere Bergriesen an das Breithorn, Pollux und Castor, die Zwillinge. Gleich benannt wie das Sternbild. Der wunderbare Lyskamm, links daneben das gewaltige Monte Rosa - Massiv mit Nordend und der Dufourspitze. Links von uns steht das Matterhorn, der Gipfel umringt von der berühmten Wolkenfahne. Nun sind wir schon 15 Minuten hier oben, es ist so warm, wie ich es auf dieser Höhe noch niemals erlebt habe. Die Sonne brennt heftig, wir ziehen sogar unsere Leibchen aus und haben wohlig warm auf 4165 m. ü. M. Wahnsinn, man glaubt es kaum. Wir geniessen die Stille und essen etwas. Nach einer guten Stunde machen wir uns an den Abstieg, es war genial hier oben. Anseilen, ich gehe wieder voraus. Wir spüren auch den feinen Waadtländer auf dieser Höhe. Den gleichen Weg geht es zurück. Über die 2 Spalten unten am Einstieg, es ging sehr schnell, bald erreichen wir das Schneeplateau. Packen das Seil wieder in den Rucksack. Eine Stunde brauchten wir nur für den Abstieg, erreichen die Station Klein Matterhorn, die Zivilisation hat uns wieder. Mit der Luftseilbahn ins Tal zurück. In Zermatt überkommt uns ein grosser Hunger. Um 17 20 h fährt unser Zug ab. Nach 1 ½ Stunden erreichen wir Brig. Mit Schrecken stellen wir fest, dass der nächste Anschluss durchgehend bis Basel erst um 21 30 h fährt. Es ist 20 00 h, nun ein Besuch in der Walliser Kanne. Er endet mit einem super Fondue und Walliser Weisswein, herrlich. Gut gelaunt und müde zum Bahnhof Brig zurück. Ich telefoniere Iris, dass wir um etwa 01 00 h in Basel eintreffen werden. Es wird eine lange Fahrt. Nach Bern schläft André ein, im Raum Olten muss er sogar erbrechen, war wohl die Höhe. Um 01 30 h fahren wir endlich in Basel ein und treffen auf Iris. Dann weiter nach Hause, wir sind hundemüde und zufrieden. Es war ein super Tag, das Walliser Breithorn in 19 ½ Stunden erlebt, es war mehr als erfüllt und ein toller Abschluss dieses Jahres.
17. / 18. Juni 1989 Privattour, Leitung: Marcel Metzger und Toni Höfler. Nun gehören Ändel und ich 1 Jahr zur SAC Sektion Hohe Winde. Am 8. Mai 1989 schreibt Ändel eine Anmeldung für uns beide für diesen Eiskurs, damit wir uns weiterbilden können. Am 7. Juni 1989 kauften wir während einer Reise nach Basel unsere ersten Bergseile ( Mammut 11mm., 50 m. lang. ) Am 8. Juni besuchen wir den Knotenkurs / Seiltechnik in der Festhalle in Laufen. Am 15. Juni findet die Tourenbesprechung im Clublokal ( Restaurant Rössli, Laufen ) statt. Jetzt ist es soweit: Am 17. Juni 1989, einem Samstagmorgen, besammeln wir uns auf dem Amtshausplatz in Laufen. Wir können mit einem Paar aus dem Kanton Baselland mitfahren. Um 08 15 h erreichen wir Grindelwald und trinken einen Kaffee im Hotel Wetterhorn oberhalb des Dorfes. Es gefällt mir hier sehr gut. Ich kenne Grindelwald nur von der Durchreise her. Die Gruppe besteht aus 12 Personen. Nun werden die Autos ausgeräumt, alles gepackt und los geht's. Durch einen Wald hindurch wandern wir stetig aufwärts zum Oberen Grindelwaldgletscher. Nach 45 Minuten klettern wir in der Nähe eines Restaurants ( Milchbach ) auf mehreren Holzleitern in den Felswänden herum, eine super Sache. Wir sind unterwegs zum Gletscher. Oben angekommen, sehen wir fast den ganzen Gletscher vom Höhenweg aus. Eine kurze Pause und dann seilen wir an. Vor uns der Obere Grindelwaldgletscher, der sich scheinbar in die Höhe hinaufzieht, mit Brüchen, Spalten, Brocken und Türmen. Fantastisch! Die Zunge war hier vor 100 Jahren bis ins Dorf vorgestossen. Wir beide brauchen halt immer etwas länger, haben Mühe mit dem zubinden der Steigeisen, infolge erstmaligem Gebrauch in diesem Jahr. Dann heisst es stressig vorwärts, wir sind die letzten. Wir hätten auch noch einiges an Material im Auto lassen können, statt es mitzuschleppen. Na ja, sehen wir es als Training an. Nun denn, wir wandern runter zum Gletscher, es hat einige Wolken, die aufziehen. Sonst ist das Wetter gut. Wir üben als erstes das Steigeisenlaufen, die Zacken müssen immer im Eis stecken, auch seitwärts. Und die Frontzacken immer voll reinhauen. Wir üben voll durch, packen das Eis in der Sonne und geniessen den Adrenalinschub. Es ist einfach herrlich. Leider habe ich Idiot zuhause meine Handschuhe vergessen, deshalb habe ich auch schnell offene Finger vom Eis und von den kleinen Steinchen darin, dem Schutt. Nun folgt das Mittagessen in einer bizarren, fantastischen Gletscherlandschaft, umgeben von Türmen und Spalten, wir machen tolle Fotos. Danach geht es weiter mit verschiedenen Üebungen. Es ist genial, um 16 00 h brechen wir auf und wandern ins Tal zurück, den Weg hinab, aber auf anderem Weg. Zwischen Eiswänden und Geröll geht es steil hinab, mit Seilsicherung durchqueren wir die gefährlichen Passagen. Der Bergführer sichert, am Schluss muss weiter unten jeder etwa 3 Meter rüber springen. Durch eine kleine Felsenhöhle erreichen wir wieder den normalen Pfad mit den Leitern. Es ist super hier, so etwas habe ich noch nie gesehen. Die Sonne scheint heute seit dem frühen Nachmittag. Dann wandern wir zum Gletscherabbruch, hier finden wir auch wieder mehrere Leitern. Die Hänge sind voll mit herrlichen Bergblumen, die blühen und weiter unten, in der Nähe der Gletschergrotte, trinken wir im Restaurant Milchbach ein kaltes Bier, schnell ist eine Stunde vorbei. Die anderen sind voraus gegangen, wir freuen uns aufs Abendessen. Beim Auto angekommen, fahren wir nachher weiter ins Dorf hinunter und beziehen unser Massenlager. Später dann das Abendessen im Hotel Wetterhorn, einer gemütlichen Bergsteigerbeiz mit roten Vorhängen. Nicht allzu spät gehen wir dann ins Bett, zu Fuss ins Dorf, und freuen uns auf Morgen. Um 06 30 h ist im Lager Tagwache, das Wetter entwickelt sich gut. Das Morgenessen nehmen wir auch wieder oben, im Hotel Wetterhorn, ein. Der Eiger leuchtet vor einem blauen Himmel im Sonnenlicht, wir marschieren los. Im kühlen Wald ist es sehr angenehm, dann an der Grotte vorbei, zur Gletscherzunge und wieder rauf zu den Leitern. Diesmal bleiben wir noch eine Weile auf dem Höhenweg. Wir treffen junge Kletterer und Gletscherfreaks, die hier in den Zelten übernachtet haben. In dieser Stille möchte ich auch mal übernachten. Mit dem Helm eines Mädchens posiert Äendel vor einem Gletscherabbruch - Schild, das gelb - schwarz leuchtet und einen Totenkopf zeigt. Plötzlich, ich kann es fast nicht glauben, steht vor uns am Wegesrand ein Steinbock, weiter oben dann noch ein zweiter. Wir nähern uns dem Tier, kommen bis auf ein paar Meter an den Steinbock heran. So nah war ich noch nie. Dann der Blick zum Gletscher, bis ganz nach oben sieht man ihn, gestern war er teilweise im Nebel verschwunden. Nun das Geröll hinunter, der Kurs geht weiter. Ich ziehe nun wieder mein Petzl - Gschtältli an, ( giftgrün / gelb ) das ich am 2. März, vor drei Monaten, in Basel gekauft habe. Als erstes lernen wir heute, mit welchen Gegenständen man das Seil verknüpfen kann, um dann eine Spaltenrettung durchzuführen. Jeder gräbt sich ein Loch in den Schnee, dann binden wir das Seil um unsere Steigeisen. Rein damit ins Loch, Schnee drauf und feststampfen. Jetzt der Haltetest: Zu dritt reissen wir am Seil, es ist unglaublich, wir können die Eisen nicht wieder heraus reissen, die Kraft reicht nicht. Danach vergrabe ich meinen Helley Hansen, ja sogar den "Blick", 30 cm. unter dem Schnee. Alles hält, super! Auf diese Weise wurden schon viele Verunfallte aus Gletscherspalten gerettet. Mit Bergführer Spiri voraus geht es nun stetig aufwärts. Der untere Teil des Gletschers ist durchzogen mit Geröll, aber noch einigermassen flach. Weiter oben ragen immer mehr Eisblöcke in den Himmel, fantastisch. Wir befinden uns nun mitten im schönsten Eisgebirge, das gibt
Wandertour Gemmi, Juni 1989, Foto: Philipp Borer weiterhin tolle Fotos. Die Sonne scheint, alles leuchtet weiss und das Eis ist innen tiefblau. Nun passiert etwas ganz Neues, unsere erste Eiswand steht vor uns. Die Gletschertürme sind hier bis 20 Meter hoch. Ein Führer geht voraus, zwei Eispickel und die Vorderzacken seiner Steigeisen sind jetzt die wichtigsten Instrumente. Zu zweit steigen sie nebeneinander hoch, setzen Eisschrauben und sichern. Sie ziehen das Seil durch die eingedrehte Eisschraube und den Karabiner und werfen es dann zu uns herunter. Nun sichern wir die ersten, später darf Ändel die Eiswand in Angriff nehmen, dann bin ich dran, es ist super. Wir lernen verschiedene Eisschrauben kennen, auch ganz leichte, diese sind aus Titan gefertigt, und üben mit ihnen. Ich bin wieder am Seil, doch jetzt muss ich abwärts, gesichert mit den Eisschrauben und einem VP - Knoten. Beim Mittagessen zeige ich dem Bergführer den alten Pickel meines Vaters, einen Bhend aus Grindelwald. Der Führer kennt ihn sofort, es ist schon fast ein Museumsstück. Es ist nun 13 00 h, wir verlassen diesen Platz und wandern den Gletscher hinunter, halten uns rechts, Richtung Wetterhorn. Nach einer halben Stunde Marsch machen wir weitere Übungen, eine Spaltenrettung, üben verschiedene Knoten, brauchen dazu mehrere Karabiner. Gar nicht so einfach, das Ganze, später kann ich selber in eine Gletscherspalte hinein schweben, um dann einen Verunfallten zu spielen. Die Kollegen ziehen mich dann hoch. Nun arbeite ich mich selber mit dem Prusik - Klemmknoten nach oben, mit Hand - und Fussschlinge. Diese sollten sowieso schon am Seil befestigt sein, bevor man stürzt. Man schiebt den einen Knoten nach oben und belastet den anderen mit dem Körpergewicht. Nun den Knoten vom Gschtältli schieben und so weiter und so fort. Zu guter Letzt hält Bergführer Spiri noch eine Schlussrede, danach machen wir uns an den Abstieg. Über Geröll erreichen wir einen Höhenweg im unteren Teil des Wetterhorns. Weiter oben verläuft unser Pfad zum Hüttenweg der Glecksteinhütte, die wir noch nicht kennen. Hier steil aufwärts, der Pfad ist schmal, ein Ausrutscher hätte fatale Folgen. Natürlich haben wir hier keine Seile und Gschtältli mehr an. Nach 90 Minuten erreichen wir die Bergstation einer verlotterten Luftseilbahn, die ihre grosse Zeit während des 2. Weltkrieges hatte. Es war damals die erste Luftseilbahn in der Schweiz, wie ich vernehme. Die 2 grossen Schwungräder befinden sich noch hier. Erstaunlich ist auch der Bau zur damaligen Zeit. Der Boden hier ist übersät mit Kot von Steinböcken und Gämsen. Der Pfad bleibt auf gleicher Höhe, wir queren weiterhin die riesige Felswand. In den Felsritzen blühen immer mehr Bergblumen. Unter uns liegt Grindelwald, man trifft auf die ersten Wanderer. Meine Füsse schmerzen, es geht nun stetig abwärts. Man trifft auf den Einstieg auf dieser Seite, weiter über Geröll zu einem Lawinenkegel, auf dem wir herunter rutschen. So kürzt man also die Strecke ab. Hinter uns fällt der Blick sofort auf die Zacken der wunderbaren Engelhörner, wir sehen die grosse Scheidegg sowie die Schwarzwaldalp. Hier kommt man nur noch mit dem Postauto weiter, die Route geht bis nach Meiringen. Nach dem Lawinenkegel durch blühende Wiesen hindurch, schlussendlich dann durch den Wald zum Hotel Wetterhorn zurück. Hier geniessen wir alle ein kühles Bier. Dank an unsere Führer, die SACler der Sektion Hohe Winde und vor allem an Marcel Metzger. Es hat hier nun extrem viele Touristen bei diesem prächtigen Wetter. Um 16 30 h fahren wir in Grindelwald ab, bei Leissigen muss Ändel unbedingt schiffen, ( das Bier ) und springt vor Druck fast aus dem Auto heraus. In Spiez dann auf die Autobahn, um 19 00 h treffen wir in Laufen ein, freuen uns am erfolgreichen Eiskurs mit dem SAC und besuchen mit unserer ganzen Ausrüstung Marianne, die im Café Dixie serviert.
24. / 25. Juni 1989 Privattour! Dabei: Fips, Denise, Paul, Christine, Iris und ich. Iris hat kürzlich ihr ½ Tax - Abo erneuern lassen, wir haben vor, mit Fips und Denise über die Gemmi zu wandern inklusive einem Badestop in Leukerbad am Sonntag. Am 22. Juni treffen wir im Pub zufällig Paul und Christine, sie hat gerade Geburtstag. Wir erzählen ihnen von unserem Vorhaben, und sie schliessen sich gleich an, kommen spontan mit. Nun sind wir zu sechst. Frühmorgens am Samstag fahren wir gutgelaunt mit dem Zug nach Spiez, dann weiter nach Kandersteg. Es hat zwar Wolken, doch das Wetter ist nicht schlecht, es kommt nur noch besser. In 15 Minuten trampen wir durch Kandersteg an herrlich duftenden Blumenwiesen vorbei zur Gondelbahn. Weiterfahrt mit der Bahn nach Stock zur Mittelstation. Hier steigen wir in die altehrwürdige Sesselbahn nach Sunnbühl um. Das ist wirkliche Nostalgie, so wie auch Richtung Grindelwald First. Romantische Sesselbahnen aus der guten, alten Zeit eben. Einer nach dem anderen kommt auf dem Einersitzli herauf geschwebt. Es ist nun schon ziemlich frisch hier oben, Richtung Gemmi - Leukerbad hängt der Nebel in den Bergen. Wir machen uns gemütlich auf den Weg. Nachdem die Kantonsgrenze Bern / Wallis überschritten wurde, steigt unser Weg stetig an. Wir schwitzen leicht, weiter oben verteile ich Erfrischungstüchlein von der SBB. Nach weiteren 15 Minuten suchen wir im Gebüsch neben dem Weg ein lauschiges Plätzchen. Aus herumliegenden Felsplatten basteln wir ein Tischchen und halten hier unser Picnic ab. Nach dem Mittagessen nach kurzer Zeit eine Kurve, dahinter befindet sich das Zollhaus Schwarenbach, wo wir etwas trinken. Die Marschdauer beträgt bis hier 90 Minuten. Danach steigt es weiter an, bis man den Daubensee erblickt. Das Wetter verschlechtert sich, der See hat eine graue Farbe, ein paar Lawinenkegel liegen teilweise im Wasser herum. Nach einer weiteren halben Stunde treffen wir auf der Gemmi ein. Gesamte Marschzeit für die Strecke Sunnbühl - Gemmi fast 3 Stunden. Wir melden uns an und beziehen unser Massenlager. Hier haben wir einen riesigen Raum mit 100 Schlafplätzen für uns allein. Wo sind denn die Touristen? Uns soll es so recht sein. Später kommen noch 5 Wanderer dazu, doch der obere Teil des Raumes ist fest in unserer Hand. Es folgt ein gutes Nachtessen, ich habe Fondue vorbestellt. Danach verbringen wir zusammen einen lustigen Abend mit Spielen, Jasskarten und Weisswein. Zwischendurch kurz nach draussen, in der Nacht hat man einen schönen Tiefblick über die steile Gemmiwand zu den Lichtern nach Leukerbad hinunter. Unser Fest geht weiter im Massenlager, bis wir dann irgendwann einschlafen. Beim aufwachen strahlt die Sonne, draussen herrscht schönstes Wetter. Hier übernachtete ich 1977 auf einer Schulreise mit der Sekundarschule Büsserach zum letzten Mal. Bei einem gemütlichen Frühstück werde ich langsam wach. In der Umgebung des Berghauses klingen viele Glocken von Schafen und Kühen. Unten, am See, rennt eine riesige Schafherde umher. Die Farbe des Daubensees bessert sich wie schon der Himmel. Weiter hinten, im anderen Teil des Tals, Richtung Adelboden, glänzt der riesige Wildstrubel, oder besser gesagt, ein Teil davon, in der Morgensonne. Am Daubenhorn nebenan hängt noch die letzte grosse Nebelfahne. Beim Blick ins Wallis leuchten die weissen Viertausender aus dem Dunst heraus. Nun denn, die Wanderung geht weiter, wir nehmen die Gemmiwand in Angriff. Lieber doch abwärts statt aufwärts. Auf dem schmalen Weg hat es immer wieder Sicherungen aus Stahlseilen. Man hat viele Ausblicke in die Wand, der Weg ist steil und sehr kurvenreich. Auf halbem Weg Rastplätze an leuchtend grünen Wiesen, dahinter der Abgrund. Über uns die Stahlseile der Luftseilbahn. Hier steht auch einer der Gittermasten, wir machen eine Pause. Die kurzen Hosen werden angeschnallt, Fips stellt seinen Bierbauch zur Schau, leicht übertrieben. Ich laufe ins Geröll hoch, bis die Felswand beginnt und klettere ein wenig daran herum. Iris fotografiert von unten her, zu unserer Überraschung bin ich dann später nirgends auf dem Foto drauf. Sie sagt aber, ich sei im Bild gewesen, irgendwie komisch. Nun noch etwa 45 Minuten abwärts, dann schlottern langam die Knie. Jetzt wird es ebener und wir erreichen Leukerbad. Es ist 12 30 h geworden, man freut sich auf das Thermalbad. Ticket lösen und nichts wie rein, wir haben alle total den Plausch. Es ist noch etwas billiger im Bad, da sie gerade umbauen. Tut das gut, nach einer Wanderung hier zu baden, zu schwimmen, in der heissen Höhle und im sehr kalten Kneipp - Pfad. Nach 2 Stunden tollem Badeplausch hoch zur Poststation, um 15 00 h fahren wir ab nach Leuk. Umsteigen in den Zug nach Brig, von hier durch den Lötschberg. In Kandersteg schauen wir nochmals zur Gemmi - Region rüber. Gegen Abend sind wir wieder im Schwarzbubenland zurück, es war ein gediegenes Wochenende.
1. Tour 1989, 15. Juli 1989 Am 13. Juli holte ich Böllä zu Hause in der March Meltingen ab, wir hatten über den Mönch schon viel geredet, er wollte schon letztes Jahr mit dabei sein. Das Wetter sieht sehr gut aus für den Samstag, wir planen, den Berg in einem Tag zu besteigen. Der Mönch könnte für mich ein guter Trainingsberg werden, wir lösen in Laufen für Böllä sein ½ - Preis Abo für 100 Franken. Zur Zeit habe ich an der linken Hand einen kleinen Unfall, ich schlug mir beim Holz hacken in Wahlen in den Finger. Fast wäre er weg gewesen, doch jetzt geht es mir gut, ich sollte das ausnützen. Die Bewegungsfreiheit ist nämlich da, ich bin gut drauf. Vorgestern waren wir in Lausanne am gewaltigen Pink Floyd - Konzert, ein Fest jagt im Moment das andere. Es ist viel los in diesem Sommer. Böllä übernachtet bei uns in Brislach, es reicht gerade noch für 2 Stunden Schlaf. Um 05 00 h starten wir mit dem Auto, um 05 40 h hören wir aufgestellten Ländler auf der Autobahn. Um 07 00 h in Grindelwald, Kaffee und Gipfeli, dann nehmen wir den nächsten Zug zum Jungfraujoch. Während der Fahrt lernen wir zwei nette Amerikanerinnen kennen, oben angekommen, marschieren wir sofort weiter Richtung Mönchsjochhütte. Nach 45 Minuten stehen wir vor, respektiv hinter dem Mönch und machen uns an den Einstieg. Das Wetter könnte nicht schöner sein, es wurde 09 30 h. Die Tour beginnt mit einer Stunde reiner Felskletterei im unteren Teil, am Anfang ist der Weg sichtbar. Auf ca. 3750 Meter wird angeseilt, nun ein kleines Znüni. Böllä hat die Steigeisen von Ändel, wir ziehen sie an. Es geht wunderbar vorwärts, nun das kleine Firnfeld, wieder eine Weile Felsen, später zum grossen Schneefeld. Das Atmen geht immer schneller, die Schritte werden langsamer. Jetzt haben wir die 4000 Meter Grenze erreicht, super, es kommt noch der
Auf dem Mönch 1989, Gago und Böllä ziemlich lange Gipfelanstieg. Dann ist es geschafft, nach 2 ½ Stunden sind wir auf dem Gipfel angelangt, ganz genau auf 4099 m. ü. M. Es ist Böllä`s erster Viertausender, mein Dritter. Zum zweiten Mal stehe ich auf dem Mönch, genau um 12 00 h. Wir jubeln und schreien, haben Glücksgefühle und den Gipfel für uns ganz alleine. Man gratuliert sich, die Aussicht ist fantastisch, schon etwas anders als letztes Jahr im Nebel. Später kommen vom Jungfraujoch, vom Westgrat her, zwei weitere Bergsteiger. Diese machen dann auch ein schönes Gipfelfoto von uns. Man setzt sich hin, der Aletschgletscher sieht super aus und wir freuen uns, ihn in einem Monat wieder zu traversieren. Das Aletschhorn und die vielen Walliser Bergriesen im Süden strahlen um die Wette. Auf der Nordseite sehen wir den Brienzersee und tief unter uns im Grün die Kleine Scheidegg. Auch die Sphinx vom Jungfraujoch glänzt winzig in der Sonne. Vier weitere Bergsteiger erreichen den Gipfel, sechs weitere hängen am scharfen Gipfelgrat. Das gefährlichste hier am Mönch sind die Wächten. Wir treffen ein älteres Ehepaar aus Stuttgart, die sich auch wie wahnsinnig an der Aussicht erfreuen. Sie erkennen und bestimmen alle Gipfel, auch die im Wallis. Schon fast eine Stunde stehen wir beide hier oben, nun der Abstieg, es ist ein Genuss, keine Probleme, nichts. Unschwierig klettern wir durch die Felsen und kommen schnell voran. Nach 1 ½ Stunden finden wir uns bereits am Einstieg wieder, es wurde 14 30 h. Mit der Bahn nun wieder zurück nach Grindelwald zum Auto, gegen 19 00 h sind wir schon wieder in Brislach angekommen. Also genau 14 Stunden später, was für ein herrlicher Tag. Zum letzten Mal war Papa`s Holzpickel, ein alter Bhend aus Grindelwald, mit auf einer Tour. Bald kaufe ich mir einen eigenen Pickel für die Zukunft.
20. Juli 1989 Eine Privattour, dabei sind André Burkhalter und ich. Das Wetter ist spitze, wir planen einen Ausflug auf das Schilthorn und danach eine Wanderung ins Kiental über die Sefinenfurke. Ändel kennt diese Region, unser Zug fährt um 06 41 h in Laufen ab. Die Fahrt geht über Biel - Bern - Interlaken, um 09 30 h treffen wir in Lauterbrunnen ein. Zuerst wird mal eine Runde angestanden, denn viele Leute wollen heute rauf. Nun fahren wir mit der Standseilbahn ( Mürrenbahn ) auf die Grütschalp, hier umsteigen in die andere Bahn nach Mürren. Wegen unseren SBB - Ausweisen dürfen wir vorne beim Lokführer sitzen, es ist super und das Wetter fantastisch. Nun eine Linkskurve, vor uns leuchtet weiss und mächtig die Jungfrau. Wir wandern ein Stück durch Mürren und treffen auf die Schilthornbahn. Eine halbe Stunde später sind wir auf dem Schilthorn angekommen, auf dem "Piz Gloria" seit dem James Bond - Film, auf 2970 m. ü. M. Es ist warm und die Aussicht prächtig, von der Seite her haben wir einen Blick auf die Blüemlisalp. Beide haben wir heute unsere farbenfrohen "Flippihosen" an, nun bereden wir die Route, wandern jetzt am Gipfelgrat entlang, bald geht es abwärts.
Schon kommen in lockerem Fels die Stahlseilsicherungen, auf der nächsten Erhebung gibt es eine Rast. Danach kürzen wir den Weg ab, gehen durchs Geröll, später auch zu einem Lawinenkegel. Weiter unten in ein richtiges Meer von Alpenblumen, hinter den Magerwiesen dann plötzlich Abgründe. Es sieht heiss aus, wir umlaufen links die Bergkette bis zur nächsten Alp, am Abgrund suchen wir die leichteren Stellen. Doch was ist das? Da hängt ein schwarzes, 30 Meter langes Stahlseil mit Gummiüberzug an einem betonierten Haken, ein Übergang, gut gedacht. Wir hängen uns dran und seilen langsam ab, weiter abwärts, später zu einem Bach. Hier über den Bergweg zur Sefinen hoch, vor uns ein steiler Aufstieg, ist aber nicht so anstrengend, wie es aussieht. Durchs Geröll in Kurven hoch, nach 30 Minuten zum höchsten Punkt, der Sefinenfurke. Von diesem Übergang aus sieht man ins Kiental hinunter, zum Tschingelsee. Links steht die Blüemlisalp mit dem Morgenhorn und Wyssi Frau, im Vordergrund rechts das Hohtürli. Eine schöne, einsame Landschaft ist das hier, wir marschieren gemächlich abwärts. Nach 75 Minuten erreichen wir das erste Haus. Als Verpflegungsmöglichkeit sehr willkommen, können wir doch in die Stube sitzen und allerbeste frische Milch kosten. Jeder bestellt hier 3 x 3 dl. Milch, herrlich. Dieser Hof heisst Obere Dürreberg. Dann weiter am Tschingelsee entlang zu den ersten Höfen, wo Ändel und ich auch noch Geissenkäse kaufen. Die Bauern hier haben ihre Produkte vorne am Weg angeschrieben. Später erreichen wir nach 1 ½ Stunden die Griesalp, zum Zvieri gibt es Bratwürste, Rösti und Bier. Mit dem Postauto danach das enge Strässchen runter zum Bahnhof Reichenbach im Kandertal. Ändel telefoniert seinen Eltern von hier aus und als der Zug am Bahnhof Mülenen hält, stehen dort seine Eltern Peter und Julia und reichen uns eine Flasche Weisswein für die Heimfahrt, herzlichen Dank! Gegen Abend sind wir wieder in Laufen.
2. Mönch - Tour in diesem Sommer 22. Juli 1989 Dabei sind Iris und ich. Am 21. Juli schenkt mir Iris meinen neuen Stubai - Pickel frühzeitig zum Geburtstag, am Freitagabend wird gepackt. Das Wetter meldet nicht speziell gut im Moment. Genau wie vor einer Woche möchte ich wieder auf den Mönch in einem Tag, diesmal mit meinem Schatz. Die Hinreise verläuft genau gleich, Abfahrt in Brislach um 05 00 h, Ankunft in Grindelwald um 07 00 h. Um 09 00 h bereits auf dem Jungfraujoch, die Berge sind leider verhangen, wir warten einmal ab. Von der Kleinen Scheidegg sah es noch besser aus. Ich finde, umzukehren wäre jetzt noch verfrüht, da wir nun einmal hier sind, nehmen wir den Marsch in die Mönchsjochhütte unter die Füsse. In einer Stunde sind wir in der warmen Hütte auf 3650 m. ü. M. Überall Nebel, man sieht keine 10 Meter weit. In der Hütte trinken wir zum aufwärmen 2 Kaffi Mönchsjoch, eigentlich haben wir den Berg schon abgeschrieben. Dann hellt es vom Aletschgletscher her aber auf, es ist fast 11 00 h. Einige Bergsteiger, Deutsche und Österreicher, packen ihre Sachen zusammen und wollen sofort starten. Ich schlage Iris vor, auch zu gehen, damit wir im unteren Teil wenigstens etwas klettern können. Gesagt, getan, ist doch gescheiter, als in der Hütte zu hocken. Nun zum Einstieg nebenan, wir kommen super vorwärts. Jetzt eine halbe Stunde Felskletterei, ich habe wiederum die Steigeisen von Ändel dabei, wir ziehen sie an. Die Wolken verziehen sich immer mehr, der Himmel wird blauer, schon eine ganze Weile sehen wir bis zum Gipfelgrat. Nach 90 Minuten beim ersten Schneefeld, scheint hier sogar die Sonne. Nun wieder Felsen und das zweite Schneefeld, die Wolken werden langsam wieder dichter. Ich denke ans umkehren, als uns vier Bergsteiger überholen. Iris hat Angst, fragt nun sie um Rat. "Nummä ufä", meint der vordere, ein Bergführer, zu uns. Wir machen eine kleine Pause, mitten im zweiten Schneefeld macht es innert drei Minuten zu. Ein Gewitter zieht auf, es gefällt uns gar nicht mehr. Die anderen sind schon weiter oben. Jetzt der Anstieg zum Gipfelgrat, es wären nur noch 20 Minuten. Wir spüren nun die geladene Luft, die Atmosphäre knistert, unsere Haare stehen zu Berge. Während der ersten Mönchstour im letzten Jahr spürten wir dies auch ein wenig, aber nun knistert es richtig in der Mütze. So stark wie noch nie, Iris hat Schiss. Abzusteigen lohnt sich nicht, da der Gipfel ganz nah ist. Oben könnten wir uns vom Eisen trennen. Vielleicht ist es einfach jugendlicher Leichtsinn, auf biegen und brechen halt. Es geht weiter, mühsam kommen wir voran. Jetzt kommt eine Fünfer - Gruppe vom Gipfel zurück, der Weg ist auf dem Grat sehr schmal. Beide treten wir ein wenig zurück, lassen die Bergsteiger durch. Hier hat man nur etwa 30 - 40 cm. zum sicher stehen, als der letzte Iris gekreuzt hat, steht sie wie auch ich wieder ganz auf dem sicheren Pfad. In diesem Moment kracht es und da, wo Iris eben noch stand, bricht ein grösseres Stück der Wächte ab und stürzt hinunter in die Nordwand. Was für ein Schock, furchtbar, ein paar Sekunden früher und wir wären vielleicht beide abgestürzt. Ich bewegte mich soeben wieder vorwärts, als es passierte. Ich weiss nicht, ob ich uns hätte halten können. Die Wächten im Gipfelbereich sind hier gefährlich, das wusste ich. War dies eine Warnung, vielleicht ein Fingerzeig des Berges? Iris weint, wir sind im Moment schlecht drauf. Drei Minuten später stehen wir auf dem Gipfel des Mönchs und sehen praktisch nichts mehr, die Aufladung ist aber vorbei. Der erste Viertausender für Iris, leider mit viel Pech. Zwischendurch sieht man im Nebel den Eiger, die Jungfrau und auch die grünen Wiesen im Tal. Zum Schluss kann sie auch wieder ein wenig lachen. Wiederum kommen auch vom Westgrat Bergsteiger hinauf und machen ein Gipfelfoto von uns. Wir bleiben nicht lange, machen uns bald an den Abstieg, es ist 13 30 h. Es geht gut abwärts im Schnee, in den Felsen wird es rutschig, dann beginnt es auch noch zu schneien. Nach kontrolliertem Klettern am Seil kommen wir bis auf ein paar kleine Ausrutscher gut herunter. Das Gewitter wird nun immer schlimmer, der Schnee peitscht uns ins Gesicht. Nach etwa 105 Minuten sind wir am Einstieg angelangt. Als später der Jungfraustollen erreicht ist, sind wir klatschnass und wärmen uns im Restaurant auf. Wir frieren während der Zugsfahrt, in Grindelwald ziehen wir uns sofort im Auto um. Als Höhepunkt dieses Tages klebt eine Busse von 20 Franken am Scheibenwischer, wir wollen noch kurz zu Burkhalter`s nach Mülenen. Während der Fahrt nach Interlaken wird die schwarze Lütschine zum reissenden Wildbach, hier regnet es in Strömen. Die riesigen Wassermassen schäumen meterhoch. Nach einer Stunde treffen wir in Mülenen ein, alle sind da: Äendel und Marianne, Annet, Gilbert, Isa und Pesche, die Eltern Julia und Peter. Beim nachfolgenden Nachtessen schildern wir unsere heutigen Erlebnisse und fahren gegen 22 00 h wieder im Oberland ab.
2. Sommer - Tour Konkordiahütte- Märjelensee 12. / 13. August 1989 * Dabei sind: Ändel und Marianne, Roger und Petra, Mario Rommler, Böllä, Bumi, René "Glasi" Hänggi, Paul und Christine, Ueli, Eveline, Iris und ich. 14 Personen, eine super Truppe, die Alpengroupies sind wieder auf dem grossen Gletscher. An diesem wunderschönen Samstagmorgen treffen wir uns wiederum vor der Kirche in Breitenbach. Alle sind da ausser Ueli, um 05 10 h telefoniere ich ihm aus der Kabine, er tönt verschlafen am anderen Ende. Gestern war Freitagabend, am Open Air Nunningen, alles klar. Er kommt, um 05 35 h fahren wir ab, Ankunft in Spiez um 07 10 h. Im Bahnhofbuffet gibt es zuerst einmal Kaffee und Gipfeli, Ändel kauft hier 2 Weine, lässt sie aber liegen. Dann fährt unser Zug ein nach Interlaken, danach umsteigen nach Grindelwald. Die Sonne schien wiederum
Aletschgletscher 1989, Foto von Mario Rommler ( D )
Die Clique von 1989 den Niesen an, um 10 00 h erreichen wir bereits das Jungfraujoch. Das Wetter ist einfach fantastisch, wir treten hinaus in die hochalpine Landschaft. 100 Meter unter dem Stollenausgang wird angeseilt auf 3400 m. ü. M. Alle machen sich bereit, wir wandern im T - Shirt, es ist sehr warm. Man muss sich einschmieren mit Schutzfaktor 16. Der Blick auf den Grossen Aletschgletscher ist einmalig, nur ganz unten im Wallis winken uns ein paar kleine Wolken zu. Hinter uns strahlt der Mönch unter tiefblauem Himmel. Nun anseilen und aufteilen, wir bilden drei Gruppen. Eine Gruppe führt Ändel, eine Böllä und eine ich. Dieses zweite Mal wollen wir nicht mehr über die Lötschenlücke auf die Fafleralp, sondern geradewegs runter zum Märjelensee am nächsten Tag und später weiter auf die Riederalp. Es geht los und wir kommen gut voran. Das Schneefeld vom Jungfraujoch bis zum Blankeis im mittleren Teil des Gletschers ist durchzogen von Spalten. Der vordere muss immer warnen und jeder meldet es dem nächsten weiter. Nach einer gemütlichen Stunde Gletschertrecking hallt plötzlich ein Schrei durch die Landschaft. Marianne ist als letzte am Seil in eine kleine Spalte gestürzt, zum Glück ist es eine Keilspalte, sie bleibt stecken, die anderen ziehen sie heraus. Ein kleiner Schock, Glück gehabt, aber es ist nichts passiert. Es geht weiter, die Mittagspause verbringen wir auf der mittleren Moräne. Nun ziehen plötzlich ein paar Wolken auf, die die Jungfrau im Norden verschwinden lassen. Auf der linken Seite strahlt das leuchtende Weiss in den Eisabbrüchen des Ewigschneefeldes. Nun kommt das letzte Stück auf dem Gletscher, vor uns steht der Konkordiafelsen mit den beiden berühmten Hütten. An einem wunderbaren Gletschertisch vorbei, über Geröll, dann sind wir am Felsen. Jetzt an die Treppe, die ersten 10 Meter senkrecht hoch auf einer Holzleiter, dann steht man auf der Plattform aus Eisenrost. Hier fängt die eigentliche Eisentreppe an, ein tolles Bauwerk. Sie führt im Zickzack zu den Hütten hinauf, ist etwa 80 Meter hoch, wir brauchen für diesen Aufstieg 20 Minuten. Heute ziehe ich einen Rekordlauf von 13, 14 Minuten durch. Oben angekommen, melde ich bei der Hüttenwartin Frau Kaufmann unsere Truppe an. Danach nisten wir uns schnell in unserem Schlag ein, in der Stube scheint die Sonne auf die harten Holztische, herrlich. Gegen 19 00 h folgt das vorbestellte Fondue, welches sehr gut mundet, hier auf dieser Höhe von 2850 Meter. Es ist ein voller Genuss, hier zu sein, den Rest des Abends verbringen wir auf den Felsen neben der Hütte und geniessen die gewaltige Aussicht über den 800 Meter dicken Konkordiaplatz, es ist der grösste Gletscherplatz Europas. Die Berge leuchten im Abendrot, der Sternenhimmel funkelt über dem ewigen Eis, eine super Stimmung. Das Lichterlöschen beginnt wie immer um 22 00 h, ich schlafe noch ziemlich gut ein. Tagwache am Sonntag ist um 05 00 h, das Morgenessen folgt dann gleich anschliessend. Um 06 15 h verlassen wir die Hütte, laufen die Treppe runter und bleiben eine Weile nahe bei den Felsen, auf dem Pfad. Zwischen Gletscher und Geröll sieht man wieder einen sehr schönen Gletschertisch, langsam betreten wir den Eisstrom. Es ist einfach genial, hier zu laufen, wir suchen uns die beste Route Richtung Märjelensee. Das Wetter ist auch heute wieder absolute spitze, einmal mehr haben die Groupies viel Glück gehabt. Nach 2 Stunden Gletschertrekking treffen wir auf eine Gruppe von Baslern, die mit ihrem Walliser Bergführer dieselbe Tour geniessen. Hier muss ich aber noch eine Vorgeschichte erzählen: Die Aletschgletscher - Tour 1989 planten wir bereits diesen Frühling und genauso wie wir wollte auch die Basler Zeitung "Doppelstab" die Tour durchziehen. Gleiches Datum, gleiche Hütte, gleicher Ablauf, gleiches Abendessen ( Fondue ). Das Programm im "Doppelstab" zeigte ein Bild vom Aletsch, darunter die Einzelheiten. Nun denn, hier sind sie also, sie haben sich schon gestern Abend in der Hütte bemerkbar gemacht. Was uns jetzt schockt, ist folgendes: Diese Gruppe besteht aus etwa 25 Leuten an zusammen gebundenen Bergseilen, alle miteinander verknüpft!!! Allen voran der Walliser Bergführer. Nun fragt ihn Äendel freundlich, ob es gut sei, bei den "Chatzenlöchern" den Gletscher zu verlassen Richtung Riederalp. Als Antwort darauf weiss er nur, wir sollten doch den "Doppelstab" lesen und mit seiner Gruppe kommen. Was für eine Arroganz! Was denkt der sich? Niemals würden wir so unterwegs sein. Was der auf dem Gletscher tut, können wir allemal, doch nicht auf diese Weise. Aber erst noch viel billiger und sicherer. Man stelle sich vor, 25 Leute an einem Seil und der vordere Teil stürzt in eine Spalte. Im Ernst, das Aletsch - Abenteuer haben wir für Fr.100.- und alles inbegriffen, organisiert, beim "Doppelstab" kostet das Ganze Fr.310.- pro Person. Nun ja, dem Bergführer seinen Lohn. Wir finden den Weg problemlos, dazu sind wir sowieso besser abgesichert mit drei Gruppen. Es geht vorwärts. Dort, wo der Gletscher die grosse Rechtskurve zieht, steuern wir geradewegs auf das Eggishorn zu. Nun gibt es neue Landschaften zu sehen. Das Matterhorn zeigt sich langsam, es dominiert wieder in dieser Region, dann zeigt sich auch das riesige, leuchtende Weisshorn von seiner schönsten Seite. Nun gibt es eine Pause! Vor der Kulisse der Walliser Fiescherhörner mit seinen Gletschermulden essen wir in strahlendem Sonnenschein zu Mittag. Dann, vor dem Olmenhorn, mache ich das Gruppenfoto mit Selbstauslöser der Alpengroupies 1989. Ich habe 10 Sekunden Zeit zu rennen und trete dabei voll ins Seil von Ändel, das ist nicht die beste Übung. Danach kommt 20 Minuten lang, bevor wir den Gletscher verlassen, ein etwas heikles Stück. Hohe Eiswälle, richtige Höcker, und gefährliche Spalten hat es hier. Nun können Ändel und ich zeigen, was wir am SAC - Eiskurs im Juni in Grindelwald gelernt haben. Ich schlage Stufen ins Eis, unsere Frauen rebellieren, allen voran natürlich Iris. Es gibt hier keinen anderen Weg, die Eisgebilde sind fantastisch. Langsam vorwärts, weitere Tritte ins Eis schlagend, nach ein paar Metern wird der Pfad etwas breiter, wir sind fast in Sicherheit. Einer nach dem anderen kommt gesichert rüber, Schritt für Schritt, Spalten links und rechts, ein Abenteuer, dieser Weg. Über die gewaltigen Eiserhebungen wandern wir hinüber an den Gletscherrand und erreichen dann die Felsen. Als Marianne schon fast die Felsen erreicht hat, bricht wegen der Nähe zu den warmen Felsen unter ihr das überhängende Eis und sie stürzt nochmals auf dieser Tour. Und zwar voll auf die Knie. Marianne hat Schmerzen in den Beinen und humpelt. Wir rasten, verarzten sie ein wenig und packen unsere Ausrüstung ein. Später erreichen wir den Märjelensee, weiter zum Höhenweg hoch und nun wandern wir gemächlich voran. Von hier sind es noch 2 ½ Stunden bis zur Riederalp, unser Ziel heisst Moosflue, die Sesselbahnstation. Jetzt befinden wir uns 100 Meter über dem Aletschgletscher, die Aussicht auf die Eismassen ist sehr eindrücklich. Der Eisstrom zieht weiter im Süden auch wieder eine kleine Kurve, er fliesst Richtung Massaschlucht / Belalp. Dieser Höhenweg steigt stetig, verläuft auch mal im Zickzack, unter uns immer wieder das Eis, wunderbar. Dann erreichen wir die Moosflue, dieser Lift fährt auf die Riederalp, dies verkürzt unsere Tour. Wir ruhen uns aus, das Auge kann nicht genug kriegen von der Schönheit dieser Landschaft. Es ist ein sehr gediegenes Plätzchen hier, zwischen uns und dem Gletscher stehen die ersten Bäume des berühmten Aletschwaldes. Das wäre eigentlich das allerletzte Ziel gewesen, dieser Wald. Aber wir wollen schliesslich die Leute nicht schlauchen, wir wollen einigermassen gediegen und gemütlich wandern. Dies ist einer der Grundsätze der Alpengroupies, nebst der Kameradschaft und der Freude an der Natur. Auf den letzten Metern hat Mario Rommler alles gegeben, wir sind froh, am Ziel zu sein. Jetzt eine wohlverdiente Pause. Danach nehmen wir die Sesselbahn ins Tal, auf der Riederalp angekommen geht's ein Stück durchs Dorf, danach fahren wir mit der grossen Gondel ins Tal hinunter nach Mörel. Von hier weiter mit der FO nach Brig. Umsteigen in die BLS und Fahrt durch den Lötschberg nach Spiez. Dort werden die Autos wieder eingeräumt. Leider hat es mit dem reservierten "Käseexpress" nicht geklappt, da wir einen Verstärkungszug nehmen mussten, waren das noch Zeiten früher. Auf dem Parkplatz erkennt plötzlich der Kellner Äendel wieder und bringt ihm sofort seine 2 Flaschen, die er gestern liegen liess, gutes Personal. In der Gartenbeiz trinken wir noch etwas und dann hält Glasi eine kurze Rede. Er dankt mir für die Organisation und die Durchführung dieser Aletschgletscher - Tour. Ich betone meinerseits, ohne Äendel wäre es nicht so sauber gelaufen, wie es eben war. Der grosse Teil der Gruppe verabschiedet sich und wir steigen in die Autos. Ein schöner Abschluss war das hier. Nach 2 Stunden Autofahrt treffen wir in Erschwil ein und bestellen im Rest. Rössli wieder einmal die legendären Schnitzeli vom Nierstück mit Frites, das super Essen vom "Rössli - Trudi." Mit dem grossen Salat und der heissgeliebten Kräuterbutter. Auch das wird ein Ende haben, wie alles eben. Nur noch vier sind hier: Ändel, Marianne, Iris und ich. Und morgen feiern wir beide im Wohnwagen zum Sand ( Obwalden ) meinen 26. Geburtstag. Dies war der Schluss meines ersten Tourenbuches, geschrieben vom Januar 1972 bis Sommer 1989. Es sind genau 50 Touren enthalten. Beschrieben nach meinen Gedanken, Gesprächen, Fotos, Fragen, Recherchen und zu Beginn nach den Tagebüchern meines Vaters! Seine Gipfel hiessen früher vor allem Allalinhorn, Wildhorn, Wetterhorn und Mönch. Alpengroupie - Nachwuchs:
14. - 16. Juni 1990. Höchster Grenzberg der Schweiz! Dabei sind Christoph Wehrli und ich. Es ist Donnerstag, der 14. Juni. Um 06 18 h fährt mein Zug in Zwingen ab, in Grellingen steigt Christoph hinzu. Wir beide haben recht schwere Rucksäcke, dazu ist Christoph noch von einer Grippe angeschlagen. Das Wetter wird wunderschön werden, das Abenteuer beginnt. Unsere Ski`s haben wir bereits am letzten Montag nach Zermatt geschickt, in der Annahme, die Dufourspitze oder das Matterhorn zusammen zu besteigen. Dies planten wir auf das Fronleichnam - Wochenende. Und wenn das Matterhorn zuviel Schnee aufweisen würde, probierten wir die Tour auf den Monte Rosa. Es ist ja noch etwas früh im Jahr. Wir fuhren über Basel - Bern - Brig nach Zermatt. Dort angekommen, wussten wir, was es geschlagen hatte: Die Bezwingung der Dufourspitze! Es ist der höchste Schweizer ( Grenz ) - Gipfel, mit allen vier Graten auf Schweizer Boden stehend, danach kommt gleich der Dom. Auch ein sehr lohnendes Ziel für die Zukunft. In Zermatt geniessen wir zuerst ein stärkendes Raclette und schauen, wann der nächste Zug auf das Gornergrat fährt. Am Bahnhof Zermatt werden die Skis abgeholt um 14 00 h, die Rucksäcke werden gepackt und ab auf den Zug zum Gornergrat 3000 m. ü. M. hoch. Von dort nehmen wir die Luftseilbahn weiter auf das Stockhorn. Hier, wo für die Touristen Endstation ist, beginnt unser Abenteuer erst und der Plan ist nicht mal schlecht. Im letzten Frühling hab ich mir ATOMIC - Tourenskis gekauft und jetzt geht's ab. Mein Problem ist aber, dass ich noch keine Skischuhe habe, sondern nur Bergschuhe in Leder. Nun die Felle auf die Skis aufziehen, wir touren vom Stockhorn 20 Minuten auf einen Hügel und fahren von dort los. Für mich selber ist es die erste grosse Skitour überhaupt, aber eben mit Bergschuhen, den Raichle Mont Blanc. Nach den ersten 20 Metern lag ich schon im Schnee, dieses Schauspiel wiederholte sich an diesem Wochenende noch viele Male. Es geht sehr schlecht, man hat keinen Halt am Schienbein. Worauf hab ich mich bloss eingelassen? Es wird eine sehr lange Tour, falls wir es überhaupt schaffen. Nun überquert man den Gornergletscher in seinem oberen Teil und weiter nach rechts, hinunter auf die Monte Rosa - Hütte. Also vom Stockhorn 3500 Meter zur Hütte auf 2795 Meter. Das war die Etappe des ersten Tages, so sind wir schon mal am Berg. Mittendrin musste man Felsbänder überklettern, um wieder auf den Gletscher zu gelangen. Um 17 30 h treffen wir in der Monte Rosa - Hütte ein und unsere Ski deponieren wir 100 Meter oberhalb der Hütte, weil wir morgen hier starten werden. Nur der Winterraum der Hütte ist offen, eine grosse Familie Amerikaner und ein paar Österreicher sind hier. Wir bekommen von den Amis sogar einen Hörnli - Mix als Abendessen, wenigstens etwas warmes, besten Dank! Seit der Fahrt durch diese Schneemassen habe ich mir bereits zwei Blasen geholt, die schon offen sind. Dazu habe ich falsche Socken erwischt und nicht gepflastert, eigentlich sollten wir wieder nach Hause
Christoph Wehrli und ich kurz vor dem höchsten Gipfel, der Dufourspitze 4636 m. ü. M. fahren. Gut wäre auch ein Damenstrumpf, doch es ist zu spät. Die Blasen an den Fersen bluten schon, wie wird das wohl enden? So was kann ja ( h ) eiter werden. Aber voller Zuversicht denken wir an den nächsten Morgen. Draussen bewundern wir das Panorama: Das gewaltige Monte Rosa - Massiv, der lange Lyskamm rechts, weiter Castor und Pollux, bis rüber zum majestätischen Matterhorn. Die Amis machen sich nun überall breit, wir drücken uns dazwischen. Abgemacht war, um 03 00 h zu starten. Ich schlafe unruhig, um 01 30 h pflastere ich in der Küche die Füsse, dann noch der Damenstrumpf drüber. Um 01 45 h machen wir uns bereit. Überall liegen Leute auf dem Boden, Abmarsch Punkt 02 00 h. Sternenhimmel über uns, mit der Taschenlampe geht es bergwärts. Zu den Skis, die wir noch ein Stück tragen. Nach den Felsen betreten wir den Gletscher und hängen am Berg. Es ist eine besondere Atmosphäre, der Vollmond scheint auf den zuerst flachen Gletscher. Es steigt stetig, die Ski sind montiert, Christoph geht voraus. Es ist toll, wie leicht und rasch wir vorwärts kommen, es wird steiler. In Kurven nun immer höher gegen 03 00 h, der Mond leuchtet den Lyskamm an. Bis jetzt ging alles gut, nun kommt ein Aufschwung, der Lawinen gefährdet war im Frühling. Gerade hier geht mir die Bindung auf, probiere mühsam, wieder rein zu kommen. Wir sind in einem Steilhang, weiter im Zickzack hoch, schon ist der Schuh wieder draussen. Es ist immer der rechte Ski, auch Christoph flucht. Was machen wir hier? 20 Minuten später erreichen wir einen weiteren Aufschwung, dann wird es ebener um 05 00 h. Wir kämpfen, die Schmerzen sind da, eine kleine Pause, der Tag kommt. 05 30 h. In der Ferne tauchen die ersten erkennbaren Bergriesen auf, die Dämmerung ist in vollem Gang. Ich sehe zum Matterhorn, im Tal bildet sich Nebel. Wir überschreiten bald die Viertausendergrenze, es ist magisch. Über uns ist der Berg frei und bald werden die ersten Gipfel von der Sonne angeschienen. Dann auch das Matterhorn, blutrot, ein schönes Bild. Der Hochnebel steigt nun langsam auf, ein Schluck Tee, es ist kalt. Um 07 00 h werden wir endlich von der Sonne angestrahlt, zum ersten Mal sehen wir auch andere Bergsteiger, natürlich auf Skis. Die Wolken umschliessen schon bald das Matterhorn, Christoph lässt mich voraus. Ich lege die Spur, es macht Spass, weiter hoch, immer weiter, 08 00 h. Nach einer weiteren Stunde denke ich nicht, dass wir den Gipfel erreichen. Der Gipfelgrat, der Sattel kommt näher, wir brauchen Motivation. Ein Stück Schokolade und Powerpillen, Traubenzucker, Tee. Es wird 09 00 h, wir sehnen einen Halt herbei. Seit 7 Stunden schon unterwegs und keine Kraft mehr. Mit letzter Kraft in den Beinen kommt der erste Anstieg zum Gipfel. Die Höhe von 4300 Meter über Meer sind erreicht, die Luft wird dünner. Der Sattel ist erreicht, Christoph zieht die Ski ab, hier machen wir also unser Depot. Als ich meine Latten in den Schnee stecke, wird es 10 00 h. Vor uns liegt nun der steile, letzte Aufstieg zum höchsten Punkt, weiter also zu Fuss. Steigeisen anziehen, Pickel raus und weiter. Christoph prüft das Gelände, steigt auf und ist nicht mehr zu halten. In mir entwickelt sich neue Motivation, Kraft und Freude. Langsam, Schritt für Schritt, steige ich auf, den Pickel in der Hand, vorwärts. Christoph ist unermüdlich, wir sind seit 8 ½ Stunden unterwegs. Bald schon auf 4500 Meter, meine Füsse brennen, nebst den Blasenschmerzen. Doch wir kommen voran, die Luft wird merklich dünner, es wird 11 00 h. Plötzlich flucht Christoph weiter oben, wir sind noch nicht am Ziel. Man sieht den Gipfel, aber da ist noch ein weiterer Grat dazwischen. Felsen kommen zum Vorschein, die anderen Bergsteiger nehmen eine andere Route, kommen besser voran. Nun der Vorgipfel, wir sehen sie am frisch verschneiten Hauptgrat. Das Matterhorn verschwindet auf der anderen Seite. Trotz der Kälte leide ich Durst und esse Schnee, wie meistens. Christoph hält inne und meint, es sei keine Schande, wenn ich jetzt nicht mehr weiter will. Vor uns liegt das gefährlichste Stück der ganzen Tour, "ein kleines Grätchen so schmal wie der Rand eines Gerberkäses," Zitat von Christoph, dazwischen auch immer wieder Felsen, die man überklettern muss. Links und rechts geht es furchtbar in die Tiefe, wir seilen uns in diesem Stück gar nicht mehr an. Denn wenn hier einer verreist, sind wir unter Umständen beide tot. Der Rucksack wird immer schwerer, man muss das Gleichgewicht unbedingt beibehalten. Jetzt das allerletzte Stück, es ist 12 00 h geworden. In einer halben Stunde sind wir oben, dann die letzten Anstrengungen, ringend nach Luft, dann ist es endlich geschafft. Wir stehen auf der Dufourspitze und gratulieren einander. 4634 Meter über Meer, der höchste Punkt der Schweiz. Super, welch ein Hochgefühl. Diese elenden Strapazen haben sich also doch gelohnt. Wie sehen wohl meine Füsse aus? Wenige Meter nebenan sitzen die anderen Bergsteiger, am Felsen sehe ich die kleine Gipfeltafel hängen. Dufourspitze steht auf der Messingplatte. Die höchsten Felsen im Schweizerland sind schon vom Nebel umringt. Wir finden ein paar Meter daneben ein sicheres Plätzchen. Ganz oben, was für ein Gefühl. Schnell ein paar Fotos. Nun ziehe ich eine Flasche Weisswein aus dem Rucksack, einen "La Belle de Dézaley 1985." Ein grosser Wein auf einem grossen Gipfel! Hier oben ist alles blau, schönstes Wetter, im ganzen Tal nun Wolken. Links blickt man zum weissen Spitz rüber, zum Nordend. Rechts thront die "Capanna Margherita", die höchstgelegene bewartete Hütte in Europa, ein weiteres Ziel für die Zukunft. Diese Hütte steht auf der Signalkuppe auf 4500 m. ü. M. Daneben leuchten andere italienische Viertausender, dann der Lyskamm, die Zwillinge Castor und Pollux. Breithorn, Matterhorn und das riesige Weisshorn sind verschwunden. Wir stossen an auf unseren herrlichen Gipfelsieg, dann geht Christoph für grosse Jungs. Der Junge scheisst scheinbar auf jedem Gipfel, wie er sagt. Ganze 40 Minuten sitzen wir hier oben, als Erinnerung kommt ein Stein mit. Es wird nun Zeit für den Abstieg, zuerst einmal zurück zu den Ski, nach 10 Minuten befinden wir uns schon im Nebel, man sieht fast nichts mehr. Auf der Route der anderen geht es zurück, nur mühsam finden wir das Skidepot. Und dann geht es los, die Abfahrt. Es ist wunderbarer Pulverschnee, doch wegen den Bergschuhen stürze ich oft. Christoph rast den Berg runter, jumpt über eine kleine Spalte. Riesige Eisschlunde umfahren wir, man erkennt wieder die Aufstiegsspur von heute Morgen. Nach einer Wahnsinnsabfahrt mit Pausen kommen wir in die untere Welt zurück. Fast 3 Stunden nach dem Start und auf den Ski`s, verbunden mit fast unerträglichen Schmerzen, erblicken wir das Dach der Monte Rosa - Hütte. Während der Abfahrt hab ich einen Eispickel von Christoph verloren, der fast Fr.300.- wert ist. Hab ihn schlecht am Rucksack angebunden, auch das noch. Wochen später bezahlt seine Versicherung den Schaden. Es wird nun bald 16 00 h, meine Armeehosen sind von den Stürzen praktisch zerfetzt. In der Hütte essen wir etwas und ruhen uns aus, feiern übermüdet ein bisschen. Um 21 00 h sind wir so kaputt, dass wir schnurstracks die Wolldecke übers Gesicht ziehen. Von nun an wird volle 12 Stunden durchgeschlafen. Aufstehen um 09 00 h morgens, es ist der dritte Tag. Draussen herrscht ein Prachtwetter, meine Füsse bluten, die beiden Wunden an den Fersen sind daumengross, keine Haut mehr da. Christoph wurde gesund und möchte am liebsten von hier aus noch auf den Castor oder Pullux. Bei mir liegt nichts mehr drin, ich humple nur noch. Wir entschliessen uns, heimzufahren, wandern runter auf den Gornergletscher, über den Höhenweg weiter zur Bahnstation Roten Boden, das dauerte nochmals 2 ½ Stunden. Unterwegs leidet man nochmals Durst, bis sich ein Wasserfall neben dem Weg ergiesst. Die Station Roten Boden ist die zweitoberste Haltestelle der Gornergratbahn. Eine Touristin aus Deutschland sieht uns mit den Ski auf den Schultern und fragt uns, ob hier irgendwo ein Lift sei. Was für Banausen. Als wir sagen, wir kommen dort vom grossen, weissen Berg, staunt sie nur ungläubig. Bald kommt der Zug, in Zermatt angekommen, warten wir ungeduldig auf einen Kübel Bier. Der Kellner kommt noch lange nicht und lässt uns beide leiden. Plötzlich sehen wir Mario und Sandra Dobler mit ihrer Familie vorbei laufen. Wir erzählen ihnen unser Abenteuer, sie machen in Zermatt eine Woche Ferien. Danach steigen wir in den Zug, in Brig telefoniere ich nach Hause. Um 18 15 h kommen wir nach langer Zugsfahrt in Laufen an. Iris holt uns ab, Autofahrt nach Himmelried. Dann wird noch bis spät am Abend im Restaurant Frohsinn zu Himmelried gefeiert. Meine Schuhe habe ich gar nicht mehr ausgezogen, erst daheim kommt alles zum Vorschein. Erst 2 Wochen später konnte ich wieder Turnschuhe anziehen, es ging in die Ferien, auf den Les Diablerets, ins Wallis und ins Waadtland, Ausflüge waren nur noch mit Birkenstock möglich. Doch wir sind glücklich und stolz auf die vergangenen, erlebnisreichen Tage. Was kommt wohl als nächstes? Die Tour auf die Dufourspitze war mit 12 Stunden bisher mein längster Treck!
7. Juli 1990 * Dabei sind: Ändel, Marianne, Böllä, Anita, René, erstmals Erich Hunziker, Fredy Jeger und Sandra, meine Brüder Toni und Paul, Iris und ich. Der Ablauf dieser Wanderung ist fast identisch wie vor einem Jahr mit Ändel, aber trotzdem eine spezielle Sache. Um 06 41 h fährt unser Schnellzug in Laufen ab, in Bern steigt Toni dazu und in Spiez, wie könnte es anders sein, Äendel und Marianne. In Lauterbrunnen angekommen, sieht das Wetter nicht gerade rosig aus. Mit der Standseilbahn nun hoch auf die Grütschalp, wegen dem Kondukteur fehlen schnell zwei. Mit der Mürrenbahn weiter ins Dorf Mürren, wo wir warten. Danach mit der Gondelbahn auf das 2970 Meter hohe Schilthorn. Die Berge sind etwas verhangen, als wir starten. Nun den Grat hinunter, um bei einem Schneefeld abzubiegen. Ein Stück weiter dann eine Pause. Wandern durch Geröll, Äendel und ich diskutieren über das Seil vom letzten Jahr. Dann kommen wir bei den Felsen an, ich finde das Kabel auf Anhieb. Hier runter, einer nach dem anderen hält sich daran fest, Paul kommt als letzter hinunter. Alles geht in der Steilheit gut, nur Sandra hat etwas Angst. An den verschiedensten Stellen entdecken wir plötzlich Edelweiss, die Leute flippen teilweise fast aus. Auch ich entdecke heute erst zum zweiten Mal ein wild wachsendes Edelweiss. Später muss man im Nebel den Weg suchen, durch Geröll und Magerwiesen kommen wir ziemlich gut hinunter auf die Ebene. Von hier brauchen wir zur Sefinenfurke hoch noch eine Stunde. Nun der steil ausschauende Aufstieg, aber nach 30 Minuten sind wir schon oben. Die Blüemlisalp hinter uns steht im Nebel, doch wir erkennen unten im Kiental den Tschingelsee. Unser Horror - Pauli hat spezielle Kunststoffstiefel von der Baustelle an seinen Füssen. Er hätte genauso gut auch Gartenstiefel anziehen können. Er hat mächtig Probleme, zwischendurch hört man ihn wieder schreien vor Schmerzen, es hat ihm den Zehennagel rumgelegt. Auf dem Weg ins Kiental mache ich Bilder mit dem Teleobjektiv. Paul steht dort mit seinem Stock im Schneefeld, er sieht aus wie der leibhaftige Alpöhi. Neben einem sprudelnden Wasserfall entdeckt man eine Gämse. Nach einer Stunde erreichen wir die Alp, wo es letztes Jahr Milch gab, jetzt ist niemand hier. Böllä kratzt eine Geiss am Hals, dann kommt uns ein Bergbauer mit einem mit Brettern voll beladenen Esel entgegen. 2 Stunden später treffen wir in Kiental, im Dorf, ein und sehen unser Postauto. Wieder das spektakuläre Strässchen runter, in Reichenbach wird in der nächsten Beiz gegessen. Danach auf den Zug und um 22 00 h sind wir wieder daheim.
Aufstieg im Alleingang - Das Erlebnis! 4. / 5. August 1990 Privattour! Auf dieser Spezialtour bin ich aus verschiedenen Gründen alleine unterwegs. Dieser Bericht soll auf gar keinen Fall zum nachahmen verleiten. Sieben Wochen nach der Dufourspitze war es endlich soweit, das Matterhorn ist angesagt. Der Berg der Berge! Schliesslich muss man so was machen, wenn man jung ist. Wir einigten uns am Monte Rosa schon für das Datum der Matterhornbesteigung, dieser ehrfürchtige Traumberg soll nun uns gehören an diesem Tag. Es war bisher ein super Sommer, vor allem der Juli und Anfang August. In den Alpen liegt sehr wenig Schnee, das Horn ist fast nackt. Vor drei Wochen war das Fernsehen hier am Berg zum 125 Jahr - Jubiläum, Menschen am Matterhorn, Adolf Ogi, der älteste Bergführer Ulrich Inderbinen, Röbi Koller und viele Kameraleute. Die ganze Welt konnte zusehen, ich habe alles aufgenommen und studiert. Nun ist es wieder ruhiger am "Horä" oder "Horu", wie das Matterhorn von den Einheimischen genannt wird. Die ganze Woche probierte ich Christoph zu erreichen, er war inzwischen in Liestal in die RS eingerückt. Ich wurde zusehends nervöser, höre nichts von ihm, aber sonst scheint alles zu klappen, auch das Wetter. Am Freitagabend, als ich alles gepackt hatte, kam dann die Enttäuschung. Er hatte es vergessen, und viel Stress dazu, das Militär und erst noch irgendwo ein Meeting, sagte er. So ein Mist. Ich entschloss mich, doch wenigstens in der Hörnlihütte zu übernachten, um den Einstieg zu erforschen. Zum Ziel, im nächsten Jahr mit Christoph den Gipfel zu erklimmen. Ich versprach an diesem Freitagabend Christine, und vor allem natürlich Iris, sicher nicht hinauf zu klettern. Ich hatte es wirklich nicht vor und liess auch das Seil zu Hause. Morgens um 06 45 h war der Start, Iris fährt mich an den Bahnhof. Gegen Mittag sitze ich im schönen Zermatt im "Pöschtli" bei einer Stange und schaue den Berg an. Touristen flanieren im Dorf vorbei, als ich die Bahn nach Schwarzsee nehme. Von hier aus wandert man in gemütlichen 2 Stunden zur Hörnlihütte hinauf, das Matterhorn steht in seiner ganzen Vollendung vor mir, wird immer grösser und grösser. Nach 2 Stunden bin ich auf der Hütte auf 3200 m. ü. M. angekommen. Ich gebe der Hüttenwartin meinen SAC - Clubausweis ab, das ist hier die Regel. Damit man später die Namen der Toten kennt! Am nächsten Abend holt man den Ausweis wieder ab, wer nicht zurück kommt, gilt als vermisst, ist vielleicht sogar abgestürzt oder sehr spät dran oder sonst wie in Not. Beim Eintrag ins Hüttenbuch, das ja Pflicht ist, gebe ich als Ziel das Matterhorn an, obwohl ich nicht vorhabe, es wirklich ganz zu versuchen. Schliesslich schreibt man hier ja nur ein Ziel ein, es ist immer dasselbe. Beim Nachtessen lerne ich zwei Österreicher kennen, der eine war schon mal ganz oben. Ich frage sie ein wenig aus. Im Massenlager nächtigen Mexikaner, Chilenen, Engländer, Amerikaner, die beiden Österreicher und noch viele Nationen mehr. Tschechen,
Am Matterhorn morgens um Sieben! Was für ein Tag.
Gipfelglück für mich auf dem Matterhorn 4478 m. ü. M. die fast kein Geld haben, schlafen in der Kälte draussen vor der Hütte. Die armen Kerle hatten vielleicht nicht mal Geld für die Luftseilbahn nach Schwarzsee. Natürlich hat es auch Frauen der erwähnten Nationen hier, zum Teil recht hübsche, hagere Bergsteigerinnen. Dazu noch die Bergführer und andere Profis. Aber auch viele Leute, die gar nichts am Berg zu suchen haben. Ich bin nun in diesem Schlag der einzige, der die Schweiz vertritt. Alle hier wollen Morgen auf das Matterhorn. Den Helm und die Stirnlampe habe ich extra für diese Tour gekauft und jetzt kann ich nicht hoch alleine. Ich stelle die Sachen auf die Ablage. Der Österreicher sagt, ich solle am Morgen doch einfach eine Stunde lang hinter ihm herlaufen und das Ganze anschauen, ich bräuchte mich nicht anzuseilen. Draussen studiere ich den Hörnligrat, mit den Turnschuhen klettere ich 45 Minuten lang Richtung Gipfel, es ist sehr einfach, am Anfang ist es eine Wanderung mit ein paar Seilen. Der steile Einstieg befindet sich gleich hinter der Hütte und der ganze Berg ist eigentlich eine riesige Geröllhalde. Obwohl es "mein" Traumberg ist. Die umliegenden Viertausender strahlen im Abendrot, ich gehe zurück und bin sehr aufgeregt. Um 22 00 h ist Lichterlöschen angesagt. Ich kann aufgewühlt einschlafen und um 03 00 h bin ich plötzlich wach. Wie in Trance ziehe ich mich an. Morgenessen. Habe keinen Hunger und sitze bei den Österreichern. Bald wird es 04 00 h, es geht los. Die Bergführer immer zuerst mit ihren zahlenden Gästen, dann der grosse Rest. Start auf 3260 Meter, gemächlich schreiten wir voran. Nach wenigen Metern nun der Einstieg, steil, bald kommt das erste Fixseil an einer heiklen Stelle. Der Helm sitzt auf meinem Kopf und die Stirnlampe brennt. Diese Lichter über mir in Bewegung, die Menschen, es sieht fantastisch aus. Überall am Fels hat es Pfeile und Katzenaugen, die leuchten, von der Lampe reflektiert. Das Klettern um die Blöcke herum ist sehr schon, auch habe ich warm, es ist ruhig. Jeder geht und geniesst für sich. Die Sterne leuchten, etwa 20 Alpinisten klettern in Gruppen vor mir. Langsam setzt nun die Dämmerung ein, ich sehe hinter dunklen Bergspitzen den Tag kommen, es leuchten die wunderbarsten Farben. Der Dom, Alphubel, Monte Rosa zeigen ihre Silhouetten, ich trinke einen Schluck Tee aus der Thermosflasche und geniesse einfach den Moment. Die Männer steigen weiter auf, es wird heller. Plötzlich klettern die Österreicher schon ziemlich weit über mir. Nun bin ich ganz alleine unterwegs, nach einigen Felstürmen nun immer mehr auf den eigentlichen Grat. Langsam und sehr konzentriert wird weiter geklettert, ich habe kein Seil dabei und brauche weder Steigeisen noch den Pickel. Nachdem ich kurz etwas den Hörnligrat verlasse, löst sich plötzlich 15 Meter links von mir eine riesige Felsmasse, gleich Lastwagenweise donnert es an mir vorbei, stürzt in die Ostwand. Da bin ich schon erschrocken, es wird 06 00 h. Mein gutes Vorwärtskommen macht mir grosse Freude, es geht bestens, ich bin gut drauf heute. Nach mühsamen Griffen kommt wieder der Gipfel zum Vorschein, und wie: Der obere Teil des Matterhorns wird nun von der aufgehenden Sonne rot - orange angestrahlt, es ist jetzt 07 00 h. Nun stehe auch ich im Sonnenlicht und erkenne zum ersten Mal die berühmte Solvay - Hütte, sie steht zwischen der oberen und der unteren Mosleyplatte. Die Solvay ist eine Nothütte auf 4003 Meter über Meer. Ich kenne sie aus Büchern, durchs Fernrohr vom Trockenen Steg aus, aber vor allem durch das Fernsehen kürzlich. Hier nochmals zu dieser Live - Sendung: Vor drei Wochen wurde das 125 - Jahr - Jubiläum der Erstbesteigung des Matterhorns durch Edward Whymper gefeiert, am 15. Juli 1990. Das Fernsehen DRS war LIVE dabei, 10 ½ Stunden lang. Die Sendung war unglaublich. Mit 2 Laienteams und vielen Bergführern und Technikern waren sie oben. Ein riesiger technischer Aufwand mit 8 Kameras, einer neuartigen Helmkamera und Helikoptern. Eine Sensation, doch im Vorfeld habe ich mich mit dieser Idee überhaupt nicht anfreunden können. Doch diese Aufnahmen haben mir viel gebracht, auf Video konnte ich in letzter Zeit den Berg eingehend studieren. Nebst Bundesrat Adolf Ogi war auch Röbi Koller da und auch der 90 - jährige Zermatter Bergführer Ulrich Inderbinen, der älteste Bergführer der Welt, war an der TV - Premiere dabei. Er bestieg das "Horu" schon über 300 Mal, kürzlich das erste Mal wieder seit 8 Jahren. Eine unglaubliche Leistung in diesem hohen Alter. Nun sehe ich diese Solvay - Hütte vor mir und denke nun ans umkehren, Schluss, fertig. Nächstes Jahr wieder. Genug erlebt. Das Wetter ist auch wie an jenem 15. Juli, prachtvoll und himmelblau. Es stimmt einfach alles, fast keinen Schnee am Berg, unglaubliche Verhältnisse. Von der Nordwand her weht ein eisiger Wind zu mir rüber. Um 08 15 h erreiche ich die Solvay und danke Gott, dass ich schon dies heute erleben durfte. Ich halte mich am Geländer fest, mache eine Pause und Fotos, ein Selbstauslöser von mir. Hier sollte Schluss sein. Ich befinde mich nun auf 4003 m. ü. M. habe also die "magische" Grenze gerade eben überwunden. Der Gipfel ist eigentlich schon nah, es wären noch 475 Meter, hier will ich umkehren. Da höre ich zum ersten Mal zwei Schweizer diskutieren, ich rede mit ihnen und sage, dass ich hier umkehren werde. Die beiden heissen Hausi und Tiziano und kommen aus dem Kanton Schwyz, aus Steinhausen. Sie sind auch das erste Mal hier am Matterhorn und denken, dass sie es schaffen werden. Hausi macht mir ein Angebot: Ich soll doch parallel mit ihnen klettern, ohne Seil, wenn es weiter oben gut geht, machen wir den Gipfel zusammen. Sie meinen, sie würden mich dann beim Abstieg ins Seil nehmen, damit auch ich sicher wieder runterkomme. Das tönt gut, sehr gut! Ich sage zu! Die Verhältnisse sind wirklich super, es geht nun weiter. Auf 4300 Meter wird das Gelände fast senkrecht, hier beginnen die eigentlichen fixen Seile. Ohne diese dicken Sicherheitsseile käme die Hälfte der Bergsteiger am Matterhorn nie oben an. Jetzt hängt vor mir eine Kette, daran ein Bergseil, rechts davon ein Fixseil. Der Rucksack wird mit der Zeit immer schwerer, ich greife die beiden Seile, ziehe mich hoch, stehe auf den Felsen ab und ziehe mich weiter hoch. Es geht recht gut, aber wenn ich jetzt einen Krampf bekomme oder loslasse, liege ich in ein paar Sekunden zerschmettert unten am Fusse der Ostwand. Also durchhalten, bei der dritten ( Fix ) - Seillänge gibt es erstmals ein Gedränge, Alpinisten kommen vom Gipfel zurück und wir warten. Der Gipfel ist nun ganz nah, nur noch etwa 20 Minuten, ich bin jetzt auf 4400 Meter. Man klettert nun viel mit den Händen, ich schaue rauf. Plötzlich sehe ich die Gipfelstatue, die scheinbar seit dem 15. Juli hier steht. ( Jubiläum, TV - Livesendung ) Sie besteht aus Eisen und zeigt den heiligen St. Bernhard. Ich flippe fast aus, das Geröll im Grat wird weniger, hier fängt das Gipfeldach an, die sogenannte "Schulter." Der Weg ist gut sichtbar, verläuft in Kehren hinauf. Er kommt mir vor wie ein kleines Gemmiweglein. Unter mir klettern Hausi und Tizi, ich werde schneller, laufe an der Statue vorbei. Bald bin ich oben, mein Herz klopft wie wild. Noch ein paar wenige Meter, dann stehe ich wirklich auf dem Matterhorn, auf dem Schweizergipfel. Der schönste und berühmteste Berg, ich habe ihn bezwungen. Es ist genau 10 00 h. Bin nun ganz oben, es ist wahr geworden, 4478 Meter über Meer. Das Matterhorn gehört jetzt mir, in dieser Minute. Ich weine fast vor Freude. Die Kletterzeit von der Hörnlihütte mit all den Pausen beträgt genau 6 Stunden. Unter mir liegt Italien, das Dorf Cervinia oder Breul, geradeaus der Gipfelgrat zum italienischen Gipfel, im Norden die Schweiz, das Mattertal mit Zermatt. Im Osten leuchten der riesige Monte Rosa und der Lyskamm, weiter rechts, Castor, Pollux und das Breithorn sowie das Kleine Matterhorn. Ich tätige auf dem Gipfel den ersten Selbstauslöser von mir, eine Fahne steckt im Schnee. Ich bin wirklich ganz oben, wer hätte das gedacht. Aufstieg im Alleingang, ohne Seil, ohne Pickel und Steigeisen, ich bin sehr stolz. Nur wird dies eine grosse Ausnahme bleiben. Jetzt betreten auch Hausi und Tizi den Gipfel, damit sind 7 Personen hier oben. Wir gratulieren einander, haben eine grosse Bewunderung für die umliegende Bergwelt und das tolle Wetter. Auf dem italienischen Gipfel steht ein Kreuz, wir machen Fotos, alle drei zusammen. Hier oben ist es wie in einer anderen Welt, man schaut vom Gipfel zur Hörnlihütte direkt hinunter, das gibt es nicht überall. Man sieht den Gipfel und die Hütte, dazwischen liegen 1218 Meter Höhendifferenz. Nun werden wir etwas essen, Brot, Schoggi, Fleischkäsebüchsen, Tutti Frutti. Ich habe zu wenig zum trinken dabei, für den Abstieg wird es nicht mehr reichen. Dann bewege ich meine Finger, mache eine Faust, strecke die Finger wieder, doch der mittlere bleibt am Ort. Nochmal, und ein drittes Mal. Es geht einfach nicht mehr, wie gelähmt kommt es mir vor. Muss mit der linken Hand den rechten Finger nach vorne biegen, es war wohl die Anstrengung, das klettern. Es ist eine Verkrampfung von den fixen Seilen her, später geht es wieder besser. Ganze 50 Minuten sitzen wir auf dem Matterhorngipfel, dann wird angeseilt. Als Andenken nehme ich einen Stein mit. Der Abschied vom Gipfel naht, eine beschwerliche Reise wartet auf uns, 5 ½ Stunden lang. Hausi geht voraus, ich befinde mich in der Mitte, Tizi am Schluss. Sichern ist angesagt, ich lerne etwas dabei. Tizi meint, ich hätte eine gute Trittsicherheit, die Kletterei hier ist wunderbar. Dazwischen eine kurze Pause, später erreichen wir die fixen Seile wieder. Meine Hand ist in Ordnung, jetzt müssen wir anstehen, noch viele kommen hoch. Es herrscht ein Durcheinander mit verschiedenen Seilen, immer wieder kommen neue Bergsteiger, die sich hier durchzwängen. Es ist bereits 12 30 h, mir gehen die Getränke aus. Man glaubt an gewissen Stellen gar nicht, dass wir hier rauf geklettert sind. Der Abstieg zeigt sich schwieriger als der Aufstieg, wir kommen auch mal ein wenig von der Route ab, umlaufen Felspfeiler. Die Hörnlihütte kommt langsam näher, liegt aber noch weit unten. Immer weiter runter, ich habe Durst. Langsam bewegen wir uns vor - und rückwärts, 4 ½ Stunden sind seit dem Gipfel vergangen. Es ist nun 15 30 h, ich denke schon an den Heimweg und dass wir die letzte Bahn verpassen könnten. Und natürlich an ein kaltes Bier nach getaner Arbeit, das ich mir sehnlichst herbei wünsche. Ich bin total ausgetrocknet, nun das Weglein im unteren Teil, es nimmt alles ein Ende. Endlich, zu den unteren Seilen am Einstieg, bald haben wir es geschafft, sind aus der Gefahr des Steinschlags heraus. Noch ein paar Meter, das letzte Seil, dann stehen wir auf ebenem Boden. Es ist geschafft und wir sind gesund. Wir drei gratulieren einander nochmals und nehmen das Seil auf. Endlich geht's zur Hütte, ich schleppe mich an den Bänken vorbei ins Restaurant, leide. Und hier noch anstehen, dann hole ich beschwingt Mineralwasser und Bier für uns drei. Die Büchse auf, aber ich kriege fast keinen Tropfen runter und muss ganz langsam nippeln. Welch ein Durst! Das ist schon lange her. Später hole ich meinen Ausweis bei der Hüttenwartin ab. Noch 1 ½ - 2 Stunden dauert es bis zur Station Schwarzsee. Wir fragen nach der nächsten Bahn und merken, dass es heute gar nicht mehr bis nach Hause reicht. Und nach dieser Tour will ich nicht wirklich noch bis nach Zermatt absteigen, das wäre extrem. Nun gewöhnen wir uns daran, dass wir nochmals hier übernachten. Ich telefoniere Iris und erzähle ihr vom überraschenden Erfolg am Matterhorn und dass es zeitlich nicht mehr nach Hause reicht. Sie weint am Telefon vor Schreck, und auch wegen meinem gebrochenen Versprechen. Es ist jetzt 18 00 h geworden, ein nächstes Telefonat geht an den Bahnhof Zwingen. Ich berichte Roger Luginbühl meine Story, er meldet es weiter, so dass ich einen unfreiwilligen Frei - Tag beziehen kann. Nun bleiben wir also noch eine Nacht hier. Nach dem Abendessen beobachte ich wieder diese unglaubliche Pyramide, die vor mir steht, denke über diesen grossartigen Tag nach, geniesse die Dämmerung. Danach gehe ich als erster von uns drei ins Massenlager, ich bin hundemüde und schlafe über 10 Stunden durch. Das Morgenessen folgt, tut das gut. Später packen wir und brechen gemütlich auf. Dann verlassen wir die Hörnlihütte und nehmen Abschied von diesem berühmten Berg. MATTERHORN! Ein Traum wurde für mich wahr! Nach 2 Stunden Marsch erreichen wir die Bergstation Schwarzsee und fahren mit der Gondelbahn nach Zermatt zurück. Hier trennen wir uns, wollen uns aber später am Bahnhof wieder treffen. Ich besuche nun zuerst den berühmten Bergsteigerfriedhof von Zermatt und danke Gott für dieses unglaubliche Erlebnis, ich habe es IHM versprochen. Betrachte die Grabsteine derer, die in diesen Bergen abstürzten, es ist sehr eindrücklich. In der nächsten Gartenbeiz geniesse ich einen halben Weissen aufs Matterhorn. Bei der Zugsabfahrt sind Tizi und Hausi nicht mehr zu finden. Ich sitze in den vorgesehenen Zug und schreibe Postkarten, um 16 18 h kommt mein Zug in Laufen an. Nun nach Hause, zu Iris, sie grollt. Dann besuche ich voller Freude meine Eltern und als mein Vater fragt, wie weit ich gegangen bin, entgegne ich, bis ganz nach oben zum Gipfel. Dann klopft er mir auf die Schultern und meint, jetzt solle ich mal endlich einen richtigen Kletterkurs besuchen. Ich meine darauf, den habe ich doch nun gerade hinter mich gebracht. Iris selbst redet danach drei Tage lang fast nichts mehr mit mir! Am nächsten Tag gratuliert mir Ändel am Bahnhof Zwingen zu dieser Leistung, von den meisten Seiten aber hagelt es verständlicherweise Kritik. Ich nehme sie gelassen entgegen, stehe ganz zu meiner Sache, diesem Abenteuer und verteidige immer wieder die unglaublich tollen Verhältnisse und den Verlauf dieser Geschichte. Hausi schreibt später an den Bahnhof Zwingen, ich habe in der Zwischenzeit fantastische Fotos erhalten. Er erzählt, sie hätten irrtümlicherweise einen Zug 20 Minuten vorher genommen. Er fragt mich wegen den Fotos, ich schicke ihnen meine Negative nach Steinhausen, da sie beide keine bleibenden Erinnerungen an dieses super Wochenende haben. Später kommt ein grosses Dankeschön, sie haben mächtig Freude an meinen Bildern. Ich werde diese zwei Tage ganz bestimmt niemals vergessen. Eine Woche später erhalte ich von Fips ein kleines Stein - Matterhorn mit einem Gold - Klettermännchen ( Climber ) auf einem Holzsockel zum 27. Geburtstag. Auf diesem Sockel steht geschrieben: "GAGO - Dem grössten Spinner und Alleingänger - Alles Gute zum 27. Geburtstag!"
3. Sommer - Gletschertour * 18. / 19. August 1990 Dabei sind: Ändel, Marianne, Christine, Paul, Böllä, Anita, erstmals Ueli Hürbi, Ueli Hänggi, Fredi und Sandra Jeger, Eveline Karrer, erstmals Martin ( Din ) Thomann aus Himmelried, Iris und ich. Nach 2 Jahren habe ich auch wieder Leo's Videokamera dabei. Wiederum treffen wir uns um 05 00 h vor der Kirche in Breitenbach. Das Wetter meldet schön wie fast immer. Um 06 30 h erreichen wir Spiez und parkieren wieder am Bahnhof. Hier treffen wir Böllä, Ueli Hürbi und Din, die auf einer Wiese geschlafen haben und mit ihren Töffs hier sind. Die Sonne scheint rötlich den Niesen an, so beginnt mein Film. Nun geht's weiter mit dem Zug nach Interlaken. Um 08 00 h fahren wir schon Richtung Grindelwald. Vor uns dominiert der Eiger mit dem scharfen Mittellegigrat. Böllä hat im Zug ein Fest mit den Japanerfrauen. Alle sind happy, die Sonne scheint in den Zug hinein, Ankunft Kleine Scheidegg um 08 55 h. Die Jungfrau strahlt zu uns hinunter. Selbstverständlich haben wir Alpengroupies wieder einen reservierten Wagen. Nun kommt der Tunnel. Ändel und ich beschliessen, bei der Station Eismeer auszusteigen. Nun kommt der gewohnte Halt in der Station Eigerwand, die Japaner zucken zusammen, als der Kondukteur zur Abfahrt pfeift. 15 Minuten später zur Station Eismeer. Wir verlassen den Zug, steigen in den Stollen hinab um 09 48 h. Bald kommt auch der vereiste Boden, aber der Schnee ist diesmal weg geschmolzen. Nun treten wir in die hochalpine Landschaft hinaus. Das Wetter könnte fast nicht besser sein, wir sehen am Eiger den Mittellegigrat mit der Hütte. Hier bleiben wir beide 15 Minuten, der Rest der Gruppe erreicht jetzt das Jungfraujoch. Dann gehen wir schnaufend und rutschend wieder hinauf zu den Geleisen, schon bald kommt der nächste Zug. Eine halbe Stunde nach den Alpengroupies treffen auch wir auf dem Jungfraujoch ein. 11 00 h. Beim ankleiden der Gschtältli vor dem Kiosk werden wir von Japanern umlagert und fotografiert. Nun sind alle bereit, wir verlassen den höchstgelegenen Bahnhof Europas durch den Sphinxstollen, treten ein in die immer wieder faszinierende Hochgebirgswelt. Kaum draussen in der Sonne, singen Paul und Din: " Mir Senne heis luschtig, mir Sennä heis guet." Ich besitze nun ein schwarzrotes Jungfraujochkäppi und während ich unsere Leute filme, stiehlt mir Böllä das Käppi vom Kopf und probiert damit Geld zu sammeln. Vor der Videokamera erkläre ich kurz die Route, dann seilen wir uns an. 11 30 h. Es geht los, besser wie nie zuvor, auch abwärts im Schneefeld. Der Blick auf den Aletschgletscher ist jedes Mal wieder einzigartig. Um 13 30 h, noch auf dem Jungfraufirn, erreichen wir den eigentlichen Gletscher, das ewige Eis. Wir geniessen es sehr, überschreiten Bäche. Iris freut sich auch sehr auf den Gletscher, sie ist auch schon das dritte Mal hier mit dabei. In T - Shirts bewegen wir uns gemütlich über das Gletschereis. Beim ersten grösseren Halt plötzlich eine Überraschung für mich: Ändel hält eine Geburtstagsrede, mein Geburi ist jetzt eine knappe Woche her, ich werde reichlich beschenkt mit einem By-Pass-Gleitschirmflug von Ändel, Marianne, Eveline, Böllä, Fritz und Sandra. Superstark! Dazu eine schöne Karte mit den Unterschriften und einer Zeichnung.
Am herrlichen Aletschgletscher, von der Moosflue aus gesehen, 1990.
Das Aletsch - Team 1990. Ich freue mich sehr darüber, nun kann ich doch einmal fliegen, auch ohne eigenen Gleitschirm. Ich möchte wirklich sehr gern, so wie es Äendel, Marianne, Böllä und Rocky dieses Jahr angefangen haben. Nur fehlen mir im Moment 5000 Fränkli dazu. 15 05 h. Der grosse Bach mit dem Holzbrett trennt das Gletschereis. Eines nach dem anderen schreitet darüber, Ändel und ich gehen mit unseren Steigeisen untendurch. Ein Helikopter fliegt über unsere Köpfe hinweg, eine riesen Action ist das hier. Und dann wieder diese Ruhe. An dieser Tour habe ich mich mehrheitlich vom Seil getrennt, damit ich frei filmen kann. Äendel führt eine Gruppe, Böllä führt eine, Ueli Hürbi eine. Wir laufen durch kleine Eistürme hindurch. Neben uns der Eisabbruch vom Ewigschneefeld. Nun gilt es, über den Bach zu springen, Eveline stürzt. Ich erkenne hoch über dem Gletscher die Konkordiahütten, die auf dem Felsen stehen. Um 17 00 h, also nach gemütlichen 4 ½ Stunden, erreichen wir die Treppe. Langsam, eines nach dem anderen, kommen wir voran. Jedenfalls müssen wir nicht anstehen wie letztes Jahr. Nach 20 Minuten erreichen wir die Hütten. Da fliegt ein Heli auf uns zu und landet direkt neben der Hütte auf einem kleinen Bödeli. Das ist wohl ein Geburtstagsgag für zwei Bergwanderer. Um 18 10 h sitzen wir alle in der sonnenüberfluteten Stube und geniessen wiederum ein feines Fondue. Danach müssen wir leider wieder raus, die nächsten wollen auch essen, die Hütte ist bumsvoll. Später sitzen wir wie immer draussen auf den Felsen und geniessen die Rundsicht über den Konkordiaplatz. Ich übe die Fussreflexzonenmassage an Äendel, die mir dieses Jahr auch schon sehr viel geholfen hat. Ein "Aigle Les Murailles" wird aufgemacht, die Dämmerung beginnt. Din trug ein 5 l Warteck Fässchen hier herauf, es wird natürlich auch geköpft. Fritz hat seit dem Essen starke Kopfschmerzen wegen der Höhe, er legt sich ins Massenlager, kann den Abend nicht geniessen. In der Stube massiere ich seine Füsse, 15 Minuten später ist das Kopfweh schon verschwunden. Reflexpunkt sei Dank! Um 22 00 h naht das traditionelle Lichter löschen, ich darf meine Videobatterien teilweise bei der Hüttenwartin Kaufmann in der Küche aufladen. Leider habe ich Schiss, dass der Strom bis zum Schluss nicht reicht. Tagwache ist um 04 30 h, Morgenessen. Wir verlassen die Hütte um 05 30 h. Die Treppe runter, durchs Geröll wieder auf den Gletscher. Um 07 30 h passieren wir einen sehr schönen Gletschertisch. Den schönsten Moment an einem solchen Morgen erlebt man, wenn die ersten Sonnenstrahlen das Gletschereis anstrahlen. Es glitzert wie Diamanten. Dies ist heute der Fall um 08 30 h, mitten auf dem Gletscher. Wir kommen zu verschieden tiefen Löchern, in die wir Steine herunter werfen. Jetzt macht der Eisstrom eine grossen Bogen nach rechts, um 09 00 h eine kleine Rast, dann zeigt sich das Matterhorn, schneefrei wie vor 3 Wochen an meiner Hörnlitour, später das leuchtende Weisshorn. Was für Berge, welch ein Sommer! Der Gletscher wird nun immer unebener, wir wandern Richtung Märjelensee. Die Eisgebilde sind einfach fantastisch, ich halte es mit beiden Kameras fest. 09 55 h. Eine kleine Pause, dann beginnt das letzte Stück. Viel besser und schneller kommen wir in diesem Jahr voran. Um 10 30 h verlassen wir den Aletschgletscher, betreten die Felsen. Wir sind einige Stunden zu früh dran, gut in der Zeit. Der Hauptteil der Tour ist leider schon vorbei. Hier begutachten wir die Löcher unter der Eisdecke, wo der warme Fels das Eis schmelzen lässt. Beim Wegweiser oben angelangt, sind kurze Hosen angesagt. Nach 5 ½ Stunden, inklusive einer langen und mehreren kurzen Pausen, sind wir hier am Höhenweg angekommen. Wenn man die reine Laufzeit betrachtet, ist es fast ein Rekord. 11 15 h. Es geht weiter. Zur Mittagszeit befinden wir uns schon hoch über dem Gletscher. Ich bin happy, meine Videokamera hat immer noch Strom. Wir sehen unser Ziel, die Moosflue, darunter der Aletschwald, über uns das Eggishorn. 12 45 h. Nochmals eine längere Essenspause, Ändel öffnet einen der letzten Dezaley "La Belle" 1985. Wir sind eigentlich viel zu früh hier. Nach eindreiviertel Stunden treffen wir auf der Moosflue ein. Das Gebimmel heimatlicher Kuhglocken verwöhnt unsere Ohren. 14 00 h. Ein Blick zurück auf den grossartigen Aletschgletscher, dann der Blick in die Zukunft, in das Tal, darüber thronen die weissen Walliser Viertausender. Ein wunderschönes Plätzchen, diese Moosflue. Ich erkläre die Region vor der Kamera, dann machen wir mit Fotokamera und Video das traditionelle Alpengroupies Gruppenbild. 10 Minuten später sitzen wir im Sessellift. Nachdem ich den Bettmersee gefilmt habe, geht mir endgültig der Strom aus. Auf der Riederalp steht gleich neben der Bahn eine Feldschlösschen - Beiz. Welch Glück. Hier kann ich auch meine Batterien aufladen. Dann fährt die Gondel, wir schweben ins Tal nach Mörel, wo wir noch einige Zeit am Bahnhof herumliegen und relaxen. Der Zug fährt um 16 45 h. Wir sind immer noch zu früh dran, denn der Käsewagen, an unserem Zug, kommt erst in 45 Minuten. Wir steigen in den folgenden Zug, sitzen uns müde hin und geniessen die Fahrt über den Lötschberg nach Spiez. Doldenhorn und Blüemlisalp begleiten uns mit ihrem strahlenden Weiss. Wir sehen uns wieder den Niesen an und treffen um 18 00 h in Spiez ein. Gemütlich geht die Fahrt mit den Autos weiter, wir sind um 20 00 h wieder zufrieden daheim. Ich freue mich schon aufs nächste Mal, wo ich vom Märjelensee an den letzten Teil des grossen Aletschgletschers abschreiten möchte!
Eine Privattour! Mit Iris bin ich 2 Wochen in der Schweiz unterwegs. Unser Wohnwagen in Sand in Obwalden, den wir seit kurzem zu fünft besitzen, ist der Ausgangspunkt. Wir besuchen Altdorf, fischen in Beckenried, später kommt mein Bruder Toni nach Obwalden, dann fahren wir zu dritt über den Gotthard - Andermatt - Furkapass zum Rhonegletscher. Weiter ins Goms, ins Rhonetal nach Brig und hoch nach Visperterminen. Endlich lerne ich das Dorf mit dem höchstgelegenen Weinbaugebiet Europas kennen, die Höhe beträgt 1350 m. ü. M. Im Hotel Rothorn bekommen wir tolle Zimmer mit Dusche für nur Fr.33.- und essen göttliche Entrecotes. Im Café Heida wird später der Heida - Wein degustiert. Von Visperterminen aus starten wir auf eine Bergtour zum Walliser Breithorn. Die Ausrüstung ist wie immer im Auto dabei. Hochtour Breithorn 4165 m. ü. M. 6. September 1990 Das Morgenessen ist auf 09 30 h angesetzt, danach starten wir Richtung Zermatt - Breithorn. Das enge Strässchen hinunter nach Visp, weiter das Mattertal hinauf nach Täsch, um dort auf dem riesigen Parkplatz das Auto einzustellen. Nun mit der BVZ das letzte Stück nach Zermatt. Durchs Dorf hindurch erreichen wir die Gondelbahn zum Trockenen Steg, hier essen wir bei bestem Wetter zu Mittag, die Breithorn - Nordwand immer vor Augen. Weiterfahrt über den Gletscher auf das Kleine Matterhorn. Als wir oben schon durch den Stollen wandern, frage ich mich, ob Toni auf dem Gipfel genügend warm hat. Es ist sein erster Viertausender. Ich liess vorhin in der Gondel auf dem Trockenen Steg meine teure Gletscherbrille zurück, aufgehängt während dem Kleiderwechseln vor dem Fenster. Ich hetzte zurück und prompt kam nach dem Essen dieselbe Gondel wieder oben an. Die Brille noch am Ort, trotz der vielen Touristen. Nun treten wir auf der Bergstation Klein Matterhorn hinaus auf 3800 Meter über Meer, rechts dominiert das Matterhorn, immer noch fast ohne Schnee, einen Monat nach meiner Besteigung. Nur noch die Luftseilbahn zur Aiguille du Midi im Mont Blanc - Gebiet liegt 20 Meter höher. Wir wandern los, in einer halben Stunde über das Schneefeld, zum Aufstieg über die Normalroute. Anseilen, kurz über 2 Spalten, steil hinauf auf gutem Pfad, wie 1988 ist gespurt. Hier gehen täglich ja Hunderte hoch. Langsam geht es den Schneerücken rauf, es macht viel Spass. Toni hat die Steigeisen von Ändel, Iris in der Mitte hat keine. Bald erreichen wir die Viertausendergrenze, der Gipfelbereich, nach knappen 1 ½ Stunden stehen wir schon auf dem Gipfel des Breithorns, 4165 Meter über Meer. Es ist 14 00 h und gegenüber dem letzten Mal recht kalt, als wir im Unterleibchen hier oben standen. Wir drei gratulieren einander, es ist der erste Viertausender für Toni, für Iris nach dem Mönch 1989 der zweite. Zwei 60 - jährige Deutsche sind ausser uns noch hier. Dann wird ein Gipfelwein aufgemacht und auf das Breithorn angestossen. Plötzlich knarrt es unter uns im Bauch des Berges und Iris bekommt etwas Angst. Wegen der Kälte bleiben wir 20 Minuten oben und dann seilen wir uns wieder an und machen uns an den Abstieg. Schon nach einer Stunde sind wir am Klein Matterhorn wieder zurück, das Wetter hält sich weiterhin super. Zurück zum Trockenen Steg, hier beobachten wir noch lange den Hörnligrat am Matterhorn und entdecken immer wieder Alpinisten durchs Fernrohr. Um 17 00 h dann zurück nach Zermatt und weiter nach Brig. In einem Kleinhotel buchen wir Zimmer und haben einen netten Abend mit feinem Rehpfeffer. Tags darauf ein Besuch in Naters, später weiter nach Goppenstein zum Autoverlad. Durch den Lötschberg nach Kandersteg, es regnet dort. Im Hotel Seeterrasse in Bönigen besuchen wir meine Schwester Ursi und Wolfgang und danach fahren wir über den Brünig nach Sarnen zurück, wo uns Toni wieder verlässt und den Zug nimmt. Während zweier Tage arbeiten wir am Wohnwagen und vergrössern die Gartenmauer. Ab 9. 09. ist bereits das nächste Abenteuer fällig! DER NIESEN! Niesen - Tour spezial ( 2362 m. ü .M. ) Die längste Treppe der Welt! 10. September 1990 Privattour, dabei sind Ändel und ich. Schon vor Wochen hatten Ändel und ich dieses Datum abgemacht. Wiederum mit Iris über den Brünigpass ins schöne Berner Oberland nach Mülenen. Der Treffpunkt ist bei Isa Burkhalter im Gurtnerhaus, es ist 20 00 h, wir essen im Bären zu Abend und warten. Sonst ist noch niemand hier. Dann wieder rüber zu Isa, es fehlen noch Ändel, Marianne, Böllä und Roland "Rocky" Christ. Zu fünft wollen wir heute Nacht den Niesen erwandern, und zwar auf dem kürzesten Weg, über die längste Treppe der Welt, entlang am Schienenstrang. Dies in der Nacht, in einer Vollmondnacht. Auch deshalb in der Nacht, weil es wegen den Zügen tagsüber nicht geht und sowieso verboten ist. Ändel hatte diese super Idee, er, der hier aufwuchs, kennt die Strecke bestens. Um 23 30 h geht die Türe auf und Ändel strahlt, gegen 02 00 h morgens machen wir uns bereit. Die Kumpels werden müde und nun sind inzwischen nur noch Ändel und ich an dieser exklusiven Tour interessiert. Dann starten wir beide um 02 30 h, meine Stirnlampe kommt wieder mal zum Einsatz, der Rest pennt im Gurtnerhaus. Ganz zu Beginn überschreiten wir am Bahnhof die Brücke zum Berg, später kommt der erste Tunnel. Pause! Nun weiter hoch, wir wechseln auf der Treppe die Seiten dann und wann, nach 1 ½ Stunden erreichen wir die Mittelstation. Kleine Verpflegungspause, Fotos immer wieder und weiter. Meine Waden werden wärmer, die Dämmerung macht sich bemerkbar. Ein weiterer Tunnel, dann sind wir in einer langen Galerie. Es spielt alles keine Rolle, drinnen wie draussen ist es dunkel. Es wird 05 00 h, kurz unterhalb des Gipfels verlassen wir das Gleis, wechseln auf den Höhenweg. Im hellen Mondlicht umlaufen wir Lawinenverbauungen, die gewaltige Alpenkette kommt immer mehr zum Vorschein. Bald einmal ist es geschafft. Lichter vom Jungfraujoch und vom Schilthorn blinzeln zu uns herüber, die Stimmung und diese Atmosphäre hier ist einmalig, wunderbar. Von den insgesamt 11`674 ( !! ) Stufen haben wir nun etwa 9500 hinter uns gebracht. 05 30 h, der Vollmond scheint weiter wie abgemacht, es ist eine herrliche Nacht. Es ist so schön hier, nur für Geniesser. Dann kommt der Tag. 15 Minuten später, Schlag 06 00 h stehen wir auf dem Gipfel, auf Niesen Kulm auf 2362 m. ü. M. Nun noch die Treppe zum Gipfelplateau, wir haben es geschafft. 3 ½ Stunden brauchten wir für diesen ( verbotenen ) Niesen - Trip. Das Panorama ist wahnsinnig, unter uns leuchtet Spiez, tausende Lichter, der blaue Thunersee, dann Interlaken auf dem Bödeli, dahinter der Brienzersee, ich mache hier ganz schöne Langzeitaufnahmen. Diese Stimmung ist ein besonderes Erlebnis, dann hüpfen wir herum, weil wir frieren. Vor uns die Alpen, so nah, mehrere Viertausender, 10 Nordwände, Wetterhorn, Finsteraarhorn, Schreckhorn, Eiger, Mönch und Jungfrau, die Blüemlisalp, Gschpaltenhorn, Breithorn. Einfach fantastisch. Erste Leute kommen, die hier oben übernachtet haben und das Schauspiel der aufgehenden Sonne geniessen wollen. Dann ist es soweit, um 06 30 h geht sie auf. Bald schon bescheint die Sonne die höchsten Gipfel der Berner Alpen, auf der anderen Seite, unter uns, liegt das liebliche Simmental. Und jetzt passiert das Unglaubliche: Die aufgehende Sonne zeichnet nun haarscharf die Pyramide des Niesen auf die grüne Landschaft des Simmentales, es ist absolut einzigartig. Äendel selbst hat dies noch nie erlebt, war er doch schon oft hier oben. Man könnte meinen, unsere Körper und Arme erscheinen als Schatten auf dem Gipfel. Der einzige Beweis werden meine Fotos sein, denn das Erlebte kommt selten genug vor. Um 07 30 h frage ich die Serviertochter, ob wir in die Wärme kommen dürfen. Später folgt ein nahrhaftes Morgenessen, wir haben Kohldampf. Um 09 30 h fahren wir mit der Niesenbahn nach Mülenen zurück und begutachten nochmals den steilen Treppenweg. ( 10 oder mehr Jahre später haben fast alle Internet und der Niesen eine eigene Homepage. Im Jahr 2006 gibt es dann bereits den 5. Niesen - Treppenlauf über diese längste Treppe der Welt. ) Im Gurtnerhaus dann legen wir uns beide ein paar Stunden zur Ruhe, denn heute Abend folgt für mich ein weiterer Höhepunkt, ich löse meinen ersten Gleitschirmflug ein. Nun, im Moment träume ich noch davon. Es wird 14 00 h, alleine unternehme ich einen kurzen Ausflug zum Blausee, der Forellen wegen. Hier möchte ich mal in Ruhe fischen, es ist sehr idyllisch an diesem Ort, aber auch von Touristen überfüllt. Dann fahre ich zurück. Um 16 00 h machen wir uns bereit und verschieben uns nach Wilderswil. Hinter dem Schild der Schynige Platte - Bahn leuchtet die Jungfrau, Marianne und Iris fahren zum Landeplatz. Hier lerne ich den Fluglehrer Häppi kennen, meinen Piloten, seine hübsche Frau heisst Claudia. Ich fasse den Helm und dann steigen wir in die Bahn ein, nun kommt mein Flug immer näher. Fast einen Monat ist es her, als mir einige Alpengroupies diesen Tandem - Gleitschirmflug auf dem Aletschgletscher schenkten. Die Bahn fährt ab, Äendel, Böllä und Rocky grinsen mich schelmisch an und fragen, ob ich bereit sei, ich bejahe. Sie können schon lachen, Ändel, Marianne, Rocky und Böllä haben vor einiger Zeit ihre Gleitschirm - Ausbildung begonnen, ich hätte auch gerne mitgemacht, wenn ich mehr Zeit hätte und Fr.5000.- spatzig. Aber man kann ja nicht alles machen. Nach einer halben Stunde hält der Zug an einem Hang an, extra für die Gleitschirmflieger, dieses Gebiet heisst "Breitlauenen". Hier steigen wir etwas die Wiese hinauf, es sind etwa 20 Leute. Ändel meint, der Aufwind sei nicht speziell gut. Oben werden die Schirme ausgelegt, Häppi erklärt mir den Gleitschirm, alle anderen machen sich hinter uns bereit. Ich soll voll herunter rennen, auch wenn wir schon in der Luft sind, meint er. Nun gut, probieren wir es. Ich stehe in den Silberdisteln und warte auf das Kommando, das Gschtältli haben wir angezogen und sind festgemacht. Häppi steigt hinter mir ein, dann warten wir einen günstigen Moment ab. Er schreit "Los!" Wir rennen runter, der Schirm öffnet sich, steht über uns und wir fliegen. Mit grossem Glücksgefühl höre ich, kaum abgehoben, mit dem rennen auf und knalle meine Schuhe Häppi ans Schienbein. Aber wir fliegen, Wahnsinn, das erste Mal, es ist ein herrliches Gefühl. Schon sehe ich den Thunersee, links von uns liegt der Brienzersee. Dann lässt mich Häppi selber steuern, es geht sehr gut und ist toll. Später knipse ich Fotos, ganz gemütlich. Als wir mehr aus dem Hang heraus fliegen, strahlen uns Mönch und Jungfrau an, fantastisch. Jetzt kommen auch die anderen, ich schaue auf meine Schuhe, in die Tiefe, genau unter uns zieht sich das Geleise der Schynige Platte - Bahn durch den Tannenwald. Hinter uns fliegen 10 Schirme, wir befinden uns etwa 200 Meter über dem Boden. Wunderbar geht es in Kreisen hinunter, Häppi zeigt mir den Landeplatz. Jetzt erkenne ich schon Iris und Marianne, über ihnen schwebt der Schatten unseres Schirmes. Die grüne Wiese kommt immer näher, schon setzen wir sehr sanft auf. Es war einfach super, ich bedanke mich bei Häppi für dieses Erlebnis. Der blaue Himmel über uns ist voll von Schirmen. Nun entdecke ich Ändel, später Rocky und Böllä. Der letztere landet ziemlich nah bei den Hochspannungsleitungen im Hintergrund, was ihm einen kleinen Zusammenschiss des Fluglehreres einbringt. War der Himmel noch stahlblau vor kurzer Zeit, zieht nun schnell eine Gewitterfront auf. Herzlichen Dank meinen Freunden. Wir verabschieden uns von den Kumpels im Berner Oberland und fahren über den Brünig nach Sand zum Wohnwagen zurück. Hier besuchen uns später noch meine Eltern, Ursi und Wolfi, wir fahren auf dem Vierwaldstättersee herum, besuchen mit ihnen die "Republik" Gersau, das Verkehrshaus in Luzern und die Glasi Hergiswil. Alp Älggi - Geographischer Mittelpunkt der Schweiz 12. September. Heute wollen wir den geographischen Mittelpunkt der Schweiz ausfindig machen, es ist nah von hier, er liegt im Kleinen Melchtal oberhalb von Sachseln. 15 Minuten lang fahren wir ein enges Teersträsschen hinauf, dann lassen wir das Auto stehen. Das Wetter ist schön und die Kühe haben ihre letzten Tage auf den Alpweiden. Gemütlich, mit genug Pausen, geht es voran, nach 2 ½ Stunden Aufstieg erreichen wir eine Ebene. Ein paar Häuser, eine Kapelle, die Älggi - Beiz und natürlich, 5 Minuten entfernt, das Monument. Auf einem Hügel stehend, wie wenn es das Gelände gemerkt hätte, dass hier etwas Besonderes ist. Die Schweiz ist der Grenze nach liegend am Boden betoniert mit Steinen und parallel dazu mit einem Zaun und verschiedenen Eingängen eingerahmt. Die Landschaft hier in der Innerschweiz ist sehr lieblich und hügelig, hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. In der Mitte der "Schweiz" steht der Signalmast, ein Dreieck, darunter ein Felsen mit einem Loch, dies ist der genaue Mittelpunkt der Schweiz. Drum herum stehen Aluminium - Tafeln in vier Sprachen. Im nächsten Jahr werden wir eine Alpengroupie - Tour hierher organisieren. Vor dem Restaurant liegt ein grosser Sennenhund in der Sonne, wir probieren den exzellenten "Kafi Äelggi." Danach brechen wir auf und kehren nach Sand zurück. Tage später besuchen wir noch die Stadt Zug und das Stanserhorn, bevor diese intensiven, abenteuerlichen Schweiz - Ferien "Swiss - Tour I / 90 nach 14 Tagen ihren Abschluss finden. Im Frühling 1991 machen wir kleine Skitouren, auch in der Heimat,
klettern viel im Klettergarten Pelzli und an der Egerkinger Platte herum
und begehen zu fünft testmässig das Höhlensystem Nidleloch
auf dem Hinter Weissenstein über Nacht während 11 Stunden.
Weekend auf Niesen - Kulm * 15. / 16. Juni 1991 Dabei: Böllä, Petra, Christine, Eveline, Eric, erstmals Daniel Erzer, Ändel, Iris und ich. Dies sollte die gemütlichste ( faulste ) Tour des Jahres werden, doch sie wird noch viel gemütlicher und fauler. Abfahrt Bahnhof Laufen um 08 42 h, sogleich folgt ein noch kalter Cure d'Attalens zum z'Morge. In Mülenen steigen wir um in die Niesen-Bahn. Wenn ich daran denke, wie Ändel und ich letztes Jahr am Gleis entlang in der Nacht hinauf gewandert sind, so wir mir ganz kribbelig. Ankunft Niesen Kulm ( 2362 m. ) um 12 10 h. Ich melde mich an, Bettenbezug. Aber nicht etwa im hauseigenen Massenlager. Wir staunen alle. Etwa 50 Meter unterhalb des Hotels bekommen wir ein eigenes Heim. ( Militärbaracke ) 2 Schlafräume, ein grosser Aufenthaltsraum, eine Küche, ein Waschtrog mit fliessendem Wasser, eine Terrasse. Absolute Spitze. Wir springen vom Geländer in einen Schneehaufen hinein, macht riesig Spass. Eine kleine Tour hätte ich vor, jetzt, nach dem einräumen. Jede(r) kann selbstverständlich über sich selber verfügen. Äendel ist noch nicht hier, wir sind zu siebt. Die Frauen relaxen im grünen Gras, zur Tour melden sich noch drei Alpengroupies. Unser Ziel heisst Fromberghorn! Ich ziehe los mit Eric und Daniel um 14 10 h. 30 Minuten geht's den Bergweg hinunter auf einen Sattel, wir kürzen ab, u.a. auch über Lawinenkegel. Ein gefährlicher schmaler Grat zieht sich zum Fromberghorn hinüber. Dann stehe ich vor dem Berg. Irgendwie kommt es mir vor wie am Einstieg des Matterhorns. Der Hörnligrat ist sehr ähnlich zwischendurch, nur das dürre Gras zwischen den Felsen und die Höhe unterscheidet sich vom Hörnligrat. Es ist steil, aber man braucht kein Seil. Schnell gewinne ich an Höhe, es ist eine sehr genussvolle Kletterei. Am Grat mache ich mehrmals Pausen, beobachte den weiteren Weg. Der Abstand zu Dani und Eric wird immer grösser. Wieder Pause. Nach 40 Minuten ( ! ) will Eric, 100 Meter unter mir, kapitulieren. Dann holt Dani auf, wir warten auf Eric. Dani trägt seinen Rucksack. Eric meint, seine Lunge und seine Beine machen das nicht mehr mit. So sollte man doch für kommende Bergtouren trainieren. Wir überreden ihn, weiter zu gehen. Nach 1 h 50 Minuten erreichen wir den ersten Gipfel des Fromberghorns ( 2394 m. ) und geniessen die Rundsicht. Eric holt seinen Gipfelwein aus dem Rucksack. Er lässt mich degustieren, zu allem Unglück hat der Gipfelwein Zapfen, oh Shit. Das war das erste Mal. Wir schütten ihn aus und trinken stattdessen Eistee. Aufenthalt auf dem Gipfel: 90 Minuten. Wir liegen halbnackt in der heissen Sonne mit grandioser Aussicht. Abmarsch um 16 50 h. Am untersten Kletterstück gehe ich voraus an einer sehr heiklen Stelle, hier poltert man gleich mit mehreren losen Felsplatten in die Tiefe. Mit grösster Mühe komme ich runter und rufe den beiden zu, sie sollen diese Stelle umgehen. Dafür brauchen sie aber mehr Zeit. Unterdessen, ich befinde mich wieder auf dem Sattel, höre plötzlich Rufe: " Hallo Alpengroupies", tönt es von irgendwo her. Es ist Ändel, der von der Seite Wimmis, vom Simmental den Berg besteigt und jetzt auf dem Sattel, oder besser am Sattel auf uns wartet. Seine Planung ging leicht schief, er dachte, das Fromberghorn sei der Niesen. Diese Berichtigung erfuhr er während des Aufstiegs zum Sattel, wo wir uns jetzt treffen. 10 Minuten später kommen Daniel und Eric nach. Das Wetter ist immer noch super, wir denken an den morgigen Sonnenaufgang, wie schon letztes Jahr. Um 18 30 h, also nach 1 Stunde und 40 Minuten, erreichen wir wieder Niesen Kulm. Marianne und Raphael waren scheinbar auch hier am Nachmittag. Böllä ist kürzlich auch eingetroffen, direkt aus dem WK hierher. Das ist ein richtiger Alpengroupie. Nun sind wir neun Personen. Es folgt ein reichhaltiges Abendessen, Fuer, Bösi-Spiel, Riesengelächter, Kafi Helvetia. Der Felsenkeller mit konstant 8 Grad Celsius muss an dieser Stelle natürlich auch erwähnt werden! Super schön. Draussen ziehen immer mehr Wolken auf, es riecht leider nach Gewitter. Wir hoffen natürlich auf einen schönen Sonnenaufgang. Später gehen wir nach draussen, der Wind bläst schon sehr stark. Mich dünkt, jeden Moment reisse eine Windböe Christine in die Luft. Um 23 25 h beginnt es zu regnen. Vorher mache ich noch ein paar Langzeitaufnahmen von den Blitzen. Hier herrscht nun das Inferno. Noch immer zurückdenkend an die feine Bratwurst mit Stock hoffe ich auf einen schönen Morgen mit dem einladenden Morgenessen, das sehr reichhaltig sein wird. Später ziehen wir uns zurück in unser Heim, wo das Fest weitergeht. Einer nach dem anderen geht ins Bett, es ist 01 00 h. Nun sind wir noch zu fünft. Iris, Ändel, Daniel, Eric und ich. 01 40 h. Der Abend neigt sich dem Ende zu. In 2 ½ Stunden sollten wir wieder richtig wach sein, Schluss der Fete um 02 10 h. Christines Wecker läutet um 04 30 h. Ich sehe nach dem Wetter. Es regnet immer noch, der Himmel ist total verhangen. Die Dämmerung kommt, aber die Sonne werden wir leider nie sehen. Schade! Sehr schade. Dabei wäre das doch das Highlight des Wochenendes gewesen. Um 08 30 h läutet der Wecker zum zweitenmal. Nun wecke ich die Groupies, wenigstens haben wir ein Nebelmeer vor unserer Tür. Aber die Sonne fehlt. Das Morgenessen ist auf 09 00 h angesagt. Wir laben uns genüsslich daran, überlegen, ob es noch einen Sinn hat, ins Tal nach Mülenen zu wandern, nach Programm. Es regnet einfach zu stark. Wir bleiben im Restaurant, trinken wieder Kafi Helvetia, reden, jassen, warten auf die Bahn. Abfahrt um 13 18 h. In Mülenen verlassen uns Böllä ( Töff ) und Ändel. Die restlichen Sieben fahren nach Hause. Ankunft in Laufen um 16 18 h. Trotz diesem zweiten, verregneten Tag war es ein spezielles Wochenende. Am 1. Juli 1991 besteige ich zum vierten Mal den Mönch 4099 m. ü. M. auf der Normalroute Südostgrat als Training, zusammen mit Paul Stadler. Wiederum hatten wir bestes Bergwetter.
Unsere Niesen - Truppe in der Beiz. Am 13. Juli wandern wir von Grindelwald First hoch zum Faulhorn und weiter auf die Schynige Platte mit 9 Groupies während 6 Stunden in Sonne und Nebel.
20. / 21. Juli 1991 Privattour: Dabei sind Paul Stadler, Böllä, Ändel und ich. Paul und ich frühstücken bei uns in Brislach, dann starten wir um 09 45 h ins Oberland. 2 Staus wegen Unfällen behindern uns, trotzdem treffen wir um 12 00 h beim Anker in Interlaken ein. Hier sehen wir Böllä und Ändel, die Musikbeiz hat zu. Vor dieser grossen Hochtour auf die Jungfrau fahren wir zum lieblichen Burgseeli bei Ringgenberg und geniessen hier einen dreistündigen Badeplausch. Schon 4 Jahre erzählt mir Ändel von diesem Natursee, es ist wunderschön. Wir schwimmen neben Seerosen, ein riesiger Karpfen tummelt sich beim Kinderbecken. Der Sprungturm ist mit 3 Meter, 5 Meter und 7,5 Meter Höhe ist einfach genial. Wenn man das Burgseeli durchschwimmen mag, kann man am steilen Waldrand mit einem Seil übers Wasser schwingen und dann am höchsten Punkt loslassen. Es ist ein ideales Anfreunden mit dem kommenden Bridge - Jumping bei Worblaufen. Danach möchten wir auch mal ins Tessin zur berühmten Brücke von Lavertezzo, diese ist 25 Meter hoch. Nach diesem herrlichen Badenachmittag machen wir uns beim Auto bereit für das hochalpine Gelände. In Grindelwald Grund besteigen wir um 16 25 h den Zug, die Wolken werden dichter, um 18 00 h erreichen wir das Jungfraujoch. Den Gletscher hoch in 50 Minuten zur Mönchsjochhütte auf 3650 m. ü. M. Wir können sofort essen, danach erfolgt der Zimmerbezug. Jetzt hoffen wir auf einen schönen Morgen und hocken in der Beiz bei Kafi Mönchsjoch. Die Hütte ist die höchste bewartete in der Schweiz, ein super Platz neben dem Trugberg. Der Wind pfeift nun recht stark draussen, man könnte meinen, der Sturm reisst die Hütte bald aus der Verankerung am Felsen. 20 40 h, von der Hüttenwartin bekomme ich einen Wecker, da sie scheinbar keinen Weckdienst veranstalten. Ab 03 00 h kann man hier das Frühstück haben, ich stelle den Wecker auf 04 00 h. Wir sind heute alleine in einem 12er - Zimmer, Paul hat Kopfweh und geht bald schlafen. Auch Ändel hat etwas Mühe, er ist zur Zeit etwas erkältet. Lichter löschen bei uns im Massenlager um 22 30 h. Ich selbst schlafe sehr schlecht diese Nacht, bin nervös wegen dem Wetter. Dazu stürmt es draussen noch immer furchtbar. Nach etwa 3 Stunden Schlaf läutet der Wecker, als ich das Wetter sehe, wecke ich die 3 Groupies. Äendel klagt über Kopfweh, nun das Morgenessen, niemand weiss so recht, was wir nun machen sollen. Wolken ziehen draussen wieder drohend vorbei, dann entscheiden wir uns: Die Jungfrau besteigen oder runter ins Tal. Die Hüttenwartin bekommt den Wecker zurück, wir marschieren los um 05 10 h, das Wetter wird langsam besser. Wir wandern bis vor den Jungfraujoch - Stollen und biegen dann links ab zum Grossen Aletschgletscher und überschreiten erstmals den Jungfraufirn. Die Route kennen wir nur aus dem Buch, doch der Weg ist gut sichtbar. Wir seilen an, denken schon an unseren Gipfelsieg. Der höchste Punkt ist noch immer von Wolken umhüllt. In meiner Rolle als Pseudo - Bergführer führe ich unsere Viererseilschaft an Spalten und Eisabbrüchen vorbei. Der Anstieg verläuft über den ONO - Sporn des Rottalhorns, in Kehren weiter hoch. Hier bleibt Ändel nach etwa 2 Stunden zurück, er ist zu schwer geschwächt von seiner Erkältung, er wartet auf uns an diesem Punkt. Dann schnaufen wir hinauf über den von Spalten durchrissenen Firnhang zum Rottalsattel auf 3885 m. ü. M., der Weg hat hier fast Autobahnbreite. Ein etwa 45 Grad steiler Firnhang zum Sattel lässt uns erahnen, wie es weiter geht. Als ich den Sattel erreiche und über die Schneewälle ins Lauterbrunnental hinunter blicke, bläst mir ein bissiger Wind um die Ohren.
Drei Helden auf der Jungfrau 4158 m. ü. M. Hier warten etwa ein Dutzend Alpinisten, sie machen Pause. Ich frage einen Bergführer, wie lange wir noch bis zum Gipfel benötigen, er meint, noch 1 - 1 ½ Stunden sicher. Der Himmel wird immer blauer, nun kommt teilweise Blankeis unter dem Pfad hervor, in den nächsten Felsen am Gipfelanstieg stecken einige Sicherungsstifte. An diesen hoch, es ist steil, eisig und gefährlich. Im oberen Teil überklettern wir dann nur noch schöne Felsen, es ist nicht mehr weit. Wir sehen Leute oben, Freude kommt auf, Glück, noch ein paar Meter, dann stehen wir auf dem Gipfel der Jungfrau auf 4158 m. ü. M. Um 09 50 h, 50 Minuten seit dem Rottalsattel, stehen wir ganz oben. Was für ein Gefühl, endlich stehe ich auch hier oben. Heute, nachdem ich schon 11 Mal auf das Jungfraujoch hinauf gefahren bin und diesen Berg immer wieder betrachtete, auch vom Tal aus, in seiner ganzen Schönheit. Wir drei gratulieren einander, sind voll aufgedreht, die Mühen sind vergessen. Der Ausblick vom Gipfel ist super, in der Ferne ist es leicht trüb. Wir sehen unter uns den riesigen Aletschgletscher, unsere Nachbarn Mönch, Eiger, das Aletschhorn, der mächtige Konkordiaplatz, die grüne Landschaft, den Thunersee mit Thun, Interlaken. Das Matterhorn im Wallis ist nicht zu erkennen. Zum ersten Mal habe ich eine Panorama - Kamera dabei, das gibt hier oben tolle Bilder. Es werden Hände geschüttelt, auch mit der zweiten Seilschaft, die oben steht. Ein kleiner Schluck Gipfelwein liegt nun drin, während unserem Aufstieg trinkt Äendel 500 Meter weiter unten seinen Weissen und wandern danach auf der Spur ins Jungfraujoch zurück. 40 Minuten lang geniessen wir hier oben das einzigartige Panorama, alle sind sehr happy. Wieder einmal, wie schon bei der Dufour - und Matterhorn - Besteigung, nehme ich einen Gipfelstein als Andenken mit, einen zweiten auch noch für Sina. Um 10 30 h steigen wir ab, ein paar gefährliche Stellen noch, aber wir kommen rasch voran. Am Rottalsattel dürfen wir uns am Seil der Österreicher sichern, mit Abseilachter oder Karabiner weiter runter. Dann machen wir einen Verpflegungshalt, danach noch einen Stop, Böllä bekommt jetzt starke Kopfschmerzen. Um 11 30 h befinden wir uns auf der Höhe vom Jungfraujoch, nun wieder an klaffenden Gletscherspalten vorbei. Plötzlich verliere ich im Sulzschnee mein linkes Steigeisen, später demontieren wir sie alle drei. Bald sind wir am tiefsten Punkt angelangt, das Joch kommt langsam näher, vielleicht noch 2 Stunden, die Sonne brennt immer mehr. Links vom Weg entdecken wir plötzlich metergrosse Buchstaben, in den Schnee gestampft, es ist Ändel`s Werk. Da steht im Firn: ALPENGROUPIES ?! Der Pfeil zeigt zum Joch. Nun ziehe ich das Tempo in dieser Hitze noch ein letztes Mal an, es geht in die Beine und in die Birne. Einen Moment verwünsche ich den Jungfraufirn, dieser letzte Aufstieg. Jetzt sehen wir schon von weitem Ändel inmitten der Touristen, auf dem Joch treffen wir ein nach 2 Stunden 45 Minuten seit dem Gipfel. Die Tour wird erfolgreich beendet, leider ohne Ändel. Er meint, er habe in der Zwischenzeit den Touristen ein paar Schauermärchen erzählt. Es ist jetzt 13 15 h, um 13 30 h fährt der nächste Zug. Es folgt während der Fahrt noch eine interessante Diskussion mit dem Zugführer, der auch in die Berge geht und als weiteres Hobby Gleitschirm fliegt. Während der Fahrt in der BOB spendiert Böllä ein Pack Lachs, das natürlich auch auf der Jungfrau war. In Goldswil trennen wir uns von Äendel und Böllä und fahren nach Sand zurück zu Iris, Fips, Denise, Sina und unserem Göttibueb Didier, er war im Frühling 1 Jahr alt geworden. Das Auto von Paul mussten wir an diesem Wochenende 6 Mal anstossen. Es folgt das Abendessen, Böllä konnte nicht mehr Gleitschirmfliegen und trifft bald auch in Sand ein. Um 21 00 h verlassen wir den Wohnwagen und treten die Heimfahrt an. Zufrieden packe ich nach dieser anspruchsvollen Hochtour auf die Jungfrau um 22 30 h zu Hause meinen Rucksack aus, es war super schön! Übrigens: Im Juni 1991 machte sich Christine Winkelmann daran, unsere Alpengroupie - T - Shirts zu entwerfen, am 30. Juli trafen die ersten 30 Stück mit Postexpress bei uns ein. Gerade noch rechtzeitig vor der Breithorn - Tour am 3. August. Das Bild, also unser Groupie - Signet, besteht aus einem Bergmassiv, darauf hockt der Ueli, ( Ueli - Bier, Fischerstube, Basel ) mit einer Stange in der Hand. Er ist leicht abgeändert wegen dem Copyright. Darüber prangt unser Name ALPENGROUPIES in schöner Schrift, im Buchstaben O hängt ein Karabinerhaken, in diesem windet sich grün das Bergseil. Es ist super geworden, besten Dank an Christine! Für den schönen Druck sorgte die Firma START AG in Wollerau. In den nächsten Jahren werden wir noch Pulli`s drucken und noch viele Shirts mehr. Hinten auf dem Leibchen leuchtet die rote Zunge der Rolling Stones, diese auch leicht abgeändert, also spiegelverkehrt gedruckt wegen dem Copyright. Wir alle haben grosse Freude an unseren Alpengroupie - T - Shirts und nehmen sie mit an die super schöne Breithorn - Tour, die in wenigen Tagen stattfindet!
Hochtour Gornergletscher / Breithorn West ( 4165 m. ü. M. ) 3. / 4. August 1991 * Heute mit dabei an unserer Gletscher / Gipfel - Super - Hochtour im Jubeljahr 1991: Ändel, Marianne, Paul, Christine, Eric, Daniel Stirnimann, Roger Luginbühl, Böllä, Philipp "Fips" Borer, Mario und Ruth Rommler, Andi und Ines Schindler, Sandra und Fredy Jeger, André Borer, Iris und ich. Ein Rekord: 18 Alpengroupies, eine stolze Zahl. Erstmals Hochtouren - mässig mit dabei sind: Fips, Daniel, Ruth, Andi und Ines. Dazu gehört selbstverständlich die Videokamera, diesmal der kleinste Camcorder ( Panasonic / VHS - C ) von meinem Vater Leo. Um 06 00 h treffen sich 9 Leute am Bahnhof Laufen, 3 steigen in Zwingen ein, 4 deutsche Groupies stossen in Basel zu uns, Ändel und Marianne noch in Frutigen. Wir treffen die beiden zwar erst in Brig, Ankunft um 10 45 h. In Randa sehen wir das gewaltige Ergebnis der Bergsturzkatastrophe vom letzten Frühling. Extrem, diese Masse an Gestein. Die Brig - Visp - Zermatt Bahn fährt erst seit ein paar Tagen wieder auf dem neuen Trassee. Wir haben wirklich Glück, auch mit dem Wetter. Ankunft in Zermatt um 11 50 h. Ich checke kurz die Gornergratbahn, teile es ein paar Leuten mit. Abfahrt wäre um 12 00 h. 14 Alpengroupies verpassen diesen Zug hinauf nach Roten Boden. Nur vier können noch rein springen: Fips, Daniel, Eric und ich. Und das Tell - Bier noch, alkoholfrei. Um 13 00 h sind wir auf der Station Roten Boden wieder alle vereint. Hier erkläre ich vor der Videokamera das fantastische Panorama. Es ist einzigartig: Nordend, Dufourspitze, Lyskamm, Castor und Pollux, das Breithorn ( unser morgiges Horn ) mit seinen fünf Gipfeln, das Kleine Matterhorn, das Matterhorn. Ich denke ein Jahr zurück, an meine Zeit auf dem Matterhorn, es war so genial. Rechts davon Dent d'Herens, Obergabelhorn, Zinalrothorn, das mächtige Weisshorn steht heute in den Wolken. Sonst ist alles frei. Abmarsch um 13 55 h, in 1 Stunde gemütlich über den Höhenweg zur Monte - Rosa Hütte. Über uns der Gornergrat mit seinem Observatorium. Hinunter zum ewigen Eis, wir queren dann den Gornergletscher. Nun kommt der schöne Gang über das Gletschereis, der Aufstieg über die Schuttmoräne. Wir haben ein Fest auf dem Eis und sind happy. Unsere neuen, glänzend weissen Alpengroupie - T - Shirts haben heute eine Premiere, sie sind zum ersten Mal mit dabei. Dann sehen wir die Monte - Rosa Hütte, inmitten der Felsen. Wir erreichen die Hütte gediegen um 16 30 h und haben mächtig geschwitzt. Nun davor an den Tischen relaxen, es gibt kaltes Bier. Die Walliser Fahne weht über uns, dahinter leuchten die Bergriesen. Fips macht mit der Kamera Interviews von den Leuten. Um 18 00 h ist das Abendessen angesagt. Danach besetzen wir unseren Schlag und räumen unsere Sachen in die Coop - Körbchen. 20 00 h. Man sitzt draussen und geniesst den Abend, die Stimmung. Von der Dufourspitze her bilden sich viele Wolken. Das Matterhorn steht über dem Gletscher und verschwindet im Dunst. Die Sonne neigt sich dem Hörnligrat zu. Es wird frisch. Na ja, die Monte Rosa Hütte steht auch auf einer Höhe von 2802 m. ü. M., um 20 45 h wechseln wir wieder in die Gaststube. Manche jassen, andere lesen, sind in den alpinen Gedanken schon auf dem Breithorn, so wie ich. Ob wir es alle gut meistern? Es ist ja ein kurzer Aufstieg, doch eben auch ein Viertausender. Ich glaube schon. Im Programm habe ich das Breithorn dargestellt, wie es ist. Der leichteste und kürzeste Viertausender. Hinter der Hütte liegt ein zertrümmertes Biwak, oder was auch immer es ist. Der Wind hat es aus seiner Verankerung gerissen, von den Betonstützen weg gegen die Hausmauer gedrückt. 21 10 h. Die Dämmerung beginnt. Nachtruhe wie immer um 22 00 h. Der Wecker ( der von der Küche ) piepst um 04 30 h, ich wecke voller Tatendrang die Groupies. Das Morgenessen ist erstmals schlecht als recht. Abgepackt wie im Militär. Vor allem viel zu wenig. Es wird gepackt, Abmarsch ist um 05 40 h, die Spitze des Horu taucht aus dem Nebel auf. Unterwegs, mitten auf dem Höhenweg, treffen wir auf eine grosse Herde mit Steinböcken und Gämsen. So viele sah ich noch nie, vor allem nicht so nah. Es
Die Breithorn - Truppe auf dem Gipfel und am Bahnhof in Brig, 4. August 1991
Privattour auf das Allalinhorn mit Ändel, Gago und Iris, 20. August 1991
Wir beide vor dem Allalinhorn. Foto: Ändel Burkhalter sind anmutige Tiere. Dann wird es wolkig in der Region. Das bessere Wetter liegt auf der Seite, die uns interessiert. Ankunft auf Station Roten Boden um07 40 h. Wir warten dort, und auch André schon 20 Minuten, er stresste den Höhenweg durch, für gar nichts. Wir genossen die Wanderung. Es wird ihm noch zum Verhängnis werden. Nun die Fahrt mit der Gornergratbahn wieder ins Tal. In Zermatt haben wir Zeit für eine Kaffeepause, sitzen in einer Bäckerei. Ich frage herum, wer heute denn seinen ersten Viertausender macht: Es sind ganze 10 von 18 Groupies. Wir werden sehen. Im Café lade ich meine Batterien für die Videokamera auf. Weiter durchs Dorf zur Seilbahn. Um 09 45 h erreichen wir das Kleine Matterhorn auf 3800 m. ü. M. Es ist die grösste Höhe für eine Schweizer Luftseilbahn. Nun klagt André über Kopfweh und seine Knie. Wir marschieren nun 30 Minuten über das Schneefeld Richtung Berg, bis zur Anseilstelle. Hoch oben am Grat sehen wir winzige Menschen aufsteigen, es ist eine richtige Völkerwanderung. André bleibt hier zurück. Die Höhe merkt man sehr heftig, er war ja schon mal mit mir auf dem Gipfel. Unsere deutschen Freunde betrachten den Weg zum Gipfel und denken nicht, dass sie es schaffen. Sie bleiben hier am Ort und geniessen so die Bergwelt. Nun seilen wir an und bilden drei Gruppen. Dann geht's los. Beim Einstieg ins Gelände die 2 Spalten, es läuft sich gut. Meine Steigeisen sind nun montiert. Es steigt mächtig an, bis etwa 45°. Dazwischen immer wieder Pausen und kurz durchatmen. Wir haben Zeit. Die unterste Gruppe drängelt, das ist schlecht für die Motivation der obersten. Trotzdem geht es allen ziemlich gut. Iris bekommt etwas Schiss, weil plötzlich der Berg tief drinnen poltert knirscht. Das letzte Stück nun, nachdem der Pfad eine Rechtskurve gegen den Gipfel zieht. Noch ein paar Minuten, schön langsam, dranbleiben. Die erste Gruppe betritt den Gipfel, um 12 50 h haben alle den höchsten Punkt erreicht und stehen auf dem Gipfel des Breithorns 4165 m. ü. M. Paul schreit seine Freude heraus, wir strahlen und gratulieren einander. Geschafft! Die grösste Höhe für viele. Freude vor allem für die, die jetzt ihren ersten grossen Berg im Sack haben. Es gibt Fotos, einen Gipfelwein, Videosequenzen. Und überall dieses herrliche Panorama. Der Monte Rosa scheint weit weg. Das Matterhorn sieht richtig komisch aus von der Seite. Viele Wolken vom Morgen sind verschwunden. Gegen Italien rüber hat es noch am meisten. Ich spreche eine kleine Gipfelrede, unser Aigle Les Murailles ist herrlich kühl. Marianne und Ändel strahlen um die Wette, wir alle sind absolut happy. Fips freut sich auch sehr, begreift aber fast nicht, dass wir solche Touren mehrmals im Jahr freiwillig über uns ergehen lassen. Etwas unterhalb der höchsten Stelle, im Schutz der gefährlichen Wächten, verpflegen wir uns. Nach einer knappen Stunde Aufenthalt steigen wir wieder ab. Fredy hat leider sehr starkes Kopfweh, wie letztes Jahr schon auf der Konkordiahütte. Er kann es nicht richtig geniessen. Das Timing ist eigentlich gut festgesetzt, 1 Stunde für den Rückweg, doch am Schluss muss ein Teil der Gruppe extrem stressen, um die Gondel um 14 45 h noch zu erreichen. Es hat nun auch viel weichen Sulzschnee. Nur 10 Minuten früher hätte gut gereicht, es wurde auch ein wenig gelauert beim zusammenpacken. Für ein Gruppenbild reicht es nicht mehr. Mario und Co. treffen wir beim Eingang zur Bahn. Die letzten hetzen durch den Tunnel, doch alle schaffen es. Auch André hat uns wieder. Hinunter ins Tal, um 16 10 h verlassen wir Zermatt. Dass Gruppenbild machen wir in Brig vor dem Bahnhof. Unser blonder Eric hat einen ziemlich roten Kopf eingefangen. Wir sollten uns alle besser eincrémen oder einfach mehrmals. Abfahrt um 18 10 h, Fahrt über den Lötschberg. Wir werden langsam müde. In Frutigen verlassen uns Ändel und Marianne, in Bern Roger. In Basel verabschieden wir uns von Ruth, Mario, Andi und Ines. Der Rest der Groupies trifft um 21 40 h in Laufen ein. So, das war`s wieder mal. Einzigartig schön, wie immer bei unserer August - Gletschersymphonie. Ich freue mich schon bei der Heimfahrt auf den Videofilm und die Fotos. Das Ergebnis wird dann auch super. Jedesmal beim heimkommen schaue ich mir mit Iris noch schnell die Rohfassung des Films an und überlege mir den zukünftigen Sound fürs nächste Bergvideo. Es war für alle ein unvergessliches Erlebnis.
7. / 8. September 1991 * Dabei sind: Bruno und Elsi, ( erstmals auf einer offiziellen Alpengroupie - Tour ) Fredy und Sandra, Eric, erstmals Dieter Hunziker, Christine, Toni Grolimund, Iris und ich. Daniel Erzer hat heute verschlafen. Die Besammlung am Bahnhof Laufen ist um 07 00 h angesagt. Wir sind wegen mir ( Dorffest Breitenbach gestern Abend ) ein wenig spät dran. Um 07 18 h fährt der Schnellzug nach Basel. Abfahrt in Basel SBB um 08 01 h. Ankunft in Hohtenn um 10 50 h. Wir treffen hier auf Toni, der von Riex her kam. Nach unseren Weissen im Zug nippt auch er schon an einem Glas, er nennt es sein Ballon. Nun beginnt die Lötschberg-Südrampe-Tour. Start um 11 35 h mit kurzen Hosen. Nach einer Stunde die erste Rast. Es wird immer heisser. Später überschreiten wir die hohe Eisenbahnbrücke oberhalb Raron. Der Weg führt an Wasserleitungen, den Suonen, vorbei. Einige Tunnels kommen, die Gegend ist urchig wild. Ein Blick auf weisse Walliser Viertausender, es ist die Mischabelgruppe. Nochmals eine Beiz, wir gehen weiter. Nun naht schon das Baltschieder-Viadukt. Als wir merken, dass es aufs reservierte Postauto um 17 05 h nicht mehr reicht, pausieren wir gemütlich in einer Grotte. Dann das letzte Stück nach Stalden hinunter. Wanderzeit bis hier 5 Stunden 15 Minuten. Unser Ziel heisst aber Visp Post, und der nächste Postkurs fällt aus. Dann ein Telefon zum nächsten Taxi. In 2 Fahrten erreichen wir Visp. Ein wortkarger Walliser fährt uns hin. Abfahrt um 18 20 h mit dem nächsten Kurs hinauf nach Visperterminen, unserem nächsten Ziel. Oben angelangt, beziehen wir unsere Zimmer im Ferienhaus "Tärbinu". Der ganze 3.Stock gehört uns, im 1.Stock hat es nur eine Gruppe. Um 19 20 h folgt ein feines Nachtessen im Speisesaal des Hotel Rothorn. Anschliessend eine Heida-Fuer im Spycher mit Bösi - Spiel und anderen Sprüchen. Später geht's noch eine Weile so weiter auf dem Balkon unseres Zimmers bis gegen Mitternacht. Er war ein wirklich toller Abend. Nachtruhe für die letzten um 00 45 h. Ich selber schlafe sehr gut. Tagwache um 07 45 h. Die alten Frauen vom Dorf gehen in die Kirche in ihren schwarzen Trachten, mit Häubchen auf dem Kopf und sehr stolz. Sowas kann man hier oben eben noch beobachten. Um 09 00 h gibt es das Morgenessen im Rothorn. Danach packen, bezahlen und weg. Heute wollen wir ins Tal absteigen, aber der Weg ist zu weit nach Visp, etwa 2 Stunden gegenüber meinem Zeitplan. Um 10 00 h besteigen wir das Postauto und fahren bis Unterstalden. Toni geht's heute mit dem Magen nicht so gut. Wanderung durch die Reben des höchsten Weinanbaugebietes Europas. ( Blauburgunder und Riesling, Heida und Tärbiner. ) Hoch sollen sie leben, die Alpengroupies. Nach derm Gruppenfoto erreichen wir nach 1 Stunde bereits Visp. Um 11 50 h der reservierte Postkurs nach Brigerbad, ein 3-stündiger Badeplausch erwartet uns. Planschen ohne Ende, es ist ein sehr schönes, grosses Bad hier, mit Wildwasserbecken. Alle haben viel Spass im Wasser, nur Bruno bleibt draussen in der Beiz sitzen. Abfahrt hier in Brigerbad um 15 20 h, Abfahrt Brig um 16 01 h, Toni fährt zurück ins Waadtland. Nach langer Fahrt via Lötschberg nach Hause, Ankunft in Laufen um 19 45 h. Es war ein tolles Wochenende, auch ohne Gipfelberührung! Die Südrampe wollen wir in ein paar Jahren wieder erwandern, und dann gibt es ja auch noch die Lötschberg - Nordrampe auf der Berner Seite. Unsere Alpengroupie-T-Shirts sind nun schon das vierte Mal mit dabei gewesen. Ich kann sie mir schon gar nicht mehr wegdenken. Toni hat auf dieser Tour das drittletzte gekauft.
Die Klasse von der Südrampe 1991
Iris auf der Breithorn - Tour 1991
Am Eiskurs in Grindelwald mit dem koreanischen Fan, 28. / 29. September 1991
Eindrücke aus dem Schwarzbubenland, Ober Fringeli 1991
Erster Tourenausklang im alten Schützenhaus Erschwil Jubiläums - Treffen für 5 Jahre Alpengroupies * 19. Oktober 1991 Beim allerersten Tourenausklang nach 5 Jahren sind heute 41 Personen dabei: Meine Eltern Heidy und Leo, Urs Schaffner, Bettina, René und Anita, Ändel und Marianne, Christine und Paul, Toni, Martin, Paul, Markus und Patrizia, René "Glasi" Hänggi, Sandra und Fredy Jeger, Bruno und Elsi, André Borer, Mario Rommler und Ruth, Andi und Ines Schindler, Dieter Hunziker, Ueli Hänggi, Sändi und "Zauber" - Didi Marti, Roger Luginbühl und Petra Borer, Eric, Daniel Erzer, Daniel Stirnimann, Böllä, Mario Dobler und Sandra, Christoph Wehrli, Fips, Iris und ich. Der Abend beginnt um 19 00 h. Bei dieser ersten Zusammenkunft musste man sich noch nicht anmelden, deshalb wussten wir auch nicht, wer da alles kommen wird. Den Zeitpunkt auf dem Programm haben wir auch vergessen. Um 20 00 h sind nun also 41 Groupies hier. Ich beginne diesen Abend mit einer Begrüssung und einer Rede über die vergangenen 5 Jahre Alpengroupies und dass wir nun jedes Jahr eine Zusammenkunft nach den Touren machen wollen. Etwa 5 Karaffen feinstes Ueli - Bier, in der Fischerstube zu Basel organisiert, werden eingeschenkt. Nun folgt ein Alpengroupie - Wettbewerb mit 35 teils witzigen Fragen. Gelächter im ehrwürdigen alten Schützenhaus. Es wird studiert und gehirnt - mit Ueli - Bier. Nun gibt es einen ersten Auftritt von "Pink Fröyd" - an der Gitarre Philipp "Fips" Borer und an der Handorgel meine Wenigkeit. Das Duo "Pink Fröyd" wurde diesen Frühling gegründet, unseren ersten Auftritt hatten wir vor wenigen Kollegen im Wohnwagen Sand bei Kerns. Das war am 30. Geburtstag von Denise Borer. Wir spielen verschiedene Songs wie "Lotti" von Polo Hofer oder "The Boxer" von Simon und Garfunkel. Über 15 grosse Fotoalben der Touren aus den letzten 5 Jahren liegen auf den Tischen und werden rege angeschaut. Daneben auch diverse Bergbücher, meine Tourenbücher, Landkarten und Gesteinsarten. Ein Kartonplakat erinnert an unsere 3 Grundsätze: Freude an der Natur, Kameradschaft und Gemütlichkeit. Alle unsere Touren der letzten Jahre sind an der Decke ersichtlich sowie die Albumnummer der gesuchten Tour. Dazu auch die erste Mitgliederliste. Die Decke ist geschmückt mit Bergseilen, Pickeln, Steigeisen, Gschtältli und Ballone.Iris hat für heute eine super feine Bole bereitgestellt, an den Wänden hängen grosse Bergbilder vom Jungfrau - Kalender. Es bleibt viel Zeit für Gespräche. Im Cheminée werden Würste gebraten, später gibt es noch feinen Kuchen und Kafi mit Schnaps. Dann spielen wieder "Pink Fröyd." Um den Geräuschpegel dann und wann etwas zu dämpfen, hab ich ein kleines Glöckchen mitgenommen, wenn ich was erzählen möchte. Später wird eine Leinwand von Papa aufgestellt, die alte Kiste von Rolf Häfeli eingeschaltet und nun geht es los mit einer Premiere, mit dem wunderbaren Film "Hochtour Breithorn." Es ist 22 30 h. Er dauert 30 Minuten und ist ganz toll gelungen, eine super Erinnerung an diesen Sommer. Viele von hier waren auf der Breithorn - Tour `91 mit dabei. Alle haben grosse Freude an diesem Film. Man will nachbestellen, doch den gebe ich so schnell ( noch ) nicht heraus. Kurz vorher wurden Alpengroupie - T - Shirts verkauft und heute Abend weihen wir diese hier in der Hütte ein. Unser Signet wurde gestaltet von Christine Winkelmann, ein schönes Logo, hintendrauf grinst noch die rote Zunge der Rolling Stones. Später wollen wir auch mal Pullover machen lassen. Nach dem Video kommt der brandneue Alpengroupie - Song. In diesem Sommer von Fips getextet, spiegelt er unsere Abenteuer in den Bergen wider. Die Musik wurde geklaut von Polo Hofer`s "Stüehl ewäg." Bei uns heisst das Lied nun "Leg`s Gschtältli a" und kurz vorher wurde der handgeschriebene Text von Fips unter die Leute verteilt. Am Schluss des Songs erzittert das Schützenhaus unter tosendem Applaus, es ist der Hammer. Nun zeigen wir auch noch das kurze Video von unserem ersten Brückenspringen in Worblaufen. Ein Gekreische läuft hier ab. Weitere Songs folgen, es ist ein sehr gemütlicher Abend. Sändy, die Freundin vom Zauber - Didi, spielt uns dann ein Solo auf der Querflöte, wunderbar. Eine geniale Verstärkung unserer Musik. Gegen Mitternacht wird es immer lauter, ein Solo von mir, danach das "Ländlermeddley." Wir haben schon einige Lieder im
Erster Alpengroupie - Wettbewerb 1991. Sack nach dieser Übungszeit. Um 01 30 h hat Didi seine "Magic Dust Show", er ist in Bestform und erntet viel Gelächter, ein Heidenspass. Es war ein toller Showblock, Didi spielt mit dem Publikum, Fun and Show und zum Abschluss Alpengroupie - mässig sogar noch eine Knotenlehre. "Special Guests" für die Alpengroupies. Um 02 00 h erklingt "s`Rosmarie" und die Nacht dauert noch weiter an. Mit der Gitarre in der Hand stürzt Fips in die aufgestellte Leinwand, er hat den Beamer - Kasten übersehen. Fast alle Unterschriften stehen in meinem zweiten, grossen Tourenbuch. Auch im Hüttenbuch steht "Jubiläums - Treffen der Alpengroupies, 19. 10. 1991. 5 Jahre haben wir schon hinter uns gebracht, drum werden nun ein paar Flaschen aufgemacht." Weitere Musik, "Sunntigschind" und mehr. Immer noch herrscht eine super Stimmung um 04 30 h, die Groupiekleber haben wir auch noch kreiert, mit dem Herz des roten Kreuzes drauf. Petra fragt Christine: "Welä wilsch?" Das aufräumen beginnt um 05 00 h. Es war ein herrlicher Abend. Ein Fest, das seinesgleichen sucht. Highlights am laufenden Band, ohne Rudi. Es wird das nächste Mal schwieriger, diesen Anlass zu übertreffen. Nur wenige Groupies fehlten diese Nacht. Es war toll, das bestätigten mir viele. Weiter so! Draussen schneit es nun zum ersten Mal. Getrost schauen wir in die Zukunft. Was wohl noch alles mit uns Alpengroupies passieren wird?
Pink Fröyd live im alten Schützenhaus Erschwil, der Beginn 1991.
"Zauber - Didi" Marti in Höchstform.
Eiskalte Skitour Aletsch / Grünegghorn, Januar 1992
Skitour Grosser Aletschgletscher - Grünegghorn 3860 m. ü. M. 20. / 21. Januar 1992 Privattour. Dabei sind Christoph Wehrli und ich. Letzte Woche bekam ich das erste Programm (Computer) von Christoph. Titel: Finsteraarhorn, Skitour. Als wir nach 4 Tagen in Sand wieder nach Hause kommen, sieht das Wetter schlecht aus. Aber es ist nur ein kleines Tief. Kaum 2 Stunden daheim, läutet das Telefon. Wir wollen es probieren, denn Dienstag und Mittwoch bessert sich die Lage. Als ich den Rucksack packe, fängt es an zu schneien. Montagmorgen: Abfahrt in Laufen um 07 18 h in voller Skitourenausrüstung. Üeberall herrscht schlechtes Wetter bis Grindelwald. Dort kaufen wir Verpflegung ein, denn in den Berghütten ist jetzt nur der Winterraum offen. Ankunft Jungfraujoch um 13 50 h. Unglaublich, ich fasse es nicht. Hier scheint die Sonne, blauer Himmel, ich hätte es nicht für möglich gehalten. Nun zum Sphinx-Stollen, wir wollen raus in die alpine Hochgebirgswelt. Aber die Türe ist doch tatsächlich geschlossen. Zurück zur Information, wir müssen Ski und Rucksack wieder beim Stollenloch holen. Es gibt nur eine Stelle, wo man jetzt im Winter auf den Grossen Aletschgletscher gelangen kann: Das Aussichtsplateau beim Eispalast. Nichts wie raus. Nur an den Gipfeln hängen ein paar Wolken. Temperatur minus 13 Grad. Dies wird meine kälteste Tour werden. An Absperrseilen und Gefahrentafeln geht's vorbei, dann kommt ein Abgrund aus Blankeis und Schnee, steil, sieht ziemlich heiss aus. Darunter liegt der Jungfraufirn. Start um 14 30 h, Christoph geht voran. Ich habe leicht Schiss, aber nach ein paar Schwüngen im herrlichen Pulverschnee geht alles gut. Wir fahren in den oberen Teil des Jungfraufirnes hinein. Gewaltig, allererste Sahne. Die ersten Spuren seit dem letzten Schneefall ziehen wir zwei über den Gletscher. Lautlos gleiten wir Richtung Konkordiaplatz. Dann wird getourt. Umschalten auf Tour, auf Ski, immer wieder, je nach Neigung. Dann eine kleine Rast bei der Moräne. Zeitlich reicht es nun nicht mehr bis zur Finsteraarhornhütte, das wissen wir. Im Januar ist es immer noch um 17 30 h - 18 00 h dunkel. Im April wäre die Tour klar. Das Touren ist fantastisch, aber es ist saukalt. Auch zu unserem Vorteil. Die Sonne scheint nochmals die höchsten Gipfel an, dann verschwindet sie hinter der Lötschenlücke. Und wir sind hier die einzigen Menschen weit und breit. Doch nicht ganz, wir sehen etwas. In der Konkordiahütte müssen sich zwei Skitouristen aufhalten. Ihre Ski stehen bei der Leiter zur Hütte. Wir tun dasselbe, und rauf geht's, 17 20 h. Wir treten in den Winterraum in der unteren Hütte ein. Unsere Tour vom Jungfraujoch zur Konkordiahütte dauerte 2 Stunden und 50 Minuten. Zwei weitere Bergsteiger sind in der Hütte ansässig, sie haben schön vorgewärmt. 18 00 h. Draussen dunkelt es ein, wir haben es gemütlich. Später das Nachtessen, ich koche Ravioli und Erbsli mit Rüebli, dazu Bier, ( 1 Liter Fass ), später weisser Neuenburger. 19 15 h. Wir sind satt. Auch die beiden anderen, Christoph und Daniel ( JO Ostschweiz, Gossau ), haben schon gegessen. Gemütliches Beisammensein, wir sitzen neben dem Ofen. Hier im Winterraum hat es noch 10 Betten und eine Küche. Diskussionen über die Berge. Um 22 35 h legen wir uns unter die Wolldecken, ich bin der einzige ohne Schlafsack. Draussen herrschen zirka minus 20 Grad. Ich lege noch ein paar Mal Holz an, die Holzscheite knistern und knallen, während wir einschlafen. Tagwache um 04 30 h. Die Gipfel sind noch ein wenig verhangen, dann aber klart es völlig auf. Daniel hat Probleme mit seinem Fuss, wir nehmen Christoph ( SG ) mit. Raus auf die Ski, die Felle montieren, Ortovox ( Lawinensuchgerät ) einschalten und los. Unser Ziel ist das Grünegghorn. Marschzeit nach dem Führer: 4 Stunden. Rechts neben den Eisabbrüchen des Ewigschneefeldes geht es rauf. Mittendrin bekomme ich Probleme mit meinen Fellen, sie kleben nicht mehr. Nun die Harscheisen drauf, trotzdem verliere ich das rechte Fell dreimal. Die beiden Christophs sind inzwischen am Gipfelaufbau, schon ohne Ski. Um 08 55 h stehe auch ich oben. Der Gipfel Grünegghorn 3860 m. ü. M., es ist wunderschön, aber saukalt. Ich schätze jetzt fast minus 25 Grad. Unser Aufstieg dauerte 2 Stunden und 50 Minuten gegenüber 4 Stunden im Führer. Christoph hat mich wieder mal gefordert. Nun möchte ich einen Schluck Tee trinken, aber er ist tatsächlich gefroren in der Plastikflasche. Genau gleich unser Henniez, Cola, sogar die Sonnencrème. Kaum zu glauben. Zeitlich könnten wir jetzt noch das Gross Grünhorn ( über 4000 Meter ) besteigen, aber ich möchte eigentlich heute Nacht wieder daheim sein und ich habe wirklich Probleme mit meinen Fellen, sie kleben nicht mehr bei dieser Kälte. Nur wenn wir den Gipfel machen wollten, kämen wir heute nicht mehr heim, d.h. nochmals Konkordia. Christoph ( SG ) macht sich ans Horn heran, wir beide steigen ab. Abfahrt bis zum Gletscher und weiter unter die Hütte in 45 Minuten. Einpacken unseres Materials. 10 30 h. Dann aus dem Schatten heraus ins Sonnenlicht, kurze Verpflegung mit Mandarin Likör vom Reinhardt. Vorbei an riesengrossen, zugeschneiten Spalten traversieren wir den Konkordiaplatz Richtung Märjelensee. Wenn ich stehe, ist es kalt, nach 10 Minuten schwitzen wir wie die Hunde. Jacke weg, wieder kalt, wieder heiss. Gemächlich ziehen wir unsere Spuren über den Aletschgletscher. Das Eggishorn scheint noch weit. Ankunft beim Märjelensee nach 3 Stunden. Felle und Harscheisen drauf, zwischen Spalten finden wir die erste Skispur. Aufstieg Richtung Tälligrat in einer Stunde. Wir wollen nicht mehr nach Kühboden rauf, sondern ins Fieschertal abfahren. Schnell eine Orange rein drücken, Vitamin C. Abfahrt, ich erwarte eine Piste oder einen Weg. Doch bald siehts anders aus. Unheimlich steile Hänge, Firn, Bruchharsch, Lawinenhänge. Gefährlich zwischen Felsen suchen wir den einzig möglichen Weg. Es ist furchtbar. Links sticht der Fieschergletscher in Tal vor. Wir überfahren mindestens 10 Lawinenkegel, einen Bach, Bäume, Dickicht. Über dem Fieschertal liegt Nebel. Dann endlich erste Häuser, ein Weg. Überall Warntafeln wegen niedergegangenen Lawinen. Nach 100 Minuten Horrorfahrt treffen wir oberhalb des Dorfes Fieschertal ein. 10 Minuten bis zur Beiz und zur Posthaltestelle. Drinnen telefoniere ich zu Iris, gebe mich als Grindelwaldner Bergführer aus und melde scheinbar mein Ableben. Nun wieder Scherz beiseite. Es wird 17 00 h. Um 17 45 h fährt ein Sportbus nach Fiesch FO. Weiter mit dem Zug nach Brig, den Käseexpress haben wir längst schon verpasst, denken wir, aber im IC um 19 01 h fährt noch einer mit. Kulinarischer Höhepunkt ist ein Fondue im Lötschbergtunnel. Spitze, endlich mal was Warmes. Um 22 40 h holt uns Iris in Laufen ab. Um 23 30 h ist die Hälfte meines Tees immer noch gefroren, ein Wahnsinn. Dies nach 6 Stunden Wärme. Schön war`s, wirklich schön. Schön, schön kalt! Üebrigens: Der Preis für eine Üebernachtung im Winterraum einer SAC-Hütte beträgt: Massenlager Fr.10.- plus Holz pro Tag Fr.5.-. Das war die billigste hochalpine Tour, ich bin ( ohne Fondue im Zug ) mit Fr.50.- ausgekommen.
26. April 1992 * Dabei sind: Böllä, Paul, Andi, Ines, Urs, Bettina, Marianne, Ändel, Bumi, Iris, Anita, Daniel Stirnimann, Erich, erstmals dabei: Adrian, Peter Rüegg und Tanja, Daniel Borer, Isa und Pesche. Natürlich darf ich Christoph Mount Wehrli nicht vergessen und mich. Ein neuer Rekord nach dem Breithorn 1991, 22 Personen. Autofahrt nach Gänsbrunnen und hinauf auf den Weissenstein. Einstieg ins Niedleloch um 10 30 h. Gruppe 1: Christoph, Gruppe 2: Gago, Gruppe 3. Böllä. Wir gehen, nach dem aufschliessen der Eisentüre, im 15 Minuten - Abstand in die Höhle. Kühl zieht der Wind hinauf, alsbald steigen wir immer mehr ab. Es wird enger und wieder breiter, wir kraxeln und robben, dann kommt der bekannte Jungfernschlupf. Nun heisst es, voran den Rucksack durchzuschieben. Mittendrin eine kleine Pfütze. Wie sagte doch Marianne? Nach etwa 10 Metern sind wir durch. Etwas später kommt an der schwierigsten Stelle das Drahtseil rechts, allerdings mit Defekt - Schildern. Schon 1 Stunde
Das Fondue in der Forsterhalle im Nidleloch.
und 45 Minuten sind wir unterwegs. Nach einer Pause nehmen wir durch rufen mit Böllä`s dritter Gruppe Kontakt auf und klettern weiter. Da, die erste Strickleiter, kurz darauf die zweite, etwas später die dritte, das ist die längste. Vor mir warten Isa und Daniel Borer, jetzt kann ich hinabschauen in die Forsterhalle, unserem Ziel. Um 13 00 h sind alle unten, es wird sehr eng. Da einige schon ausgepackt haben und den Gaskocher entzünden, bleiben wir hier, trotz der Enge. 2 Stunden 30 Minuten waren wir nun unterwegs. Ändel entzündet eine Fackel, Anita packt zwei grosse Campingpfannen aus. Es geht los, Iris verteilt Wein, 4 Fondues werden zubereitet. Üeberall brennen Kerzen, ein Wahnsinn, was wir alles mitgenommen haben. Unsere Verpflegung besteht aus 12 Litern Weisswein, 5 Kilo Brot und 9 Packungen Fondue ( vom Gerber ). Jede( r ) drückt seine Gabel irgendwo rein. Diese Fondue - Fuer hier unten ist genial. Eine Stunde geniessen wir hier das Essen, es geht uns gut. Später überkommt Iris ein beklemmendes Gefühl im Magen und auf der Brust. Auch der Rauch der Fackeln wird immer dichter. Ich lösche erstmals Ändels Fackel. Wir beschliessen, langsam aufzubrechen. Christoph geht wieder voraus, weil Iris auf dem schnellsten Weg raus möchte. Dann gehen wir, ich als letzter. Eine Zeit lang suche ich meine Gruppe und finde Anita. Vor ihr klettert Gruppe 1 und sie kommen nicht weiter. Paul führt meine Gruppe nach draussen, später kommt wieder der Jungfernschlupf. Gerade, als ich meinen Rucksack schiebe, kommt diese Scheiss-Pfütze. Meine Aussentasche liegt mittendrin, plus Kamera. Verflucht, das gibt wieder eine Putzerei. Hier ist es schon wieder lehmiger und feuchter als weiter unten. Schon bald bin ich am Ausstiegsseil, das Tageslicht leuchtet hinein. Um 15 45 h, also nach 90 Minuten Rückweg, trete ich ins Freie hinaus. Eine sehr spürbare Wärme schlägt mir entgegen. Wir liegen alle in die Sonne. Ich bin froh, dass niemand einen Unfall hatte angesichts einer gefährlicher Stellen. 30 Minuten später kommt Gruppe 1 heraus, die schon lange hier sein sollte, schon allein wegen Iris. Aber ihr geht's auch besser. Sie haben die Schnecke gemacht, das ist ein spezieller Gang, aufgebaut wie ein Schneckenhaus. Um 17 00 h ist Gruppe 3 noch immer nicht oben. Christoph zieht die Kletterfinken an und klettert draussen herum. Ich steige nochmals ins Loch hinab und suche Gruppe 3. Dann finde ich sie gutgelaunt, mit 3 Liter Weisswein intus während des Aufstiegs. Um 17 30 h sind alle draussen. Schon ist es vorbei. Alle hatten ein Top-Erlebnis gehabt. Bald schon fährt die erste Gruppe runter, nun kommt das Problem eines Auto. Die Karre von Peter Rüegg hat einen explodierten Kühler. Dazu verliert Böllä leider noch den Autoschlüssel. Ein paar suchen eine Stunde, Peter ist verzweifelt. Hat heute auch noch Geburtstag, ein schöner Geburtstag. Ich fahre nochmals von Gänsbrunnen her hinauf, wir suchen 10 Minuten, fragen Passanten, sie haben ihn. Alles klar. Abschleppen bis heim nach Fehren, dort Ankunft um 22 00 h. Es war ein langer Sonntag, und nun sind alle wieder daheim, vor allem auch gesund!
"Was söll das do?" Iris in der Kletterroute Raimeux special bei Moutier, 1992
Skitour Aletschgletscher - Konkordiaplatz - Lötschenlücke - Langgletscher 9. / 10. Mai 1992 Privattour. Dabei sind Böllä, Christoph, Ändel, Iris und ich. Endlich kommt, verschoben wegen schlechtem Wetter, unsere Skitour über den Aletschgletscher zustande. Für mich wird dies der fünfte Aletschtrip, als zweite Skitour ausführend. Gleichzeitig fahre ich heute das dreizehnte Mal aufs Jungfraujoch. Abfahrt mit dem Auto um 07 30 h nach Spiez. Wir sind noch zu viert. Um 09 20 h treffen wir auf Äendel in Interlaken Ost. Eine kleine Überraschung, denn nur ich wusste davon, dass er spontan kommt. Nun geht's weiter mit dem Zug. Ankunft auf Jungfraujoch um 11 55 h. In der Zwischensaison wie jetzt im Mai fahre ich mit dem FVP gratis bis ganz hinauf. Das Wetter: Zeitweise sonnig, Quellwolken. Wir treten hinaus durch den neuen Stollen. Die Skis anziehen, los geht's. Abfahrt nach Konkordia um 12 50 h. Wunderbar, die Skis laufen viel besser als im Januar, wir kommen rassig voran. 30 Minuten Pause, es gibt Freixenet und eitel Sonnenschein. Es ist erst 14 30 h und wir sind schon weit. Die beiden Hütten kommen langsam näher. Nun ein kleiner Epesses spendiert von Böllä. Vor dem Aufstieg zur Grünhornlücke beglücken Ändel und ich die Tourenski mit den Fellen. Iris, Böllä und Christoph steigen über die Treppe, die schon wieder länger wurde, zu den Hütten hinauf ( 80 Meter Höhendifferenz ). Bis hier hin brauchten wir vom Joch oben an die 2 Stunden 50 Minuten reine Laufzeit, ohne Pausen. Wir beide touren nun Richtung Grünhornlücke. 45 Minuten geht's aufwärts, ein kleines Lungentraining, bis der Ausflug bei einem Felsen auf ca. 3000 Meter mit einer Zigarette jäh beendet wird. Wir beide geniessen die Aussicht und das Wetter. Danach Abfahrt zur Konkordia in 15 Minuten. 16 55 h. Die Bewölkung nimmt stetig zu, die Treppe hinauf, 20 Minuten später betreten wir die obere Hütte, die anderen sind schon lange am jassen. Abendessen um 18 55 h. Viele Wolken hängen draussen, ein gemütlicher Abend folgt. Das Barometer geht runter. 20 00 h. Christoph spricht hier etwas abschätzend übers Matterhorn, es sei kein Berg, vor uns allen, auch Bergführer hören zu. Dabei wollen wir beide doch führen am Horn, im August. Schade eigentlich. Der Führer mit seinen angefressenen Kumpels stammt aus Biel. Flotte Typen. Christoph meint, ich sollte meinen Alleingang für mich behalten. Warum? Wir werden sehen, was im Sommer passieren wird. Um 22 00 h ist Nachtruhe. Um 04 30 h starten Äendel und Christoph aufs Grünhorn, später stellt sich heraus, dass es das Grünegghorn ist. Böllä, Iris und ich schlafen bis fast um 06 30 h, danach Frühstück. Abmarsch auf der Konkordiahütte um 07 30 h. Es folgt die Skitour zur Lötschenlücke hinauf, über den Aletschfirn. Herrlich, im Rücken strahlt die Sonne, aber über der Lücke hängen dicke, schwarze Wolken. Wir brauchen für diese Strecke 3 Stunden 30 Min. reine Laufzeit, mit den Pausen kommen wir auf 5 Stunden. Ankunft auf der Lötschenlücke um 12 15 h. Vor der Hollandiahütte ruft mir ein Italiener ein "Chiuso", geschlossen zu. Ich fasse es nicht. Wir haben alle Hunger, wollen ausruhen. Böllä schaut sich den unteren, normalen Eingang an. Alles bestens. Von wegen zu. So ein Idiot. Über dem Lötschental reisst nun auch die Wolkendecke auf. Käseschnitten und Spiegeleier folgen, super. Relaxen. Die Hütte ist ganz neu umgebaut und ungebraucht. Nächste Woche findet die Einweihung statt. Ändel und Christoph sind unterdessen vom Grünegghorn ( Gipfel um 09 00 h erreicht ) zurück und touren über den Aletschfirn zur Lücke hinauf. Um 13 15 h treffen sie auf der Hollandiahütte ein. Alle sind wieder beisammen. Nun kommt als letztes die Abfahrt ins Lötschental über den Langgletscher. Start um 15 05 h ab Lötschenlücke. Zu Beginn ist der Schnee nicht schlecht, aber es ist Mittag und die Sonne heizt ein. Dann wird es immer sulziger, es ist schwierig und gefährlich, hinunter zu fahren. Danach nur noch im Zickzack und stemmbogenmässig. Da ich der schlechtere Skifahrer bin, nehme ich's wie immer recht gemütlich. Um 15 30 h sehe ich dem Tod kurz ins Antlitz. Ich kann einer 3 Meter - Spalte noch kurz ausweichen, es war sehr knapp. Sofort warne ich die anderen. Der Schnee wird immer schwieriger, sulziger, Iris will nicht mehr. Beim Abschluss des Gletschers, auf einem riesigen Moränenhügel, queren wir nochmals zwei Spalten. Nun liegt der letzte Schnee vor uns. Ein Fotohalt mit Gruppenbild vor einer netten Geissenhütte wird organisiert. Dann erreichen wir später Kühmatt, wo die Endstation ist. Bei der Fafleralp nahmen wir die linke Route und konnten so viel länger fahren. Später müssen wir die Ski`s tragen, Bäche überqueren. 25 Minuten Marsch noch und wir sind in Blatten angekommen. Wohlgelaunt ein paar Getränke entgegennehmend vom Restaurant rechter Hand, warten wir aufs Postauto. 15 Minuten später haben wir schon einen Kurs, um 18 35 h. Dauer der Tour genau 3 ½ Stunden. Noch ein paar Mal sehe ich die weisse Lötschenlücke in diesem grünen Tal vor mir, während der Kehrwenden des Postautos, und all die anderen weissen und grauen Gipfel und Hörner, die das Tal umgeben. Nach einiger Zeit treffen wir in Goppenstein ein und steigen um in den Zug, um nach Spiez zu fahren. Nach einem gemütlichen zusammen räumen beladen wir unser Auto und fahren heimwärts. Es war ein super Wochenende, auch ein toller Einstieg für Iris ins Skitourenwesen, und für mich der Anfang dieses Super-Sommers 1992. Übrigens: Zeltstange occasion gekauft bei Eiselin, Basel für die Alpengroupie-Fahne. Dazu eine Notapotheke und einen Steigeisensack für Iris, 21.Mai 1992. Paul bohrt Löcher in die Zeltstange und bringt grossen Haken für eine Materialwand. Alpengroupie-Fahne gehisst am 26.Mai 1992. Eine Olympus Kompakt Kamera gekauft am 26.5.92. Superzoom 110, wasserfest. Für Nepal gut geeignet. Denn wir müssen unsere Weltreise weiter organisieren.
23. Mai 1992 * Dabei: Paul, Christine, Böllä, Ueli, Dieter, Eric, Mario, Ruth, Andreas und Ines, erstmals mit ihrem Bruder Frank, Iris, Glasi, Adrian, Andreas, Wahlen, erstmals Roger, Marianne, Christoph = angemeldet und abgemeldet, wieder mündlich angemeldet heute Morgen bei der SAC-Kletterwand in Laufen, auch erstmals Böllä`s Schwester Judith, ( unangemeldet ) und ich. Also volle 20 Personen. Besammlung in Breitenbach um 11 00 h, Ankunft in Spiez um 13 30 h. Nach einem kühlen Bier am Bahnhof treffe ich die Alpin-Raft-Leute. Um es einfacher zu machen, fahren wir mit unseren Autos bis Erlenbach, von da weiter mit dem Bus. Nun werden die Neoprenanzüge verteilt, sowie die Paddel und Helme. Und los geht's. Wir haben drei Boote. Noch kurz Trockenübungen machen und Instruktion und rein ins Wasser. 15 05 h. Unser Käptn heisst Dänu. Wir hören gespannt auf seine Befehle: Rudern rechte Seite, rudern linke Seite, vorwärts, rückwärts rechts, rückwärts links, Stop, oder Hold on, das heisst alle in die Mitte. Bald schon kommt die Holzbrücke, dann eine zweite, die Simme wird unruhiger. Vorher war es noch sehr harmlos. Das erste Mal über ein kleines Wehr, Felsblöcke stehen mittendrin. Ein solcher verwehrt uns dann die Weiterfahrt. Noch dreimal kommt dies vor. Nun sind wir noch die ersten und verstecken uns hinter einer Felswand. Als die anderen ankommen, gibt es ein Spritzgelage. Danach sind wir die letzten. Weiter! Immer wieder schüttelt es uns leicht durch, einmal knallen wir backbord voll gegen die Felsen. Dann heisst es tragen, für zwanzig Meter. Vor zwei Wochen wären es noch 30 Meter gewesen, meint Dänu. Raus aus dem Boot, Marianne verschwindet in ihrer ganzen Grösse im reissenden Mittelteil der Simme. Glasi und Böllä retten sie. Am Schluss darf Glasi noch selber rudern, es ist seine letzte Fuer mit uns vor der Hochzeit. 90 Minuten sind schon vorbei. Als das Wasser wieder ruhiger wird, steht weit vorne auf der letzten Brücke Ändel und macht Fotos von uns. Nach 100 Minuten Wildwasserabenteuer steigen wir aus den Booten, nass und zufrieden. Anschliessender Lunch mit den Alpin-Raft Leuten. Man kann T-Shirts kaufen, es war toll mit Heinz Loosli und Co. Wir machen schon wieder ab für 1993, diesmal auf der reissenden Lütschine.
21. Juni 1992 Privattour! Böllä und ich fahren nach Gartenarbeiten mit Fips und Family am Wohnwagen Sand extra nach Hause, um Mad Dodo in Laufen live zu sehen. Da müssen wir einfach dabei sein. Beachtlich, etwa 15 Alpengroupies sind dort anwesend, auch Ändel kommt extra von Ringgenberg. Mad Dodo sind super, ich werde sie auf einem nächsten Bergfilm mit vertonen. "Dr Ätti" live, einfach spitze. Und "s'Lied vo dä Bahnhöf", von Mani Matter, heute in Laufen zum allererstenmal live gesungen. Gleichentags erschienen auf der neuen CD "Matter-Rock". Songs von Mani Matter zu seinem 20. Todestag. Wird auch ein Alpengroupie-Sound. Dann fragen mich Ueli und Fredy an, um am Sonntag zu klettern. Ich bin solo und sofort dabei. Um 11 30 h treffen wir im Pelzli ein. Klettern im Vorstieg, abseilen 22 Meter. Nächste Wand, die Ueli im März nicht fertig durchsteigen konnte. Wir schaffen sie heute alle drei. Geil ( ein minus 5 ). Später Kaminklettern nebenan, Fredy hat das Gschtältli von Iris bekommen. Und Ueli weiht heute mit uns sein Mammut Flash ein, das ihm auch Christoph besorgt hat. Es wird ein schöner, gemütlicher Klettersonntag, wir bleiben im Pelzli bis ca. 16 00 h. Danach Heimfahrt.
Alpengroupies spannen erstmals bei Glasi's Hochzeit 27. Juni 1992 Dabei: Gago, Iris, Böllä, Paul, Christine, Anita, Mex, Andrea, Jack, Patrizia, Markus. Wir stehen nun im Hof das Klosters Beinwil mit Gschtältli, Pickel, Seil usw. 14 00 h. Christine hat mit ihrer super Schrift ein wunderschönes Gedicht auf Pergamentpapier verfasst, dazu ein schöner Blumenstrauss von Iris. Nun laufen Lilian Jeker und "Glasi" René Hänggi aus der Kirche, spazieren unter den Seilen vorbei. Über ihnen weht die Alpengroupie-Fahne, die heute Nachmittag offiziell eingeweiht wird. Übergabe der Blumen und des Pergaments. Nachstehend der Text dazu. Später, während des Aperitifs, sagt mir Fredy, wir könnten ja die Alpengroupie-Fahne vom Pfarrer segnen lassen. Super Idee, gesagt, getan. Christine und Iris lachen sich halbtot, als ich mit dem Pfarrer darüber spreche. Dann gehen wir in die Kirche und lassen die Fahne segnen, auf dass es helfen soll. Das Kreuzzeichen, Weihwasserspritzer und es ist erledigt. Später noch ein Gruppenfoto mit dem Brautpaar. Wahnsinnig, René übergibt mir Fr.200.-, wir verköstigen uns später im Restaurant Oberbergli bei Speckplatten und Käse. Ein feiner Abschluss! Nun das Gedicht von Christine: S'Bergecho het eus welle brichte, allerhand vo neue Gschichte. 27. 06. 1992 Christine Winkelmann
Privattour! 19. Juli 1992 Dabei: Ändel und ich. Am 18. Juli fahren wir nach Ringgenberg zu Ändel und Familie. Heute, nach 4 Monaten Wartezeit, kann ich endlich meine Superuhr, die CASIO ALT 6000, in Empfang nehmen. Temperaturanzeige, Höhenmesser, Barometer, Alarm, Stoppuhr u.s.w. Später Ueli Bier - Fuer. Wir bereiten uns auf den Niesen vor. Pickel, Gschtältli, Seil, Steigeisen, alles ist dabei, auch der Helm. Abfahrt um 06 30 h mit den Velos nach Interlaken West. Mit dem Zug weiter nach Wimmis, 3 km. Teerlauf, Start am Berg um 8 30 h, 660 m. ü. M., Koordinaten: 167.9 - 618. Auf dem Wanderweg langsam aufsteigend, bis zur "Oberen Hutten". 460 m. / 1 Stunde. Mein Höhenmesser steigt schnell. Hier wohnt ein Bergbauer über den Sommer, Typ Alpöhi original. Wir bekommen frische Milch, seine Feuerstelle brennt, er ist gerade am Käsen. 30 Minuten Aufenthalt bei ihm, er hat ein riesiges Horn auf dem Kopf, ein Geschwür. Sieht Horror aus, zuerst dachten wir, uns erscheint der leibhaftige Teufel. Aber ein freundlicher Teufel. Abmarsch Obere Hutten um 10 30 h. Der Niesengipfel kommt in den Nebel, es sieht jetzt schon schlecht aus. Über eine Wiese (1120 m) gehts in den Wald, der uns schon bald fordert. Die Steilheit beträgt hier schnell 50 Grad. Insekten haben es auf uns abgesehen. Noch eine kleine Hetze aufwärts, wir gewinnen immer schneller an Höhe. Bald sind wir in einem richtigen Dschungel von Gräsern und Bäumen, überklettern ausgerissene Baumstämme in einem extremen Gefälle. Endlich hört es auf. Wir sehen eine Gämse. Dann weiter durch offenes Gestrüpp und Graswiesen, wir schwenken in ein trockenes Bachbett ein. 1400 m. ü. M. Hier hinauf bis 1900 m. Oben steile Gras- und Felshänge. Ändel geht rechts in steiles Gelände, ich klettere links herum auf einem Gämsenweg, etwas oberhalb, wo wir vorher nochmals zwei Gämsen sahen. Nach 5 Minuten entdecke ich 2 Edelweiss, im Ganzen ist das erst das dritte Mal, nach Zermatt / Grindijesee und der Sefinenfurke. Wir sind schon 100 Meter auseinander, dann hören wir nichts mehr voneinander. Oben ein Rucksackdepot, ich habe langsam Angst um Ändel. Dazu kommt noch Nebel auf. Ich renne 100 Meter runter, dann sehe ich ihn an meinem Grat klettern, er hatte vorher auf seiner Seite die grösste Mühe und macht jetzt meine Route. Während er aufsteigt, schenke ich den Weisswein in meine Alpengroupie-Zinnbecher ein. Wir prosten, er ist auf dem Hund, ich auch. 30 Minuten Pause. Man sieht den Gipfel wieder. Aufstieg zum Gipfelgrat nach rechts hinüber, nicht senkrecht, die Steigeisen brauchen wir nie. Auf 2100 m betreten wir den Grat, nach 30 Minuten stehen wir auf der Gipfelplattform. Es ist 15 15 h. 6 ¾ Stunden nach Aufbruch mit 2 Pausen. Oben warten die Eisenbahner Roger, Eric, Karin, Petra und Marco schon 3 Stunden auf uns. Sie wollten gerade absteigen, kommen zu uns rauf. Wir beide trinken den Wein leer, dann Abstieg bis zur Mittelstation Schwandegg, 1 Stunde Nebelfahrt ins Tal. Wir verabschieden uns und fahren mit Karin' s Vespa nach Spiez. Zwei Horrortypen mit Rucksäcken und Pickel auf einer Vespa. Mit dem Zug zu den Velos, rauf nach Ringgenberg. Ich gebe mein Letztes. Später Reis-Fuer von uns, ein netter Abend, Sonntags gehen wir baden im Burgseeli. Super und heiss. Äendel, dankschön für die tolle Niesen-Tour. Unsere erste Direttissima. Relaxen, später über den Brünig nach Sand zurück. (Fips + Co.), Heimfahrt. Habe mir nun am 23. Juli 1992 eine Thermosflasche beim Eiselin gekauft. Eine NISSAN 0,89 l, eine Vakuumflasche, unzerbrechlich. Fr. 94.80, Plastik grün, innen Edelstahl, 5 Jahre Garantie. Auch Ändel und Böllä haben schon eine. Sie ist auch sehr leicht, und das Getränk bleibt durchs Vakuum 24 Stunden heiss oder kalt. Wie die Kamera und die Uhr ein Bergsteiger-Highlight. Ideal fürs Allalinhorn, wir nehmen sie natürlich auch später mit nach Nepal - Thailand - Neuseeland zwecks abfüllen mit Tee im Himalaya, u.s.w.
25. / 26. Juli 1992 * Dabei: Mario, Daniel, Martin, Mama Heidy und Papa Leo erstmals, Iris, ich, Christine, Paul, Anita, René, Ossi, Böllä, Mex, Ueli, Toni ab Vevey und Marianne ab Brig. Abfahrt in Laufen um 07 42 h, für 45 Minuten können wir uns im McDonald's-Wagen verpflegen. ( Eine Weltneuheit auf Schienen ) Umsteigen in Biel, als wir aus dem Zug steigen, ertönt eine Lautsprecherdurchsage: "Georg Grolimund und "seine" Alpengroupies im vordersten Wagen." Bald kommt Lausanne, das Lavaux, Dezaley, St. Saphorin, in Vevey kommt Toni zu uns. 11 00 h, die Sonne nimmt Überhand, wir singen das Alpengroupie-Lied "Leg's Gschtältli a." Die Videokamera läuft schon. In Sion sehen wir Spuren vom Unwetter letzte Woche, unglaublich. Um 12 00 h treffen wir Marianne in Brig. Um 12 15 h Postautofahrt nach Saas Fee. Lagerbezug, ein Hock in der Gartenbeiz, um 15 00 h fahren wir rauf nach Plattjen, laufen hinunter zum "ältesten Berghaus" auf 2418 m. Toni verwöhnt uns bis 17 30 h mit Fleischplatten. Mama, Papa, Martin und Iris bleiben auf dem Plattjen und fahren runter. Mex joggte hinauf nach Plattjen in einer Wahnsinnszeit. Wir laufen später ins Tal zurück in 1 ½ Stunden. Paul fragt in der Gartenbeiz nach Getränken zum Ober auf Hochdeutsch, dabei ist er ein Walliser. Zurück in Saas Fee, duschen, frisch machen, um 20 00 h Abendessen gegenüber im Restaurant Mistral. Eglifilets, später in die Disco, ganze 3 Stunden lang. Dann "Alperose" zum allerletzten, liegen wir endlich um 02 00 h im Lager. Doch nicht alle, denn ein jeder muss durchs Fenster hinein, die Tür ist abgeschlossen. Um 06 00 h wecke ich Mex, er will hinauf nach Mittelallalin joggen, muss aber diesen Plan aufgeben und rennt aufs Felskinn. Unterdessen haben auch wir Tagwache und gehen zum Morgenessen um 07 15 h. Wir richten hier ein Depot ein und fahren zum Berg, es herrscht super Wetter fürs Allalin. Mex ist auf Felskinn und wir steigen in die Metro Alpin ein. In 3'500 m. Höhe treten wir vor unseren Berg. Gschtältli anziehen, anseilen und los geht's um 09 30 h. Bald schon queren wir die Skipiste und Liftanlagen, dann geht's richtig bergan. Im Zickzack hinauf, es ist warm. Die Videokamera ist mit dabei. Ich probiere einen neuen Film. Als ich 20 Meter hohe Eistürme filme, bricht 10 Sekunden später der unterste plötzlich ab und ein riesiger Eisklotz donnert auf den Gletscher hinunter in Richtung unserer Aufstiegsspur, erreicht diese aber nicht. Wahnsinn!! Solch eine Menge berstendes Eis habe ich selten gesehen. Neben einer grossen Spalte steigen wir weiter bergan. Es ist recht warm. Mario, der die Gruppe 2 führt, muss aufgeben, er hat ein beengendes Gefühl in der Lunge. Er steigt alleine ab, schliesslich sind wir erst seit vierzig Minuten unterwegs. Weiter Richtung Feejoch. Dani muss jetzt endlich essen, kurze Pause. Nun führt Böllä die Gruppe 2, überholt uns und zieht gegen den Gipfel hinauf. Die Aussicht ist hier schon spitze, vom Rimpfischhorn über Monte Rosa - Matterhorn bis zum Weisshorn sieht man alles. Weiter geht's, 3'800 m. ü. M. Das letzte Stück, später kommen die Gipfelfelsen, und schon stehen auch wir oben auf dem Allalinhorn 4'027 m. ü. M. und gratulieren einander. Genau 2 Stunden 10 Minuten hatten wir für den Aufstieg gebraucht, 10 Minuten länger als nach unserem Plan. Nun geniessen wir die fantastische Aussicht, stossen an und endlich, endlich weht unsere Fahne im Wind. Jetzt ist sie auf einem richtigen Gipfel eingeweiht. Martin, Iris, Mama und Papa besuchten in der Zwischenzeit die Britanniahütte und sind wahrscheinlich schon bald auf Mittelallalin eingetroffen. Den Gang zum Gipfelkreuz nimmt fast jeder auf sich. Wir denken an Mario, der jetzt nicht dabei sein kann, machen ein Gruppenfoto. Rund 45 Minuten stehen wir auf dem Gipfel. Abmarsch um 12 30 h. Der Aufstieg im Firn war absolut super, doch die Sonne brennt immer mehr. Wir waten im Sulzschnee, René beginnt zu fluchen. Marianne hat Probleme mit dem Knie, darum geht sie voraus. Nach fast 2 Stunden auf der gleichen Route inkl. Picknick unterhalb des Gipfels treffen wir auf Mittelallalin ein. Iris holt uns ab. 14 30 h. Iris freut sich, dass wir auch alle gesund sind. Ausruhen, zusammenräumen, um 15 15 h steigen wir wieder in die Metro Alpin ein, die uns mit hoher Geschwindigkeit aufs Felskinn bringt. Umsteigen in die Gondel nach Saas Fee. Noch 20 Minuten bis zu unserer Pension Rendez-vous, wo wir unser Depot abholen und zahlen. Anita kann ihre Birkenstock-Schuhe nicht finden. Dann durchs Dorf zum Postauto, wir sind wieder alle beisammen. Während der Fahrt schläft die Hälfte ein. In Visp verlässt uns Toni, Abfahrt in Brig um 18 01 h. In Spiez geht Marianne ihre Wege. In Basel reichts nochmals kurz für Food von McDonalds. Ankunft in Laufen um 21 40 h. Zufrieden und müde trennt sich der Rest, das Allalinhorn war wirklich das Gipfelhighlight 1992. Mit Video! Probleme? Schräge Meinungen von Marianne: Unsere T - Shirts, Fahne, zu nahe am Vereinsleben, drohende Gefahr durch den Absturz des Eisblockes und aufgeschlagener Groupiebeitrag. Nun ist alles geklärt, aber es war nicht sehr stärkend! Ansonsten Tour erfolgreich zu Ende geführt!! Nun packen wir im nächsten Monat schon langsam für unsere Weltreise! Doch schon in einer Woche starten wir zu fünft in unser grosses, nächstes Abenteuer Tourenwoche Alpengroupies Wallis extrem!
Die Gipfeltruppe auf dem Allalinhorn 1992.
Tourenwoche Alpengroupies Wallis extrem! 1. - 8. August 1992 * Monte Rosa Hütte - Signalkuppe 1554 m. ( Cabanna Margherita ) - Zumsteinspitze 4563 m. - Parrotspitze 4432 m. - Ludwigshöhe 4341 m. - Corno Nero 4321 m. - Rifugio Balmenhorn 4167 m. - Pyramide Vincent 4215 m. - Ueberschreitung oder Umwanderung des Lyskamms - 4527 m. Ost - und Westgipfel - Felikjoch 4093 m. - Monte Rosa Hütte - Rotenboden - GGB - Zermatt - Schwarzsee - Matterhorn 4478 m. über den Hörnligrat ( Video ) 1. 8. 1992 Gestern, am 31. Juli, war der heisseste Tag in diesem Jahr mit 35 Grad. In Brislach hatten wir eine Weltrekordbratwurst, 1'830 m. Jeder hat gepackt. Heute treffen wir uns um 07 00h am Bahnhof Laufen. Dabei: Die Tourenwoche-Extrem-Mitglieder Christoph, Böllä, Ändel, Dieter und ich. Dabei auch ein Seesack fürs Material und frische Kleider (Matterhorn). Um 10 00 h trifft Äendel in Spiez auf uns. 33.5 ° Temperatur, Luftdruck 1'020 mbar. Um 12 50 h treffen wir in Zermatt ein. Dieter und Christoph deponieren den Seesack im Hotel Alphubel bis nächsten Freitag, ich reserviere unterdessen eine Videokamera fürs Matterhorn auf Freitag, 7. August. Nach einem langen Hock in der Gartenbeiz fahren wir mit der Gornergratbahn bis Station Rotenboden. Von hier über den gewohnten Höhenweg und den Gornergletscher in 2 ½ Stunden auf die Monte Rosa-Hütte ( 2'802 m. ü. M. ) Kaum angekommen, gibt es Abendessen, im Dessert steckt ein 1. August - Fähnli. Die schönste Frau, die ich je auf einer Hütte sah, bringt uns den Wein. Eine schwarzbraune Walliserin, im weissen engen Shirt und zerrissenen Jeans, mit einem strahlenden Lächeln. Eine wirkliche Traumfrau. Wir stossen miteinander an, jeder ist von ihr begeistert. Dann packen wir für Morgen, auf den Felsen draussen geniessen wir den Abend. 20 00 h, wolkig, es macht plötzlich ganz zu. Shit, die ersten Tropfen dann um 20 15 h. Hoffentlich ist es nur ein Gewitter. Später,
In der Monte Rosa - Hütte mit Lucky.
Unser Findling oberhalb der Hütte. um 21 30 h, geniessen wir das Monte Rosa-Feuer. Der Hüttenwart und sein Sohn entzünden Feuerwerk, Stöckli und Raketen. Wir sitzen oberhalb des Feuers und sehen Lichter auf der Hörnlihütte, Trockener Steg und Schwarzsee. Hinter dem Lyskamm blitzen die Raketen der Italiener? Warum? Sie auch? Nein, es sind Wärmegewitter. 22 15 h. Ändel und ich wollen ins Lager, doch die anderen drei sitzen bei Kerzenlicht und einer Flasche Rotwein. Wir auch. Und dann ist da wieder sie, in der Küche, sie heisst "Lucky." Jeder von uns will heute Abend mit ihr flirten. Darauf einen Roten mehr. 23 00 h. Und der ist erst noch gratis, der Hüttenwart spendiert die Flasche, weil es schon Polizeistunde ist. So etwas habe ich noch nicht erlebt. Weiterhin Fröhlichkeit. Nachtruhe um 23 30 h. Ich stelle den Wecker meiner Uhr. Wir möchten um 03 30 h aufstehen. Bald schon schlafen wir ein. 2. 8. 1992 Gegen 02 00 h brüllt jemand ins Zimmer. Darum verschlafen wir auch. Tagwache um 05 00 h. Schon fast zu spät für die Besteigung Castor / Pollux. Kurz vor 06 00 h starten wir über die Moräne Richtung Castor. Nach 2 ½ Stunden auf dem Gletscher merken wir, dass wir zu hoch in das Eis eingestiegen sind und eine Stunde verloren haben, dazu noch 2 Stunden verschlafen. Nach einer kurzen Besprechung starten dann Christoph und Dieter zum Castor. Ein rechter Türk von 6 Stunden Hinweg und am Nachmittag wird die Sonne heftig brennen. Böllä, Ändel und ich nehmen es gemütlicher und üben Eisausbildung, sichern im Gelände u.s.w. Da, wo sich der Schnee noch auf dem Gletscher hält, ist es recht gefährlich, jeder hat einmal einen Fuss im Loch. An Eistürmen vorbei geht`s zum Frühstücksplatz (Felsen). Kurz zuvor seilen wir uns los, als ich mich umdrehe, stürzt Böllä auf den Bauch, die Beine über dem Abgrund. Dabei fällt sein Pickel in die Gletscherspalte. Sofort richten wir eine Abseilung ein. Böllä geht runter mit den 2 kleinen Eispickeln von Paul, ich habe meine Eisschraube gesetzt, Ändel sichert. Die Spalte ist ca. 10 Meter tief und sehr eng und natürlich eiskalt. Rolli hat grosse Mühe da unten. Zu allem Unglück verliert er fast noch ein Steigeisen. Dann kommt er rauf. Puh, Glück gehabt und jetzt Frühstück. Später 1 Stunde Richtung Felsen, wo wir einen riesigen Findling besuchen. Hier bleiben wir 2 ½ Stunden, klettern, relaxen, liegen in der Sonne. Übungen mit Prusik-Klemmknoten, Fotos werden gemacht. Dann in 30 Minuten zurück bis zur Hütte. Lucky, die rassige Schwarzhaarige, ist wieder hier. Nach dem Frischmachen entdecken wir durch den Feldstecher des Hüttenwarts Christoph und Dieter auf dem gefährlichen Zwillingsgletscher zwischen Eistürmen. In 2 Stunden werden sie etwa hier sein. Ein anderes Thema, das Nachtessen, sieht vielversprechend aus. Lucky paniert die Schnitzel, mit Spaghetti, heute im hautengen, schwarzen Top. Und diese Bräune. 17 50 h. Wir hocken wieder an der Sonne. Um 18 05 h treffen die anderen Gletscherflöhe auf der Hütte ein. Der 2. August ist schon bald vorbei. Morgen starten wir um 02 00 h Richtung Capanna Margherita, zur höchstgelegenen Hütte in Europa, 4'554 m. ü. M. Dort wollen wir 48 Stunden bleiben. Das Abendessen kommt um 19 00 h, Christoph und Dieter haben den Castor leider nicht ganz geschafft. Es war dafür einfach zu spät. 20 00 h. Wieder trinken wir Merlot. Ins Bett dann um 21 00 h. Aber nochmals: Es ist unglaublich dieses Jahr auf der Monte Rosa-Hütte. Diese netten, auch hübschen Mädchen, 1 Liter Rotwein gratis vom Hüttenwart gestern, und heute flickt Lucky die Hosen von Christoph. Dazu trinke ich zum zweiten Mal in meinem Leben Absinth, und das hier auf der Hütte. Eine super Sache, nur haben wir noch nicht alle Teewasser. Es wurde 20 53 h. Nach 22 00 h ins Bett. 3. 8. 1992 Tagwache zwischen 02 00 h und 02.30 h. Christoph und Dieter gehen runter zum Essen, wecken uns im anderen Zimmer aber nicht. Abmarsch um 03 20 h von der Monte Rosa-Hütte zur Capanna Margherita auf der Signalkuppe (4'554 m). Wir steigen den Moränenweg hinauf, dann auf den Grenzgletscher. Die Stirnlampen leuchten übers Eis. 3'000 m.ü.M. Steigeisen anziehen, immer weiter geht es hinauf, es wird langsam Tag. Dann kommt die Sonne, Frühstück. Rechts neben uns die riesige Wand des Lyskamm. 3'300 m. Nun gilt es gefährliche Spalten zu überwinden. Unter der Dufourspitze, dem Monte Rosa - Massiv linker Hand, laufen wir Richtung Signalkuppe, 3'600 m. Wieder eine kleinere Pause, es wird immer heisser, wir sind froh, dass wir in der Nacht gestartet sind. 4'000 m. ü. M., ca. 11 00 h. Wir haben schlimme Eisschründe vor uns, müssen sie überspringen. Bald ist Mittag. Der letzte Türk liegt vor uns, noch ca. 2 Stunden Marsch. Jetzt erblicken wir die Signalkuppe mit der Hütte obendrauf. Wir werden immer langsamer, 4'300 m. Unsere zwei Blonden steigen rechts rauf. Ein kleiner S-Wand- Durchstieg als letzter Kick, wir drei nehmen links die Normalroute. Ich bin immer erschöpfter und es ist so heiss. Um 13 55 h stehe ich vor der Capanna Regina Margherita ( 4'554 m. ), der höchstgelegenen Hütte in Europa, sie thront auf der Signalkuppe, unserem ersten Viertausender. Als alle hier sind, melde ich uns an. Aber hoppla. Der Typ hier weiss nichts von Grolimund und fünf Personen, dabei hat Zizi vom Bahnhof Zwingen uns letzte Woche angemeldet. Und ein Typ am Telefon sagte, man könne nicht reservieren, aber es sei notiert. Der zweite Schreck dann vor der Küche, sie wollen für Abend - und Morgenessen mit Üebernachtung 70'000 Lire, etwa rund 90 Franken. Die spinnen, die Italiener. Wir beschliessen sofort, dass wir morgen nach ein paar Gipfeln zur Monte Rosa-Hütte absteigen, die Dufourspitze zusätzlich ist, wie wir wissen, nicht machbar. Diesen Wucher zahlen wir nicht. Dabei freute ich mich so auf die 48 Stunden hier oben. Wir suchen uns ein leeres Zimmer, die Höhe drückt aufs Hirn und wir möchten liegen. Der Chef hier schmeisst uns 10 Minuten später aus dem Schlag raus. Weitere Verhandlungen, auch mit einem Schweizer. Später bekommen wir Zimmer Nr.4, ich schreibe hier noch, alle sind hundemüde und pennen etwas ab 16 20 h. Das Abendessen folgt um 19 15 h. Ich habe starke Kopfschmerzen nach einer Stunde Schlaf. Während des Essens werde ich aber wieder fit. Doch Böllä sieht immer bleicher aus. Er hat's im Kopf und im Magen. War auch schon beim Doktor, denn hier existiert eine medizinische Station für gewisse Höhenkrankheiten und eine Messstation für die atmosphärischen Begebenheiten. 19 50 h. Böllä macht mir ernsthaft Sorgen, vielleicht muss er sogar mit dem Helikopter runter. Rolli hat Cortison oder so etwas bekommen. Draussen kommt plötzlich Sturm auf, als ich vor die Türe treten will, schreit mich die Küchenmannschaft fast verzweifelt an. Nix mit rauchen. Einen roten Gipfelwein ( Aigle ) haben wir zum Essen eingenommen. Nun hocken wir rum, warten ab. Wir waren heute 10 ½ Stunden unterwegs, von 03 30 h bis fast 14 00 h. Das waren 1'750 Höhenmeter, und dies in grosser Höhe. Draussen schneit es jetzt, Graupel, Donner. 20 00 h. Wir schauen vom Fenster rund 2000 Meter in die Tiefe hinab und rauchen eine Zigarette, die höchste Wand der Region liegt unter uns, es ist absolut atemberaubend. Dieter und ich sind während des Gewitters hier also am paffen und ein Blitz schlägt ganz nah in die Hütte ein, wir erschrecken heftig. In dieser Sekunde schlägt uns die Druckwelle des Blitzeinschlags geradewegs die Zigaretten aus der Hand. Nun stürmt der Hüttenwart ins Zimmer, brüllt uns an und wir denken fast, der bringt uns jetzt um. Das Personal ist ganz aus dem Häuschen. Schön gefährlich hier oben. Böllä hat den Höhenkoller erwischt, hat Schmerzen. Ändel zieht bei jedem 70'000 Lire ein und bezahlt Food und Übernachtung. In 15 Minuten bekommt Böllä frischen Sauerstoff, heisst es. In letzter Minute doch nicht. Er hat noch immer grosse Schmerzen. 21 00 h. Wir jassen Tschau-Sepp, Ändel macht Pulsmessungen. Die Temperatur in der Gaststube: heiss, 32.2 Grad. Der Barometer ist tief unten. 630 mbar auf 4'554 m. ü. M. Um 22 00 h ins Lager. Wir können alle nicht richtig einschlafen.
Auf der höchsten Hütte Europas, der Capanna Margherita 4554 m. ü. M.
Unsere Viertausender in Italien.
Unter uns die Welt
Zurück in der Zivilisation. 4. 8. 1992 Ich läute zur Tagwache um 04 50 h, Morgenessen. Das Wetter ist das
erste Mal nicht gut. Abmarsch auf der Signalkuppe um 06 30 h. Rüber
trekken zum Berg, ganze 25 Minuten später erklettern wir unseren
zweiten Viertausender, ein Schneehügel, die Zumsteinspitze Um 4 30 h starten Didi und Christoph, um den Lyskamm zu überschreiten, gehört zwar nicht ins Programm, aber was soll`s. Ich habe kein gutes Gefühl dabei und laufe mit Ändel und Böllä hinter dem Lyskamm durch. Doch vorher, nach einem Schluck Eistee besteigen wir unseren 7. Viertausender, die Pyramide Vincent. ( 4'215 m ) Ein Rucksackdepot unterhalb des Balmenhorn, für rauf und runter zur Pyramide Vincent benötigen wir ganze 36 Minuten. Abmarsch, hinter dem Lyskamm vorbei, herrliches Wetter, ein steiler Eisanstieg von 45 °, dann wird's recht gediegen, hier 2 Stunden Pause unterhalb vom Felikjoch. Hier wollen wir rauf, aber es sieht zu gefährlich aus. Ändel möchte nicht, es könnte zu rutschen beginnen. Nun müssen wir das ganze doch noch umlaufen. Wir sind nicht mehr weit von den italienischen Hütten entfernt, steigen auf gegen das Felikjoch ( 4'093 m ). Doch oho, zu steil. Nein, es geht. Ich führe eine neue Route durchs Schneefeld. Dann anseilen, ich gehe über ein Brüggli, habe Bammel, in 50 ° Steilheit weiter durch Firn, unter mir Spalten. Ändel hält es fast nicht für möglich. Ich krampfe mich durch, erreiche die Felsen. Ca. 5+ im Schwierigkeitsgrad, und recht lose. Drei Sicherungen, ich bin richtig drin. Mit dem Eispickel in die Felsspalten. Dann erreiche ich wieder Schnee, das Felsband ist überwunden. Es war einiges ekliger als der Matterhorn - Hörnligrat. Nochmals 20 Minuten Türk, dann stehe ich auf der Route. 1 Stunde 45 Minuten brauchten wir für diesen Horroraufstieg. Nochmals 30 Minuten, dann sind wir auf dem Felikjoch ( 4'093 m ) angekommen. Pause. Der Castor steht neben uns, aber zeitlich verzichten wir, sonst wäre ich noch gegangen. Ankunft um 14 00 h. Wir haben jetzt im Monte Rosa Gebiet sieben Viertausender gemacht. Die beiden Blonden sollten wir jetzt hier treffen. Sie kommen vom Lyskamm oder Castor her. 14 40 h. Abmarsch vom Felikjoch über den Zwillingsgletscher zur Monte Rosa Hütte runter. Es ist schwierig auf dem Eis, doch wir drei sichern top. Nach 3 Stunden 50 Minuten treffen wir auf der Hütte ein. Dieter und Christoph haben in der Zwischenzeit den Lyskamm und den Castor bestiegen, und wir kehren gegen 18 15 h zurück. Erwarten einen Handschlag, ein kühles Bier, aber weit gefehlt. Bevor es das verdiente Nachtessen gibt, schreit uns Christoph vor der Hütte mit Schimpf und Schande an. Das haben wir wirklich nicht verdient, so habe ich ihn noch nie erlebt. Er fragt, wo wir so lange waren, wir hätten keine Disziplin, das Matterhorn gäbe ein Problem, er macht ein Scheisstheater. Auch in der Hütte, andere Gäste motzen schon. Der Hüttenwart schreit auch noch dazwischen. Er kommt mir vor wie ein Lehrer, der uns zusammenscheisst. Dabei hatten wir eine lange, 10 ½ - stündige Tour und viel Spass, und unsere Blonden wussten ja, dass wir auf die Monte Rosa Hütte absteigen oder eben diese Tour machen. Zu allem Unglück gab es bei ihnen noch einen kleineren Unfall auf diesem Gletscher, denn er war heikel. Ihre Spuren waren auch nicht immer gut gewählt. Endlich hören sie zu und begreifen langsam, Christoph entschuldigt sich bei mir. Denn die Verantwortung liegt bei mir, auch unser Aufstieg heute Nachmittag. Nun ist alles klar, wir sind zwei Tourenführer, zwei Seilschaften. Wir beide haben unsere Verantwortung, er ist noch der technische Tourenleiter, ich bin der ältere. Meine Tour ist mein Bier. Jetzt ist alles klar. Friede herrscht! Es wird 21 00 h. Wir sitzen draussen auf den Felsen. Nun waren wir alle 50 Stunden auf über 4'000 Meter Höhe, das Monte Rosa-Gebiet wird heute abgeschlossen. Unser Ziel wurde erreicht. Sieben Viertausender haben wir ( Ändel, Böllä, Gago ) jetzt im Sack, Didi und Christoph deren zehn ( Lyskamm, Castor ). Jetzt noch etwas Rotwein auf den heutigen Tag, es ist 21 30 h. Rein in die gute Stube, wir stossen an mit Lucky, Tamara und Heinz. Nachtruhe danach unbekannt. 6. 8. 1992 Tagwache um 07 30 h. Abmarsch von der Monte Rosa Hütte um 09 00 h. 1 Stunde und 40 Minuten später treffen wir auf der Station Roten Boden ein. Fahrt nach Zermatt, 12 00 h. Mittagessen, endlich wieder normales Essen. Rahmschnitzel und Nudeln, wunderbar nach den letzten 3 Tagen. Und jetzt, endlich dürfen wir nach 5 Tagen duschen, denn wir stinken wie die Schweine. Später Shopping im Dorf, eine Videokamera wird gemietet, um 15 30 h die Fahrt nach Schwarzsee, von dort in 1 Stunde und 40 Minuten hinauf zur Hörnlihütte. Wir wollen uns jetzt einen Tag ausruhen und dann das Horu besteigen, doch wir machen hier gleich weiter. Das Matterhorn steht in den Wolken. Abendessen, wir schauen uns den Einstieg an, noch einen Trunk in der anderen Beiz, Nachtruhe um 22 25 h. Und draussen fallen die ersten Regentropfen. Sonst sind wir bereit fürs Matterhorn. Hier noch ein paar Fakten zum Abend: Ändel hat sich definitiv entschlossen, nicht mitzukommen. Ihm ist das Horu nicht ganz geheuer, es geht ihm ums runter schauen. Er hatte vom Berg auch einen schlechten Traum erlebt, wie eine Warnung. Er wartet auf uns und wird seinen Tag auf der Hütte geniessen. Didi bekommt ein Telefon von seinem Vater mit den besten Wünschen zur Matterhorntour. Als wir im Lager liegen, prasselt plötzlich ein Schneeregen-Gemisch ans Fenster, jetzt ist der Berg nass. 15 Minuten später scheint schon wieder der Mond ins Lager. Ich bin aufgeregt, kann nicht schlafen. Mitternacht! 7. 8. 1992, Matterhorn!
Endlich: Wir stehen auf dem Gipfel des Matterhorns 4478 m. ü. M. Tagwache am 7. August um 03 15 h. Ein Geläufe ist das hier. Weckalarm, Morgenessen, Tee abfüllen. Um 04 15 h sind wir draussen bereit. Abmarsch um 04 32 h. Im Licht unserer Stirnlampen geht's schnell bergauf, die Bergführer mit ihren Gästen sind zuvorderst. Ich lasse Böllä am Einstieg voraus, dann sind wir Richtung Pfeiler schon auf der falschen Route, trotz Steinmännchen. Abstieg. Böllä umläuft eine tschechische Gruppe, kommt super voran. Dieter und Christoph sind nun unter uns. Ich filme mit der Videokamera, doch Böllä entfernt sich immer weiter von mir. Ich rufe und schreie, er geht trotzdem weiter. Das macht mich unheimlich wütend. Er wartet später auf der Solvayhütte, auf 4000 Meter, zur Halbzeit. Die untere Mosleyplatte kommt, unsere Blonden haben hier auch ihre liebe Mühe. Auf der Solvay ( 4'003 m. ü. M. ) scheisse ich Rolli gehörig zusammen, er hat's einfach verdient. So nie wieder, er hat uns scheinbar nicht gehört. Man darf am Matterhorn nicht einfach davon laufen. Es wird 08 10 h. Eine Top-Zeit. Jetzt, nach der Pause, seilen wir hier an. Nun kommt die obere Mosleyplatte, das schwierigste Stück. Über uns klettern 2 Spanier, die schon seit geraumer Zeit aus völliger Blödheit Schnee runterschmeissen und dann und wann auch Steinschlag auslösen, das gefährlichste überhaupt hier. Unter uns klettern Österreicher und werden von Steinen um ein Haar getroffen. Als wir auf gleicher Höhe sind, fragen wir sie auf Englisch, was das denn soll. Die beiden grinsen uns nur dumm an. Solche Leute haben gar nichts am Berg verloren. Es wird bereits 10 00 h. Sein Kollege lachte nur. Als wir gegen 11 30 h den Gipfel erreichen, stürzte dieser auf ca. 3'800 Meter gegen 800 Meter die Ostwand hinunter und stirbt, wie wir später vernehmen. Ändel sah den Leichensack auf der Hörnlihütte beim Heli liegen, eine riesige Blutlache lag abends noch da. Der Bericht war im "Blick" am 8. 8. 1992. Der eine fuhr dann im Zug nach Hause und der andere im Sarg. Doch nun weiter mit unserem Abenteuer: Der Gipfel steht hoch über uns. Ich schätze, noch 1 ½ Stunden. Bald kommen die Fixseile, Böllä führt, er macht seine Sache gut. Nun müssen wir immer wieder anstehen, weil auch schon viele Leute schon wieder herunter kommen. Weiter oben treffen wir auf einen Bergführer, der seine ca. 13 - jährige Tochter auf den Berg führt. Aber eher wie einen Hund, die Kleine weint und leidet und mag nicht mehr. So was haben wir noch nie gesehen. Die Bergführermarke glänzt an seinem Hemd, als er uns überheblich fragt, was wir denn für Typen seien und hier machen. Total arrogant kommt dieser auf uns zu, dabei sind wir top ausgerüstet und er hat als Bergführer nicht mal Helme für seine Tochter und sich, das ist völlig krass. Bald gibt ein Wort das andere, wir lassen uns von dem nicht anscheissen. Ich frage ihn, ob er denn seine Tochter bis zum Gipfel hoch quälen will, er grinst. Das ist schlechteste Werbung für den Zermatter Bergführerverein, nicht zu toppen. Dann kommt die Schulter, jetzt heisst es Steigeisen anziehen, zwei Schneefelder, dazwischen Felsen, man muss die Eisen anbehalten. Immer mehr Schnee auch am Gipfeldach, ich hatte vor zwei Jahren am Dach ja fast nichts. Die Videokamera ist immer wieder im Einsatz. Dann sehe ich die Gipfelstatue des hl. Bernhard, Böllä filmt nun mich auf dem Gipfelgrat. 10 Minuten später stehen wir vier auf dem Gipfel des Matterhorns 4'478 m. ü. M. Es ist geschafft, so genial. Sonnenschein, auch Nebel, Gratulationen, die Alpengroupiefahne wird gehisst und in den Schnee gesteckt, Video, Fotos, ich öffne einen weissen "Mont sur Rolle." Erstmals einen Schluck Wein auf dem Matterhorn, aber nur einen. Wir prosten, auf die Alpengroupies, hier und jetzt. Wir grinsen einander an. Punkt 11 30 h sind wir oben angekommen. Der Aufstieg war lang, 6 Stunden 15 Minuten, vor allem wegen dem anstehen und dem filmen. Alles ist aufgegangen, die Tour absolut erfüllt. Doch es ist erst die Hälfte. Der Bergführer mit seiner Tochter ist auch ganz oben, sie liegt auf den Steinen und weint bitterlich, es war für sie eine Qual. Was für ein arroganter Kerl, sein eigen Fleisch und Blut so zu quälen. Da muss man doch Nein sagen können. Die Geschichte nimmt uns ja niemand ab. 45 Minuten geniessen wir den Gipfel und das Panorama, das verschwindet und das wieder zum Vorschein kommt. Noch ein letzter Blick in die Nordwand und hinunter nach Italien. Ein Gipfelstein wird eingepackt. Der Abstieg beginnt um 12 15 h. Es ist heikel, und es hat am Dach ziemlich Schnee. Wir wollen keinen Todesfall beim Matterhornabstieg als Schluss der Tourenwoche. Deshalb sichern wir absolut super vom Gipfel bis zur Solvayhütte ( 4'003 m ). Alles tiptop mit Abseilachter, auch bei den fixen Seilen. Ganze 4 Stunden 45 Minuten später kommen wir auf der Solvayhütte an. Wir hatten viel Stau auch auf dem Rückweg. 17 00 h. Ein langer Weg liegt noch vor uns. Nach der unteren Mosleyplatte hängt`s mir langsam aus. Das Gelände ist gut genug, um solo zu gehen. Noch etwa eine Stunde. Ich knalle mir noch das Knie an. Ich staune wieder, dass wir an gewissen Stellen hier hoch geklettert sind. Es ist erstaunlich, noch hat niemand Blasen, nur Druckstellen am Fussballen. Dann die letzten 30 Minuten bis zum Einstieg, und es ist geschafft. Wir kommen alle gesund zurück, nun habe ich genug von diesem "Schutthaufen". Ändel erwartet uns schon oberhalb des Einstiegs. Fast 7 Stunden hatten wir im Abstieg gebraucht, aber dafür leben wir noch. Äendel wartet mit einer Überraschung auf: 5 Dosen Bier, super. Und organisiert das Nachtessen. Wir wussten schon lange, dass es nach Zermatt nicht mehr reicht. So feiern wir halt in der Hörnlihütte bei Rotwein und geniessen den Erfolg und den Abend. Ich unterrichte Martin und Papa über unseren Erfolg, er gratuliert allen. Iris konnte ich noch nicht erreichen. Karten schreiben, ausklingen. Irgendwann ins Bett. Wunderbar! 8. 8. 1992 Tagwache um 08 00 h, nun bin ich richtig kaputt. Abmarsch ins Tal nach Schwarzsee um ca. 09 30 h, auf die Luftseilbahn und nach Zermatt zurück. Im Hotel Alphubel holen wir noch unseren Rest ab, den Seesack und anderes. Hier schliessen wir ab, die Tourenwoche ist absolut erfüllt. Noch die Videokamera retour bringen, den Film einpacken, das Mittagessen wird von einem edlen Spender bezahlt, über mich. Zuvor Funky-Town im Pöschtli Zermatt, Raclette, Wein und Café Créme. Der Hit von Genesis läuft in der Musicbox: "I can`t dance". Alles Material ist aufgeteilt, 15 10 h. Jetzt trennen sich unsere Wege: Dieter, Christoph und ich fahren nach Hause, Ändel macht eine zweitägige Velotour von hier über den Grimsel nach Ringgenberg. Böllä geht ans Ikarus-Fest in Interlaken. Zusammen schreiben wir 27 Karten. Ändel`s Rucksack noch aufgeben, dann treten wir die Heimreise an. Zermatt ab um 17 00 h, in Laufen kommen wir an um 23 17 h. Iris holt uns aufgestellt ab!! Sie und Adrian empfangen uns am Bahnhof Laufen mit einem Champagner-Apéro, tolle Sache, es herrscht noch immer eine Temperatur von 21 Grad. Wir waren Helden für einen Tag. Es war eine super Tourenwoche! Merci, Paul, für Deine Eispickel, wir haben sie gut gebrauchen können!
22. / 23. August 1992 * Dabei: Ändel, Marianne, Böllä und ich. Ändel hatte viele Absagen für seine Tour, Unfälle, Open Airs und anderes. Doch Rolli und ich erweisen ihm die Ehre und kommen mit. Fips und ich haben uns entschieden, am 5. Brislacher Open Air zu spielen. "Pink Fröyd" auf einer grossen Bühne, das erste Mal über eine Anlage. Unsere Premiere kommt an. Super, wir haben die meisten "Zugabeschreie" am Freitag. Und spielen gleich nochmal von 03 00 h bis 04 30 h. Darum heisst es durchmachen und ab auf die Petersgrattour. Abfahrt in Zwingen um 05 22 h, Spiez an 07 55 h. Hier stossen Ändel und Marianne zu uns. Ankunft im Lötschental / Fafleralp um 09 17 h. Abmarsch Richtung Petersgrat durch das äussere Faflertal um 09 45 h. Um 10 00 h sind die kurzen Hosen montiert! Durch dieses herrliche Seitental wandern wir in der schon heissen Sonne am Wildbach entlang. Schnell gewinnen wir an Höhe. Marianne zieht es voran, Mittagessen um 12 00 h. Nach den Geröllhalden betreten wir den Gletscher und seilen an. Es gibt immer mehr Wolken. Wir erreichen den Petersgrat nach 5 Stunden 10 Minuten. 15 00 h. Hier oben bekommen wir noch Graupel und Regen. Es macht zu. Noch sehen wir die Südwand der Blümlisalp. Auch unser zweites Ziel, die Mutthornhütte ( 2'901 m. ) entdecke ich jetzt unter dem Mutthorn. 40 Minuten später sind wir in der Hütte. Die Sonne zeigt sich ein wenig, Lager beziehen. 16 15 h. Ab in die Wärme, ein Freixenet in der Gaststube, wir haben es gediegen und nichts mehr los. Bei Böllä und mir zeigt sich langsam die Müdigkeit der durchgemachten Nacht. Immerhin waren wir jetzt auch wieder 6 Stunden auf Tour. Wir warten gemütlich auf den Abend, morgen geht`s nur noch hinunter nach Kandersteg. Heute Abend schlafen wir sicher alle sehr gut. Abendessen um 18 30 h. Ein gediegener Abend folgt. Kaffee Mutthorn und Feldschlösschen Bier. Draussen herrscht ein heftiger und kalter Wind. Nachtruhe um 22 10 h. Trotz der letzten durchgemachten Nacht und der nachfolgenden 6 Stunden Aufstieg kann ich zuerst gar nicht einschlafen. Teilweise friere ich. Tagwache nach 9 Stunden Schlaf um 07 15 h. Das Wetter ist noch nicht besser. Morgenessen. Abmarsch Mutthornhütte um 09 15 h. Eine Weile wandern wir auf dem Pfad Richtung Gamchilücke, dann legt Ändel eine Spur direkt zum Kanderfirn. Die Wolken bilden eine geheimnisvolle Atmosphäre, rechts neben uns baut sich die S-Wand der Blüemlisalp bedrohlich auf und endet in der Wolkendecke. Gemütliches Gletscherwandern, Marianne hat keine Steigeisen, an gewissen Passagen müssen wir aufpassen und Stufen schlagen. Weiter unten überqueren wir teilweise den Älpeligletscher, 2'400 m. Wir sind im Raume "Schafgrinde", als wir den Gletscher verlassen. 2 Stunden 40 Minuten dauerte diese heutige Tour. Es wird 12 00 h, Mittagessen zwischen schützenden Felsen. Die Sonne hat uns auch schon einige Male angestrahlt. Abmarsch um 13 00 h ins Gasterental Richtung Selden. Wir müssen noch 800 Meter absteigen. Die Moräne runter, über die ersten Wiesen, die Baumgrenze fängt hier an. Nach 1 ½ Stunden, auf 1'740 m, machen wir eine Pause. Neben uns fliesst die blutjunge Kander vorbei, sie entspringt 3 Kilometer entfernt aus dem Kanderfirn. 14 45 h. Relaxen, ein kleines Feuer noch. 2 Kilometer sind es bis Selden. Nach 30 Minuten Abmarsch. Nahe der Kander den linken Weg, durch den Wald zum Gasthaus Heimritz, 1'632 m. Es ist 15 30 h. Draussen sitzen wir in der Gartenwirtschaft. Schon lange ist es warm, die kurzen Hosen wurden vorhin montiert. Jetzt gibt's Kaffee Heimritz. Dazu ein Glas Milch von hier. Das Gasterental ist wirklich sehr schön, ich möchte hier später mal eine Tour organisieren mit übernachten. Gegen 16 00 h Abmarsch, in 15 Minuten nach Selden. Ein Coupe Dänemark ist angesagt. Ein Bus nach Kandersteg um 17 00 h, in Spiez verlassen uns Ändel und Marianne. Dankschön, Ändel, für diä tolli Petersgrat - Tour. Au mit weniger Sunnä ischs landschaftlich ä super Sach gsi, Gemütlichkeit mit dä Alpegroupies!
12. / 13. September 1992 * Dabei: Christoph, Eveline, Jack, Diana, Urs, Bettina, Daniel Stirnimann, Toni, Markus, Patrizia, Fips, Denise, Ueli, Dieter, Eric, Ines, Andi, Böllä, Ändel, Marianne, Paul, Christine, Daniel Borer, Paul Horror, Bruno, Elsi, Mama, Papa, Mex Spaar, Oswald, Ruth, Mario, ihre Kinder Angela und Ines erstmals, Martin "Din" Thomann, Iris und ich. Die Höhepunkte: Wieder einmal die Anzahl der Alpengroupies, wir sind 37 Leute. Eine Rede am Anfang, kurz und sachlich. Halt, zuvor natürlich der Apéro von Iris, am steilen Weg zum Gittermast, oberhalb von Grindel, wurde ausgeschenkt. Super. Dann die Ankunft auf dem Ober Fringeli um 19 30 h. Nach meiner Ansage fröhliches Foto schauen in den Alben, Tourenbücher u.s.w. Dann ein gemütliches Fondue-Abendessen ab 21 00 h. Nun sind alle hier. Danach werden die Alpengroupies - Schnäpsli verteilt, eine Top-Idee von Iris. Zusammen mit Böllä haben wir sie letzten Dienstag kreiert. Tolle Sache. Im 1 dl-Fläschli mit Bügelverschluss. Etikette in verschiedensten Variationen. Später locke ich Christine, Marianne und Böllä nach vorn. Die Übergabe dreier Zinnbecher für die fleissigsten Alpengroupies in diesem Jahr. Christine: 14 Touren, Marianne: 16 Touren, und Böllä als absoluter Spitzenreiter, der 19 Touren mitgemacht hat. Meine Wenigkeit kommt auf 26, Iris auf 23 Touren. Applaus für die drei und Fotos. Nur, auf Böllä's Becher steht "Bollä". Der Gravierer Mepo in Grellingen hat die ö-Pünktchen vergessen. Mister MEPO Rohner. Böllä kann den Zinnbecher später vorbei bringen. Dazu noch ein zweiter Fehler. Die Becher sind 1 cm zu gross, mehr Umfang. Sonst die gleichen wie unsere. Wir lassen das aber in Zukunkft, wie es ist. Das OK hat jetzt einfach die kleineren Becher. Und es wird in den nächsten Jahren vom grösseren Modell noch viele weitere geben, denke ich mal. Gemeinsam stossen wir fünf auf unsere Touren an. Später verteile ich die Vorschau 1993. Jetzt spielen wir eins: Musik mit Pink Fröyd, erster Block. Das elektronische Keyboard ist auch dabei, nebst Gitarre und Handorgel spielen wir neu am Mani Matter`s "dr Alpeflug" mit dem Keyboard. Danach der Allalinfilm, das Hauptvideo, 35 Minuten lang, um ca. 22 00 h. Er kommt sehr gut an, besonders der Trickfilm mit dem Goldmännchen und die Schrift, die Kittmännchen, den ich mit Fips in langer Arbeit vollbrachte, überall Gelächter. Er ist ein wenig dunkel auf der Grossleinwand, später wird's besser. Dieser Film war wirklich toll, nebst dem Video vom Breithorn 1991 im letzten Jahr. Fips hat die Technik unter sich. Nach 35 Minuten Film ein Applaus, dann wieder Pink Fröyd. Der Abend läuft und die Zeit verrinnt. Dann der Matterhornfilm, auch 35 Minuten. Unsere Extrem - Tourenwoche '92. Kommt auch gut an. Viele Bilder vom Monte Rosa - Gebiet, danach der Film am Matterhorn. Yvonne und Giorgio schauen mit, sind vertieft ins Matterhorn. Dazu die klassische Musik: Morgenstimmung. Auf dem Matterhorngipfel. Mein gesprochener Text während des Films, vertont. Super! Doch Böllä, nun im Bild, liegt vor der Türe flach. Nach dem Film ist er wieder da. Christoph schenkt jedem eine Flasche Wein. Dann das T - Shirt der Tourenwoche '92. ( 29 Franken ) ein Laserdruck, schön farbig, alle Gipfel stehen drauf, drei kleine Schreibfehler, Fotos. Eine wirklich schöne Erinnerung. Unterschriften ins Groupie - Buch. Unsere Eltern fahren danach heim gegen 01 00 h. Weiter mit Pink Fröyd: "Leg s'Gschtältli a". Vorher die Textverteilung, Stimmung. Tanz. Kafi Fringeli, Sounds, Diskussionen. Es wurde 03 00 h. Noch mehr Kafi Fringeli bis 05 00 h. Um 06 40 h endlich ins Bett. Aufstehen um 10 30 h. Ein kräftiges Morgenessen. Auf zur Deltarampe, 5 Leute verabschieden sich. Die Aussicht über den Jura hat sich gelohnt. Um 13 00 h Abmarsch und Wanderung nach Grindel zurück, ein paar Jasser bleiben noch hier. Iris fährt runter. Um 14 00 h sind wir daheim, ausräumen. Es war nur zu schnell vorbei. Ein schöner Tourenausklang als Erinnerung mit Gags und Highlights, unser Abschied für drei Monate. Unsere kleine Weltreise steht jetzt unmittelbar bevor, noch 2 ½ Wochen. Am 2. Oktober fliegen wir in den Himalaya. Nach Kathmandu, Nepal. Mein Traum, er wird wahr, mit Iris seit einem Jahr geplant. Später 3 Wochen in Thailand, danach noch volle 7 Wochen zur Trauminsel Neuseeland. Das wird vielleicht die grösste Reise in unseren Leben, ich habe nun bald das erste Mal in meinen 29. Lebensjahren drei Monate am Stück Ferien. Genauer gesagt: 13 Wochen, vom 1. Oktober '92 bis 7. Januar '93. Die Tickets sollten nächste Woche kommen. Es gibt nur noch ein Thema bei uns. Es kribbelt, wir sind fast bereit. Hier, in diesem dritten Tourenbuch geht's mit den Alpengroupies im 1993 weiter, doch für unsere Reise jetzt habe ich ein spezielles, eigenes Tourenbuch, von Ändel und Marianne zum Geburtstag bekommen. Alles weitere zu diesem speziellen Thema nun also im anderen Buch. Dankschön, Yvonne und Giorgio, für ä zwöits Mol uf em Fringeli. Sie sagte beim Abschied noch zu uns: Wir sind die grössten Spinner und die verrückteste Bande, die sie hier oben je erlebt hat.
Hier geht's weiter 1993 mit den Alpengroupies, wir zwei ältesten Groupies sind bald vogelfrei und weg!!! 15. 9. 92. G. Grolimund 25. September 1992, Dieter Hunziker wurde vom SAC Hohe Winde aufgenommen: Die Göttis waren Christoph Wehrli und ich.
Oktober / November 1992 Erschienen im Bulletin des SAC - Hohe Winde im Frühling / Sommer 1993 Im Oktober 1992 unternahm ich mit meiner Freundin Iris eine zweiwöchige Wanderung ins Solu Khumbu-Gebiet in Nepal, wo der berühmte Everest- Treck liegt. Nachdem innert 8 Wochen zwei Flugzeugabstürze bei Kathmandu zu verzeichnen waren, verliessen wir die Schweiz mit gemischten Gefühlen am 1. Oktober. Wir flogen von Basel über London nach New Dehli und weiter nach Kathmandu. Mit 50 kg Gepäck ( Essen und nur Trekking - Ausrüstung ) erreichen wir sicher die Hauptstadt. Hier erleben wir unseren ersten Kulturschock: Bettler, Slums, die dritte Welt - und doch lachen die freundlichen Menschen stets, besitzen eine fröhliche Mentalität. Mit Englisch und Handzeichen verständigen wir uns mit den Nepali. Hier herrscht buntes Markttreiben, wir besuchen Nepals ältestes Heiligtum, die Stupa von Swayambhunath, auch bekannt als Affentempel ( Monkey Temple ). Am nächsten Tag statten wir Bodnath und Pashupatinath einen Besuch ab, wo die Toten am Bagmati-Fluss verbrannt werden. Nun gilt es ernst, wir müssen organisieren. Für die nächsten drei Monate in Nepal, Thailand und Neuseeland haben wir nur die Flüge gebucht, alles andere organisieren wir selbst. Monatelang habe ich Nepal studiert, nun gehen wir bald auf den Everest - Treck. Über das Langtang-Ri- Trekking-Büro buchen wir einen One-Way-Flug nach Lukla, wo das Abenteuer beginnt. Um nicht stundenlang vor dem "Immigration Office" anzustehen, besorgt uns das Büro auch die "Trekking Permits" mit Foto. Weil wir nicht wissen, wie es in Lukla mit Trägern aussieht, bekommen wir hier schon einen Sherpa gegen einen kleinen Aufpreis. Sein Name ist Sherpa Rudra Bahadur Magar, 22 Jahre alt. Wir wollen nur einen Träger ( Porter ), nicht einen Führer ( Guide ). Sherpa Rudra kostet uns pro Tag etwa zehn Franken und trägt bis zu 40 kg Last. Hier im Büro besprechen wir die Route, am Abend besucht uns Rudra im Hotel, und zusammen besprechen wir das Trekking, legen die Etappen fest. Rudras Lohn bezahlen wir im Voraus an das Trekkingbüro. Unser Hauptziel am Everest-Treck ist der Kala Pattar, 5545 m. ü. M. gelegen, ein Moränenhügel am Westsporn des Pumori, 7145 m. Der Kala Pattar ist der höchste gebührenfreie Aussichtspunkt im Solu Khumbu in Ost-Nepal. Nach fünf Tagen in Kathmandu geht es nun los, wir fliegen in den Himalaya. Heute ist der 6. Oktober 1992: Wir haben gepackt. Sherpa Rudra kommt um 07 30 h ins Hotel, jetzt ein Taxi zum Flughafen. Gegen zehn Uhr starten wir mit einer "Twin Otter" der Royal Nepal Airlines. Bevor die Eisriesen vor uns auftauchen, überfliegen wir das Hochland mit seinen vielen grünen Hügeln und Reisterrassen. Bald kommt das, was wir aus Büchern und Videos schon längst wissen: Die Horror-Landepiste von Lukla, 2800 m. ü. M. Es ist eine Sandsteinpiste auf einer Wiese, ziemlich schräg aufwärts, davor liegt eine tiefe Schlucht und dahinter steht ein Berg. Nach 45 Minuten Flugzeit landen wir so holprig in Lukla, dass ich das Gefühl habe, es reisse uns jeden Moment die Achse unter unseren Füssen weg. Geschafft! Viele Menschen säumen das Gelände um den Flugplatz herum. Das Wort Sher - pa bedeutet "die Menschen aus dem Osten", sie stammen aus dem nahen Tibet. Mit der zweiten Maschine landet auch Rudra. Jetzt geht' s los. In den kommenden zwei Wochen durchwandern wir den "Mount Everest National Park" von Lukla, 2800 m. bis zum Kala Pattar, 5545 m. ü. M. Darunter liegt das Everest Base Camp, 5300 m. Wir stehen auf der "Hauptstrasse" des typischen Sherpa-Dorfes. Kinder rennen durch die Gassen, es ist warm, gerade richtig zum Trekken. 1. Etappe: Lukla, 2850 m. - Phakding, 2650 m. Gemütlich geht's zuerst hinunter, wir durchwandern zu dritt einen Rhododendronwald, dann kommen wir zum "Dudh Kosi" (Milchfluss ). Mein Rucksack wiegt 20 kg, Rudra trägt Iris' Rucksack mit 20 kg, sie selbst trägt einen kleinen Tagesrucksack. Bei der ersten Tee Lodge, das "New Tea Room", essen wir zum erstenmal das nepalesische Nationalgericht "Daal Baath": ein riesiger Teller mit weissem Reis und Linsen. Dazu Tee mit Milch, bei dieser Höhe müssen wir nun immer viel trinken. Da ich merke, dass ich in Sachen Arbeitsbeschaffung hier etwas tun kann und den Treck mit geringerem Gepäck mehr geniessen kann, entschliesse ich mich, auch einen Träger zu nehmen. Rudra übernimmt das. Ich habe letzten Sommer in den Alpen weiss Gott genug geschleppt, schliesslich ist dies unsere vorgezogene Hochzeitsreise! Der Träger kommt mit uns bis Namche Bazar für Fr.4.50.- pro Tag. Es geht aufwärts, wir treffen auf die erste Chorte mit Manisteinen, die man links umlaufen soll. Buddha ist allgegenwärtig. Nach dreieinhalb Stunden reiner Marschzeit erreichen wir Phakding, 2650 m., zum Essen in die erste Tee-Lodge, wir werden hier übernachten. Sogar ein eigenes Zimmer stellen uns die beiden Sherpas zur Verfügung. Der Zimmerpreis für uns und die Träger beträgt 30 Rupies, 70 Rappen, es ist nicht zu fassen. Temperatur um 17 00 h: 11,2 °C, Luftdruck nur noch 786 mb. In Kathmandu hatten wir auf 1400 m. ü. M. noch knapp 1000 mb. Es wird kühl, Nebelschwaden ziehen auf, um 18 00 h ist es bereits dunkel. Gemütlich sitzen wir in der Stube um den Ofen herum, ich schreibe an meinem Tourenbuch. Als wir am nächsten Morgen die Augen aufschlagen, leuchtet der Tramserku, 6608 m., ins Zimmer. 2. Etappe: Phakding, 2650 m. - Namche Bazar, 3440 m. Wieder queren wir den Fluss, nach einer guten Stunde erreichen wir den Parkeingang des "Everest ( Sagarmatha ) National Park". Hier müssen wir beide unsere "Trekking Permits" vorzeigen und eine Gebühr von 33 Franken für bis zu 20 Tagen Aufenthaltsdauer bezahlen. Ein Österreicher neben uns muss 100 US - Dollar hinterlegen, damit er im Park überhaupt filmen darf. Über Jorsale wandern wir zur berühmten Hillary - Hängebrücke. Der Erstbesteiger des Mount Everest, Sir Edmund Hillary - zusammen mit Sherpa Tenzing Norgay - gründete oben in Khumjung auch eine Schule. Der Everest - Treck ist ein ewiges auf und ab in diesem Teil des Khumbu. Später nochmals eine Hängebrücke mit Gebetsfahnen, die die Menschen beschützen sollen. Dann erreichen wir, nach vier Stunden Marsch, die Höhe von 3000 m. ü. M. Wieder Teepause und nach einer Stunde erreichen wir das grosse Sherpadorf Namche Bazar auf 3440 m. Von hier aus starten alle grossen Expeditionen. Namche ist das einzige Dorf, das elektrisches Licht besitzt. Wir werden hier nun zwei Tage akklimatisieren. Das ist sehr wichtig für den weiteren Verlauf unseres Trecks. Rudra zeigt uns die "Himalaya Lodge", wo wir ein Zimmer nehmen. Am späteren Nachmittag ziehen immer mehr Wolken auf, wir schauen uns das Dorf an, machen Einkäufe. In der Lodge herrschen knappe 8 °C. Wir werden von der freundlichen Familie in die warme Küche gebeten, wo wir den ganzen Abend verbringen dürfen. Hier kann man am Familienleben teilnehmen, die Menschen sind sehr nett. Viele Nepali essen mit der Hand, und zwar mit der rechten, da die linke als schmutzig gilt. Ich darf hier auch fotografieren, man muss die Leute nur zuerst fragen. Der neue Träger, Mingmar, wird ausbezahlt. Rudra hat einen unglaublichen Hunger. Kein Wunder, denn die Trägerdienste verlangen unglaubliche Leistungen, auch für Frauen sind 30 kg und mehr keine Seltenheit. Um 20 30 h liegen wir schon in unseren warmen Daunenschlafsäcken und schlafen schnell ein. Ein sonniger Tag bricht an. Die Toiletten seien furchtbar, meinte Iris schon gestern. Ich suche mir mein stilles Örtchen zwischen Steinmauern. Heute mieten wir zwei Zelte und vier Liegematten beim Wirt der Lodge, dazu Sherpa Mingmar für zehn Tage. Alles zusammen kostet uns ganze 13 Franken pro Tag. Dazu noch Postkarten für später und drei Gasbomben. Jetzt sehen wir zum ersten Mal die Yak`s, diese berühmten Tragtiere. Sie leben erst ab einer Höhe von etwa 3400 m., wenn man sie ins Tal herunter holt, gehen sie ein. Die Yak`s sind sehr vielseitig nutzbar, die Bergbewohner gebrauchen das Fell, die Milch, das Fleisch, Knochen, Hörner und den getrockneten Mist zum feuern. Abends gibt es Reis und Ei, dazu Raksi, den nepalesischen Reisschnaps. Ein Sechstausender leuchtet uns auf den Tisch. Die Stimmung ist einmalig. 9. Oktober, 3. Etappe: Namche Bazar, 3440 m. - Thyangboche, 3867 m. Goldfasane schleichen durch die farbenfrohe Landschaft, nach einer halben Stunde sehen wir das Himalaya - Edelweiss inmitten vieler anderer Bergblumen. In der Schweiz sah ich das Edelweiss erst dreimal, doch hier wächst es in riesiger Anzahl, millionenfach. Nach jeder Ecke, jeder Kurve zeigen sich neue Perspektiven. Dann taucht die Amai Dablam, 6856 m. auf, der heilige Berg. Ein wunderbarer Berg, der Schönste von allen. Will man ihn besteigen, so zahlt man neben der Gebühr noch einen weiteren Betrag, weil er eben heilig ist. Mehrfach steigen die Sherpas und auch Alpinisten nicht ganz auf den Gipfel hinauf. Nun kommt uns eine Yakherde entgegen, freundlich grüssen die Treiber den Besucher mit "Namaste!", was so viel heisst wie: "Ich grüsse Dich und alle guten Götter in Dir!" Erstmals tauchen vor uns die berühmten Eisriesen auf, wir haben Blickkontakt mit dem Mount Everest, 8848 m., Nuptse, 7879 m., Lhotse, 8501 m., und der Lhotse Shar. Es ist phantastisch: Wir sehen die höchsten Berge der Welt. Sie stehen da wie eine riesige Staumauer. Unser Weg neigt sich nun wieder leicht, wir wandern hinunter zur Hängebrücke, nach Phunki, auf 3050 m. Hier, nahe der wenigen Lodgen, stehen in drei Steinhäuschen riesige Gebetsmühlen, der Bach fliesst unten durch. Dazu je ein Wasserrädchen, die Mühlen drehen sich immerzu. Sehr praktisch. Nach dem Mittagessen stehen wir vor dem steilen Weg, der hinauf führt zum Kloster Thyangboche. Zuerst im Zickzack durch den Wald, weiter oben brennt die Sonne auf uns hinunter, es ist heiss. Immer wieder eine kurze Rast, die 800 Höhenmeter schaffen wir in zwei Stunden. Am späteren Nachmittag treffen wir in Thyangboche ein und finden eine gute Teelodge. Von hier aus zeigt sich die Amai Dablan am schönsten, sie ziert auch die 1-Rupie-Note. Die "Staumauer" liegt noch im Sonnenlicht, bald wird es dunkel. Am Abend lernen wir einen Schweizer kennen, er heisst Rafael Wellig aus Fiesch. Er war an der jetzigen Schweizer Mount-Everest-Expedition beteiligt, von deren elf Teilnehmern nur einer den Gipfel erreichen konnte. Rafael hat sich auf 7900 m. im "South Col" des Everest zwei schwarze Zehen zugezogen, als er sich beim Zelt freischaufeln ein paar Minuten nicht bewegte. Zu seinem Glück hat er vom Expeditionsarzt sofort eine Infusion bekommen, nun steigt er ab nach Namche. In dieser Stube sitzen weitere bekannte Leute, etwa ein Italiener, der die Lyskamm- und die Dufour-Ostwand mit Skiern befuhr. Rafael war vor dieser Expedition in Nepal mit Grenzgänger Andrea Vogel im Tessin unterwegs und begleitete ihn fünf Tage auf seiner "Grenztour". Wir beide waren die ersten, die ihm von Vogel`s Erfolg berichten konnten. 10. Oktober, 4. Etappe: Thyangboche - Pheriche, 4288 m. Abmarsch um 09 00 h. Immer wieder fliegen Helikopter über unsere Köpfe hinweg, es ist der einzige Lärm hier oben. Es sind Rettungsflüge vom Everest Base Camp. Vor 14 Tagen starben hier auf 3800 m. ein Koreaner an einem Hirnödem und eine Holländerin unten in Namche Bazar. In diesen Tagen fordert ein Busunglück zwischen Kathmandu und Jiri dreissig Todesopfer, als der Bus in eine Schlucht stürzt. Deshalb sind wir auch bis Lukla geflogen. Jetzt geht's hinunter auf 3600 m., nach zwei Stunden erreichen wir 4000 m. ü. M. Weiter hinauf über herrliche Blumenwiesen nach Pheriche auf 4288 m. Iris übertrifft hier ihren Höhenrekord vom Walliser Breithorn ( 4165 m. ). Alles darüber ist für sie noch neu. Noch einmal über den Fluss, dann sind wir auf der Hochebene von Pheriche. Hier bleiben wir wiederum zwei Tage zum akklimatisieren. Temperatur: 14 °C, Luftdruck: 661 mb. Noch vor nicht langer Zeit hatten wir auf 4000 m. die Baumgrenze verlassen, es ist kaum zu glauben. Für ein paar Minuten leuchtet der Pumori, 7145 m., zwischen Felsen hervor. Vor ihm liegt unser Ziel, der Kala Pattar, den wir aber noch nicht sehen. Rechts der Route geht's hinüber ins Gokyo-Tal und zum Island-Peak, einem vielbestiegenen Sechstausender. Dafür müsste man eine weitere Gebühr entrichten. Man kann es nicht vermeiden, Veilchen und Edelweiss zu zertrampeln, so viele wachsen hier. Heute wandern wir knappe 5 Stunden. In Pheriche finden wir auch bald eine Lodge, sogar mit Privatzimmer. Die Umgebung und das Wetter sind phantastisch. Hier liegt eine Forschungsstation für Höhenkrankheiten, und die Italiener vermessen die Berggipfel in
Auf dem Treck, im Hintergrund die Amai Dablam, der heilige Berg.
Iris und ich auf dem Gipfel des Kala Pattar, 5545 m. ü. M.
Ein Gipfelwein auf dem höchsten Punkt.
Unser Panorama: Nuptse, Lhotse und dahinter der Mount Everest 8850 m. ü. M. diesen Wochen neu mit Laserstrahlen. Plötzlich fliegt da einer aus etwa 4600 m. mit seinem Gleitschirm ins Dorf hinab. Jetzt leiste ich mir die erste Dusche auf diesem Treck, es ist herrlich. Die Wirtin steigt mit der heissen Pfanne auf die Leiter und ruft "Hot Shower". Im kleinen Kabinchen kann ich unter dem Wasserbehälter das köstliche Nass regulieren. Am Abend bekommt Iris Stiche im Herz und leichtes Fieber, dauernd koche ich für sie Tee. Es ist saukalt, um 20 00 h liegen wir in den Schlafsäcken. 11. Oktober, ein Ruhetag. Um 08 00 h messe ich im Zimmer plus 3 °C. Heute ist der erste Tag mit mehr Wolken, doch die Sonne scheint immer wieder. In der nächsten Nacht kommt der erste Regen seit sieben Tagen, wir schlafen täglich zwischen neun und elf Stunden. Iris wird krank, wir denken schon an eine Umkehr. 12. Oktober, 5. Etappe: Pheriche, 4288 m. - Lobuche, 4930 m. Zuerst Regen und Schneegemisch, dann wird's besser. Auch Iris ist "zwäg". Um 10 00 h laufen wir weiter, heute geht's mächtig bergan. Die Landschaft wird kahler. Wir kommen unserem Ziel näher. Durch die Ebene von Pheriche wandern wir zur Alp Dughla, 4600 m., hinauf. Nach einer Stunde erreichen wir Matterhornhöhe, nach zwei Stunden bald die Höhe der Dufourspitze; wir werden immer langsamer. Jetzt übertreffe ich meinen eigenen Höhenrekord, 4634 m. Um 13 00 h befinden wir uns auf der Höhe des Mont Blanc, 4800 m., und es ist überall noch grün. Nach vier Stunden treffen wir in Lobuche ein, 4940 m., das angeblich letzte Dorf, sagt mein Führerbuch. Nebel zieht auf, wir sehen kein Panorama mehr. Nun ist es an der Zeit, unsere Zelte aufzustellen. Unser blau - rotes hat einer "Korean Cho Oyu Expedition 1989" gehört. Heute Abend wollen wir etwas Spezielles kochen: Seit zweieinhalb Wochen tragen wir ein Gerber-Fondue mit uns herum, dazu vakuumiertes Brot und drei 3/8- Fläschchen Waadtländer Weisswein "Aigle Grand Volet 1990". Und nun geniessen wir das alles zusammen im fernen Himalaya auf 4900 m. ü. M. Gewaltig, einmalig. Vielen Dank an meine Mutter, die Idee war super. So sitzen wir nun im Zelt, das Fondue kocht auf dem Gaskocher und wir haben es sehr gemütlich. Draussen bläst der Wind, leichter Schneefall. Sherpa Rudra singt im Zelt nebenan. Später bestehen wir einen kleinen Kampf gegen das Wasser im Zeltboden. Wir relaxen und geniessen, es ist eine tolle Atmosphäre. 13. Oktober: Ein schöner Tag kündigt sich an, es liegt ein wenig Schnee. 07 00 h. Nun drückt die Sonne hinter dem Nuptse ihre Strahlen durch den Nebel. Immer wieder kommen neue Expeditionen nach Lobuche. Es hat sehr schöne Vögel hier und riesige Bergdohlen, die spezielle Laute ausstossen. Luftdruck 601 mb auf 4930 m. Uns beiden geht' s nun besser. 70 Meter über unserem Zelt liegt die 5000er-Grenze, es ist verlockend, die Wiese hinaufzusteigen. Wir werden nun zum dritten Mal zwei Tage am selben Ort bleiben, der Körper wird es uns danken. Mittag essen, jassen, warten, unsere Sherpas erforschen die nahe Moräne. Wir kochen das Wasser vom Bach ab und werfen noch ein Micropur hinein. Um 18 00 h jassen wir schon mit der Stirnlampe. Die Teeflaschen gebrauchen wir als Bettflaschen, wunderbar. Draussen leuchten die Sterne. 14. Oktober, 6. Etappe: Lobuche, 4930 m. - Gorak Shep, 5100 m. - Kala
Pattar, 15. Oktober, 7. Etappe: Gorak Shep - Pheriche. Heute gibt' s wieder einen wunderschönen Tag. Die Eiskristalle hängen noch lange an den Pflanzen, der Pumori leuchtet strahlend weiss vor diesem herrlichen Blau zu uns herunter. Der höchste Punkt des Kala Pattar liegt noch im Schatten. Während wir die Zelte abbauen, grasen einige zufriedene Yak`s neben uns. Noch ein Gruppenfoto vor diesem Superpanorama, ein letzter Blick zurück und schon queren wir den Moränenschutt des Khumbugletschers. Nach zweieinhalb Stunden erreichen wir die Hochalm Dughla. Das Mittagessen besteht aus einer Frühlingsrolle. Gefeuert wird mit Yak - Mist und Holz. An vielen Steinmännchen geht' s vorbei in die Ebene von Pheriche und weiter ins Dorf. Hier geniessen wir beide unsere zweite "Hot Shower" und die besten Pommes - Frites im östlichen Himalaya, dazu zur Belohnung ein "San Miguel Beer". Sherpa Mingmar hat sein neues Hemd schon mal anprobiert. Am nächsten Morgen dann wenig Regen und Nebel um 07 00 h.
Sherpa Rudra, Sherpa Mingmar und wir vor dem Kala Pattar und dem Pumori.
Unser Fest in der Lodge nach dem ganzen Everest - Abenteuer.
Die Tempel in der Königsstadt Patan nahe Kathmandu. 16. Oktober, 8. Etappe: Pheriche - Kloster Pangboche, 3985 m. - Thyangoche. Wir haben uns nun 25 Stunden auf über 5000 m. ü. M. und 144 Stunden oberhalb 4000 Meter aufgehalten. Wir steigen gemütlich ab und nehmen etwas vor Pangboche den oberen Weg, kommen an vielen Manisteinen und jungen Yaks vorbei. Nach zwei Stunden treffen wir im Dorf und Kloster Pangboche ein. Hier möchten wir den berühmten Yeti - Skalp und das Handgelenk beim Lama sehen, denn in den höheren Regionen war uns der Yeti noch nicht begegnet. Ich bin gespannt, kenne den Skalp von einem Foto her. Doch welche Enttäuschung: beide Reliquien wurden letztes Jahr von Schatzräubern gestohlen. Wir kommen zu spät, in Nepal wird leider viel geplündert. Hier im Dorf steht auch eine Stupa. Wir erreichen die Baumgrenze, in den schönsten Farben leuchten die verschiedensten Bäume und Sträucher. Dann kommt der Nebel auch nach Pangboche. Hinunter zum Fluss, über Brücken, dann durch die Rhododendron - Wälder. Mit "Namaste, Didi" wird Iris gegrüsst, was soviel heisst wie "jüngere Schwester". Dann geht es steil bergauf nach Thyangboche. Da erklingen Hörner und Stimmen der Mönche. Die Marschzeit heute: 4 Stunden. Die Nacht wird kalt, der Abend gemütlich. 17. Oktober, 9. Etappe: Thyangboche - Hotel Everest View - Namche Bazar. Am Morgen besichtigen wir das sich noch im Bau befindende Kloster, da es 1989 abbrannte. Bei schönstem Wetter wandern wir hinunter nach Phunki, über den Dudh - Kosi - Fluss und wieder hinauf nach Sanasa, 3400 m. Hier nehmen wir den oberen Weg nach Khumjung und gleich weiter zum Everest View Hotel, das von den Japanern erbaut wurde. Dazu gehört die Flugpiste Thyangboche, das alles ist eine totale Fehlinvestition. Ein moderner Komplex, nur das Personal ist hier. Die Nacht kostet hier 310 US - $, wir müssen grinsen. Da lob' ich mir eine gemütliche Teelodge bei den Nepali. Abstieg nach Namche im Nebel. Plötzlich sehen wir wilde Tiere, "Gharal" genannt, ähnlich unseren Gämsen. Sie sind auch auf einer nepalesischen Banknote abgebildet. Am Nachmittag Ankunft in Namche Bazar. Zurück in die alte Lodge. Heute wollen wir feiern. Ich bitte Rudra, mir etwas in Nepali - Schrift ins Tourenbuch zu schreiben. Er schreibt über unsere gemeinsame Zeit, von unserem Treck. Und auf der anderen Seite das Ganze in Englisch. Es ist phantastisch, ich bin stolz darauf. Es ist schön, wenn man in fremden Ländern Freunde hat. Er möchte, dass wir ihn bei unseren Freunden weiterempfehlen. "Didi, kaana ekdam ramro", das Essen war sehr gut. Es ist unsere Feier zu viert. 18. Oktober, 10. Etappe: Namche Bazar - Phakding. Der Abend in der Küche, mit der ganzen Familie, war schön. Wir geben die Zelte zurück, danach Abmarsch. Mingmar bleibt bis zum Schluss dabei. Bald erreichen wir die 3000 - Meter-Grenze. Nun sind wir 264 Stunden, also elf Tage, auf über 3000 m. ü. M. gewesen. Immer wieder geht' s auf und ab, nach dreieinhalb Stunden sind wir am Parkeingang angekommen. Der Mount Everest heisst auf Nepali "Sagarmatha" und in tibetisch "Chomolungma", was übersetzt soviel heisst wie Muttergöttin Erde. Auf Wiedersehen, Mount Everest Nationalpark. Über Chumo weiter nach Phakding, 4 Stunden Marsch. Der Ofen brennt schon, die Fensterscheibe hinter mir ist immer noch kaputt. Wieder kommen Expeditionen. Jetzt meine dritte "Hot Shower", beim Eindunkeln hinter der Lodge. Der Reis schmeckt wieder sehr gut, es ist der letzte Abend vor Lukla. 19. Oktober, 11. ( letzte ) Etappe: Phakding - Lukla. Das Frühstück
war tiptop. 21. Oktober: Tagwache um 06 00 h. Den ganzen Morgen warten wir
am Flugplatz, sechs Maschinen waren schon hier. Das ist das leidige Problem
in Lukla. Wir kommen auch heute nicht mehr weg, doch wir haben Zeit. Schon
früh am Morgen steht Rudra im Zimmer, wir packen und hoffen. Er pumpt
mich um 20 Dollar an, er denkt, man könne das Office schmieren. Nun
wird die Korruption bei den Behörden direkt, er verhandelt. Prompt
klappt der Deal, er kommt nach kurzer Zeit mit Tickets und Boarding Pass
zurück. Voller Freude umlagern wir das nächste Flugzeug. Als
erste dürfen wir hinein, das Gepäck kommt auch mit. Super! Um
10 50 h heulen die Motoren auf. Start! Mit Vollgas geht' s jetzt auf den
Abgrund zu. Ooooaaaaahhhhh!! Geschafft, wir fliegen. 45 Minuten später
landet unsere Twin - Otter sicher in Kathmandu. Nun der Hotelbezug. Rudra
holt seinen Lohn bei der Trekking - Agentur ab. Es war fantastisch. Tags
darauf gehen wir mit unserem Sherpa - Freund so richtig gut Chinesisch
Essen. Dann feiern wir noch lange im Pub bis zum Abschied. Rudra bekommt
heute Abend einen schönen Rausch. Er möchte von uns ein Zeugnis
für seine Arbeit für die Agentur. Gerne schreiben wir ihm das
und verabschieden uns von ihm. Wir werden schriftlich über lange
Jahre noch in Kontakt bleiben. Bald verlassen Iris und ich Nepal und reisen
weiter nach Thailand und Neuseeland für die nächsten 8 Wochen.
Diese Zeit hier werden wir niemals vergessen. Und wir haben nun einen
guten Freund im Land der Achttausender! Die Länge des Everest - Trecks:
rund 80 km., etwa 12 000 Höhenmeter. Habe zuletzt in Kathmandu noch
vier russische Eisschrauben gekauft!
Es ist erlebt, unsere intensiven drei Monate sind vorbei. Erinnerungen, Geschichten, auf 180 Seiten im speziellen Tourenbuch. Ich habe sehr grosse Freude daran, Ändel und Marianne haben es mir geschenkt. Und die ersten Fotos unseres Trips haben wir schon. Es war gewaltig! Der nepalesische Himalaya, das Khumbu, Kathmandu, Pokhara während dieser vier Wochen, darauf folgte Thailand, das wir vom 4. - 24. November bereisten. Die Destinationen hiessen Bangkok, später Koh Samui und während 11 Tagen das sehr schöne Phuket. Zum dritten folgte noch ganze 5 Wochen lang das fantastische Neuseeland. In Neuseeland sahen wir wunderbare Orte wie Auckland und Hamilton, hier trafen wir unsere Verwandten Josie und Bert Flühler sowie später Fred und Christine Flühler aus Wellington, sie waren vor 40 Jahren hierher ausgewandert. Viele Inputs kamen von Josie und Bert, wir hatten viel Zeit für beide Inseln. Dann mieteten wir uns ein Auto und nun ging es richtig los. Wir bereisten Coromandel, die Hot Water Beach, den Mount Egmont, Wellington, mit der Fähre zur Südinsel: Zum Abel Tasman Nationalpark, Punacaiki Pancakes, Hokitita, Goldwaschen in Shantytown. Später, bei Ross, suchten wir am Jones Creek auf eigene Faust nach Gold und lernten hier Enno Burghard und Regina Nispel kennen. Mit Enno verbindet uns eine lange Freundschaft bis heute. Mit den beiden erforschten wir den Franz Josef Gletscher und erzählten von unseren Bergabenteuern in der Schweiz mit den Alpengroupies. Weitere Destinationen hiessen Wanaka und Queenstown. Hier blieben wir wegen dem Abenteuer eine ganze Woche, erlebten das erste Bungee Jumping am Kawarau River von der Skippers Bridge ( Kopfvoran runter ), ein fantastisches River Rafting, im Sturzflug mit dem Helikopter durch den Canyon, Jet Boat rasen und so weiter. Auf einem Berg trafen wir Thommy Harder und Stefan Bieli, beide stammen aus dem Schwarzbubenland. Die Welt ist doch klein. Der Ausflug ins Fjordland gehörte zum besten, Palmen, Meer und Gletscher vereinigten sich auf einem Foto. Dann zum Milford Sound, den Whisky Falls, den Mitre Peak, zu den Westalpen, es folgte ein Helikopterflug mit Schneelandung zum Mount Cook, dem höchsten Berg von Neuseeland. Später weiter nachTekapo, Christchurch, Kaikoura, ins Renwick - Weingebiet, Picton und zurück auf die Nordinsel nach Wellington. Noch 2 Wochen hatten wir vor uns und erlebten die Reise zum Mount Ruapehu, da stehen 3 Vulkane nebeneinander, wir bestiegen den Mount Ruapehu und standen vor einem dampfenden Kratersee auf 2797 m. ü. M. In Taupo gingen wir im Lake Taupo Forellen fischen, besuchten die Huka Falls, Warahei, das Geo Thermal Visitors Centre, hier dampft es überall aus dem Boden. Weiter nach Rotorua, Aratiatia Rapids, Geyserland and Caves, Craters of the Moon, dies sind verschiedene Nationalparks. In Rotorua sind wir bei den Flühler`s nach Weihnachten zu Besuch, bevor es weiterging nach Waiwera, die Hibiscus Coast, Taipa, Doubtless Bay, wo wir den Jahreswechsel verbrachten. Zum Abschluss noch Richtung Norden zum Cape Reingha, dem nördlichsten Punkt Neuseelands, zur Ninety Mile Beach, Paihia, Cape Brett, Russell, The Hole in the Rock, Otehei Bay, Waipona, Kauri Forest, hier steht der grösste Baum, der "Tane Mahuta". Danach Rückkehr nach Hamilton und später nach Auckland, Abschied. Am 6. Januar 1993 landeten wir nach 31 Stunden in Zürich, die Reise daurte genau 99 Tage. Viele Kollegen holten uns in Basel ab, wir feierten in Laufen, in Wahlen, bei Leo und Heidy und in unserer Wohnung in Brislach. Nach 45 Stunden trafen wir dort ein. Es war sehr speziell, diese lange Reise durch 3 Länder. Eine schöne Erinnerung daran ist auch mein Tagebuch aus dieser Zeit, und alles ist drin. Jetzt beginnt ein neues Jahr, neue Geschichten, neue Herausforderungen, unser Hochzeitsjahr, schon lange geplant, mein 30. Geburtstag. Man ist gespannt! Wir sind zurück.
Auf der Nordinsel von Neuseeland stehen drei Vulkane nebeneinander.
Wir bestiegen den höchsten, den Ruapehu mit 2797 m. ü. M., dahinter der Kratersee.
Die fantastische Landschaft beim Mount Cook, Südinsel, Neuseeland.
Meine Verwandten Josie und Bert Flühler links, Fred und Christine Flühler in Rotorua.
Kletterwand ( SAC Sektion Hohe Winde ) in Laufen - 23. Januar 1993 Unsere club - eigene Kletterwand wurde im Oktober '92 eingeweiht, und 10 Jahre SAC Hohe Winde wurde gefeiert. Iris und ich waren ja damals auf dem Everest-Treck in Nepal, jetzt ist es Zeit, die Wand zu besichtigen. Dabei: Paul, Christine, Iris und ich, später noch Dani Erzer mit seiner Freundin. Der Raum ist o.k., es hat wenig Leute, wir klettern 2 Routen rechts hinten bis +4, dann bei der Türe überhängend. Später die vordere, auch überhängende ( teilweise ). Bald werden wir ein Jahres-Abo haben, so für zwischendurch, bei Schlechtwetter. Die Erhöhung des Jahresbeitrages hat sich gelohnt. Im Herbst mieten wir dann die Kletterwand für die Alpengroupies, als vielleicht letzte Tour vor dem nächsten Tourenausklang.
3. / 4. April 1993 * Dabei: Christoph, Dieter, Böllä, Ändel, Marianne, René, Daniel, Paul, erstmals Leo Dobler, Iris und ich. Mit sieben Minuten Verspätung fahren auch wir in Breitenbach ein, zu unserem Treff vor der Kirche. Es regnet, noch wenig Motivation ist vorhanden, doch der Wetterbericht sieht für unsere Tour gut aus. Ich bin sicher, dass es klappen wird. Mit dem neuen Bus von Dieter ( inkl. Polstergruppe ) und unserem Ford fahren wir um 06 00 h nach Spiez, die ganze Zeit regnet es. Hier ein Telefon zur Hütte, es sieht gut aus, doch niemand glaubt es. Ein Kaffee crème, um 08 01 h in den Zug nach Interlaken Ost, weiter nach Grindelwald und dann aufs Jungfraujoch. Bernhard Russi und viele Skitouristen sitzen im gleichen Wagen. An der Station Eigergletscher sieht das Wetter dann besser aus. In der Station Eigerwand ist der Fall klar, Didi und Christoph gratulieren mir sogar zur Wetterprognose. Ankunft Jungfraujoch gegen 11 00 h. Wir haben zur normalen Tourenausrüstung auch Gschtältli sowie noch 8 x Barryvox und 8 x Lawinenschaufeln vom SAC Hohe Winde, wir sind super ausgerüstet. Durch den Stollen, draussen herrscht ein Spitzenwetter. Christoph, Dieter und Böllä wollen ohne Gschtältli runter, bringen hier und jetzt dies zur Diskussion. Es sind Wahnsinnige, ich bin absolut dagegen. Was soll das Gestürm? Für Leo und Dani haben wir welche besorgt, wir werden sie also alle anziehen. Alle oder keiner. Draussen dann Instruktionen übers Barryvox, Lawinen und Geographie, dann geht's runter. Eine super Zeit ist jetzt und es ist heiss. Gruppe Wehrli geht voraus, dann wir. Nach einer Stunde sind wir am "Rank" angelangt, zwischen dem Jungfraufirn, der toll war, und dem Aletschfirn. Hier treffen wir auf Ändel und Marianne, das Aletschteam ist zusammen. Ein grosser Begrüssungswein von Äendel, und wir sind happy. Unterwegs heisst es links der Route: "ALPENGROUPIES '". Hier verbringen wir 1 ½ Stunden bei bestem Wetter, ich zähle ganze fünf Wolken und ein Gemisch im Norden. Dann um 14 00 h die Felle montieren und Aufstieg über den Aletschfirn zur Lötschenlücke, weiter zur Hollandiahütte - oder Löbchen - oder Egon von Steigerhütte. Während der Pause rastet neben uns eine Gruppe von 55 Leuten, dabei ist Bernhard Russi. Die Skitour wird heiss. 17 ° C im Schatten, 30 ° C in der Sonne. Ändel hat auch noch sein Zelt dabei. Und da ist noch die schöne nackte Blondine als Poster auf Leo's Rucksack, gleich dahinter keucht Dani. Was für Ideen die Jungs haben. Es ist herrlich, mit den Fellen zur Lötschenlücke aufzusteigen, wir brauchen dazu 3 ¾ Stunden. Danach anmelden und Zimmerbezug, Ändel schläft auch bei uns im Schlag. Leo spendiert den ersten Liter Fendant, um 19 15 h essen wir ein super Fondue, viel Wein, Kirsch von Leo ( super ) und später Roten aus dem Rucksack. Vor der Türe bestaunen wir nachts das Aletschhorn gleich mehrmals. Die Alpengroupie-Fahne hängt über unserem Tisch. Bernhard Russi ist auch wieder hier mit seiner Truppe. Tee wird bestellt, die Nachtruhe für die letzten von uns um 23 00 h. Ein paar Gedanken zur Nacht, Dani möchte Iris föppeln, sie knallt ihm eine. Leo und Dani verstecken eine Lawinenschaufel unter meiner Matratze, doch ich merke nichts. Das Aletschhorn war doch auch so schön. Es wird gesägt, eine unruhige Nacht. Nun können wir ausschlafen bis um 07 00 h. Wehrli und Didi besteigen derweil die Äbeni Flueh gegen 05 00 h morgens für sich alleine. Es ist eine Tour in der Tour. Wir frühstücken und starten langsam um 09 00 h. Das Wetter ist schlecht geworden, wir haben nun Schneefall, die Temperatur minus 10 Grad. Es sieht nicht gut aus. Als wir abfahren wollen, kommen unsere zwei Blonden vom Berg zurück. Sie haben als einzige die "Ebene Fluh" erreicht. Aufstieg mit Sonnenaufgang, zwei Stunden, beim Abstieg rutscht Christoph mit den Skis ein kleines Stück in eine Gletscherspalte, er ist eingebrochen. Und verliert dabei sein Seil, es rutscht ihm aus dem Rucksack, 30 Meter tief. Jetzt gehen sie frühstücken, wir machen uns bereit. Nun ist da neben uns ein Bergführer mit drei Teilnehmern, wir lassen ihn vorfahren in diesem Schneefall, er verlangt dafür einen Weissen in Blatten. Alles ist klar, wir nehmen's aus der Groupiekasse. Start um 09 05 h, Temperatur immer noch bei -10°. Gemächlich fahren wir hintereinander, es kommt gut. Doch es ist auch Vorsicht geboten. Meine Stöcke sind nichts wert. Die Barryvox sind auf "senden" eingestellt. Immer weiter runter geht's, Bogen um Bogen, nach einer Stunde verlassen wir den Langgletscher auf seiner Zunge. Weiter zum Wäldchen, dann erreichen wir die Fafleralp. Hier auf der Strasse weiter, wir haben Schnee bis nach Blatten. Nach zwei Stunden sind wir da. Rein in die Beiz, Mittagessen. Der Bergführer bekommt seinen Wein. Es war super. Um 12 00 h sind auch die zwei Blonden wohlbehalten zurück. Alles ist gut. Um 13 47 h fährt das Postauto nach Goppenstein, Bernhard Russi sehen wir nun zum vierten Mal. Im Zug üben wir das Büchsenknallen und verabschieden uns in Spiez dann von Ändel und Marianne. Zurück fahren Dieter und Böllä den Bus. Sein Hit war die Polstergruppe hintendrin. Super! In Breitenbach sind wir schon um 17 00 h. Toll, nicht zu spät, und alles hat geklappt. Es war eine schöne Skitour Aletsch, die erste programm - mässige, und wir hatten alle ein gutes Erlebnis und tolle Erinnerungen daran. Ein weiteres Jahr vielleicht nun im Programm, wird es klappen, mit genügend Sicherheit. Wir werden es alle wieder erleben! Scheinbar hat Dieter am Spalt heute Morgen Christoph das Leben gerettet. Einziger Verlust auf dieser Tour: Wehrli's Seil, denn Fr.250.- sind futsch. Ich war diesmal das 14. Mal auf dem Jungfraujoch, 6. Aletschtrip, 3. Skitour! Noch ein Detail zum Abend draussen vor der Hütte: ( Ja sicher Jungs, man steht auch nicht auf eine kleine Mauer und schifft in den Abgrund!! )
Unterwegs auf dem herrlichen Aletschgletscher mit Ski.
Unsere Gruppe in der Hollandiahütte auf der Lötschenlücke.
Bungee - Jumping Engelberg Titlisbahn / Gerschnialp 70 Meter / 100 Meter 2. Mai 1993 * Dabei: Christoph, Dieter, Daniel Borer, Daniel Erzer, Roger, erstmals Stefan Bieli und Oliver Schwob und ich. Als Zuschauer: Fips, Denise, Sina, Didier, Clarissa, Paul, Christine, Iris, sie filmt, Rocky und Monika. Am Freitag ab 16 00 h geniessen Iris und ich die schöne Zeit in Sand mit Sonne, Gartenarbeit, putzen u.s.w. Am Samstag kommt viel Besuch, unsere Zuschauer für's Bungee-Jumping. Am Sonntagmorgen dann fahren wir alle nach Engelberg, meine Springerkollegen sind auch da. Doch es fehlen Oliver, Dani, Dieter und Christoph. Wieder einmal klappt ein Zeitplan nicht, doch es ist nicht mein Fehler. Nach 11 00 h sind sie dann endlich hier. Es kann losgehen, wir bezahlen und unterschreiben. Wir wollen nun tatsächlich aus der Gondel Gerschnialp in die Tiefe springen, dies ist der zweithöchste Sprung der Welt. Für mich selbst der vierte, und der zweite als Bungee, kopfvoran ( head first ), nach Neuseeland im letzten Jahr. Irgendwann hält die Bahn an, unter uns liegt die Wiese. Iris filmt das Ganze. Nun fangen die Knie an zu zittern. Tief unter uns schwebt die Titlisbahn, viele Masten und Kabel. Ein Fremder springt zuerst, dann Dani Erzer, Roger, ich, Didi, Christoph, Stefan und Dani. Meine Beine werden zusammen gebunden, an der Türe muss ich den Platz einnehmen, jetzt wird gezählt. Der Blick nach unten ist grauenhaft und doch verlockend. Fünf - vier - drei - zwei - eins - null. Ich lasse mich vornüber fallen, rase in die Tiefe. Ein wahnsinniges Gefühl. Die Luft bleibt mir weg, der freie Fall ist geil, dauert unheimlich lange. Die Geschwindigkeit beträgt rund 100 km / h. Plötzlich zieht mich das Gummiseil wieder hoch, nun geht 's wieder runter, ich brülle, wieder rauf, ein Querflug, wieder runter, es ist fantastisch. Noch toller und länger als in Queenstown, Neuseeland. Es ist ja auch 50 Meter höher. Dann wird es ruhiger, 30 Meter über dem Boden hängt man wie ein abgeschlachtetes Schwein am Seil. Langsam lassen sie mich runter auf eine Matte, stellen mich sofort auf. Ich habe einen Flash und rote Augen. Man gratuliert einander. Es war spitze, gewaltig. Das totale Sturzerlebnis. Sieben Alpengroupies springen nun aus 120 Meter, um 13 30 h springen Dani Erzer ( 2. Mal ) und Oliver ( 1. Mal ) 70 Meter in die Tiefe. Es war herrlich, ein klasse Erlebnis. Um 15 00 h sind alle an der Talstation, wir fahren nach Sand zurück. Hier haben wir einen Sprung - Apéro organisiert, erstmals bezahlt aus der Alpengroupie-Kasse. ( Cure d' Attalens 1991, Magnum 1 ½ Liter ) Bei Sonnenschein geniessen wir den Nachmittag und grillieren. In der Gondel oben war es nämlich saukalt. Um 17 30 h trennen wir uns, Heimfahrt für uns beide gegen 19 30 h, es war ein richtig ausgenütztes Wochenende. Das hat's gebracht. Drei Tage lang haben uns die Blumen im Garten von Sand erfreut. Es war eine weitere, erfüllte Alpengroupie-Tour, schon die dritte in diesem Jahr! Dies war meine dreissigste ( in Zahlen: 30 ) Alpengroupie-Tour, programmmässig! Nicht schlecht, oder??
15. Mai 1993 *
Ein Profifoto via Alpin Raft. Dabei: Dieter, Eric, Ändel, Paul, Christine, erstmals Christian Stadler, Böllä, Eveline, Urs, Judith und ihre Freundin Bernadette erstmals und ich. Gegen 07 00 h in der Früh treffen wir uns in Breitenbach und fahren los. Statt bis Spiez fahren wir direkt nach Interlaken. Mit 20 Minuten Verspätung treffen auch Böllä und ich dort ein, weil ich noch eine Kodak-Unterwasserkamera in sieben Geschäften suchte. In der Basis von ALPIN RAFT treffen wir auf Heinz Loosli. Er orientiert uns darüber, dass die gewünschte Lütschine zu wenig Wasser führt. Also Fahrt zurück nach Spiez, wir wollen die Simme und die Kander befahren. Die Simme kennen wir vom letzten Jahr, das einbooten erfolgt kurz vor 11 00 h. Bald schon sind wir am raften, mit mehr Wasser als letztes Jahr, es ist schon toller. Die Sonne scheint, es ist herrlich. Fast jeder macht die Wassertaufe, mit dem Kopf und Helm rückwärts ins Wasser, auch Böllä gefällt's im zweiten Boot mit Judith, Bernadette und den Ami-Frauen. Nach 90 Minuten ist's vorbei, aussteigen und die Boote an Land ziehen. Es war kalt, viele Wolken bauen sich auf. Nun gibt's 15 Minuten lang einen kleinen Lunch und ab in den Bus. Nun eine kurze Fahrt zur Kander. Vor einer Brücke und einem ziemlich heftigen Wehr booten wir nun auf der Kander ein. Bernadette und Judith sind hier nicht mehr dabei, ihnen war's zu kalt. Nun geht's wilder zu, es kommen herrliche Stellen, zuoberst ein recht steiles Wehr, wir knallen ineinander. Dann kommt die Schlucht, verschiedene Brücken, Wirbel. Nach 40 Minuten fahren wir in den Thunersee hinein, eine super tolle Sache. Es fängt auch an zu regnen. Die Kander war super, aber natürlich nicht so extrem wie in Neuseeland. Aber es war ein Erlebnis. Im Thunersee stehen wir alle auf den Bootsrand und schmeissen einander ins Wasser. Super, mit den Neoprenanzügen und dem Helm, es ist warm. Danach paddeln wir im Regen an Land. Judith und Bernadette spannen, als wir uns umziehen. Wer hat den schönsten Hintern? Zurück zum Auto, ich bezahle Heinz, 1'130 Franken für alle. 60 Franken für die Groupiekasse, prima. Wir kommen wieder, aber erst im Juli 1994. Dann klappt's vielleicht für die wilde Lütschine. Die Hälfte der Gruppe fährt nun nach Bern ans STOP F/A 18-Festival vor dem Bundeshaus. Später treffen wir beim Turm Iris und Marianne. Ein guter Abend folgt: Viel Musik, 9 Stunden, Wein, Markt, Cabaret, 30'000 Menschen. Es ist eng. Wir sehen E - Bop und Hanery Amman mit Polo Hofer. "F/A 18, läck, wiä schissisch du üs ah" singt Polo. Heimfahrt nach Mitternacht. Bald ist ja Pfingsten, und Ende Juni kommt das Gasterental, im Zelt, ich freu mich. Alpengroupie - Nachwuchs: Am 28. Juni 1993 werden Markus und Patrizia Häner - Bumbacher
stolze Eltern ihres zweiten Kindes Tina Iris.
17. Juli 1993 Nun ist es soweit: Unsere Hochzeit steht bevor. Die Alpengroupies spannen
an unserem grossen Tag. Adrian und Böllä schrieben einen Aufruf
am Computer und verschicken diesen. Paul Stadler baut für uns eine,
das heisst eigentlich zwei Kletterwände aus Holz und Gips. Ueli Hänggi
vertritt die Groupies. Nach der Hochzeitszeremonie mit Pfarrer Placidus
Meyer in der Kirche Erschwil schreiten wir mit 40 geladenen Gästen
nach draussen. Es herrscht schönstes Wetter. Unsere Groupies, Schulkameraden,
Freunde und viele mehr stehen da draussen, unsere Leute mit Seil und Pickel.
Gegen 120 Leute sind da. Iris und ich bekommen Gschtältli und wir
müssen nun da raufklettern. Die Griffe sind toll gemacht, oben wartet
ein kühler Lavaux auf uns, die Zinnbecher sind auch da. Was für
ein Bild. Später laden wir alle Alpengroupies auch nach Wahlen zum
Apéro ein. Dabei waren folgende: Ueli Hänggi, Eric Hunziker,
Dieter Hunziker, Daniel Stirnimann, Fredy und Sandra Jeger, Bettina, Petra
Borer, Dani Erzer mit Misli, Roger und Clarissa Humair, Mex und Andrea
Spaar, Leo Dobler, Mario und Sandra Dobler, Alfred und Gisella Müller.
Dazu kommen, auf dem gesamte Groupie - Foto von Wahlen noch folgende dazu,
die zur Hochzeitsgesellschaft gehören: Fips ( super Tätschmeister
), Denise, Sina, Roland "Böllä" Jeger, Markus ( Fotograf
) und Patrizia Häner, Roger Luginbühl ( Fotograf ), Eveline
Karrer, Christine Winkelmann und Paul Stadler, Ändel Burkhalter und
Marianne Müller, Nathalie Imber, Jack Jermann und Diana Christ, meine
Brüder Paul, Toni und Martin, Mama, Papa, Adrian, Elsi und Bruno.
Wahrlich eine grosse Schar. Hier erhalten wir das Alpengroupie - Geschenk:
2 tolle Charley - Moser Steileispickel mit Hammer und Hacke, dazu eine
schöne Karte. Später entführe ich Iris in den landenden
Helikopter, kurz bevor will sie das Weite suchen. Wir überfliegen
das Laufental und das Schwarzbubenland. Meine Schulkameraden winken uns
vom Oberbergli aus zu, als wir darüber fliegen. Es war fantastisch.
Mit dabei im Heli waren Adrian ( Vorknabe ) und Ursi
4. / 5. September 1993 * Dabei: Ueli, Anita, René, Christoph, Dieter, erstmals Tommy Harder, Iris und ich. Statt um 06 00 h nach Programm treffen wir uns erst um 08 00 h am Bahnhof Laufen. Es regnet, doch im Wallis ist für heute teilweise Sonne und für morgen recht sonnig gemeldet. Abfahrt um 08 18 h über Basel - Bern nach Brig. Nach 3 Stunden 55 Minuten steigen wir in Brig aus. Tommy als "frischer" Alpengroupie und Neuling bekommt von uns Pickel und Gschtältli, die gemieteten Steigeisen später im Bergsportgeschäft Zurbriggen in Saas Grund. Die Videokamera von Papa ist zur jährlichen Hochtour wieder mit dabei. In Saas Grund angekommen, suchen wir eine Beiz. Da ist eine dreimal angeschrieben mit Fondue, Raclette und Pizza. Drinnen eine komische "Düse", die uns gar nichts anbieten will. Komische Leute, nichts wie weg hier. In der Tenne gibt's dann Raclette und anderes. Zuvor ein Aperitif an der Bar. Als Tommy seine Steigeisen bekommt, bilden wir zwei Gruppen. Anita, ohne Rucksack, René, Christoph, Dieter und Tommy laufen vom Dorf zur Hütte hoch. Ueli, Iris und ich nehmen die Bahn zur Mittelstation Kreuzboden, um dann von hier in 45 Minuten die Weissmieshütte zu erreichen. 17 00 h. Es ist eine sehr schöne Hütte, sie ist erst drei Jahre alt. Es hat sogar Laufen-Keramik-WC mit Spülung, also top modern. Daneben steht das alte Haus. Allerlei Gemütlichkeit. Die anderen fünf werden die Hütte nach 2 ½ Stunden erreichen. Ich wandere aus Prinzip nicht neben Bahnen, ausser am Niesen. Es war gediegen. Der Hüttenwart meint, die Verhältnisse seien gut. Wenig Schnee auf dem Gletscher. Unter uns fliesst der Triftbach. Draussen Wolken und Sonnenschein, die Mischabelkette steht im Nebel. Es weht ein kalter Nordwind, der die Wolken vertreibt. 17 50 h. René und Anita treffen bei uns ein. Die "2 Blonden" mit Tommy sieht man noch nirgends. Ueli bringt weitere kleine Feldschlösschen. Wir fünf sind alle fit, René und Anita am meisten. Nun sehen wir die anderen drei auf dem Moränenrücken wandern. 18 40 h. Nach 3 Stunden 10 Minuten kommen die drei zur Hütte. Gemütlich, ein wenig ausgekotzt. Wir alle ausser René und Anita haben wenig Kondition im Hochzeits- und Festsommer 1993. Gegen 19 00 h kommt das Abendessen. Es gibt eine feine Suppe, Curry-Reis mit Geschnetzeltem, Randensalat. Gemütlicher Hock in dieser Hütte, um 20 30 h sehen wir Lenzspitze, Alphubel, Dom etc. Nach Bezahlung von Essen und Übernachtung haben wir 10.50 Franken Überschuss für die Alpengroupiekasse, es wurde 8 - stimmig angenommen. Der rote Goron-Wein ist nicht schlecht, nun gibt's Weissen von Didi ( Fechy ). In dieser Luxushütte herrscht Rauchverbot. Und das ist richtig so. "Mandole ig ha die gärn ", sagte mein Schatz. Um 21 50 h war ich das erste Mal auf der Toilette. Es hat mich zurückgeschlagen, aber im anderen Sinn. Das WC ist so sauber und modern wie im Globus, oder im Kino, oder im Mc Donalds. Spitze! Eine 3 - jährige Hütte, super. 22 05 h. Der letzte Kaffi Fertig. Am Tisch sitzen noch Iris, Dieter, Christoph und ich. Im Hüttenbuch haben wir uns eingetragen. Draussen hat es noch Wolken. Nachtruhe um 22 10 h. Die Ohrenpfröpfe rein, mal sehen, was da kommt. Sonntag, 04 00 h. Meine Casio weckt mich. Ich bin sofort wach, sitze im Lager mit der Stirnlampe. Ueli ist auch wach, hatte eine schlechte Nacht. Beim zweiten Alarm motzen die Leute schon. Licht an, aufstehen. Der Hüttenwart hat uns nicht geweckt, hatte er uns aber versprochen. Ein Blick nach draussen, da leuchtet ein fantastischer Sternenhimmel. Der Bericht ist gut. Mit Nordwind. Ein kleines Frühstück und packen. Um 05 10 h treten wir vor die Türe, der im letzten Viertel abnehmende Mond gibt uns viel Licht. Es geht los. Wir wandern den Weg hinauf durchs Geröll Richtung Bergstation Hohsaas ( 3'098 m. ) zur Gondelbahn. Hier könnte
Impressionen von unserer Hochzeit, 17. Juli 1993.
Die Alpengroupies in Wahlen.
Die Hochzeitsgäste.
Am Weissmies, September 1993.
Unterhalb des Gipfels des Weissmies 4023 m. ü. M., wo es weniger windet. man auch übernachten. Nach einer Stunde sind wir hier, die Dämmerung beginnt, es wird Tag. Die Berge vom Mischabel drüben beginnen zu glühen. Es ist kalt. Den Weg runter zum Gletscher, wärmen, Steigeisen montieren, anseilen. Wir erkunden den Einstieg, die Lampen brauchen wir schon lange nicht mehr. Gruppe 1: Ich, Iris dahinter, dann Tommy, unser neuer Groupie, am Schluss Dieter. Gruppe 2: Anita, René, Ueli und Christoph. Iris hat schon bald Mühe mit dem Atmen. Es geht bergan, bald stehen wir in der Ebene des Triftgletschers. Die Sonne bescheint schon lange den Dom und Konsorten. Im Zickzack geht's nun recht steil auf einen ersten Schneerücken, an vielen Spalten vorbei. Es ist immer noch sehr kalt. Ich motiviere dauernd Iris und verteile Powerpillen. Doch sie will und kann nicht mehr. Habe eine Zeit lang gedacht, dass sie es schaffen kann. Doch wir beide sind nach diesem Hochzeits- und Festsommer alles andere als fit. Es nützt alles nichts. Die letzte Hochtour für uns war der Ruapehu, ein Vulkan im Dezember 1992 in Neuseeland. Dann war nur die Aletschtour im April und der grosse Mythen während unserer Flitterwochen im Juli. Das reicht eben nicht. Iris hat auch eisige Füsse, sie will zurück, wir trennen uns. Christoph stellt sich zur Verfügung und begleitet Iris zurück über den Gletscher zur Station. Das darf man ihm hoch anrechnen, er verzichtet auf einen weiteren Viertausender. Viel Glück. Jetzt sind wir noch zu sechst. Auf geht's, schnell hat man wieder warm. Wir sind jetzt auf 3500 m ü. M. und treten erstmals in die Sonne. Vorhin haben uns ein paar Gruppen überholt, nun überholen wir, müssen auch mehrmals anstehen und warten. Viele Bergsteiger sind unterwegs. Es zieht schon heftig hier, das ist der Nordfön. Am Gipfel, der noch eine Stunde entfernt ist, weht eine Schneefahne. Weiter hinauf, ich spür's jetzt auch in den Beinen. Nun steil rauf über eine Spalte im Hang, der Gipfel kommt immer näher. Kurz davor lasse ich Gruppe 2 mit Anita, René und Ueli voraus und filme die Szene. Es windet hier auf dem Gipfelgrat unwahrscheinlich heftig, so wie ich's noch nie erlebt habe. Um 10 45 h, also 5 ¼ Stunden nach dem Aufbruch, stehen wir auf dem 4'023 Meter hohen Weissmies. Gratulationen im harten Wind, die Aussicht ist gewaltig. Lagginhorn, Lenzspitze, Dom, Alphubel, Allalinhorn, Monte Rosa-Gruppe, der Mattmark-Staudamm tief unten im Tal und Saas Fee. Blicke gegen Italien, es heisst, wenn dort unten keine Wolken wären, könnte man vom Weissmies aus den Mailänder Dom sehen. Das Weissmies ist mein 15. Viertausender, die doppelten mitgerechnet komme ich jetzt auf 22 Viertausender und einen Fünfeinhalbtausender, den Kala Pattar in Nepal. Nun will ich eine Minute lang das Gipfelpanorama filmen und friere mir dabei fast die Finger ab. Dieser Wind ist der reinste Horror. Anita reibt und wärmt mir die Finger. Nach nur 15 Minuten auf dem Gipfel steigen wir ab. Die Frau vorhin hat Recht gehabt, es reisst einen fast vom Grat. Jetzt kommt Dieter und ruft aus wegen Erfrierungserscheinungen an den Händen. Seine Überhandschuhe nehme ich aus seinem Rucksack, er verliert einen beim anziehen und fast wäre er weg auf Nimmerwiedersehen. Ich werfe mich auf den Schnee gegen die Wächte und bekomme ihn zu fassen. Weiter unten ein Fototermin mit meiner und Christoph's Kamera, Gletscherspalten filmen, dann auf 3'600 Meter eine Rast. Hier spendiert Tommy nun seinen Gipfelwein, er hat's gut geschafft und ist nun bei den Alpengroupies aufgenommen. Wir stossen an. Ich kann gar nicht viel trinken, weil ich auch fast nichts gegessen habe. Dann geht's rassig weiter runter. Nach 2 ½ Stunden mit der Pause kommen wir an den Gletscherrand, packen Steigeisen und Seil ein und bestellen beim Hohsaas auf der Sonnenterrasse Bier. Unheimlich, dieser Ausblick auf Triftgletscher und Weissmies. Man glaubt es kaum, dass wir dort hochgekommen sind. Später mit der Bahn ins Tal. Die Groupie-Fahne wehte wenigstens auf Hohsaas. Schon vor der gestrigen "Tenne", wo Iris und Christoph warten, gratulieren sie uns zum Gipfelglück. Auch sie hatten einen schönen Sonntag, mit Alpbesuch (Triftalp), super Kaffi und Weisswein. Jetzt wieder ein paar Raclettes reinschieben, während wir auf's Postauto warten. Abfahrt im Extrakurs in Saas Grund um 16 45 h, in Brig eine Pause, Reservierungsprobleme im Wallis, wir sind nirgends gemeldet. Trotzdem haben wir unsere Plätze und laufen in Bern drei Wagen zurück, jetzt ist reserviert. In Basel dann ein Besuch bei McDonalds, wir treffen um 21 40 h in Laufen ein und wollen uns verabschieden. Zu unserer grossen Überraschung holen uns die Eltern von Tommy Harder ab, sie sind sehr stolz auf ihren Sohn. Und meine Eltern Heidy und Leo sind auch hier, sie haben nochmals das Weissmies - Programm angeschaut und wollten einfach wissen, wie wir's erlebt haben. Schön von ihnen, sie wären auch gern mitgekommen, aber eben, immer dieser Roderis ..Hiermit hat unsere einzige Hochtour 1993 ein glückliches Ende gefunden. Ich bin froh darüber. Nun freuen wir uns auf's Goldsuchen am Napf. Es war ein voller Erfolg!!
18. / 19. September 1993 * Eigentlich waren wir 14 Alpengroupies, doch einer nach dem anderen sagte ab: Peter Rüegg und Tanja, sie hatte Grippe, Eric Hunziker und Brigitte, er hat sich den Arm gebrochen, Dieter Hunziker, zuviel Arbeit, Christoph Wehrli, Operation im Spital. Nun sind wir am 17. September noch neun Groupies. Dabei: Roger Luginbühl und erstmals Alexandra, unser 1992er Alpengroupie-Hochzeitspaar Glasi und Lilly, diese Tour ist unser Geschenk, endlich können sie es einziehen. Dann Paul und Christine, wir zwei und Ueli. Um 06 15 h treffen wir uns in Breitenbach. Autofahrt nach Dagmarsellen, Willisau und von Entlebuch nach Bramboden. Nach knapp zwei Stunden sind wir da. Nun etwas Kaffi und Zopf, dann sammle ich Informationen. Roger und Alexandra sind von der Berner Seite her gekommen im Motorhome. Materialbezug beim Wirt und los geht's. Wir fahren ins Tal zurück und parkieren bei der Brücke. Dem Weglein entlang und den Bach hinauf bis zu einer Verengung. Hier suchen wir nach echt schweizerischem Gold. Eine kurze Instruktion, die Pfannen fallen ins Wasser. Gemütlich waschen wir den Sand aus. Ein wenig fängt es an zu nieseln, doch wir
Goldsuchen in der Schweiz. . sind gerüstet und haben auch unsere SBB-Hüte aus Filz dabei. Zwei davon schenke ich Ueli und Paul. Man berichtet, nimmt es gemütlich, Glasi öffnet den ersten Rotwein. Wir spendieren eine Kiste Bier, haben nun den ganzen Tag Zeit. Einzelne Goldflitterchen sind schon gefunden. Da greift Paul von weither so zum Spass einen Stein und wirft ihn Richtung Christine, wir schauen ihm nach und erwarten einige Meter vor ihr den Aufschlag, auf dass sie ein paar Spritzer abbekommt. Doch nein, der Stein hüpft übers harte Bachbett und trifft Christine sehr unglücklich am Kopf, und knallt zurück in die Waschpfanne. Vor Schreck fällt sie rückwärts ins Wasser. Wir rennen los, sind total überrascht: Christine hat eine Platzwunde mitten auf der Stirn, ein kleiner Riss, es blutet, das hätte ganz bös enden können. Ich renne zum Auto rauf und hole die Bergapotheke. Ein wenig Merfen orange, Alkoholtupfer, desinfizieren. Sie setzt sich und trinkt Tee, es geht ihr bald etwas besser. Unser Feuer nebenan brennt schon längere Zeit, beim holzen verletzt sich Glasi an der Stirn, und, aller Guten Dinge sind drei, klemmt er sich die Finger in der Autotüre von Christine ein, dies heute Morgen noch vor dem Kaffee. Bald begleitet Paul seine verletzte, sehr frisch geheiratete Gattin zum Auto rauf, kurz ins Hotel und dann zum Arzt nach Entlebuch. 1 ½ Stunden danach sind sie wieder bei uns, Christines Wunde ist mit vier Stichen genäht. Sie schaut wieder gut aus. Unsere Kiste Bier ist schon halbleer, da spendier ich meinen Souriex, darauf Paul seinen Epesses. Im weiteren Verlauf dieses Goldwaschens wird noch der Freixenet geöffnet. Uns geht' s gut, wir haben' s schön in dieser Idylle. Doch Gold haben wir noch keins gefunden. Ab und zu ein kleines Flitterchen. Der Sand aus der Schleuse hat auch nichts gebracht.
Nun ja, es ist ein Test, ein Naturerlebnis und Spass an der Freude. Nach sechs Stunden wechseln wir den Platz. Rauf zur Brücke und in das nächste Bachbett. Die Felsen sind eigenartig, runde Steine im Sand und Geröll. Der Name des Gesteins nennt sich "Nagelfluh", früher wurde es in riesigen Mengen vom Gletscher geschoben, zermalmt und wieder zusammengedrückt. Am neuen Bach wird mehr geplaudert als Gold gewaschen. Und René macht seinen dritten Roten auf. Zwei Stunden später fahren wir rauf nach Bramboden, auf die Terrasse, ziemlich genagelt, später noch duschen. Danach sammeln wir uns alle im Gang, klopfen bei Glasi und Lily an die Tür und treten herein mit einem Champagner auf Tablett, zu Ehren ihrer Hochzeit. Hier feiern wir miteinander und gegen 19 00 h kommt dann das Abendessen. Es hat nicht sehr viele Menu`s zur Auswahl und die Preise sind sehr hoch. Die Qualität stimmt einfach nicht, dazu überhöhte Weinpreise. Das Zimmer kostet ja auch Fr.70.- pro Person, doch sie sind in Ordnung. Der Wirt nimmt's von den Lebenden, im Winter läuft hier nichts. Die Kafi Bramboden sind fein. Mein Schnupfen seit Mittwoch hat einen Begleiter, den Hustenreiz. Ich hab das Essen nicht mal richtig gerochen. Da lob ich mir von den Preisen und den Portionen her natürlich auch Visperterminen. Eine kurze Zeit singt man noch Wanderlieder. Als erste verabschieden sich um 23 00 h Roger und Alexandra, die beiden haben sehr viel gewaschen heute. Alle sind müde. Die vier Paare geniessen nun ihre Zimmer und Ueli hat durch Drücken der Fernbedienung eine Sexszene vor sich im SF DRS. Paff! Der Sonntag wird richtig schön. Um 09 30 h, nach gesundem Ausschlafen, machen wir uns hinter das Frühstücksbuffet. Nun die Zimmer räumen, den kleinen Rucksack packen, draussen ist es warm. Um 10 50 h wandern wir Richtung Napf. Ein weiblicher Gast schnupperte im Tourenbuch, die dachte nämlich, es sei das Gästebuch. Um liebliche Wiesen geht' s hinauf, durch Wälder, über Kreten, die Aussicht auf die Voralpen ist gut, später sieht man das Stockhorn, den Niesen und das Schreckhorn in Weiss. Niemand weiss genau, welcher Gipfel der Napf ist. Eine kleine Rast, wir haben die Hälfte, 1'200 Meter ü. M. Es ist ein schöner Spätsommertag, wie er sein sollte. Nun abwärts, dann wieder aufwärts, wir vermuten, das da drüben mit der Beiz ist der Napf. Ist es auch. Eine weitere Krete, an einem Hof vorbei mit Canyon-Tiefblick, der letzte Anstieg. Nach 2 Stunden 10 Minuten stehen wir auf dem Napf, 1'400 Meter ü. M. Ein grüner Hügel mit einem Haus. Erschreckend viele Sonntagstouristen, dazu Milliarden von fliegenden Ameisen auf Tischen, Böden, überall. Eine Invasion! Und dieser Rummel, diese Ausflügler, schlimm. Iris wird soeben von drei Insekten am Rücken gestochen. Glasi will unbedingt das Mineralwasser auf seiner Gratistour bezahlen. Die Literflasche kostet Fr.6.80.- Die spinnen, die Helvetier. Er hat mir schon gestern Fr. 20.- für die Groupiekasse gegeben. Paul flucht, das sei der verschissenste Gipfel in seinem Leben, mit solch menschlicher und tierischer Vielfalt. Ein paar Fotos noch, Blicke zur verschwommenen Jungfrau und weg sind wir. Abstieg! In 1 ½ Stunden sollten wir in Bramboden zurück sein. Viele Themen werden diskutiert, auf der gleichen Route zurück: Sommertouren, Hochzeiten, Bauernhöfe, diese Wälder hier, Tätowierungen u.s.w. Iris hat Horror vor diesen Gummi - Stromschranken auf den Weiden, die immer wieder kommen, Glasi und Lilly hat' s schon erwischt. Gegen 16 00 h sind wir am Ausgangspunkt zurück. Die Coupekarte wird inspiziert, die Preise sind, wie auf dem Napf, schweinisch. Ein Coupe Dänemark = Fr.10.50.-. Der Koch, der Koch heisst und kein Spitzenkoch ist, spinnt. Aufbruch um 17 00 h, nachdem uns ein hier ansässiger 68 - jähriger Bauer 20 Minuten lang extreme Schauergeschichten über die EG, Hitler und den jetzigen Bundesrat erzählt hat. Wir trennen uns von Roger und Alexandra, treffen uns 1 ½ Stunden später auf dem Alpenblick auf dem Passwang wieder. Ein letztes Bierchen hier, Treffpunkt in Breitenbach. Es war schön und sehr gemütlich, so ein Voralpenchaletwiesenhügelgoldschürfwochenende, auch ohne riesige Goldfunde. Ich bin froh, dass vor allem am Sonntag das Wetter auch noch mitgemacht hat. Die 2 - tägigen Touren sind für 1993 vorbei, wir freuen uns auf die Kletterwand in Laufen am 23. 10. und den Tourenausklang in Brislach am 20. 11. Neue Geschichten also in Kürze.
Dabei: Iris, Ueli, René, Anita, Dani, ein Kollege von Ueli, Patrick Born und ich. Später treffen ein: Christoph Wehrli und siehe da, unser Ändel aus dem Oberland. Nun sind wir doch noch neun Personen. Ein neuer Boden wurde in der Kletterhalle betoniert und am überhängenden Teil ist jetzt neu ein grosses Dach befestigt. Verschiedene Routen werden geklettert, die Zeit geht im Flug vorbei. Ueli und Iris haben die Halle geöffnet, es ist nur für Alpengroupies reserviert. Da kommen zwei Basler herein und wissen nichts davon. Selbstverständlich lassen wir sie klettern und schicken sie nicht nach Hause. Der Hallenwart Thomas Imhof stattet uns kurz einen Besuch ab. Wir bezahlen heute einen Pauschalpreis von Fr.150.- für unsere Gruppe. Nun lehne ich Ändel meine Kletterfinken aus, da er selber noch keine hat. Um 11 00 h ging' s los, ich kam erst um 12 15 h, da ich noch arbeiten musste. Iris klettert heute sehr gut, später holt sie Thonbrötli ifür alle m Dixie. Dieser Klettertag kostet Fr. 22.- pro Person mit dem Groupiebeitrag. Schon viel zu früh ist es 16 00 h geworden, unsere fünf Stunden sind vorbei. Dieser Patrick ist ein super Climber. Ein paar Fotos noch, Wehrli probiert es überhängend, Eile und Weile. 16 30 h. Schluss, schön war' s, und draussen herrscht ein Sauwetter. Ein Hock im Central, Rehschnitzel, später ein Besuch im Sherlock' s Pub, Böllä' s Abschiedsparty ist heute Abend. Ändel kommt auch noch, bevor er auf den Zug geht! In Zukunft werden wir mehrmals im Winter hier in Laufen klettern.
20. November 1993 * Dabei: Ändel, Dani, Roger, Misli erstmals, Böllä, Ueli, Daniel Borer, Bettina, Paul und Christine, Thommy Harder, Dieter, Christoph, Heidy und Leo ( wie immer am Tourenausklang ), Adrian, Paul, Martin, Anita und René, Fips und Denise, Elsi und Bruno, Andy und Petra, Stephan und Monika Purtschert erstmals, Mex und Andrea, Iris und ich, also 32 Personen insgesamt. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass drei auf Weltreise sind, zwei krank, zwei schwanger u.s.w. Einer der grossen Höhepunkte dieses dritten Tourenausklangs wären die Groupie-Pins gewesen, doch Adi hat sie nicht rechtzeitig mehr erhalten, sie liegen wohl noch in Thailand. Der Liefertermin ist drei Wochen zu spät, gemäss Vertrag Adi - Ralf Sturm, Liesberg, der Typ kann nicht liefern. Es wäre wirklich toll gewesen. Wir bezahlen jetzt höchstens den halben Preis. Bei der Begrüssung verspreche ich, dass jede( r ) einen Pin bekommt. Der Rest wird verkauft ( Pin-Bestellungsliste ) zu Fr.7.50.- pro Stück. Urs Schaffner hat mir mündlich zugesagt, kommt aber nicht. Nach der Begrüssung, auch schon etliche Zeit vorher, schauen sich viele die Fotos an, die Berichte, dabei auch mein kopierter Everest - Bericht, mit Anmeldung zu einem Nepal-Abend, die schönen "Alpengroupies" und "Pink Fröyd" - Schriftzüge, Kleber von Fips, eine Liste, um weitere Pins zu bestellen, die neue, überarbeitete Groupie-Liste, sowie ein Wettbewerb von Iris: "Wieviele Reiskörner hat es im Groupieschnapsfläschli"? Tolle Sache! Auch Gipfelsteine vom Allalinhorn, der Jungfrau, Matterhorn, Dufourspitze und vom Kala Pattar in Nepal kann man bewundern. Eine Tour konnten wir 1993 nicht durchführen, nämlich das Gasterntal, wird 1994 nachgeholt. Jetzt um 19 45 h kommt das Abendessen, Rahmschnitzel, Nüdeli, Frites, grüner Salat, Cardinal vom Fass. Zur Überraschung serviert bei uns heute Patrizia, wohlbekannt durch Böllä vom Sherlocks - Pub. Um 20 30 h beginnt der erste Film, Bungee-Jumping in Engelberg, 120 Meter Gondelspringen, später Apéro in Sand, danach der Film aus Neuseeland ( profimässig ) mit meinem eigenen Sprung als Zugabe. Nun ist es Zeit für Pink Fröyd, wir spielen ein wenig unseren gewohnten Sound. Die diesjährige, dritte Zinnbecherehrung folgt sogleich: Diesmal rufe ich drei Männer, drei Aktive, nach vorn. Ändel, der, so hiess es noch am Morgen, nicht kommen sollte ( Stirnhöhlen ), bekommt seinen Becher für 17 Touren, Ueli für 15 Touren, Paul für 17 Touren, Bravo und Applaus für alle! Iris und ich gesellen uns noch dazu und stossen mit unseren Bechern an. Auch die zwei Mal vegetarisches Essen für Anita und René haben scheinbar geschmeckt. Nun die Auflösung des Wettbewerbs: Es waren ganz genau 1'421 Reiskörner im Fläschchen. Der erste Preis, ein "Los Monteros" 1985, wie schon 1991, geht an Äendel, der zweite, ein "Souriex" 1992, geht an Stephan Purtschert, und der dritte, ein "Aigle" 3/8 Le Cloitre 1991 an meine Mutter Heidy. Applaus für alle. Die megageile Vorschau 1994 geht unter die Leute. ( Dank an Adrian für die schöne Schrift und die Gestaltung ) Nun zum Hauptfilm des Abends: Die Weissmies-Tour, unsere einzige Hochtour, der letzte von drei Viertausender-Filmen, mit Trickfilm, schöner Musik. Er kommt gut an, ich ernte wieder Applaus. Jetzt ist es Zeit für "Pink Fröyd" - Part II. Eine Premiere, zum ersten Mal spielen wir vor Leuten, mit Strom, über Bose, "Inkel"-Sounds nennen wir das und mit Micro. Als erstes das Reggae-Meddley, einige staunen nur noch nach vorn, die Augen leuchten, viele Hits, alles gut erfüllt. Die Premiere am Groupieabend ist gelungen. Auch haben wir noch den Text verteilt zum Groupie-Song "Leg s'Gschtältli a". Viele singen mit. Bald schon verlassen uns Mama und Papa, wir hängen noch zwei Stunden dran. Festen, diskutieren, dazwischen Akustic-Sounds. Die Zeit verrinnt wie immer wie im Flug. Knapp nach 02 00 h ( erstmals Freinacht eingegeben = Fr.100.- ) kommt schon die Wirtin und stürmt etwas. Viele helfen mit, die Anlage, Bücher, Pickel, Seile, usw. abzuräumen und wir offerieren bei uns in der Zwingenstrasse 5 in Brislach BE ( zum letzen Mal ) noch Tranksame für den Rest und für eine lange Nacht. P. S.: Das Laufental gehört nun nur noch 40 Tage zum Kanton Bern. Schliesslich ging' s im Schützenhaus '91 und Oberfringeli '92 alleweil bis 06 00 h morgens. Am Tisch und auf dem Pfingstbänkli sitzen Böllä, Patrizia, Ueli, Bettina, Dieter, Paul G., Iris und ich. Das Fest dauert bis 06 40 h, Abschluss und ausschlafen. Ein weiteres Groupie-Fest ging so zu Ende. Alpengroupie - Nachswuchs: Wir gratulieren recht herzlich Ändel und Marianne Burkhalter zur Geburt ihres zweiten Sohnes Joel am 2. Februar 1994.
5. / 6. März 1994 * Dabei: Anita, René, Dieter, Ueli, Böllä, Ändel und ich. Mit dem Bus fahren wir alle nach Laufen um 07 10 h. Sechs Minuten vor Zugsabfahrt fragt Anita, wo die Barryvox und die Lawinenschaufeln sind. Mein Gott, ich hab sie im Ford vergessen. Blitzschnell ein Telefon zu Iris, sie rast hinüber. René bekommt Billette und Fahrpläne, der Zug fährt ab. Iris kommt nach 1 ½ Minuten, wir rasen nach Delémont. Die Lok umfährt dort den Zug, es reicht gerade noch. Danke Iris. In Biel umsteigen, bei Neuenburg bringt Didi den ersten Wein und schlägt ihn sogleich mit dem Rucksack vom Tischchen, auf Hemd und Kittel eines alten Mannes, bravo. Der Fendant riecht im ganzen Wagen. Um 11 30 h treffen wir in Leuk ein, der Genfersee glitzerte unter dem Dezaley-Gebiet. Ein kleiner Drink im Buffet, dann mit dem Postauto nach Leukerbad hoch in 30 Minuten. Schwitzend laufen wir beladen mit Rucksack und Skis durchs Dorf zur Gondel. Oben auf dem Gemmipass angekommen, gehen wir ins Restaurant. Die Self-Service-Menüs sind total überrissen für das, was drauf ist. Der Blick zu Dufourspitze, Weisshorn, Matterhorn ist super. Der Daubensee gefroren, ein Spitzenwetter herrscht. Um 14 40 h geht die Tour los Richtung Lämmerenhütte. Äendel vermisst seine Gletscherbrille. Dann, nach 30 Minuten, kommen wir zum Lämmernsee, nun Aufstieg mit den Fellen zur Hütte bei Sonnenschein, nach 1 Stunde und 40 Minuten treffen wir dort ein. Die Felle haben bei allen gut gehaftet. Um 16 30 h geht die Sonne unter. Herrliche Ausblicke rundherum. Die Lämmerenhütte gehört der SAC Sektion Angenstein und ist sehr schön, neu und komfortabel. Sie steht auf 2'502 Meter ü. M. Im Frühjahr 1990 wurde sie durch eine Lawine weggerissen. Jetzt beziehen wir unser Zimmer namens "Grossstrubel" und nehmen den reservierten Tisch ein. Abendessen um 18 45 h, Ueli tischt auf. Es gibt Suppe, Curry - Geschnetzeltes und Reis. Die Frage, warum man vom Rothlachenkamm oder von der Hohen Winde das Matterhorn sieht, kann man hier beantworten. Die Blicklinie geht hier direkt über die Gemmi, durch die Einsattelung zwischen Roter Totz und Rinderhorn. Isch' s wahr? Ja, genau deshalb. In der 5. Klasse wurde ich wegen dieser Aussage von meinem Lehrer Paul Wyss und der Klasse ausgelacht. Es folgt ein gemütlicher Hüttenabend mit Goron. Unsere Fahne hängt wieder an der Wand. Draussen wurde eine Schneehöhle gebaut. Der Wind nimmt zu, Wolken ziehen auf. Der Hüttenkafi hat's auch gebracht. Noch ein Goron in der Karaffe. Wir hatten sogar Rahm aus dem Bläser. Nachtruhe gegen 22 30 h. Der Marschtee ist abgefüllt. Die Casio' s von Ändel und mir stimmen recht genau überein. Einer der Eispickel, den wir letztes Jahr zur Hochzeit von den Groupies bekommen haben, ist erstmals mit dabei. Er ist mir zu wertvoll, darum verstecke ich ihn direkt unter der Matratze. Kann nicht schlafen, überlege mir den morgigen Aufstieg. Die Weissmies-Tour ist jetzt genau ein halbes Jahr her. Um 05 00 h piepsen die Uhren. Fast niemand steht auf, kein Lärm in der Hütte. Draussen viel Wind und Wolken. Um 06 00 h in den Essraum, später Frühstück. Böllä feiert still seinen 29. Geburtstag. Gegen 08 30 h haben wir die Felle montiert, das Wetter ist nun ganz schlecht. Unser Ziel, den Wildstrubel, können wir vergessen, es hat keinen Sinn. Überall Nebel, man sieht wenig. Ein anderes Mal kommen wir darauf zurück. Der Test für das Barryvox ist okay. Wir nehmen die beste und vernünftigste Route und steigen auf zum Roten Totz 2'840 Meter ü. M. in einer Stunde. Hier eine kleine Gipfelfeier, wir singen für Böllä "Happy Birthday". Dann bekommt er einen 3/8 Aigle. Ich wiederum einen Gämpätüüfel im Groupiefläschchen mit Herzchen von Iris. Gleich drückt die Sonne durch. Felle weg, nun 30 Minuten Abfahrt über den Tälligletscher, Felle drauf, Aufstieg zum Chindbettlipass. ( 2'623 Meter ü. M. ) Die Sonne bei der Abfahrt hat gut getan. Das letzte Aufstiegsstück ist ziemlich heikel, dann ein Skidepot, steil bergan zu Fuss und in den Windschutz. Es schneit heftig. Dann retten wir noch den Stock von René. Später Abfahrt zur Engstligenalp Richtung Adelboden, nach 20 Minuten kommt der oberste Skilift. Um 12 00 h runter zur Beiz, Wärme tanken. Einige lösen hier noch Einzelfahrten und vergnügen sich auf der Piste. Es ist schon was anderes ohne Rucksack. Mit dem Schlepplift weiter zur Gondelbahn. Hier gibt' s guten Kafi Strubel. Wir haben noch eine Stunde Zeit. Nach vorn zur Gondel, wir befinden uns wieder auf 1'954 Meter ü. M. Der Depp von der Gondelbahn kostet uns Nerven. Drei Mal umsteigen bis Frutigen, es ist ätzend. Hier auf den Zug, Ändel verlässt uns in Spiez. Über Bern - Biel nach Laufen, Ankunft um 19 15 h. Im Restaurant Kreuz in Brislach schlemmen wir noch 1 ½ Stunden, bevor wir uns trennen. Ein Hit war Ändel mit seinem berndeutschen "Tootämüggerli" - Vortrag nachts vor der Hütte, super! Ein paar letzte Stichwörter zur Tour: Hitze, Kälte, Sonne, Schneefall, Curry, prosten, Freizeit, Freiheit, Adventure, und "ä Hülsä is Hirni jagä " Mein Vater gratulierte mir dann zu Hause, weil wir wegen dem Nebel auf den Wildstrubel verzichtet hatten. Wildstrubel, wir kommen wieder, der Rote Totz war auch ein Gipfelerlebnis.
23. / 24. April 1994 * An der Tourenbesprechung haben wir uns entschlossen, diese Reise durchzuziehen. Das Wetter: So halb - halb, am Samstag Sonne und Wolken, am Sonntag veränderlich und Regen. Es wird unser langersehntes Camping - Wochenende im Klettergarten Bellinzona. Dabei sind: Ueli, Böllä, Dieter, Eric, Paul, Christine, Anita, René, Daniel Borer, Dani Erzer und seine Freundin Misli, Iris und ich. Ändel hat abgesagt, da es seiner Mutter Julia nicht allzu gut geht. Nach 06 00 h versammeln wir uns am Bahnhof Laufen, Paul und Christine nehmen den zweiten Zug, in Basel SBB treffen wir uns. Gemütliche Fahrt bei bestem Wetter ins Tessin. Wir sehen den Pilatus, die Mythen und viermal das Kirchlein von Wassen. Anita und René fahren mit Ueli im Auto in den Süden, haben unser Zelt, Schlafsäcke und Seile mit dabei. Nach dem Gotthardtunnel verschlechtert sich das Wetter in Airolo, wie vorausgesagt. Doch es wird heute nicht regnen, wir haben gutes Kletterwetter. Um 10 30 h Ankunft in Bellinzona. Ein paar kurze Einkäufe noch, die Sonne scheint. Vom Bahnhof Bellinzona nun in 10 Minuten zum Klettergarten, der sich über dem Gleisfeld befindet. Anmeldung beim Chef Hans Horlacher, er führt und unterhält den Klettergarten und ist pensionierter SBB - Lokführer. Dann stellen wir unsere Zelte auf und Hans kocht für uns alle eine riesige Pfanne Spaghetti Bolognese, ein toller Service. Ueli, Anita und René machen die Vorhut und wagen sich an die ersten Wände. Ueli hatte mit dem Auto Gepäck und Seile bereits hochgefahren. Die Spaghetti kosten nur Fr.8.-, dazu schenkt uns Hans italienischen Rotwein ein. Ueli treffen wir in der Privatbeiz von Hans und essen gemütlich, dann geht`s ans Klettern. Wir 10 Groupies machen uns bereit und suchen uns anhand der Karte einige nicht zu schwierige Routen aus. 5 Gruppen sind hier am Klettern, Dani ist bei uns zu Beginn, wir nehmen die blau - weisse Route ( -3 ), herrliche Felsen erwarten uns, ich bin im Vorstieg, dann kommt Iris nach, Rufkontakt mit Dani und Misli, das Wetter hält sich. 2 ½ Stunden später treffen wir 10 wieder aufeinander, machen Abseilübungen, um danach über die heisse 40 Meter Stelle mit 2 Seilen abzuseilen. Der Ausblick ist atemberaubend. Von der Seite her mache ich zur Wand hin tolle Fotos vom abseilen, es ist genial, der Felsen ist super. Aus verschiedenen Gründen ist hier im Klettergarten der Gebrauch von Magnesium verboten. Nach einiger Zeit spüren wir ein paar Regentropfen, dann drückt die Sonne wieder durch. Es wurde viel geklettert heute Nachmittag, nach 4 ½ Stunden, als wir wieder zu den Zelten gehen, fängt es an zu regnen, später ziemlich stark. Ueli, Anita und René, auf einsamen Pfaden, kehren auch zu uns zurück. Nun richten wir uns für den Abend ein, spalten Holz, trinken etwas, relaxen. Später unter das Dach, Gemütlichkeit, Cheminéefeuer. Hier lernen wir Conny und Marcel kennen, sie kommen aus dem Kanton Zürich. Hans hat uns den Schlüssel hinterlassen, wir holen Tische und Bänke, rücken zusammen, beide Feuer brennen. Kameradschaft, ein lustiges Fest. Der Wind hört nun auch auf, dieser Klettertag heute war wirklich toll. Zu meinem heutigen Namenstag spendiere ich den südafrikanischen 5 Liter Tassenberg in der Box. Hans hat gut für uns gesorgt, es ist heimelig hier, doch er redet etwas viel. Aber Schwamm drüber. René und ich kochen Reis auf dem Gaskocher, Dani wendet das Fleisch, wir essen in Etappen. Ueli hatte gestern Geburtstag und spendiert 6 Flaschen Rotwein. Zusammen gezählt hätten wir über 18 Liter Wein hier, aber einige bleiben ja länger. Gegen 22 00 h klart der Himmel wieder auf, man wird müde und einer nach dem anderen verschwindet im Zelt, allen voran die Päärchen. Die letzten gehen dann gegen 00 30 h. Am Sonntag machen wir Tagwache um 07 30 h. Es gibt Morgenessen zu je Fr.6.50.-. Nun brechen wir die Zelte ab und machen uns bereit. Anita, René, Ueli und Böllä werden heute weitere Routen klettern, die restlichen 9 Groupies reisen mit dem Zug nach Tenero. Von hier aus mit dem Postauto nach Lavertezzo durchs wildromantische Valle Verzasca. Die riesige Staumauer beeindruckt uns alle, dahinter liegt der See, ziemlich aufgefüllt. Nach 50 Minuten Fahrt treffen wir in Lavertezzo ein, leider fängt es jetzt an zu regnen, schade. Der Tiefblick von der berühmten, imposanten Römerbrücke ist berauschend. Die Bergseile und die Gschtältli sind hier, wir könnten uns einrichten für den Sprung, um von unten zu sichern. Doch ich getraue mich nicht, hier zu springen. Auch nicht in der Hälfte am Pfeiler, das Wasser ist extrem kalt, kommt noch dazu. Was haben wir hier im Hochsommer schon gestaunt von diesen jumpenden Wagemutigen hier. Vor allem die, die von ganz oben springen. Es sind scheinbar gegen 12 Meter Höhe. Also lassen wir es bleiben, einen Herzstillstand kann ich mir nicht leisten. Nächstes Jahr aber bestimmt! Dafür studieren wir die Felsformationen, herrlichen Gletschermühlen, speziellen Felsen und die Kaulquappen. Das Wetter bessert sich wieder, im Restaurant verwöhnen wir uns mit Risotto, Spaghetti und Wein. Noch einen Kirchenbesuch und dann treten wir den Rückweg nach Bellinzona an. Unten in Tenero wird der Himmel wieder blau. Im Klettergarten wird gepackt und der Tassenberg geleert, Abschied von Hans Horlacher, der mir noch 1 Liter Barbera schenkt, weil ich der Gruppenleiter bin. Ueli, René, Anita und Böllä haben heute Morgen noch über 2 Stunden geklettert. Ueli bleibt im Klettergarten und geniesst vielleicht noch eine ganze Woche im Tessin. Abfahrt um 15 25 h, am Gotthard und am Vierwaldstättersee herrscht bestes Wetter, obwohl das Meteo für die ganze Schweiz Regen angesagt hatte. Gemütliche Heimfahrt mit jassen, diskutieren, Tourenbuch schreiben und Wein. Paul und Christine hatten mit Seil und Zelt nun ihre Premiere gehabt, der Staudamm war es auch für Christine. In Basel gibt es dann ein Ghetto auf dem Perron mit Food von Mc Donalds. René`s Augen spüren den Walliser Rosé und zum Schluss beobachten wir bei Hunziker`s in Brislach noch die Schildkröten von Armin beim Bier. Dieses Klettern in Bellinzona war bereits die 40ste Alpengroupie - Tour!
Am Abend im Klettergarten.
Grillieren, zelten, klettern und Gemütlichkeit.
Paul beim abseilen über dem Bahnhof Bellinzona.
Bergfrühling im Gasterental - 1. Tour 18. / 19. Juni 1994 * Ab ins Gasterental, zweiter Anlauf und diesmal klappt es! Es werden Temperaturen gemeldet bis 30 Grad, endlich Superwetter. Mit dabei sind: Paul, Christine, Böllä, Mex, Andrea, Eveline, Mario, Ruth, Angie, Ines, Marianne, Raphi und Joel, er ist schon mit 4 Monaten dabei, und ich. Iris, so hat es das Schicksal gewollt, kann nicht mit kommen, sie hatte gestern über 38 Grad Fieber und braucht Antibiotika. Schade, gerade Iris hatte sich so aufs Gasterental gefreut, gerade jetzt bei diesem Wetter. 14 Leute fahren bald los, ich brauche sogar 2 Rucksäcke. Spezielle Utensilien darin sind: 1 Pflanzenbuch, Reis, Gewürze, Gas, Pfännli, Jagertee, Freixenet, Hamburger, 2 Kameras, Gschtältli, Seile, Schnellverschlusssteigeisen. Abfahrt in Breitenbach um 06 45 h. Als Erinnerung habe ich den Bericht vom "Natürlich" über Iris dabei, super geschrieben, ein tolles Foto, auch von Nepal, über uns Alpengroupies und dem Pflanzenkurs im Gasterental ist die Rede. Die 20 Heissluftballone neben der Autobahn sind toll anzuschauen. In Ringgenberg und Spiez treffen wir auf den Rest der Gruppe. Nach dem schmucken Dorf Kandersteg bezahlen wir Strassenzoll fürs Gasterental, pro Auto Fr.10.-. Durchs enge Strässen und viele Naturtunnels
Unser Zeltlager im schönen Gasterental.
Pflanzenkunde mit Mex. ( Marcus Spaar ) geht es bergan ins wildromantische Gasterental. Heimritz, den hintersten Weiler im Tal, erreichen wir kurz vor Mittag. Rucksäcke schultern und hier bin ich mit ca. 50 kg. Freigepäck dabei, was für eine Schinderei, ein Sack vorn, der andere hinten. Rechts über die Brücke gegen den Kanderfirn, schon nach 35 Minuten erreichen wir unser heutiges Ziel. Unter der Moräne, fast zuhinterst im Tal, finde ich unsere alte Feuerstelle von Anno dazumal im August 1992. ( Petersgrat - Tour, geleitet von Ändel ). Das Gletschereis des Kanderfirns leuchtet zu uns herab, dieses Tal ist einfach einmalig, anmutig, fast heilig. Wir finden ein "Bödeli" mit Feuerstelle und den letzten Tannen auf fast 1850 m. ü. M. Es ist heiss mit 26 Grad, bald wird gegrillt und man richtet sich ein. Relaxing und Natur pur, das brauchen wir jetzt. Mex bereitet den Pflanzenkurs vor und unseren Wein legen wir in den eiskalten Gletscherbach, der hier vor sich hinblubbert. Barfuss und in kurzen Hosen laufen wir durch diese herrlich blühenden Wiesen. Bald einmal ziehen Wolken auf, ein Sommergewitter ist angesagt. Jetzt geniessen wir den Pflanzenkurs mit Mex, er zeigt uns die verschiedenen Pflanzengattungen auf einer Decke und weiss viel zu erzählen. Blumen, Kräuter, Geschichten. Nun dem von ihm beschilderten Weg entlang, Mex macht das super. Plötzlich taucht Andrea auf, sie hatte noch Schule und musste von Selden her wandern, kam mit Zug und Postauto. Nach dem sehr informativen Kurs fangen wir mit Kochen an, ein paar Tropfen Regen, die im Moment wenig stören. Reis, Nudeln, Würste, Fleisch wird zubereitet und untereinander ausprobiert. Das Wetter bessert sich, es ist herrlich, hier oben am Feuer zu hocken. Der Abend wird kühler, das ändern wir mit einem Jägertee, der macht warm. Gegen 21 00 h setzt die Dämmerung ein und die Jüngeren gehen schlafen. Die Unabhängigkeit und Ruhe hier oben ist super. Wir diskutieren, feiern und geniessen, ein Applaus fehlte auch nicht für Mex heute Nachmittag. Die Otto Waalkes- Einlage von Ines war nebst anderem auch lustig, es ist Nacht geworden. Um 01 45 h gehen die letzten ins Bett, ab ins warme Zelt. Tagwache ist Morgen um 07 00 h. Wir erwachen sofort, als der Regen sehr heftig auf die Zelte prasselt und von Blitzen und Donnergrollen begleitet wird, die Natur zeigt wieder einmal ihre Urgewalt. Es ist ein Erlebnis hier oben, man ist ausgeliefert, um 08 00 h ist alles vorbei. Sonne und blauer Himmel folgen sogleich, wir kriechen aus den Zelten, feuern bald und kochen Kaffee. Nach dem Frühstück wird gepackt. Gegen 10 15 h starten wir zum Kanderfirn hoch, der Gletscher ruft. Ich bin erstaunt, dass Böllä nicht mitkommt, denn jetzt, eine Woche vor unserer Blüemlisalp - Üeberschreitung ist dies doch eine gute Trainingstour. Jeder halt, wie er will. Über die Brücke queren wir die Kander und steigen nun schon in grosser Hitze über die lange, scharfe Moräne auf. Die Sonne quält uns, so dass wir immer wieder mal anhalten müssen, Ines ist hier die Geplagte. Weiter oben dann im Zickzack ins Gebiet "Unter den Schafgrinden" auf 2410 m. ü. M. Hier seilen wir uns an und wandern über Schneefelder zum eigentlichen Gletscherrand, 2 Stunden Aufstieg haben wir hinter uns. Endlich betreten wir wieder mal Gletschereis, der Kanderfirn bäumt sich vor uns auf. Weiter oben steht die Mutthornhütte, von hier noch nicht sichtbar. Weitere 30 Minuten wandern wir hoch und üben Steigeisen laufen, achten auf Spalten und erkennen winzige Gletscherflöhe im ewigen Eis. Schnell bilden sich wiederum mächtige, schwarze Gewitterwolken, wir blasen zum Rückzug, nur kein Risiko eingehen. Als wir den Gletscher verlassen haben, bessert das Wetter wieder und man veranstaltet im Grünen ein Picknick. Danach Abstieg in 45 Minuten und schon befinden wir uns wieder bei den Freunden in unserem "Base Camp." Das Feuer mottet nur noch und Marianne, Böllä und die Kinder sind bereits unten im Heimritz. Um 15 30 h zerlegen wir unser Zelt und räumen auf, als ein weiteres Gewitter losbricht und uns gehörig verschifft. Das hätte es jetzt nicht mehr gebraucht, wir verlassen unseren Platz durchnässt und traben die halbe Stunde zum Heimritz in die Beiz, um uns zu trocknen. Die Rucksäcke und Zelte sind extrem nass. 2 Ansichtskarten schreibe ich hier und reserviere telefonisch das Restaunant Kreuz in Brislach für 11 Personen, der Hunger ist schon jetzt da. Danach verteilen wir uns auf die Autos und fahren in 3 Stunden nach Hause zurück. Mit grossem Appetit treffen wir in Brislach ein, treffen Iris und Adrian und lassen es uns auch kulinarisch gut gehen. So endet die schöne Tour ins Gasterental gemütlich, wie sie begonnen hatte. Wer hier nicht dabei sein konnte, hat ein sehr naturnahes Weekend in einem sehr speziellen, kleinen Tal verpasst.
Übungen auf dem Kanderfirn.
8. - 10. Juli 1994 Privattour: Dabei sind: Ueli, Ändel, Paul, Böllä und ich. Um 06 00 h verlassen wir Laufen und fahren über Biel - Bern nach Spiez, wo wir wie immer auf Ändel treffen. Weiter mit dem Zug nach Reichenbach, von hier aus mit einem kleinen Postauto in einer atemberaubenden Fahrt hinauf zur Griesalp, vorbei am tosenden Wasser, der bekannte "Hexenkessel", wilden Schluchten und Gletschermühlen. Dies sei die steilste "Strasse" in Europa, heisst es, die von der Post befahren wird. Im Bergrestaurant gibt es fünf Mal Ovo, dann starten wir um 10 45 h. 4 Stunden Aufstieg stehen uns bevor, bald wird es steiler, wir erreichen die Obere Bundalp, trinken herrlich kalte Alpenmilch und probieren feinen Käse. Nebenan, im Restaurant Enzian, nehmen wir die Post mit für die Blümlisalphütte. Auch hier ein kurzer Hock, man geniesst diese Idylle, für den Rest brauchen wir noch 3 Stunden. Jetzt wird es steil, in kurzer Zeit sind wieder 100 Höhenmeter überwunden. Ein Rudel Gämsen flüchten vor uns, es macht zu, der Nebel wird immer dicker. Nach einem Zvierihalt geht es weiter über Holztreppen, weiter steil bergauf, dies wurde vom Zivilschutz gebaut und Instand gehalten. Dann stehen wir auf dem Passübergang, dem "Hohtürli." Über uns thront die Blümlisalphütte des SAC auf 2834 m. ü. M. Der gesamte Aufstieg betrug 4 Stunden, Ändel hängt an seiner 1 ½ Liter Wasserflasche kurz vor der Hütte, tritt hinein, gibt die Post ab und erhält sogleich sein Bier für die Postzustellung. Zimmerbezug und ausruhen ist angesagt. Die Hütte hier oben ist super modern und 1989 erneuert worden, wir geniessen das Bier vom Fass. Plötzlich bekomme ich Magenschmerzen, es wird mir schlecht und schon muss ich draussen erbrechen, weiss nicht warum. Später erlebt Böllä dasselbe. Das Abendessen ist für mich gelaufen, es kann ja nicht die Höhe sein. Wir haben viel Hoffnung auf Morgen! Um 19 30 h schon bald im Massenlager, alle schlafen sehr viel. Aufstehen um 03 00 h am Samstag, noch immer herrscht dicker Nebel, niemand geht auf Tour und wir fünf träumten doch so von der Blüemlisalp. Ab 06 00 h
Frische Milch tut immer gut......
Kurz vor der Blüemlisalphütte. ( Hohtürli )
Auf dem Gipfel der "Wilde Frau". kommt das Frühstück, alle sind fit. Oh Heiland, reiss die Himmel auf. Bald einmal drückt die Sonne durch, die Videokamera hab ich auch dabei. Zum ersten Mal zeigt sich Wissi Frau und Blüemlisalphorn, die weissen Gipfel der Gruppe. Abmarsch dann um 08 40 h Richtung Wilde Frau ( 3259 m.), zu diesem riesigen Klotz direkt vor den weissen Nordwänden. Unser erstes Ziel ist eigentlich nah, kurz hinter der Hütte geht es durch Geröll bergan, der grosse Felsklotz dominiert, wir nehmen ihn von rechts. Bald queren wir ein Schneefeld, seilen an, kommen in steiles Schuttgelände und an die Wand heran. 3 Deutsche versuchen eine Route, die für uns von hier unten als nicht machbar erscheint. Wir erinnern uns an die Worte des Hüttenwartes und finden unseren richtigen Weg weiter rechts mit den Steigeisen, bezeichnet mit weissem Pfeil und Reepschnur mit Haken. Hier ist also der Einstieg. Ueli macht den Vorstieg, er hat sich in den letzten Monaten zum geübtesten Kletterer unter uns Alpengroupies entwickelt. Als er oben Stand hat, folgen wir nach und klettern hoch. Schon bald stehen wir in der Sonne und die Deutschen befinden sich unter uns, sie sind dort drüben nicht mehr weggekommen. Wir umlaufen und erklettern grosse Blöcke und steigen stetig auf. Weiter sichern, voll ins Seil, nachziehen, einer löst kurz Steinschlag aus. Der faustgrosse Block trifft meinen rechten Schuh, kein Problem, das ist eben ein "Scarpa" - Schalenschuh. Nun weiter über herrliche Platten, es wird luftig, Blöcke und Türme stehen um uns herum und dann, nach 3 Stunden, stehen wir auf dem Gipfel der Wilden Frau auf 3259 m. ü. M. Die Aussicht ist grossartig, direkt vor uns strahlt nah die herrlich weisse Kulisse der Blüemlisalp, links das Morgenhorn, in der Mitte Wissi Frau und rechts das Blüemlisalphorn. Genial und schön, die drei Nordwände, unser Ziel wäre die Üeberschreitung gewesen. Doch nun haben wir einen Gipfel erobert und gratulieren erst einmal einander. Links geht es unheimlich tief dem Abgrund zu, als der Nebel den Boden durchblicken lässt. Hier herrscht super Wetter, einzig Kandersteg im Tal verschwindet in den Wolken. Eine ganze Stunde sitzen wir hier in der Wärme auf dem Gipfel, machen Fotos, essen etwas Kleines und zoomen die nahen Gipfel der Blüemlisalp heran. Böllä spendiert einen eiskalten Gipfelwein "Epesses Coup de L`Ètrier 1992" und unsere 5 Zinnbecher glänzen in der Sonne. Später seilen wir in diesen Türmen 20 Meter ab, gesichert an 3 Reepschnüren, die um einen Felsblock geschlungen sind. Nun werden die Steigeisen unter den Felsen wieder montiert, hinab zum Gletscher, den wir abwärts traversieren und in nur 45 Minuten erreichen wir die Blüemlisalphütte wieder. Es war eine tolle Tour heute Morgen. Nun gibt es eine Krisensitzung, der Samstag ist gelaufen, leider ohne die Üeberschreitung. Das war der Plan, und am Abend ein tolles Hüttenfest. Das Wetter meldet gut, doch wie es um 03 00 h in der Nacht aussieht, weiss niemand. Mich persönlich stresst eine 12 - stündige Tour, danach noch 4 Stunden Abstieg ins Tal nach Kandersteg, Heimfahrt und am Montag Frühdienst um 05 00 h. Wir Deppen hätten alle den Montag frei nehmen sollen und stimmen ab, ob wir gehen oder bleiben wollen. Das Resultat ist 3 zu 2, die Traverse Blüemlisalp wird um ein Jahr verschoben. Am meisten fuxt es Ueli, nach all dem Training, er hat am Montag frei, ist schlauer als wir vier. Später kann er sich den zwei Deutschen von heute Morgen anschliessen und kommt freudig in die Beiz zurück. Es frustriert uns, doch der Montag wird zu brutal. Wir sind doch Weicheier, so nah dran wie jetzt. Ueli bekommt Eingeklemmte, Eisgerät und einen Holzpickel für den einen Deutschen von mir. Nun der Abschied, wir wünschen ihnen eine super Tour und steigen ab. Vier Stunden liegen vor uns und noch sehr viele Leute kämpfen sich den steilen Pfad hoch. Nach Bergfrühling - Ansichten und Zickzack - Weglein erreichen wir die Alp Bergli, wo wir wieder ein Glas Milch trinken. Vor uns glänzt der Oeschinensee, den ich seit der Doldenhorn - Tour 1988 nicht mehr sah, am See zelten Leute, ein romantisches Bild. Nach 4 Stunden treffen wir in Kandersteg ein und bestellen im "Rössli" viermal Rösti. Hier merken wir, dass unsere Entscheidung falsch war. Gegen 22 00 h fährt unser Zug, Ändel verlässt uns in Spiez. Schon wurde in die Hütte gefunkt, wo wir denn bleiben, Marianne und Iris hatten Angst. Weil Ueli meinen SAC - Ausweis dabei hat, heisst es, der Grolimund laufe mit zwei Fremden über die Blüemlisalp. Um 01 11 h treffen wir in Basel SBB ein, wo uns Christine und Iris abholen, alles ist gut. Es gibt noch 2 ½ Stunden Schlaf für mich. Schon am Montagmittag treffe ich Ueli, die drei haben eine wunderbare Ueberschreitung machen können, mit zwei heissen Stellen und einem 20 Meter Sturz eines anderen Alpinisten. Gratuliere, Ueli! Super Leistung! Wir haben unseren "Bergführer" fürs nächste Jahr. Sie brauchten für die ganze Tour "nur" 10 Stunden, dann 4 Stunden Abstieg und es reichte ihnen sogar noch auf das letzte Bähnli am Oeschinensee, um heim zu kommen. Und wir sind doch etwas frustriert, doch wir kommen wieder! 11. Juli 1994.
Nach dem Telefon zu Heinz Loosli von ALPIN - Raft Interlaken im Juli 1994 bin ich etwas schlauer geworden: Heinz wusste nicht, dass wir darauf abgebildet sind und sagt, sie hängen überall in Berner Oberland als Plakate, auch im "Burgseeli", wir haben es nicht geschnallt. Als "Werbeträger" hätten wir doch ein wenig Rabatt verdient. Heinz sagt zu, er meint auch, dass seine Prospekte auch unser Bild enthalten und diese Prospekte habe ich schon 3 Monate in meinem Ordner. Ich krame sie hervor und es trifft mich fast der Schlag: Das Foto ist von der Rafting - Tour 1993, das gleiche Foto vom Profifotograf und davon sind 30`000 Prospekte im Umlauf. Kaum zu glauben, die Groupies hängen und liegen überall auf. Am besten erkennt man ja den strahlenden Ändel, er wird sicher noch zum schönsten Mann vom Berner Oberland gekürt .
16. Juli 1994 * Diesmal sind dabei: Ueli, Anita, René, Ändel, Adrian, Lälä, erstmals "Rocky" Roland Christ, Sandra und ich. Das Wetter ist spitze, es gibt 30 Grad. Mein Vater Leo, mein Bruder Paul und mein Onkel Alois vom Roderis machen bei diesem Wetter heute ihren Alpenrundflug. Treffpunkt ist um 11 15 h vor der Kirche Breitenbach. Ich darf hinten im roten Cabrio von Lälä und Adi sitzen, der warme Wind bläst und wir geniessen zum Sound von "Pink Fröyd" die rasante Fahrt ins Oberland. In Interlaken poste ich kurz die gewohnte wasserfeste "Kodak" - Kamera, in Wilderswil treffen wir zu sechst ein, der Rest wartet schon in Matten, beim ALPIN - RAFT - Stützpunkt. Schnell in den Neopren - Anzug, eine kurze Instruktion von Heinz Loosli, dann stechen wir in den Fluss unterhalb von Grindelwald. Nach der Abfahrt mit 4 Booten und vielen Touristen werden wir sofort vom Element des Wassers durchgeschüttelt, die Wellen und Stromschnellen lenken uns in ihre Bahnen. Adi und ich sitzen vorne, die Gletscherbachtaufe ist geglückt und das Wasser einkalt. Kopf mit Helm unter Wasser, das macht Spass. Es dreht und knallt uns herum, spritzt voll ins Gesicht, fast wäre ich rausgefallen. Unter der kleinen Betonbrücke muss man die Köpfe einziehen und hinter uns strahlt das leuchtende Wetterhorn zwischen Baumästen mit der Sonne um die Wette. Wiederum werden wir voll nass, "Let`s get wet", wie es auf dem T - Shirt steht. Für Anita ist es das erste River Rafting, René hat schon mal in der Armee. Vom Bootsführer kommen die Befehle, Team nach links, rechts paddeln, Hold on, Stopp, go, wir drehen uns im Kreis und so weiter. Es ist einfach geil, das kühle Gletscherwasser verträgt sich gut mit der heissen Luft, herrlich. Nach 30 Minuten Abenteuer im Wildwasser fahren wir ans Ufer und nehmen die Boote heraus, ziehen sie einen Hang hoch zur Strasse. Denn die nächsten 500 Meter sind viel zu gefährlich, um zu raften. Kurze Pause und weiter mit dem Bus. Der obere Teil von Lütschinental bis oberhalb Zweilütschinen ist nun abgefahren, dann geht das Abenteuer weiter. Im Boot von Ändel, Rocky und Ueli befinden sich hübsche Amis, was für Charmeure das doch sind. Es wird ruhiger, man spritzt sich mit dem Paddel an, nun ein tolles Wehr, wir müssen diese Felsen rechts umfahren. Nun fliesst die schwarze Lütschine mit der weissen Lütschine zusammen, alle nach hinten, der Führer zieht die Spitze in die Luft und wir drehen. Jetzt kann man rein springen, mit der sicheren Weste treibt man im eisig kalten Wasser, noch ein paar Fotos von Sprüngen usw., es ist ein super Gefühl, die Kälte macht sich auch langsam bemerkbar. Anita treibt lachend neben mir im wilden Fluss, wieder rein ins Boot, sofort hat man wieder warm. Leute winken von den Brücken, als wir durchfahren. Weit vorne strahlt das Blau des Brienzersees, seit 90 Minuten sind wir schon unterwegs. Adi kriegt von mir eins mit dem Paddel aufs Dach, er kontert zurück. Es knallt so schön. Bald fahren wir auf Gemeindegebiet von Bönigen und das weissgraue Gletscherwasser der Lütschine vermischt sich mit dem herrlichen, wärmeren blau - grünen Nass des Brienzersees, fantastisch. Man fliesst in den schönen See hinein, Leute stehen am Steg, eine tolle Rundsicht ist das hier. Sandra fliegt rein, wir haben einen Riesenplausch, genauso wie im letzten Jahr auf der Kander, natürlich auch mit ALPIN - RAFT. Lange noch tummeln wir uns im See, es ist toll in Neopren, mit Schwimmweste und so. Noch ein paar Fotos, Ändel reisst die Amerikanerin ins Wasser, mit ihrem Boot fahre ich ans Ufer. Es ist vorbei, die Boote werden eingeladen, zurück zum Bus, es war schön. Halt nicht gerade der Shotover - River wie vor 2 Jahren in Neuseeland, aber auf jeden Fall das beste Rafting hier im Berner Oberland. Alles darüber ist gefährlich, wir sind zufrieden. In der Halle umziehen, dann gibt es Lunch und Tell - Bier. Ich spreche Heinz auf das ALPIN - RAFT - Poster an, von wegen Werbeträger auf 30`000 Prospekten: Er schenkt Äendel und mir 2 Abzüge des Bildes, herzlichen Dank, wir diskutieren, Fotos mit den Amis, bald sind wir die Letzten. Danach verschwinden wir, ich schenke Heinz einen Alpengroupie - Pin. Das war der Gag im 1994. In Interlaken gehen wir zum Essen in die Pizzeria Horn, dort gesellt sich auch wieder Heinz zu uns, die Beiz war seine Idee. Nach Schnecken und Spaghetti Carbonara teilt sich die Gruppe auf: Ueli, Anita und René steuern Meiringen an für eine Klettertour, Ändel fährt mit dem Bike nach Ringgenberg, Heinz geht nach Hause, Sandra und Rocky besuchen das Gurten Open Air und Lälä und Adi fahren mich zum Bahnhof Interlaken West, wo ich den nächsten Zug besteige. Denn morgen feiere ich mit Iris unseren ersten Hochzeitstag. Sie selber machen heute Abend Interlaken unsicher und schlafen irgendwo hier, es ist ja voll Hochsommer und super schön. Nach 23 15 h komme ich in Laufen an, wieder ging eine schöne, erfolgreiche Alpengroupie - Tour zu Ende, man geniesst eben den Sommer. Auf den Tag genau in 3 Monaten, am 16. Oktober 1994, sehen wir Heinz Loosli wieder, am "Canyoning extrem Rotache". Die Heimfahrt im Zug entlang des Brienzersees bescherte mir einen der schönsten Sonnenuntergänge, die ich in der Schweiz je gesehen hatte. Es ist immer wieder super, in die faszinierende Jungfrau - Region zurück zu kehren, um hier die Berge und die Seen geniessen zu dürfen.
3. / 4. September 1994 * Dabei sind heute: Ueli, Eric, René, Anita und ich. Zu fünft fahren wir mit 2 Autos nach Ringgenberg, wo wir Ändel und seiner Familie einen kurzen Besuch abstatten. Das Wetter ist warm und schön, mit ein paar hohen Wolkenfeldern. Leider hat es vor 3 Tagen auf 2200 Meter herunter geschneit, unser heutiges Ziel wäre eigentlich die Glecksteinhütte und Morgen das Wetterhorn gewesen. Zuviel Schnee also in den Felsen des Wetterhorns, meint die Hüttenwartin. Es bleibt uns das Rosenhorn oder weiter westlich der Mönch. Auf Äendel`s Balkon entscheiden wir uns also für den Mönch, mein liebster Trainings - Viertausender. Platz in der Mönchjochshütte haben wir auch, alles ist nun klar. Mit den Autos nach Grindelwald, mit dem Zug hoch zum Jungfraujoch, dieses Mal bin ich bereits zum 15. Mal auf dem Joch. Es herrscht herrliches Wetter, keine Wolken und den Aufstieg auf die Mönchsjochhütte auf 3650 Meter schaffen wir in knapp 45 Minuten. Kaum sind wir hier, kommt schon das Abendessen und dann der Zimmerbezug. Das letzte Sonnenlicht strahlt das Schreckhorn an, es ist immer so friedlich hier oben. Ausserdem ist es die höchste Schweizer Hütte, die bewartet ist. Die Besteigung des Mönchs ist bei mir bereits das fünfte Mal, die anderen Groupies waren noch nicht auf dem Gipfel. Ein gemütlicher Abend folgt in der Hütte, ich freue mich auf Morgen, vielleicht können wir die Überschreitung sogar machen, wäre mal was anderes, denn hier ist der Schnee in den Felsen ziemlich geschmolzen. Das Wintersternbild des Skorpions zeigt sich schon über der Jungfrau, es ist sternenklar und wunderschön, Millionen von Sternen und Sonnen leuchten auf dieser Höhe, die Milchstrasse zieht sich über das ganze Firmament. Den Abend beenden wir mit dem bekannten Kafi Mönchsjoch. Nach 7 Stunden gutem Schlaf stehen wir auf und es folgt das Frühstück, vor 08 00 h kommt die Sonne hinter dem Schreckhorn hervor, man packt ein, was man braucht, der Rest bleibt hier im Körbchen. Jetzt zurück über die "Wandererautobahn" Richtung Jungfraujoch, übers Schneefeld voll ausgerüstet, René mit brandneuem Pickel, dann rechts gegen den Westgrat hinauf. Plötzlich verschwindet ein Bein von René in einem schwarzen Loch, eine Gletscherspalte, schnell ist er wieder draussen, kein schönes Gefühl. Ueli führt uns gegen die Felsen, rechts daran vorbei, die Sonne heizt ein. Der neue Clubführer von René ist zu ungenau, geht nicht ins Detail. Ich klettere eine Rinne hoch, schaue mich da um, es könnte gehen, ist aber etwas heikel. Wir beschliessen umzukehren und die Normalroute zu machen. Das ganze nun zurück und kurz vor der Hütte links hoch zur Normalroute, dem Südostgrat, hier kenne ich mich gut aus. 2 1/2 Stunden haben wir nun vertrödelt, könnten schon auf dem Gipfel sein. Start am Fusse des Mönch um 10 30 h, meine fünfte Besteigung läuft an, nun über den ersten Felsaufbau, den Pfad hoch, wir seilen nach 15 Minuten an, jetzt am Wasserbehälter vorbei. Eric und ich bilden eine Truppe, Ueli, Anita und René die zweite. Es erwartet uns schöne Blockkletterei, bald stossen wir auf eine andere Gruppe. Ein Bergsteiger mit seiner Frau hält in der linken Hand 15 Meter Seil, in der rechten den Pickel, statt mit seinen Händen zu klettern. Weil ich den Berg hier bestens kenne, können wir innert 3 Minuten die zwei Gruppen links umlaufen und überholen. Nun kommt ein längeres Firngrätchen, recht schmal und dann wieder Felsen, Platten, wieder etwas Firn, jetzt die oberen Felsen, hier gibt es eine kleine Rast. 2 Stunden sind vergangen, über uns der recht steile und lange Firngrat, erste Sicherungsstangen werden sichtbar, die in den Achtzigerjahren noch nicht hier waren, das entschärft etwas diese Tour, vor allem dann im Abstieg. Fast zuoberst zieht sich der Gipfelgrat nach links, es ist nicht mehr weit zum höchsten Punkt. Schon lange zieht sich der Blick gegen Süden hinter uns auf den Grossen Aletschgletscher. Hier oben am schmalen Grat hätte es böse enden können mit Iris und mir, als wir an der Mönch - Tour 1989 eine Italienergruppe gekreuzt hatten, als die Wächte neben Iris blitzschnell abbrach, dort, wo sie Sekunden zuvor beim ausweichen stand. Was für ein Horror war das und voll im Nebel drin. Diese Gruppe in Jeans war zudem nur durch die Gürtelschnallen der Hosen mit einem dünnen Seil gesichert gewesen, man muss sich das mal vorstellen. Ein paar Schritte noch und wir fünf Groupies stehen auf dem Gipfel des Mönch auf 4099 m. ü. M. Super schön, wir gratulieren einander, Küsschen gibt`s für Anita. Es ist mein fünfter Gipfelhock auf dem Mönch und gleichzeitig der 23. Viertausender. Dieser Berg war 1988 auch mein erster Viertausender anlässlich der Aletschtour `88 mit Marianne und Äendel. Bei bestem Wetter wird die Groupie - Fahne eingesteckt, die Sicht ist prächtig auf den Konkordiaplatz, Aletschhorn, Schreckhorn, Finsteraarhorn, Wetterhorn, Dreieckhorn, Rosenhorn, Mont Blanc, im Wallis das Matterhorn und das riesige Weisshorn. Blick nach Norden: Die Jungfrau zur Linken, der Eiger steht rechts von uns. Die Schweiz besteht nur aus Bergen, könnte man meinen. Tief unter uns liegt die Kleine Scheidegg, Männlichen, die Wiesen saftig grün, das Schilthorn, darunter Mürren, bei Spiez der Niesen und der Thunersee. Wir stossen neben der Alpengroupie - Fahne zum Gipfelsieg an mit einem frischen Calamin 1993, Gruppenbilder, viele Fotos, Befriedigung und Ruhe erfüllt uns. Noch nie war es für uns so warm auf einem Viertausender, denn die ganze Zeit sitzen wir hier oben im T - Shirt, super. Nichts als Stille, nur ab und zu stört eine kleine Cessna beim Alpenrundflug. Man hört tief unten auf dem Jungfraujoch die Huskys bellen, silbrig hell glänzt das Sphinx - Observatorium in der Sonne. Nach 75 Minuten Genuss in der Bergsonne verlassen wir den Gipfel und steigen ab, sichern an den Eisenstangen, vorsichtig abwärts auf dem schmalen Gipfelgrat. Der Sulz ist eklig wie immer und klebt in den Steigeisen, logisch bei dieser Wärme. Durch die Felsbänder kletternd nimmt die Höhe nur langsam ab. Einige haben etwas Kopfweh, trotz der Nacht in der Hütte. Eric und ich haben Spass mit Beavis and Butthead - Sprüchen wie: "Snow, Ice, Cool, Höh - Höh - Höh, Sun, Rocks, Mountains, Ther sucks, Cool, Höh - Höh. Stetig abwärts, wir werden schneller, die 2 Grate, dann wieder Felsen, schon bald haben wir es geschafft. Der Pfad ist dieses Jahr näher bei der Hütte, finde ich, nach 2 1/2 Stunden sind wir wieder vom Berg runter, zurück in die Hütte, um das Depot zu holen. Adieu Mönchsjochhütte, in 30 Minuten zum Jungfraujoch zurück, der letzte Zug fährt um 18 30 h. Im Tal nimmt der Nebel zu, als wir beim Eigergletscher aus dem Tunnel fahren, herrscht schon dicker Nebel. Alles ist zu, in Grindelwald umsteigen ins Auto und 2 Stunden später treffen wir in Brislach ein und essen noch etwas Warmes im Kreuz. Es war ein super Bergwochenende, Tschüss und bis zum nächsten Mal.
1. / 2. Oktober 1994 Dabei: Ueli, Anita, René, Eric, Eveline, Iris und ich. Äendel kommt am Samstagabend. Wir starten um 08 00 h und fahren bis nach Grauholz zu einem Kaffihalt, danach weiter nach Meiringen. Zwischen Fuhren und Gadmen am Sustenpass einen Halt beim Tea - Room Titlis, um hier die Gebühr von Fr.10.- für die taxpflichtige Strasse zu bezahlen. Nun diese hinauf Richtung Tälli bis zum Parkplatz Lägerrain. Von hier in hitzigen 20 Minuten zur schönen Tällihütte auf 1717 m. ü. M. Scheinbar unter privater Leitung, beherbergt sie 20 Plätze, gemütlich. Wir hoffen auf ein tolles Wochenende, ich freue mich schon seit dem Frühling auf diesen Klettersteig Tälli, es ist der erste in der Schweiz. Weitere werden in den nächsten Jahren folgen. Nach dem Zimmerbezug versammeln wir uns beim Klettergarten hinter der Hütte, Eveline erlebt hier ihre Kletterpremiere im Sportklettern. Ueli hat noch 3 Helme beim Eiselin in Basel gemietet, somit sind wir alle gut ausgerüstet. Eine kleine Einleitung für Eveline, Knotenlehre, Tips am Fels und nun rein in den "Grossätti", 15 Meter hoch, später den "Ringgi", 25 Meter hoch, schöner Fels, die anderen klettern den "Halunken" und anderes. Eveline "macht" ihre erste richtige Wand mit Bravour, danach seilen wir ab, schön. Nach 1 1/2 Stunden ein paar Regentropfen, zurück zur Hütte. Hier gibt es ein wohlverdientes Feldschlösschen Bier, einen Klettersteig - Pin und einen Hüttenkleber muss ich auch noch haben. Das Abendessen kommt um 18 45 h, es war toll, hier im Klettergarten noch zu üben, denn Morgen kommt mit diesem Klettersteig eine besondere Tour auf uns zu. Draussen wird es kalt, Morgen sollte es noch Sonne geben und am Montag gibt es einen Wintereinbruch mit Temperatursturz, sagt das Radio. Das Essen hier gehört zum Besten seit Jahren: Suppe, Hörnli, Erbsen, Rüebli, Pariserbraten, eine wirklich feine Sache. Dazu ein gutes Glas Rotwein, draussen regnet es bereits. Als wir so vor der Hütte stehen, nach heftigem Regen, wer kommt denn da? Nicht Rapunzel, nicht das Männchen im Walde, kein Rumpelstilzchen, kein Gartenzwerg: Nein, es ist Ändel, er bezirzt uns schon heute. Er kam in 1 Stunde im Regen hoch und will draussen übernachten im Schlafsack. Ich schenke ihm einen Los Monteros 1988 ( das heisst Die Berge für Nicht - Spanier ) zum vergangenen 29. Geburtstag. Bevor wir reagieren können, ertönt schon ein herzliches "Happy Birthday" von der Gruppe am Nebentisch. Wir sehen Ändel`s Fotos von der Schwalmeren und unserer Mönch - Tour im letzten Monat, beides am selben Tag erlebt. Äendel bereitet vor der Hütte sein Nachtlager vor, mit Luftmatratze, Gaslampe, auf oder unter dem Picknicktisch. Ich verstehe ihn, er wollte schon 1993 ein Biwak durchführen, auf über 3000 Meter, vor der Hollandiahütte. Die Hüttenwartin hier, Regula, ist natürlich nicht sehr angetan von seiner Idee, doch was soll`s. Weiterhin Spass und Würfelspiele mit dem Groupiebecher von Enno und Regina, es geht laut zu und her in der Tällihütte. Der Regen ist vorbei, ein schöner Sternenhimmel leuchtet über die Berge. Wir überziehen etwas die Nachtruhe um 22 00 h, Regula ist dafür, die 10er Gruppe auch, wir auch. Man soll die Feste feiern, wie sie fallen. Um Mitternacht ist fertig lustig, Äendel schläft schon draussen. Tagwache um 06 30 h, wir wecken ihn etwas später, Frühstück, Depot erstellen und Packung. Start um 08 00 h, über Grashänge und später Geröll in rund 50 Minuten zum Einstieg des Klettersteiges. Hier bilden wir 2 Vierergruppen an kurzen Seilen, ich gehe voraus mit Iris, Ändel und Eric, Gruppe 2 danach. Schon erreichen wir die erste Leiter, weiter über einbetonierte Eisenstifte zum senkrechten Aufstieg. In dieser Wand hängen 1200 Meter Stahlseil, 48 Meter Leitern, 600 Ösen und Stifte, viele Eisenbügel. Überall kann man sich hier halten, es ist ein tolles Gefühl, überall Sicherheit. Ein waagerechtes Grasband, Pfeiler, Kanten, Überhänge, einfach fantastisch, vollgeil. Wir gewinnen schnell an Höhe, nun weniger ausgesetzt, sogar ein Holzbänkli steht in einer Felsnische. Dann die super Doppelleiter, wieder Stifte, Trittbügel und immer wieder hört man das Klicken unserer je zwei Karabiner, die wir jeweils am Stahlseil aus - und einhängen. Vorhin noch im Nebel, bleibt uns nun die Sonne in der Wand erhalten. Herrlich! Die Aussicht nach Meiringen und über den Sustenpass ist gewaltig, tief unter uns wirken einzelne Häuser und Strassen wie Spielzeuge. Die 3 älteren Bergsteiger vom Einstieg verweilen nach der nächsten Ecke beim Znüni, wir tun jetzt auch dasselbe. Eine andere Gruppe hat ein paar Kamikaze - Frauen dabei, die eine brauchte aufwärts sogar unsere Hilfe auf dem steilen Grasband, statt am Seil zu gehen und sich einzuklinken. Nach der Pause neue Aufschwünge, um den nächsten Block herum, hier sind wir fast als einzige auch am eigenen Seil gesichert. Nun ein steileres Stück, der Nebel kommt näher, der Gipfel auch. Die letzten Stufen und Treppen, ein Felsband nach rechts traversieren und Minuten später stehen wir auf dem Gipfel auf 2540 m. ü. M. Es ist geschafft, wir sind überhaupt nicht müde, 3 ½ Stunden dauerte der Aufstieg, schade, dass es schon vorbei ist. Ein toller Klettersteig, hier oben nun ein paar Fotos, Gratulationen, Gipfelwein. Der Nebel hüllt uns ein, zwischendurch zeigt sich das Sustenhorn und wieder die Sonne. 70 Minuten bleiben wir auf dem Gipfel, dann steigen wir ab Richtung Gental, an schönen Felsformationen vorbei, durch Geröllhalden und später Wiesen. Wir rutschen übers Schneefeld, Iris stürzt auf einen Stein und schlägt sich die Knie auf. Ueli und René sind schon voraus, auf ebenem Weg umwandern wir den Tällistock, dann geht es noch einmal hoch zum Sätteli auf 2100 Meter. Cola und Ovo für Eveline, sie befindet sich langsam am Anschlag. Nun hoch über der Sustenstrasse wandernd gehen wir runter zur Tällihütte in 40 Minuten, um 17 15 h sind alle hier. Die Gesamtdauer Klettersteig Tälli und der Rückweg ergeben 7 Stunden und 35 Minuten. Wir holen drinnen unsere Körbli und packen, vergessen aber den Groupie - Würfelbecher und die Jasskarten. Abstieg zum Auto in 15 Minuten, einladen und Schuhwechsel. Äendel fährt mit uns, vom heuen her im Juni habe ich vom Bauer Edi Frutiger noch einen Käse als Lohn zugute, in Ringgenberg angekommen, verschlägt es mir fast die Sprache: Edi schenkt mir einen Käseleib von 3 ½ Kilo Gewicht von der Lombachalp ( Habkern ), ein Wahnsinn, dieser Bergkäse. Nur für ein wenig Strohballen schmeissen, super. Danach fahren wir in die Pizzeria Horn nach Interlaken, wie auch schon. Gesättigt und müde auf die Autobahn, kurz vor 23 00 h sind wir daheim. Eine schöne, letzte Klettertour geht so zu Ende. Nach einem Telefon in die Tällihütte schickt uns Regula auch bald den Würfelbecher zurück. Dies war die 45. Alpengroupie - Tour nach Programm. Unsere Gruppe spendet später Fr.20.- für den Unterhalt des Klettersteiges Tälli mittels Einzahlungsschein.
Stierenberghütte, Wanderclub Bergli, Grindel 19. November 1994 * Es ist soweit, der diesjährige Tourenausklang steht vor der Tür, heute an einem speziellen Ort, der Hütte auf dem Grindler Stierenberg, wo meine Schwiegermutter Elsi alle paar Monate als Hüttenwartin amtet. Diese Hütte wurde 1979 erbaut und gehört dem Wanderclub Bergli, Grindel. Dabei sind heute folgende Alpengroupies: Eveline, Dieter, Adrian, Paul, Christine, Daniel Erzer, Roger Humair und Clarissa, Eric, Ändel, Ueli, Anita, René, Paul und Martin Grolimund, Jack, Diana, Fips, Mex, Andrea, Roger Luginbühl und Alexandra, Andreas Halbeisen ( Lälä ), Elsi und Bruno, Daniel Altermatt ( Krupp ) und erstmals seine Yvonne, erstmals Jacqueline Karrer und ihr Giusi Fellino, Iwan Saner, Iris und ich. 32 Groupies kommen an diesem Abend, toll. Nach 14 00 h fahren Bruno, Elsi und Iris mit dem gesamten Material über das Oberbergli hinauf zur Stierenberghütte, ich fahre zum Waldrand der Grindlerseite und trage meinen Rucksack mit dem Klettermaterial und anderes zur Hütte hoch. Das Wetter ist trüb, doch es hat gegen 14 Grad, eine überdurchschnittliche Wärme. Nun wird angefeuert, das Fondue stundenlang vorbereitet, die Hütte mit Bergsteigerutensilien geschmückt, alle Fotoalben und Ordner sind hier sowie das Keyboard und die Handorgel, auch der Generator funktioniert. Um 17 50 h laufe ich ins Tal und hole die Groupies bei der Turnhalle Grindel ab. Fast alle sind da, über Dani`s Natel C ( damals noch ein Hit ) erreiche ich Mex und Andrea, sie kommen etwas später. Um 18 45 h steigen wir über das
Tourenausklang speziel auf dem Grindler Stierenberg, mit einem super Fondue von Elsi und Iris.Tourenausklang speziel auf dem Grindler Stierenberg, mit einem super Fondue von Elsi und Iris.
Zeit, mit den Zinnbechern ein paar Groupies zu ehren.
Und alle mit unseren Alpengroupie - Mützen. "Seppäwägli" zur Hütte auf, Krupp zieht die Gruppe mit gutem Schritt voran, viele Lampen leuchten im Zickzack am Berghang. Nach 40 Minuten erreichen wir die Hütte und davor geniessen wir alle einen Apéro, Rosé "Clochetons" 1993, selbst abgefüllt. Danach nimmt man Platz in der heimeligen Hütte, es hätten gerade noch 4 Personen Platz gehabt, denn ein Tisch ist zum stöbern für die Fotoalben reserviert. Dann begrüsse ich die Groupies, freue mich über die vielen Anmeldungen, es folgen Zahlen über die vergangenen Touren 1994: 10 Touren waren es inklusive Tourenausklang mit gesamthaft 115 Leuten, dazu kommen 2 Hochzeiten von Mex / Andrea und Sandra / Fredy, die 100 Alpengroupie - Pins von Ostern sind nun auch alle weg. Hier oben herrscht schon eine gute Stimmung, bei den Getränken gilt die Selbstbedienung. In den nächsten 45 Minuten kann man sich das vergangene Jahr in den Fotoalben anschauen, die auch rege benützt werden. An der Wand hängen die Touren mit dazugehörender Albumnummer und die neu überarbeitete Mitgliederliste Stand Oktober 1994. In den vier bisherigen Tourenbüchern wird auch gelesen, vielleicht ergibt sich in ein paar Jahren sogar ein Alpengroupie - Buch daraus. Das Brot steht schon bereit, als dann das kochende, schmackhafte, selbstgemachte Fondue von Elsi und Iris auf den Tisch kommt, die Caquelons werden entzündet. En Guete, das Essen wird hoch gelobt, die beiden rührten stundenlang in den Töpfen, die Käsemischung kommt vom Coop. Nach dem tollen Fondue kommen wir zum "Hörnli" - Wettbewerb, wie viele sind es wohl? Im Groupie - Schnapsgläsli befinden sich ganz genau 439 Hörnli. Die Liste geht um, es wird kräftig geschätzt. Immer wieder verteile ich Info`s und Prospekte auf den Tischen, unter anderem Zauber Didi`s Spielladen "Würfel" in Olten und ALPIN RAFT - Werbung. Nun schreiten wir zur traditionellen Zinnbecher - Übergabe, wiederum haben 3 Groupies mehr als 15 Touren erreicht. Anita bekommt den Zinnbecher für mitgemachte 18 Touren, Eric für 20 Touren und Dieter für 18 Groupie - Touren, für alle gibt es einen Applaus. Als nächstes nun gesteigerte Stimmung mit ein paar Songs von "Pink Fröyd", man sagt, wir werden immer besser, vor allem Jackie und Giusi sind begeistert von uns. Jetzt hole ich aus zum grossen Gag dieses Abends: Ich präsentiere unsere Alpengroupie - Mütze, fast niemand wusste davon. Sie kommen sehr gut an, jede ( r ) zieht seine Mütze an, sie sind der grosse Hit an diesem Abend. Iris hilft verteilen, wer eine zweite will, kann diese für Fr.11.- kaufen, so kann man sie amortisieren, der Gag war nicht gerade billig. Bettina erhält später einen Mutz gratis, weil sie heute krank ist. Das alles übernimmt die Groupiekasse. Nun wird die Vorschau 1995 verteilt, ein weiteres tolles Bergjahr wartet schon auf uns. Etwas später bringen wir den Text vom Alpengroupie - Song "Leg`s Gschtältli a" unter die Leute, den wir sogleich anstimmen, wie jedes Jahr am Tourenausklang. Dann spielen wir auch Schlager, Ländler und Songs von Polo Hofer. Es bleibt auch Zeit für die Werbung der "Pink Fröyd" - Tapes und viel Zeit für Gespräche, bald einmal wird es Mitternacht. Nun noch das neue Programm der "Suurchrutt - Tour" vom 28.01.1995 unter`s Volk bringen, man kann sich schon jetzt dafür anmelden. Auch die Groupie - T - Shirt Bestellung wird noch ein letztes Mal begutachtet und auch bestellt. Dann wieder "Pink Fröyd", es wird geschunkelt. Zum Schluss des Programms präsentiert Iris die Auflösung des "Hörnli" - Wettbewerbs: Im 3. Rang bekommt Evelin die Hörnli, im 2. Rang gibt`s für Daniel Erzer einen halben Rosé, im 1. Rang erhält Anita des "Los Monteros" 1988, ein Tropfen aus den Bergen Spaniens. Bravo! Die Zeit geht viel zu schnell vorbei, schon ist es 02 00 h. Wir haben Mühe, die Leute zum Aufbruch zu bewegen, viele möchten noch bleiben. Ich sammle das Material ein, Iris und Elsi putzen die Hütte und Fips unterhält draussen den Rest mit der Gitarre. Eveline und Christine haben heute auch viel in der Küche mitgeholfen, Iris und Elsi sind für dieses Fest schon über 13 Stunden am arbeiten, ihnen gebührt ein grosser |